Behle und weitere Frankfurter Geschäfte

#26 von Wikingjäger , 05.09.2014 08:31

Hallo,

Hallo Botho + @ All:

zu dem Thema Spielwaren-Ehmann und Behle kann ich auch etwas beitragen.

Die alte Filiale der Familie Ehmann lag, wie Botho schon richtig schreibt an der Ecke Kaiser-/ Gr. Marktstraße, schräg gegenüber des Mitbewerbers "Angersbach". Spielwaren Ehmann war dort ein sehr gut besuchtes Geschäft, in dem ich mir als Kind die ersten Wiking-Modelle aussuchen durfte. Der Alte Hr. Ehmann war mit meinem Vater sehr gut befreundet und ich erinnere mich noch als Kind, daß Ehmann und Papa in unserem Büro oft stundenlang bei "Flüssigbrennstoff" und qualmenden Zigaretten (so kam es mir als Kind vor) dort saßen und über das Geschäft, Land, Leute und die Welt fachsimpelten. Ja in den 60ern ging das noch und die Welt drehte sich ein wenig langsamer.

Da die Firma meines Vaters als einer der beiden Feuerwerksgroßhändler im Rhein-Main-Gebiet den Ehmann mit Ware belieferte, war der gegenüberliegende Angersbach natürlich "feindliches Gebiet".

Eines Tages war Ehmann-Junior soweit in die Firmenspitze mit aufzurücken. Er wollte seinen eigenen Stempel aufdrücken (Gemeint ist der Hr. Ehmann, der bis zum Ende der Vedes-Filiale in der Gr. Friedberger tätig war). Sicher, die Geschäfte liefen in den geburtsstarken Jahrgängen sehr gut, der alte Ehmann meinte immer (und daran erinnere ich mich genau) daß ein Laden nur gut läuft, wenn die Leute sich mit dem Hintern aneinander drücken. Das war Ehmann Junior aber nicht genug, er wollte mehr. Sein und mein Vater haben ihn eindringlich vor zu großen finanziellen Abenteuern gewarnt, es hat leider nichts genutzt. Einen Steinwurf entfernt eröffnete er ein hochmodernes Spielwarengeschäft Kaiser- / Ecke Frankfurter Straße. Er träumte immer von Rolltreppen, die seien seiner Meinung nach Ausdruck für wahre Kaufhausgröße. Nun die bekam er ja und davon gleich zwei, sodaß von jeder Straße aus der Kunde "nach oben fuhr". Anfangs lief das große neue Geschäft auch ganz gut, obwohl man sich schon ein wenig "verlief", aber nach dem Pillenknick sackte es ab. Der Laden war einfach zu groß geraten, zu unpersönlich, keine Atmosphäre mehr. So dauerte es auch nicht mehr lange, bis Spielwaren Ehmann unter die rettenden Arme der Behle-Gruppe schlupfte und somit auch Teil des Vedes-Verbundes wurde. Ehmann Junior blieb noch viele Jahre als Geschäftsführer tätig, jedoch nicht mehr eigenständig. Hr. Ehmann und ich haben bis kurz vor dem Ende in der großen Friedberger immer mal wieder über alte Zeiten geplaudert. Lang ist's her.

Botho, Du hast noch drei kleinere Händler in Offenbach vergessen: Spielwaren Pech (Nähe Mathildenplatz) und Elektro-Rösler in OF-Bürgel und später dann Spielwaren Kirchner.

Aber Hilser, Eisen-Schneider und Ehmann, daß waren schon die Läden wo wir Jungens uns die Nasen platt drückten.

LG

Wikingjäger


Wiking ? - Find ich gut !


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#27 von Blech , 05.09.2014 08:44

