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Workshop "Bau eines Bahnwärterhäuschens in Spur 0" -Praxis-Teil-

#1 von Eisenbahn-Manufaktur , 17.01.2017 09:03

Hallo Leute, es geht los!

Als Erstes möchte ich Euch die benötigten Werkzeuge vorstellen:









Wir brauchen:

- eine große Blech-Schere
- eventuell eine kleine Blechschere
- einen Körner
- kleine Flach- und Rund-Zangen, möglichst ohne Riffelungen
- eine Pinzette
- eine Anreiß-Nadel
- diverse Feilen
- einen Laubsäge-Bogen und Laubsäge-Blätter für Metall
- einen Anreiß-Winkel 90°
- einen mittleren Schraubstock
- eine Richt-Platte oder kleinen Amboss (manchmal ist sowas am Schraubstock mit dran)
- eine Schieblehre
- einen kleinen Hammer
- einen Lötkolben, 100 Watt sollte er schon haben, meiner bringt 120 Watt
- Lötzinn, am besten Lötdraht auf der Rolle, Sn60 Pb38 Cu2, mit Kolophonium-Seele (sogenanntes Flutin)
- ein Geo-Dreieck
- diverse Alu-Winkel aus dem Baumarkt, Material-Stärke 3 mm oder kräftiger (dienen später zum Kanten)
- eine Handbohrmaschine und diverse kleine Bohrer für Metall


An Material wird benötigt:

- ein ca. DinA3 großes Stück Weißblech. Für den Anfang empfehle ich eine Blechstärke von 0,3 mm, es geht auch 0,4 mm.
- ein Stück Schweißdraht oder Rundmessing, Durchmesser 3 mm
- ein Röhrchen, Außendurchmesser 4 mm, Innendurchmesser 3 mm, zum Einstecken des Starenkasten-Mastes
- ein Röhrchen, Außendurchmesser 2 mm, Innendurchmesser 1 mm, als Scharnier für die Tür
- Messing-Draht in Stärken von 1 und 2 mm


Bestimmt habe ich das eine oder andere noch vergessen, das werde ich dann noch nachbenennen.

Die einzelnen Unterrichts-Blöcke werden entsprechend langsam veröffentlicht, jeder soll die Möglichkeit haben, mitzukommen, keiner soll sich gehetzt fühlen, oder die Lust verlieren. Wenn dennoch Fragen oder Unstimmigkeiten aufkommen, ich stehe per PN zur Verfügung, außerdem gibt es den Parallel-Thread mit dem Diskussions-Teil.

Dieser Thread wird gesperrt, damit ich in ihm die Bauanleitung kontinuierlich veröffentlichen kann.

So, jetzt wünsche ich allen Beteiligten viel Spaß beim Haus-Bau, und allen, die nicht aktiv mitmachen, viel Vergnügen beim Lesen des Threads.

Fortsetzung folgt!


Weißblech - der Stoff, aus dem die Träume sind!

Klaus


 
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RE: Workshop "Bau eines Bahnwärterhäuschens in Spur 0" -Praxis-Teil-

#2 von Eisenbahn-Manufaktur , 23.01.2017 11:11

Hallo Leute, heute beginnt der eigentliche Bau! Es geht es um das Anreißen und Ausschneiden des Bodenblechs.

Bitte lest Euch jeden neuen Beitrag immer erst komplett durch, bevor Ihr mit den beschriebenen Arbeitsschritten loslegt.

Als Erstes schneiden wir mittels Blechschere ein quadratisches Stück Blech mit den Maßen 140 x 140 mm zurecht. Die Schnittkanten säubern wir mit einer feinen Feile, und gegebenenfalls glätten wir die Schnittkanten mittels Messing- oder Aluprofil und einem kleinen Hammer, wie weiter unten erklärt wird.

Danach reißen wir mit der Reißnadel und einem Lineal (ich nehme dafür ein Messing-Flachprofil) die späteren Biegekanten in einer Breite von 10 mm an:



Jetzt werden die Ecken ausgeschnitten, welche beim späteren Abkanten stören und daher wegfallen müssen. Dabei ist es wichtig, die Blechschere so zu halten bzw. zu führen, daß sich nicht das Teil verzieht, welches man später braucht, sondern der "Abfall". Der zu erhaltende Teil muß während des ganzen Schnittvorgangs auf der ihm zugewandten Schneide der Schere aufliegen. Das gilt für alle Schnitte im Blech, also auch schon beim ersten Ausschneiden des Bodenblechs.

