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Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#1 von Balthasar , 25.05.2012 10:02

Liebe Nostalgiefreunde,

wenn man nostalgisches Materiel zusammenträgt, um daraus eine Anlage zu bauen,
gibt es die verschiedensten Herangehensweisen, wie man zu einem Konzept kommt.

Heute sprechen wir von einer "Modelleisenbahn", während in lange vergangenen Jahrzehnten ja oft
von der "Elektrischen Eisenbahn" die Rede war.
Ein großer Unterschied, wie ich finde, der sich auch in den Anlagen ausdrücken kann,
denn eine "Elektrischen Eisenbahn" dient ja nicht dem Nachbau bestimmter Vorbildstrecken,
sondern dem Betrieb von Modellen in bestenfalls "vorbildähnlichen" Situationen,
ist also gewissermaßen ein Selbstzweck.

Zunächst geht es natürlich auch darum, das schöne alte Material zu präsentieren, sodass z.B. eine Drehscheibe mit Lokschuppen verbaut werden, obwohl sie vielleicht nicht unbedingt betrieblich vorbildgerechet zum (Durchgangs-) Bahnhof liegen.

Da ich selbst gerade in einer Planungsphase bin, würden mich Eure Konzepte und Philosophien interessieren.
Ich würde meine Anlage gerne so bauen, dass ich Loks und Züge wechseln kann, also mit relativ langen Abstellgleisen und vielleicht wirklich mit Lokschuppen.

Während der Eine gerne in den Gleisplanheften der Hersteller blättert, um damals typisches nachzuempfinden,
erinnert sich ein Anderer vielleicht an die eigene Anlage aus Kindertagen oder an Anlagen, die er damals irgendwo
gesehen hat und die sich ins Gedächtnis gebrannt haben.
Nicht zuletzt spielt natürlich der verfügbare Platz eine Rolle, oder gar die Transportierbarkeit der Anlage, wie bei "Heinhausen II".

Was fasziniert Euch an einer Messeanlage, an "Anlage Nr.xx aus dem Gleisplanungsgheft", an einem Fertiggelände,
warum bauen andere gerade nicht nach "alten Konzepten"?

Es freut sich auf neue Erkenntnisse

Mathias


Spur 0 und Spur 5... aber immer wieder gerne zurück zum Altmetall!


 
Balthasar
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RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#2 von *3029* , 25.05.2012 14:13

Hallo Mathias,

deine Gedanken mit denen du hier hoffentlich eine vielseitige Diskussion auslösen wirst sind in ähnlicher Form auch bei mir vorhanden, sozusagen Anregungen um ein stimmiges Konzept für eine "Elektrische Eisenbahn" zu finden, egal ob Märklin, Fleischmann oder Trix.

Die Frage ist ob die Gleisführung einer sogenannten Ausstellungsanlage mit möglichst mehreren unabhängig voneinander geführten optisch nicht getrennten Stromkreisen erfolgen soll - oder eine Betriebsanlage die überwiegend aktive Rangiervorgänge, Lokwechsel mit Neuzusammenstellung der Züge, Drehscheibeneinbeziehung usw. darstellt.
Meine Vorstellung geht in Richtung Ausstellungsanlage auf der mehrere Züge gleichzeitig unterwegs sind bei evtl. zusätzlicher Automatikschaltung.

Die Präsentation und Betrieb mit den zeitgenössischen Fahrzeugen sollte mit einem ebenfalls aus der Zeit passenden Zubehör erfolgen. Für die 50er-Jahre wären dies z.B. Faller Holz-/Pappgebäude, Massebäume, Plastik-Stecktannen, unverglaste Wiking-Modelle.
Hierbei möchte ich mich möglichst 100%ig puristisch verhalten. Wie ich immer wieder feststellen muss wird der insgesamt sehr gute Eindruck einer solchen Anlagen mit zeitlich unpassendem Zubehör zunichte gemacht.
Auf jeden Fall möchte ich den Eheim Trolleybus miteinbeziehen, Version mit Frontglühbirnchen (keine Lichtleiter), Rollenstromabnehmern und der breiten Oberleitung.

