Hallo, ein Sammlerfreund von mir hat in Polen diese Karosserie eines Moskwitsch 408 gekauft, Nummernschild ZE 05-71, Maßstab ca 1:32. Der Glaseinsatz ist ein Extra-Teil, aber nicht durchsichtig.
Der Hersteller ist unbekannt, aber ein Chassis eines Plasticart-Škodas bzw. Wartburgs passt ohne jede Nacharbeit!
An ein bisher unbekanntes DDR-Modell glaube ich aber nicht so recht. Weiß hier zufällig jemand etwas über dieses Auto?
aus welchem Material besteht den die Karosserie? Die Karosserie sieht aus wie ein Abguss von einem org. Modell aus der SU. Das Nummernschild ist ein DDR Nummernschild für den ehem. Bezirk Cottbus.
es gibt zwei Bände von Battenberg "Spielzeugautos der DDR". Im Band 1 ist kein Moskwitsch von Plasticart enthalten. Band 2 für Feuerwehr , Lkw und anderes.
Kann es sein, daß dieser "Mosi" eine reine Exportproduktion für den damaligen sowjetischen Markt war und somit nie in den offiziellen Handel in der DDR gelangte. Dafür spricht eigentlich die problemlose Möglichkeit der Verwendung eines handelsüblichen Fahrgestells von Plastcart. Auch die verwendete Nummer auf dem Nummernschild spricht evtl. dafür (ehem. Landkreis Cottbus).
ein DDR Produkt ist dieser Moskwitsch nicht. Da die Karosserie aus Polen stammt, kann es sich auch um eine polnische Produktion handeln. Dann steht das Kennzeichen ZE für Zielona Gora.
das wäre zu einfach und paßt auch nicht mit den Buchstaben. In Polen gibt es Kennzeichen mit zwei und drei Buchstaben. Zielona Gora hat z.B. FZ. Zagan hat schon drei Buchstaben FZG. Für Zary gibt es FZA.
Es ist schon ein altes DDR-Kennzeichen. In den erwähnten Nachschlagewerken stehen leider keine Kennzeichen.
das sind die Buchstabenkombinationen nach dem neuen System. Beim alten Buchstabensystem von 1976 - 2000 stand ZE für Zielona Gora. Auch gab es den Moskwitsch 408 mit den Doppelscheinwerfern nicht in der DDR. Der Moskwitsch wurde nicht nur in der SU produziert, es gab auch noch Montagewerke in Belgien und Bulgarien.
ich habe einen Experten für osteuropäische Spielzeugautos gefragt. Er hat das Modell (Bilder folgen), es stammt wie hier vermutet aus Polen. Hersteller ist die Firma Podlaskie Zabawki Panstwowe Wytworce (PZPW), was soviel wie staatliche Spielwarenfabrik Podlaskie bedeutet. Weitere Modellautos der Firma waren ein Syrena, ein Polski Fiat 125P, ein Warszawa 223 und eine Garage. Es gibt Informationen im Netz, aber soweit ich das sehe alles nur in polnischer Sprache. Sehr anregend, dieses Forum!
noch ein paar neue Details. Mit diesem Link kommt Ihr zu Katalog - (?) - Bildern. Das Kennzeichen ZE-05 am Moskwitsch korrespondiert mit der Nummer der Zeichnung. Bilder der Autos sind in Arbeit.
und hier nun frisch (und mit dem Einverständnis des Sammlerfreundes zur Veröffentlichung) die Bilder der polnischen Modellautos von PZPW bzw. PZWPT bzw. PZW - die staatliche Firma änderte wie gesagt mehrfach den Namen. Die Autos wurden vermutlich in Siedlice hergestellt. Ruch stellte meiner Quelle zufolge übrigens kein eigenes Spielzeug her, sondern war eine Handelsorganisation, die Geschäfte und Kioske betrieb, wo man alles Mögliche kaufen konnte.P1160512.JPG - Bild entfernt (keine Rechte)P1160511.JPG - Bild entfernt (keine Rechte)
Die Detailgenauigkeit bei den beiden Modellen Moskwicz und Polski-Fiat ist ganz hervorragend – die Reifen weisen an der Seite sogar die Größe (5.50 x 15) und die Marke (Stomil) auf.
gutes Ergebnis. Bleibt nur die Frage , warum ein polnischer Hersteller deutsche Kennzeichen verwendet hat. Sind an den Modellen unbehandelt sehr gut zu erkennen.
erst mal vielen Dank, dass es auf meine alte Anfrage jetzt doch noch Ergebnisse gibt! Ich habe das an den ursprünglichen Fragesteller weitergegeben.
Wenn man dem Link weiter oben folgt und sich die Seite übersetzen läßt, werden die Modelle aber eindeutig ZP Ruch zugeschrieben. Auch zur Firmengeschichte steht da einiges.
stimmt, ZP Ruch wird auf der Seite prominent dargestellt. Ich habe da kein eigenes Wissen, vertraue aber meiner Quelle, die wirklich viel über Hersteller osteuropäischen Spielzeugs weiß. Und wer sich einmal bei Gärtner/Lange die Verästelungen volkseigener Spielzeugbetriebe in der DDR angeschaut hat, wird kaum annehmen, dass es in der Volksrepublik Polen sehr viel anders war. Daher bleibe ich dabei, dass Ruch als Dachorganisation für den Vertrieb zuständig war und PZPW die Autos herstellte.