Also so nicht:



Sondern so:



Am besten übt Ihr das an einem Stück Abfall-Blech, bevor Ihr die Ausschnitte am Häuschen-Boden vornehmt. Ihr werdet sehen, das ist gar nicht so schwer.

Da ein gewisser Verzug dennoch nicht zu vermeiden ist, glätten wir nun die Schnittkanten, in dem wir ein Messing- oder Aluprofil auf die zu glättende Kante legen, und vorsichtig mit einem kleinen Hammer darauf klopfen.

Merke: wir hauen nie mit dem Hammer direkt auf das Blech! Das gibt Dellen!





So sehen die geglätteten Schnittkanten jetzt aus:



Jetzt kommt das Loch für die Beleuchtung. Dazu reißen wir wieder unter Zuhilfenahme unserer Reißnadel an der entsprechenden Stelle auf dem Blech einen Kreis von 20 mm Durchmesser an:



Nach dem Ankörnen mittels Körner und kleinem Hammer bohren wir ein Loch (3 mm Bohrer reicht) in die Mitte des angerissenen Kreises, fädeln das Blatt unserer Laubsäge durch und sägen vorsichtig das Loch aus:



Nach dem Glätten der Sägekanten mittels einer kleinen Halbrund-Feile sieht unser Bodenblech jetzt so aus:



Wenn etwas unklar ist, einfach fragen.

So, Leute, frisch an's Werk! Im nächsten Teil geht geht es dann um das Abkanten und Verlöten des Bodenblechs.

Viel Spaß beim Nachkochen


Weißblech - der Stoff, aus dem die Träume sind!

Klaus


 
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RE: Workshop "Bau eines Bahnwärterhäuschens in Spur 0" -Praxis-Teil-

#3 von Eisenbahn-Manufaktur , 28.01.2017 14:21

Hallo Leute,

heute geht es weiter mit der Fertigstellung des Bodens. Nachdem wir beim letzten Mal den Boden ausgeschnitten und das Loch für die Beleuchtung ausgesägt haben, geht es heute um das Abkanten der Ränder und das Verlöten der dadurch entstehenden Nähte.

Dazu legen wir von unserem Alu-Profil zwei Stücke in den Schraubstock und klemmen das Bodenblech entlang der eingezeichneten Falz-Linie ein:







Mittels eines weiteren Alu-Profils wird jetzt per Muskelkraft das Blech umgelegt:







Die Kante wird jetzt nicht "scharfkantig" sein. Das erreichen wir, indem wir ein Stück Alu-Winkel auflegen und vorsichtig mit dem Hammer darauf klopfen, von links nach rechts und wieder zurück:





So sollte es jetzt aussehen:



Das Gleiche machen wir an der gegenüberliegenden Seite. Danach sieht das Blech so aus:



Jetzt wird es etwas kniffelig. Wir sägen uns ein Stück vom Alu-Profil, welches ca. 2 mm kürzer ist als der Abstand zwischen den gegenüberliegenden, bereits abgekanteten Rändern:



Das Blech muß wieder eingespannt werden, und zwar so, daß die beiden fertigen Kanten außerhalb des zurechtgeschnittenen Alu-Profils zu liegen kommen:



Wieder ist Muskelkraft gefragt, wie schon oben beschrieben:







So sieht jetzt das fertig abgekantete Bodenblech aus:



Nun werden die Ecken verlötet:





So sollte die Lötnaht aussehen:



Anschließend versäubern wir alle Schnittkanten, auch die vom Beleuchtungsloch, mit unseren Feilen:







Unser fertiges Bodenblech:






So Leute, das war's erstmal wieder, ich hoffe, es gelingt Euch und Ihr habt Spaß dabei!

Beim nächsten Mal geht es um die Wände des Häuschens.

So, frisch an's Werk!


Weißblech - der Stoff, aus dem die Träume sind!

Klaus


 
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RE: Workshop "Bau eines Bahnwärterhäuschens in Spur 0" -Praxis-Teil-

#4 von Eisenbahn-Manufaktur , 31.01.2017 10:52

Hallo Leute, es geht weiter.