Auf die Grösse der auf Plattenbauweise erstellten Anlage möchte ich mich zunächst nicht festlegen da ich dem Eisenbahnzimmer gegenüber den Wohnräumen Priorität einräume. (Siehe Rolf Ertmer -Repa-Bahn- : Warum hat ihr ein so grosses Schlafzimmer...)

Ein Fertiggelände kommt m.E. erst für Anlagenthemen ab den späten Sechzigern in Frage. Ausserdem schränkt es auf Grund der Vorgaben sehr ein. Wäre eine NMöglichkeit für eine zeitlich begrenzte Übergangsanlage nach dem Motto "Besser als nichts".

Herausragenden Eindruck hat bei mir die Lehrschau-Anlage von Otto Hübchen hinterlassen. Berichte hierzu findet ihr auf der HP von Heinz-Dieter.

Viele Grüsse

Hermann



 
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RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#3 von SR-Fahrer , 25.05.2012 14:22

Hallo Mathias,

ich bin gerade auch am Bauen.
Einerseits liebe ich es zu ranigeren und Züge neu zusammen zustellen, andererseits sehe ich recht gernen den Zügen und Loks zu wie sie ihre Runden in schöner Landschaft drehen. Da ich mit Gleisen zugestopfte Anlagen nicht sehr mag, muss ich mir mit folgendem Mittelweg behelfen.

So wird es bei mir einen 4 Spurigen Durchgangsbahnhof mit Drehscheibe geben. Kurze Abstellgleise für Kurswagen, wie auch einen kleinen Güterbahnhof sind vorgesehen (nur für ein paar Wagen). Aber auch reichlich Platz für Landschaftsgestaltung. Bei meinem Vorbild, soll es sich um eine Anlage UM die 50er Jahre handeln. Gerade in dieser Zeit gab es viele Zuebhörhersteller, die sehr schöne und abwechslungsreiche Modelle geboten haben, deshalb soll die Anlage nicht nur Märklin-Artikel zeigen (wer hier im Forum nicht nur die Märklin-sparte ließt kennt meine Neigung zu alten Grießhäuser(bei weitem nicht nur Faller) oder alten Zinn-/Holzfiguren ). Etwas ist dabei auch der trang nicht nur die standart Märklin und Faller Sachen zu zeigen, sondern die Vielfalt der damaligen Zeit.

Einen Abstellbahnhof für Wagen-Garnituren soll, untertage eingerichtet werden (ist noch in der Probefase), kann aber jeh nach Platz und Lust extern in einem befahrbaren Kleiderschrank / Wohnwand oder ähnlichem unter gebracht werden.

In diesem Zenario, können Loks Kopf machen, oder einfach nur Vorräte ergänzt und einzelne Güterwagen von Zubringergüterzügen entnommen und aufs entlade Gleis rangiert werden. Man könnte neue Züge zusammen stellen, Post-, Schlaf- und Speißewagen behandeln und das alles mit erlativ geringem Platzaufwand. So das auch noch viel Raum für Zubehör bleibt. (WIkinger, Häuser und Co)...

Bericht über meine Anlage gibt es (noch)nicht, da ich mit der Zeit immer recht knapp bin und eine Anlage etwas ist, das man nicht aus dem Boden stampft und fertig ist, sondern etwas das reifen und erprobt werden muss. So steht meine Anlage seit über 2 Jahren im Rohbau.... Ich muss beruflich genug Sachen bis ins letzte Detai planen und konstruieren, da brauche ich nicht auch noch ein Zeichenprogramm für mein Hobby... um alles schon im Vorfeld GENAU zu planen...