Ja, Ralf,
es gab noch andere, so auch Papier-Wenz in der Bieberer Straße.
Dort kauften meine Eltern 1947 die Mignon-Bahn und ich sah dort um 1948 die Köster-Baukastenbahn.
Dann gab es noch den Elektro-Wagner in der Bieberer mit Trix vornehmlich, ein Fahrradladen in der Domstraße (heute Berliner) hatte auch Bahnen. Im Woolworth gab es Kaufhausbahnen und der Kaufhof hatte Märklin -da kaufte spät noch Joachim Koll einen Northländer, als der schon Sammlerwert hatte...
Angersbach und Ehmann "schräg gegenüber"? Ziemlicher Weg von (fast) der Ecke Herrnstraße (da war Angersbach) bis zur Kaiserstraße -aber als Kinder sind wir da gerne gerannt.
Aber war das bei mir wirklich so? Ich glaube zu Ehmanns Zeiten habe ich mir die Nase nicht mehr plattgedrückt -mit dem Rolf Ehmann bin ja bei der Scuderia Offenbach dann auch schon
Rennen gefahren und somit eher dem Kindesalter entwachsen.
Wer war eigentlich der Nachfolger vorn an der Ecke Kaiser/Frankfurter Straße im Rolltreppenladen (oder gar Vorgänger?) -er hatte doch was mit Tesmo zu tun? Der Name fällt mir einfach nicht mehr ein.
Ja, ja, die altes Zeit...
Schöne Zeit aber wünscht Euch
Botho


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#28 von Charles , 05.09.2014 10:13

Zitat von Blech im Beitrag #27
Wer war eigentlich der Nachfolger vorn an der Ecke Kaiser/Frankfurter Straße im Rolltreppenladen (oder gar Vorgänger?) -er hatte doch was mit Tesmo zu tun? Der Name fällt mir einfach nicht mehr ein.


Hallo Botho,

das steht in meinem vorhergehendem Beitrag.


Grüße aus dem Odenwald.

Charles


 
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#29 von Blech , 05.09.2014 10:25

Ja, Charles
-Ortwein!
Ortwein jr. kam aus Karlsruhe und sein Vater war der Tesmo-Chef. Richtig?
Wie hatte es denn diesen Mann nach Offenbach verschlagen?
Aber die Rolltreppe! In einem Spielzeugladen -das war damals gigantisch.
Vergangenheit!
Heute geben der Internethandel und die Internetauktionen den Ton an.
Die Zeiten ändern sich -und wir ändern uns mit.
Schöne Grüße aus Obertshausen
Botho


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#30 von Gussflieger , 05.09.2014 11:52

Hallo Charles,

toller Bericht, danke!

Wo war denn genau die Filiale im Dornbusch?

Von der wusste ich bis dato noch gar nichts.

Gruß
Christian


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#31 von DL 800 ( gelöscht ) , 09.09.2014 21:53

Hallo Leute,

als "Mithesse" wirklich ein toller Bericht,ich habe etliche "Behle gestempelte Ware" in meiner Sammlung...obwohl ich ja mehr aus der "Ecke" Mittelhessen komme und aus meiner Kindheit mehr den J.H Fuhr und Spielwaren Trapp oder Mühling und Gebr.Scharf kenne...,alles ehemals traditionsreiche Häuser.
Die Läden waren einfach klasse...ich vermisse diese Zeit schon irgendwie.Aber zum Glück kann man sich mit der eigenen Sammlung und Sammlerkollegen etwas von diesem "Zauber" bewahren in dieser "schnelllebigen Zeit"...


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#32 von Gussflieger , 09.09.2014 23:42

Zitat von Gussflieger im Beitrag #30
Wo war denn genau die Filiale im Dornbusch?


Ich zitiere mich selten und nur ungern selbst, aber das war die Eschersheimer Landstrasse 312.
Mittlerweile rausgefunden....

Gruß,
Christian


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#33 von Charles , 10.09.2014 17:53

Hallo Christian,

danke, bis zur Straße war ich mittlerweile auch gekommen aber die Hausnummer fehlte mir noch. Der Laden ganz links ist es gewesen.

https://www.google.de/maps/place/Eschers...499b635f2?hl=de

Die Filiale Kaiserstr. ist nach dem Umbau nur noch zu erahnen. Die Front wirkt durch die neue Fassadengestaltung, die die beiden seitlichen Pfeiler nicht mehr in das Schaufenster integriert, sehr viel schmäler und führt jetzt zur Commerzbank SB-Abteilung. Und der ganze Bau war einmal ein großes Kino. Wenn man nach oben schaut ist die historische Bausubstanz noch zu erkennen. Damals finanzierte sich mein Bruder 500 Meter weiter sein Jura-Studium als Diskjockey in einer Peepshow. Was unser Vater immer und überall so kommentierte : "Meine Söhne ? Die verdienen ihr Geld auf der Kaiserstraße."

https://www.google.de/maps/@50.109934,8....SSowQ!2e0?hl=de


Grüße aus dem Odenwald.