Heute fertigen wir die Seitenwände und die Tür an.

Es gibt mehrere Möglichkeiten: entweder schneiden wir jede Wand einzeln aus (Version 1), oder machen eine sogenannte Teil-Abwicklung (Version 2), oder eine Voll-Abwicklung (Version 3). Bei der Fertigung mittels Abwicklung müssen wir die Bleche an den gestrichelten Linien abkanten, was sehr genau passieren muß, damit das Häuschen hinterher nicht windschief ist.



Für den Anfang empfehle ich Version 1, also das einzelne Ausschneiden aller Wände.

Dazu übernehmen wir aus der Bauzeichnung die Maße der einzelnen Seitenwände und übertragen diese auf unser Blech. Damit der Giebel schön symmetrisch wird, zeichnen wir eine Mittellinie ein, an der wir die Schneidekanten für den Giebel ausrichten:



Wir schneiden die äußeren Konturen, reißen die Fenster und den Türausschnitt an, und setzen in jede Ecke eine Körnung, aber so, das der Körnerpunkt nicht auf der angerissenen Linie sitzt, sondern etwas innerhalb:



Jetzt bohren wir in jede Ecke ein Loch von 1 mm Durchmesser. Diese Löcher dienen dazu, daß wir an den Ecken beim Aussägen die Säge besser gewendet bekommen, und das empfindliche Sägeblatt nicht reißt.

Die runden Fenster in den Giebeln können wir auch schon bohren, aber nicht auf einmal gleich mit einem dicken Bohrer, sondern stufenweise, bis wir den gewünschten Durchmesser erreicht haben.



Jetzt fädeln wir unser Sägeblatt ein, und sägen die Fenster und den Türausschnitt aus. Und wie es der Teufel will, habe ich vergessen, von den fertig gesägten und sauber gefeilen Seitenwänden ein Photo zu machen. Wie es aussehen soll, könnt Ihr aber auf den weiteren Photos sehen.

Jetzt kommt die Tür dran. Die Maße bitte wieder aus der Zeichnung übernehmen, anreißen, körnen, bohren und das Fenster aussägen. Für den Türgriff bohren wir ein Loch von 3 mm Durchmesser.



So sollte es jetzt aussehen. Wir schneiden uns von dem 2-mm-Messing-Rohr ein Stück ab, welches ca. 5 mm kürzer ist, als die Höhe der Tür. Dieses Röhrchen dient später als Scharnier.



Nun wird das Röhrchen an das Türblatt gelötet, und zwar so, das die Tür mit ihrer Rückseite flach aufliegen kann.



Jetzt legen wir die fertige Tür auf die Seitenwand mit dem Türausschnitt, und machen uns dort, wo die offenen Enden des Scharnier-Röhrchens liegen, eine Markierung. Nun bohren wir jeweils ein Loch von 1 mm Durchmesser, durch welche später der Draht, welches die Tür beweglich an der Wand befestigt, durchgesteckt wird. Die Bohrungen dürfen nicht zu knapp über den Enden des Röhrchens liegen, sonst hat der umgeknickte Draht keinen Platz mehr. Seht Euch mal einen Märklin Spur-0-Personenwagen an, dann wißt Ihr, was ich meine.



Jetzt werden die Wände zusammengelötet. Dabei ist es wichtig, daß die Seitenwände zwischen die Giebelwände gelötet werden, und nicht umgekehrt, sonst paßt nachher das Dach nicht richtig!



Erst setzen wir nur kurze Lötnähte oder Lötpunkte, damit wir notfalls noch einmal alles aufmachen können, falls etwas nicht richtig oder rechtwinkelig sitzt (ist mir heute morgen auch passiert):



Wenn alles richtig sitzt, werden die Lötnähte durchgezogen:



Und wenn alle Lötnähte sitzen, und das Häuschen nicht kippelt, wenn man es auf eine ebene Fläche stellt, ist die Arbeit für heute erledigt. Da wir von innen gelötet haben, hält sich das Verputzen der Hausecken in Grenzen. Ein, zwei Feilenhiebe sollten reichen.