Modellbahnergrüße
Klaus

Mod für Vau-Pe und Wiad Indizes

Bericht zu meiner Ausstellungsanlage:
Restaurationsbericht einer historischen Anlage aus den 50ern


 
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RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#4 von elaphos , 25.05.2012 14:43

Hallo,
mich hatte mal gereizt, alle Märklin-00-Teile von 1935 auf einer Anlage zusammnzustellen und hier zu zeigen:




Das hatte seinerzeit in erster Linie eine Diskussion um die Platte mit Grasmatte ausgelöst, die ich als Unterlage genommen hatte, da mir eine solche gerade zur Verfügung stand. Weiteres Interesse an der eigentlichen Anlage bestand offensichtlich bis auf wenige Ausnahmen nicht, was mich davon abhielt, die Sache zu vertiefen und mir die Mühe mit den eigentlich geplanten Folgejahren zu machen.
Gruß, elaphos



 
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RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#5 von *3029* , 25.05.2012 16:19

Hallo elaphos,

wirklich schade dass du dich mit deinen Aktivitäten wegen ein paar "übergenauen Nietenzählern" zurückgehalten hast.
Es sollte doch eigentlich klar sein dass der zeitlich begrenzte Aufbau einer Tischbahn meistens spontan erfolgt und dann das als Unterlage dient was eben zur Hand ist - und wenn es eine Tischdecke wäre.

Ich jedenfalls hätte mich über dein Projekt sehr gefreut.

Schönes Pfingst-Wochenende

Hermann



 
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RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#6 von 101 ( gelöscht ) , 25.05.2012 16:39

Moin Gert,

ich sehe das auch so, eine Fortsetzung wäre schön gewesen. Auf den beiden Bildern wirkt das für mich auch nicht wie eine Grasmatte, sondern eher wie eine beschichtete Platte o.ä., meiner Meinung nach farblich auf jeden Fall perfekt!

Gruss
Jens


101

RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#7 von ancella1039 ( gelöscht ) , 25.05.2012 17:49

hallo elaphos.

super ich erinnere mich genau.
du hast eine super 1935 anlage gesaubert,und uns gezeigt,und sie endete mit der und bekannten GRASSMATTE,schade aber es war so.
deine bilder die du uns gezeigt hast,haben sich in meinem gehirn geprägt,und ich kann sie im schlaf aufnennen,auch der sehr seltene PROTOTYP 365 wagen werde ich nie vergessen.
vielen dank für die damals gezeigten bilden.

grüsse


ancella1039

RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#8 von claus , 25.05.2012 17:56

Hi Thomas,

wäre doch toll, wenn wir den Thread fänden und hier einbinden können? Any idea?


Viele Grüsse,

Claus



...was sonst? 😀


 
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RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#9 von 101 ( gelöscht ) , 25.05.2012 23:06


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RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#10 von nodawo , 25.05.2012 23:40

Hallo Mathias, hallo zusammen,

Meine Philosophie u. Überschrift zu meiner ncicht fertig werdenden Nostalgieanlage:

"Erinnerung an die eigene Kindheit ergänzt durch die Dinge, die damals unerreichbar waren."

D.h. für mich Bauen, Basteln und Spielbetrieb:

Drehscheibe
Lokschuppen
Kräne
Bahnbetriebswerk
Kopfbahnhof
Ablaufberg
Güterbahnhof
Bahnpostbetrieb
Brücken
Nebenstrecke
Tunnel
Fahrbetrieb analog
Epochenübergreifender Zugbetrieb
Zubehör Faller, Wiking, Kibri, Vollmer - Dorf, Sägewerk, Bauernhof, Holz- u. Rübenverladung
elektromechanischer Zubehör - Seuthe, Vollmer, Wiad, Eheim

Ich habe versucht den bisherigen Werdegang im Bericht

bekennender M-Gleisbahner und Spieler! !

zubeschreiben.


Bastler-Umbauer-Spieler-Sammler-Grüße

Wolfgang - nodawo




Wolfis Modelleisenbahnseiten - http://www.modelleisenbahnfan.de/


 
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RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#11 von olli74 , 26.05.2012 02:20

Hallo zusammen,

das optimale Betribskonzept für "Alte Anlagen" ist: SPIELEN (und zwar mit was, wodrauf, womit und wie der SPIELENDE gerade Lust hat)

Meine Meinung

Gruß Olli


Meine Anlagen Märklin wie in den 50er, 60er Jahren
Noch ´ne kompakte Altanlage


 
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RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#12 von Madog ( gelöscht ) , 28.05.2012 08:18

Äußerst interessante Fragestellung!

Ich habe meine "Karriere" als Modelleisenbahner im frühen , zarten Knabenalter begonnen, als 1963 eine Märklin Startpackung unterm Weihnachtsbaum lag. Seitdem habe ich so einige Anlagen gebaut, auf der Suche nach mehr Realismus und Perfektion. Meine letzten Anlagen waren verkleinerte Kopien des Vorbilds, auf denen natürlich nach Fahrplan gefahren wurde.

Es hat einige Zeit gedauert, bis ich gemerkt habe, dass ich mich neben dem üblichen beruflichen Stress durch den Drang zum Perfektionismus auch noch einem vermeidbaren Freizeit-Stress unterworfen habe. Bei all diesen Anlagen, so schön sie auch waren, ist eines zu kurz gekommen - der Spiel-Spaß! Dieses Gefühl, das ich als Kind hatte, als ich meine Züge auf die große Reise auf dem Gleisoval geschickt habe. Kein Gedanke an ein vorbildnahes Betriebskonzept, einfach kindliches Spielen.

Von dem Bau immer perfekterer Anlagen habe ich mich zwischenzeitlich verabschiedet, nicht nur, weil dieser Pefektionismus für einen Normalsterblichen den Rahmen des Bezahlbaren längst verlassen hat, sondern weil es mir nicht die gewünschte Entspannung gibt. Jetzt plane ich meine Märklin Tischbahn, ganz im Stile meiner Kinder- und Jugendzeit, um nach Herzenslust wieder spielen zu können.


Madog

RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#13 von Billettle , 28.05.2012 08:28

Hallo zusammen,

für mich ist ganz klar, dass eine Nostalgieanlage den Charme des Unperfekten haben "muss" (nicht nur "darf"). Detailtreue und Vorbildverliebtkeit stehen in diesem Fall ganz hinten an.

Nur so wird in mir das Gefühl von damals geweckt - und Lust auf eine Modellbahn gemacht, die zum Spielen einlädt.

Grüßle,
Thomas


Grüßle aus em Schwobaländle!
>>> 's isch, wie's isch - ond wenn's net so wär, wär's ganz gwiis anderscht. <<< :-)

Warnhinweis: Die wahrheitsgemäße Darstellung von Realität kann deutlich sarkastische Züge aufweisen und Spuren von Polemik enthalten.

"Scripted Reality"-Formate sind der Analogkäse des Fernsehens.


 
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RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#14 von Retro , 29.05.2012 23:42

Hallo
Meiner Meinung nach, ist eine Anlage nach heutigen Gesichtspunkten allein durch die Verwendung von M-Gleisen,alter OL und Analogbetrieb unperfekt genug. Da kann man noch soviel Detailtreue reinbringen und die Vorbildverliebtheit schliesst sich von selbst aus.
Grüße
Uwe


M-Bahn 1960-1980


 
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RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#15 von Schwelleheinz , 30.05.2012 00:18

Hallo Leute,

Back to the roots, so wars bei mir. Die alte Märklinanlage von Vattern, ebenso die Anlagen meiner Schulkollegen von denen eine mir ganz besonders in Erinnerung blieb. Dessen Vater war von Beruf Graveur und der hatte aus ihrer Märklinanlage ein Schmuckstück gebastelt. Die O-Leitung (Drahtverhau), Kontaktgleise, versenkte Signalantriebe und einiges andere waren Eigenbauten leider habe ich keine Bilder davon. Von dem ganzen Digitalgedöns hab ich die Nase langsam voll (lauter unnötiger Schnickschnack das unser Hobby viel zu Teuer macht!!!)und jetzt ist wieder ne Nostalgieanlage in Bau. Hauptsache lange Züge und das fahren lassen was Spaß macht.