Hier sieht man auch, daß ich bei dem Türausschnitt etwas von der ursprünglichen Bauzeichnung abgewichen bin: der Ausschnitt ist nicht nach unten offen, sondern, wie ein Fenster, geschlossen, durch einen kleinen Steg. Das macht die Sache stabiler. Wer will, kann das ja auch so machen.

So, das wär's wieder für heute, das nächste Mal geht es um das Thema "Fenster".

Viel Spaß beim Bauen!


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RE: Workshop "Bau eines Bahnwärterhäuschens in Spur 0" -Praxis-Teil-

#5 von Eisenbahn-Manufaktur , 05.02.2017 11:55

Hallo Häusle-Bauer,

wie schon angekündigt, kommen jetzt die Fenster dran.

Als erstes schneiden wir uns 2,5 mm schmale Streifen aus dem Blech.

Die werden aber nach dem Ausschneiden leider so aussehen:



Also heißt es, die Streifen in Form zu bringen. Das geschieht wieder auf einer harten Platte oder Amboss durch leichte Hammer-Schläge. Bitte nicht vergessen, wieder einen Alu- oder Messing-Streifen dazwischenzulegen.

Nach dem Richten sollten die Streifen so aussehen:



Auf unserer Lötunterlage richten wir nun jeweils zwei Streifen rechtwinkelig zu einem Fensterkreuz aus:



Wer sich nicht traut, nun die beiden Streifen zum Löten mit den Fingern festzuhalten.....



.....kann diese auch mittels Klebebändern auf der Lötunterlage fixieren:



Die Fensterkreuze werden jetzt mit wenig Lötzinn zusammengelötet. Danach sollten sie so aussehen:



Jetzt kürzen wir die fertigen Fensterkreuze so, daß sie an allen vier Seiten jeweils 4 - 5 mm über den Fensterausschnitt ragen. Dann können wir die Fensterkreuze von hinten an den Hauswänden anlöten, und zwar so, daß der senkrechte Balken nach außen, also direkt am Blech liegt. Der waagerechte Balken liegt dahinter:









Und wenn wir auch noch bei der Tür das Fensterkreuz eingelötet haben, sind wir für heute wieder fertig.



Beim nächsten Mal zeige ich Euch, wie die Verbindung von Seitenwänden zum Boden hergestellt wird.

Aber bis dann: viel Spaß beim Fensterbauen, und verbrennt Euch nicht die Finger!


Weißblech - der Stoff, aus dem die Träume sind!

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RE: Workshop "Bau eines Bahnwärterhäuschens in Spur 0" -Praxis-Teil-

#6 von Eisenbahn-Manufaktur , 06.02.2017 10:06

Hallo Leute, ich habe schon ein wenig vorgearbeitet, aber bitte laßt Euch dadurch nicht hetzen. Macht alles ganz in Ruhe, es soll ja auch gelingen.

Heute zeige ich, wie das Häuschen mit der Bodenplatte verbunden wird. Es wird nicht darauf festgelötet, sonden aufgesteckt. Das erleichtert z.B. das Lackieren der Innenseiten, und auch beim Lackieren der Außenseiten und des Bodens braucht man später nicht so viel abzukleben, als wenn das Häuschen mit dem Boden verlötet würde.

Dazu fertigen wir uns vier kurze Blechstreifen an....



...die wir am unteren Rand um 90° abkanten. Die Maße sollten ungefähr so sein: Höhe 12 mm, Abkantung 3 mm, Länge jeweils ca. 10 mm kürzer als die Seitenwände.



Nun löten wir am Rand des Bodens die ersten beiden Bleche rechtwinkelig zueinander auf. Dazu heften wir sie zunächst nur mit zwei oder drei Lötpunkten an, damit sich das Bodenblech nicht sofort unter der Hitze des Lötkolbens verzieht:



Jetzt setzen wir das Häuschen auf, und drücken mit einem Schraubenzieher oder ähnlichem von innen das nächste Blech an die Wand und fixieren es mittels Lötpunkten:



Mit dem vierten Blech verfahren wir genauso.

So sollte es aussehen, wenn alle vier Bleche fixiert sind:



Anschließend können wir die Lötnähte durchziehen. Dabei hat es sich bewährt, die zu verlötenden Bleche mit Stücken von Spanplatte fest aneinander zu drücken, um Verzug zu vermeiden. Keine Angst, die Spanplatte fängt nicht an zu brennen!