Grüße vom Hochrhein,

Hans-Dieter


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RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#16 von Madog ( gelöscht ) , 30.05.2012 09:10

Kosten sind ein gutes Argument!

1968 kostete die "rauchende" 44er 68 harte DM, oder etwa 35 Euro. Das heutige Modell, wenn es denn noch erhältlich wäre, rund 400 Euro, also rund 11 1/2 mal mehr. 1968 betrug das durchschnittliche Haushaltsnettoeinkommen 1.300 DM im Monat, also 650 Euro. Demnach müsste es gegenwärtig fast 7.500 Euro betragen - ein Irrsinnswert! Tatsächlich liegt das Durchschnittseinkommen bei 1.350 Euro! Musste man im Jahr 1968 8,8 Stunden für eine Märklin 44er arbeiten, so sind es heute 49,75 Stunden. Kein Wunder, das Märklin & Co. alle an der Insolvenz geschnuppert haben...

Kosten sind aber nur die eine Seite. Natürlich lassen die heutigen Werkstoffe, Verfahren und Möglichkeiten eine Detailtreue zu, von der wir in unserer Jugendzeit nur hätten träumen können. Aber was nützt einem der Perfektionismus, wenn der Rest nicht nachkommt, wenn die toll detaillierte, mit zylindersynchronem Abdampf und Sound ausgestattete Lok ihre ebenso detaillierten Wagen auf einer Anlage zieht, die die US-Amerikaner so schön als Plywood Pacific Railroad bezeichnen? Nix mehr mit Platte und gefärbtem Sägemehl als Streumaterial. Der Perfektionismus muss dann schon durchgängig sein. Für viele wird dann aber die Grenze des Möglichen, nicht nur in finanzieller Hinsicht, überschritten.

Es mag an meinem Alter liege, in dem man anfängt, zu denken, dass früher alles besser war. Nein, besser war es nicht, aber das Konzept war stimmiger. Auch Menschen mit etwas weniger Talent und Geschick konnten wirkungs- und stimmungsvolle Eisenbahnen bauen, ohne Kenntnisse in gestalterischer Kunst, Elektrik und Elektronik und Zimmerei. Anlagen, die durch ihr KISS-Konzept bestachen und die wir Nostalgiebahner heute bewundern.

Ich setze mich jedenfalls dem Perfektionismus-Wahn nicht mehr aus und genieße entspannt mein Spielen.


Madog

RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#17 von AG Tinplate Spur 1 , 30.05.2012 10:51

Hallo liebe "Spieler- Kollegen".

es freut mich, dass Ihr in Euren Beiträgen zum großen Teil auch mal auf Spieleranlagen hinweist, wie es sie früher gegeben hat.

Natürlich hängt der Ausstattungsperfektionismus auch ein wenig mit der Epoche zusammen, zumal bei der HO. Trotzdem wird erkennbar, dass das Eisenbahnspiel - auch mit einfachen Mitteln - eben früher deutlich stärker im Vordergrund stand, als es heute bei den technisch hochgerüsteteten Anlagen der Fall ist. Auch zum Vorteil des "Spassfaktors"

Elaphos,... die Nörgler, die Dir seinerzeit im Forum Deine schöne Grasmatte madig gemacht haben, sind ja größtenteils nicht mehr aktiv dabei. Insoweit.. Schwamm drüber.
Deine gezeigte Anlage stahlt den Charme einer Spieleranlage aus, wie sie damals spontan aufgebaut wurde und vor allen Dingen auch problemlos schnell in Betrieb genommen werden konnte. Davon kann mancher Perfektionist heute nur träumen.

Bei mir und meinen Kollegen unserer AG ist die Spontanität beim Entwurf und dem Betrieb von unseren Spielzeugeisenbahnen nie verloren gegangen. Manches wird ausprobleirt, manches eben auch mal etwas geplant.. trotzdem mit der Freiheit, es auch während des Aufbaus noch zu variieren. Früher auf dem Fußboden , seit längerer Zeit auf Tischen (mit Teppichboden oder auch eben nur mit dem , was eine Holzplatte hergibt). Das zeichnet auch eine Tin-Plate-Anlage aus.

Hier Bilder einer kleinen Spur I Anlage, die ich kürzlich allein aufgebaut habe und irgendwo schon mal kurz gezeigt habe..Aufbauzeit: 3 Std. .. dann Fahrspass., auch bei Kollegen, die sonst eher der modellmäßigen digitalen HO-Eisenbahn zugetan sind...es ging auch auf der unverzierten Holzplatte gut...und das Kabelgewirr hat niemanden gestört..







Viele Grüße.. Michael...


 
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RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#18 von Schwelleheinz , 30.05.2012 11:25

Hallo Michael,

schöööön, Nostalgie pur, so wie es sein soll. Meine kleine Spielanlage ist auch auf einer Grasmatte aufgebaut.



Viele Grüße von Hochrhein,

Hans-Dieter
Neulich im Badischen
Nur ne kleine Spielanlage


Grüße vom Hochrhein,

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RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#19 von Madog ( gelöscht ) , 30.05.2012 12:02

Hans-Dieter,

sehr schön, was Du uns da zeigt. Beim Betrachten Deiner Spielanlage "verjüngen" sich meine Gedanken glatt um 40 Jahre!

Ein Freund von mir hat vor einigen Jahren begonnen, in seinem Keller eine neue Anlage zu bauen, nachdem er bei seiner ersten Anlage durch Planungsfehler (zu enge Gleiswendel) gescheitert ist. Akribisch hat er die Station Blausee-Mitholz der BLS nachgebaut, in allen Details. Nach fast 5 jähriger Bauzeit war er soweit, einen zug ein Stückchen hin- und her fahren lassen zu können. Der weitere Ausbau, um die Anlage betriebsbereit zu haben, hätte noch weitere 5 Jahre (mindestens) gedauert. Dazu hätte er auch noch gute 10.000 Euronen "versenken" müssen, ohne Rollmaterial. Anfang dieses Jahres ist er dann "ausgestiegen" und hätte beinahe das Hobby komplett aufgegeben.

Heute baut er eine deutlich kleinere, entfeinerte Anlage, bei der der Spielspaß im Vordergrund steht.


Madog

RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#20 von nodawo , 30.05.2012 12:47

Hallo Leute,

Dann will ich als ergänzung ein paar Bilder meiner alten

Spiel-Anlage beisteuern.













Das war mein Provisorium nach Umzug ins gebaute Haus.

Nicht groß aber Spielspaß pur.

Inzwischen eine schöne Erinnerung an diese Zeit - 2002


Grüße

wolfgang - nodawo




Wolfis Modelleisenbahnseiten - http://www.modelleisenbahnfan.de/


 
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RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#21 von Madog ( gelöscht ) , 30.05.2012 13:05

nodawo,

da schließt sich natürlich sofort die Frage an, was denn aus dieser tollen Anlage geworden ist!


Madog

RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#22 von Schwelleheinz , 30.05.2012 13:06

Hallo Wolfgang,

da wird einem so richtig warm ums, Deine Neue sieht ja auch nicht schlecht aus.

Grüße vom Hochrhein,

Hans-Dieter


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RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#23 von nodawo , 30.05.2012 13:24

Hallo Madog,

Leider abgebaut und nun an einer never ending story Anlage meiner Kindheit

bauend.

Stagnation - Baupausen wegen HP und beruflichem Engagement.

Wenn Dich der Werdegang interessiert hier der Link zu "meiner letzten Märklin-Anlage ?":

http://www.modelleisenbahnfan.de/meine-l...marklin-anlage/


Grüße

Wolfgang - nodawo




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RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#24 von elaphos , 30.05.2012 14:53

Hallo Wolfgang,
den Hochstrich zwischen i und s würde ich weglassen (macht keinen so guten Eindruck): siehe hier oder hier.
Gruß, elaphos



 
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RE: Betriebskonzepte für Nostalgieanlagen

#25 von Madog ( gelöscht ) , 30.05.2012 15:44

Wolfgang,

bin hin und weg!


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