So sieht unser Bodenblech jetzt aus:



Wir sehen auch, daß an der Türseite das kleine Blech etwas kürzer ist, damit es nicht bei geöffneter Tür sichtbar ist.

Wenn wir genau gearbeitet haben, läßt sich jetzt das Häuschen "saugend" aufschieben.....









..... und der Boden fällt nicht raus, wenn wir es hochheben:



So, das wär's erstmal wieder, nehmt Euch Zeit und Ruhe für die Arbeiten.

Beim nächsten Mal kommt der Dachdecker!

Viel Spaß!


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RE: Workshop "Bau eines Bahnwärterhäuschens in Spur 0" -Praxis-Teil-

#7 von Eisenbahn-Manufaktur , 11.02.2017 14:00

Hallo Leute, es geht weiter!

Heute kommt das Dach drauf, und der Kamin wird auch noch gesetzt!

Aus dem Bauplan entnehmen wir die Maße für das Dach, schneiden es aus und kanten es entsprechend unserem Giebel ab:



Nun fixieren wir von außen an den Giebelseiten das Dach mit einigen Lötpunkten:



Anschließend wird das Dach von innen sauber verlötet:



Manchmal empfiehlt es sich, beim Löten einen Arbeitshandschuh zu tragen, man verbrennt sich so nicht so leicht die Finger, und kann das Werkstück länger festhalten:



Das Dach ist drauf:









Auf ein ordentliches Haus gehört ein ordentlicher Kamin!

Dazu fertigen wir uns zwei Blechwinkel mit unterschiedlich langen Schenkeln. Ein Schenkel hat eine Breite von 10 mm, innen gemessen. Der andere Schenkel ist breiter, ca. 12 mm:



Mit diesem Alu-Vierkant von 10 x 10 mm zeige ich, wie nachher zum Löten die beiden Blechwinkel zusammengelegt werden:



Da man schlecht löten kann, wenn der Alu-Vierkant drin liegt (klaut dem Lötkolben zuviel Wärme), legen wir zum Löten entsprechende Holz-Profile ein. Ich habe zwei Stück zu je 10 x 5 mm genommen:



Jetzt auch mit Lötnaht:



Da ich zwei Holz-Profile eingelegt hatte, lassen sich diese nun einfach aus dem fertig gelöteten Kamin rausziehen:





Jetzt werden die überstehenden Kanten abgefeilt, und schon ist der Kamin fast fertig:



Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten, den Kamin auf das Dach zu montieren.

Möglichkeit 1: der Kamin wird unten angeschrägt, und dann stumpf auf das Dach gelötet.

Möglichkeit 2: wir machen einen Ausschnitt in das Dach, stecken den Kamin durch und verlöten ihn dann von innen. Vorteil: hält besser!

Also: Möglichkeit 2!

Dummerweise hatte ich vergessen, vor dem Auflöten des Daches einen viereckigen Ausschnitt in das Dach zu schneiden, also muß ich es jetzt machen. Wenn Ihr das Dach noch nicht drauf habt, macht Ihr besser den Ausschnitt vorher. Der Ausschnitt bekommt die Maße: senkrecht 13 mm, waagerecht 10 mm. Das ist erstmal zu klein! Aber da der Kamin nachher genau senkrecht stehen muß, können wir den Auschnitt erst dann richtig anpassen, wenn das Dach aufgelötet ist.



Wir feilen also den Ausschnitt zuerst in der Breite soweit, daß sich der Kamin gerade so einschieben läßt. Er darf ruhig etwas klemmen, das erleichtet nachher unser genaues Ausrichten;



Jetzt feilen wir den Ausschnitt oben und unten vorsichtig soweit auf, bis der Kamin sich genau senkrecht ausrichten läßt:



Und wenn der Kamin festgelötet ist, sieht unser Werk jetzt so aus:











Wie Ihr seht, habe ich oben auf den Kamin noch eine Platte gelötet, mit einem runden Loch. Wer will, kann das ja auch so machen.

Liebe Häusle-Bauer! Wir haben den ersten Teil fertig! Das Häuschen steht auf seiner Bodenplatte, die Fenster und die Tür sind drin, das Dach ist drauf, und der Kamin qualmt auch schon!

Herzlichen Glückwunsch!

Aber! Ihr seid noch nicht entlassen! Es geht noch weiter! Ein Zaun muß her, das Vogelhäuschen will aufgestellt werden, vor die Tür muß eine Bank..... Mit fällt da bestimmt noch was ein!

Ich mache jetzt hier erst einmal eine kleine schöpferische Pause, schließlich muß ich mir die weiteren Tätigkeiten ausdenken und dann vorarbeiten, und vor allem: alle von Euch sollen die Zeit und die Gelegenheit haben, mit Euren Arbeiten so weit zu kommen. Wie hatte ich am Anfang geschrieben: ich nehme jeden mit, ich lasse keinen zurück!


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RE: Workshop "Bau eines Bahnwärterhäuschens in Spur 0" -Praxis-Teil-

#8 von Eisenbahn-Manufaktur , 24.02.2017 15:08

Hallo Häusle-Bauer, es geht weiter.

Heute will ich Euch zeigen, was ich mir zu dem Zaun überlegt habe. Es soll ein Zaun mit Pfosten werden, zwischen die jeweils zwei Drähte eingehängt werden.

Dazu fertigen wir die Pfosten auf die gleiche Art wie den Kamin, aus zwei abgekanteten Blechen. Ich habe die Größe so gewählt, daß ich zum Verlöten wieder ein Vierkant-Holz einlegen konnte, diesmal mit den Maßen 5x5 mm.



Ein Tipp am Rande: ich habe mir auf meine Lötunterlage einen kurzen Streifen Pertinax geschraubt, so als Anlegekante beim Löten, damit nichts wegrutscht:



Oben auf die Pfosten löten wir einen kleinen Deckel.

Wenn alle Pfosten verlötet sind, erhalten sie Bohrungen von 1,5 mm, in die später die Drähte eingeschoben werden. Achtung! Es gibt drei verschiedene Pfosten: Vier End-Pfosten, einen Eck-Pfosten und einen Mittel-Pfosten. Das hängt aber natürlich davon ab, wie Ihr Euren Zaun gestaltet.



Nun bohren wir in die Bodenplatte Löcher von 6 mm Durchmesser, soviele, wie wir Zaunpfähle setzen wollen:



Diese (runden) Löcher werden jetzt zu quadratischen gefeilt, Kantenlänge 6 mm. Am Besten geht Ihr einzeln vor, Loch für Loch, und paßt das jeweilige Loch exakt auf einen bestimmten Zaunpfahl an. Achtet vielleicht darauf, daß Ihr einen "Klemmsitz" erreicht, es lötet sich nachher einfacher, wenn der Zaunpfahl im Loch festklemmt, und nicht immer durchrutscht.



Und so sieht es aus, wenn alle Zaunpfähle eingesteckt sind:



Dann werden die Zaunpfähle senkrecht ausgerichtet und verlötet. Da, wo man drankommt, von unten, ansonsten von oben. Anschließend schneiden wir von unserem 1,5-mm-Messingdraht entsprechende Stücke, schieben sie durch die Löcher in die Pfähle und löten sie ebenfalls fest:



Und wenn das erledigt ist, sieht unser Häuschen so aus:





So, das wär's für heute. Viel Spaß beim Zaun-Bau.

Das nächste Mal bauen wir uns ein Vogelhäuschen. Aber bis dahin: Frohes Schaffen!


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RE: Workshop "Bau eines Bahnwärterhäuschens in Spur 0" -Praxis-Teil-

#9 von Eisenbahn-Manufaktur , 07.03.2017 10:33

Hallo Leute,

heute bauen wir uns, wie versprochen, ein Vogelhäuschen.

Da bisher alles eckig war, wird das Vogelhäuschen jetzt rund.

Dazu nehmen wir ein Stück Rundmetall von 10 mm Durchmesser (der Schaft eines Bohrers eignet sich gut dafür, ich hatte gerade ein Rundmessing zur Hand). Mit einem schmalen Streifen Abfall-Blech ermitteln wir nun den Umfang (die Mathematiker unter uns können das ja auch berechnen ):





Ist der Umfang ermittelt, schneiden wir uns ein passendes Stück möglichst dünnes Blech (ich habe 0,32 mm Weißblech verwendet), und rollen das Blech "von Hand" um unser Rundmetall (Bohrerschaft oder so):





Hier seht Ihr das fertige Röhrchen:



Gegenüber der Naht bohren wir jetzt ein Loch von 1 mm Durchmesser für die Sitzstange und eins von 3,5 mm Durchmesser für das Einflugloch:



Jetzt verlöten wir die Naht, löten den Boden an, schneiden ihn rund, feilen das Ganze bündig, und löten die Sitzstange ein, und das Dach oben drauf. Für das Dach schrägen wir das Häuschen mit der Feile nach vorne etwas ab.



Das Häuschen sieht jetzt so aus:



Nun löten wir das Häuschen an eine Stange von 3 mm Stärke. Unten an der Stange schieben wir ein kleines Stückchen Messingrohr auf und verlöten es. Das soll später als Anschlag dienen, wenn die Stange in das Röhrchen, welches wir nun in ein 4 mm-Loch in der Bodenplatte löten, gesteckt wird.





Und so sieht unser Bahnwärter-Häuschen jetzt aus:







Ich habe bewußt darauf verzichtet, Maßangaben zu nennen, also z.B. die Höhe der Stange. Probiert es einfach selber aus, damit Ihr einen Blick für "Tinplate-Proportionen" bekommt.

Beim nächsten Mal kommt noch eine Bank vor die Tür.

Bis dahin viel Spaß, und kauft schon mal Vogelfutter !


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RE: Workshop "Bau eines Bahnwärterhäuschens in Spur 0" -Praxis-Teil-

#10 von Eisenbahn-Manufaktur , 15.03.2017 14:01

Hallo Häusle-Bauer!

Ein wenig Wehmut befällt mich schon, denn heute gibt es den letzten Teil der Bauanleitung. Ich hatte ja schon geschrieben, daß vor die Tür noch eine Bank gehört. Ich habe da mal eine zusammengebogen, in der Art der alten Märklin-Bänke. Aber Ihr seid da völlig frei in der Gestaltung.

Meine Bank besteht aus einem einzigen Streifen Blech, 15 mm breit. Dieser Streifen wurde viermal geknickt, und fertig war die Bank. In die Sitzfläche habe ich zwei 1mm-Löcher gebohrt, und von unten zwei 1mm-Messingdrähte durchgesteckt und verlötet.

Achtung! Der mittige Abstand der Drähte zur Vorderkante der Bank darf auf keinen Fall mehr als 4 mm betragen !!





Dann wurde die Bank in den Vorgarten gestellt unf festgelötet.





Das war alles! Das Häuschen ist fertig!

Tipps zum Lackieren: Beim Lackieren gebe ich nichts vor, probiert es einfach selber aus. Eine gute Kunstharz-Grundierung aus der Sprühdose sollte sein, und als Lacke zum Pinseln empfehle ich die Email-Lacke von Revell. Wenn Ihr zum Schluß einen seidenmatten oder auch matten Klarlack drüberspritzen wollt, achtet darauf, daß sich die Farben miteinander vertragen, also am Besten wieder ein reiner Kunstharzlack.

So, liebe Häusle-Bauer, jetzt ist wirklich Schluß! Es hat mir unendlich viel Spaß gemacht, diesen Thread zu verfassen, und noch mehr Spaß hat es mir gemacht, Eure Häuschen zu sehen, mit Euren eigenen Ideen und Ausführungen. So sind lauter kleine Unikate entstanden.

An die, die noch nicht so weit sind: macht einfach so weiter, wie Ihr wollt und könnt, ich freue mich auch auf Eure Ergebnisse! Und wenn Euer Zaun fertig ist, und Ihr ein Bild einstellt, bekommt Ihr auch Eure Wundertüte!

Ich hoffe, ich konnte Einiges an Wissen vermitteln, die Fähigkeiten und das Geschick müßt Ihr Euch halt selber aneignen. Es wäre schön, wenn dieses Häuschen nicht Euer letztes Werk ist.

Der Diskussions-Thread wird natürlich weiter betrieben.

Ich sage dann hier einfach mal "Tschüss"!


Weißblech - der Stoff, aus dem die Träume sind!

Klaus


 
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