Charles


 
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#34 von Udo , 10.09.2014 21:32

Hallo, Charles,

da du die Kaiserstraße ansprichst, muss ich sagen, dass ich an diese berühmte und manchmal auch verruchte Straße gute, nein, sehr gute Erinnerungen habe. Denn dort waren die "Musikschuppen", die ich (von Köln aus) besuchte, und dort habe ich eigentlich außer den Stones und den Beatles alles an Gruppen und Sängern kennengelernt, die Rang und Namen hatten. Da gab es (noch) keine Security und Drängelgitter; nein, wir kamen auf die Musiker zu und diese auf uns. Die waren froh, mit uns in Englisch sprechen zu können, und ich beispielsweise war froh, Englisch in der Praxis zu sprechen, war ich doch in dieser Sprache in der Schule nicht gerade gut. Was habe ich da für eine Menge neuer Wörter gelernt. Heute träume ich manchmal in Englisch. ;o)

Später traf man viele dieser Künstler in Köln oder Hamburg oder sonst wo, und man freute sich immer wieder, wenn man sich so (manchmal unerwartet) traf. Ich bin ja heute noch immer mit der Musik verbunden (siehe meine Video-clips unter bierskoda bei YT), und immer wieder trifft man auch heute noch alte Kollegen von früher.

Die Kaiserstraße möchte ich in meinem Leben nicht vermissen. Sie hat mir viel Freude gebracht. In dieser Zeit lag meine Märklin-Eisenbahn auf dem Dachboden und führte ein Waisendasein. Und bevor ich sie später wieder aufbauen konnte, wurde sie geklaut. Erst mal Ende. Dann zaghafter Neuanfang mit einem Waggon von Kraus mit Werbung für Spatenbräu. So war das.

Schönen Gruß
Udo


 
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#35 von Gussflieger , 10.09.2014 21:33

Hallo Charles,

Dein Vater hatte einen guten Humor - und hat ihn Dir offensichtlich vererbt....

Die Anschrift der Dornbusch-Filiale ist auf dem Vedes-Ratgeber von Behle aus dem Jahr 1974 auf der Rückseite gedruckt. Daher hatte ich sie.
Der Laden sieht ja noch authentisch aus, da dürfte sich nicht viel verändert haben.

Ich habe einen Teil meiner frühen Kindheit im Dornbusch verbracht. Leider haben wir die Eschersheimer meines Wissens nie so weit runter geschafft.
Der Spielwaren Keller in der Hügelstrasse war maximum.

Viele Grüße,
Christian


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#36 von Charles , 18.06.2017 01:52

Hallo,

in den 70er/80ern gehörte Behle ja der VEDES Tochtergesellschaft Spiel & Freizeit GmbH. Davor gehörte Behle einer Familie Hannemann und dazu habe ich heute noch etwas ausgegraben :

http://list.genealogy.net/mm/archiv/ow-p...2/msg00146.html


Grüße aus dem Odenwald.

Charles


 
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#37 von *3029* , 18.06.2017 02:26

Hallo Charles,

sehr interessant, das zu lesen.

Danke für den Hinweis.

Viele Grüsse

Hermann



 
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#38 von Udo , 20.08.2017 15:42

Hallo,

wer kennt denn das ehemalige Spielzeuggeschäft Böhler auf der Zeil ? Das Geschäft scheint seinerzeit richtig "in" gewesen zu sein, hat doch der Kronprinz von Schweden dort ordentlich eingekauft.

Münchener politische Zeitung, 14.06.1837
Der Kronprinz von Schweden gefiel allgemein seiner ritterlichen und kräftigen Haltung wegen. Ein hübscher Zug, der seine Gemüthlichkeit erkennen läßt, ist der, daß er bei Böhler auf der Zeil für 200 fl. [ Gulden ] Spielzeug für seine Kinder gekauft hat. Der Prinz wurde von Rothschild und den Bürgermeistern setirt. Bey Rothschild (Karl) standen auf dem Tische bereits alle Früchte, die wir Anderen erst im Herbst bekommen. Der Kronprinz spricht gut teutsch. Er geht nach Ems, obschon sich das Uebel, gegen welches er sich das dortige Bad brauchen wollte, bereits auf der Reise verloren hat.

Gab es einen Nachfolger von Böhler ?

Schönen Gruß
Udo


 
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#39 von Gleis3601 , 20.08.2017 15:50

Hallo Udo ,

es ist schon legendär, wie DU "den Bogen" von 1970 nach 1837 spannst ... , um nach einem Frankfurter Spielzeug Geschäft zu fragen.

Ich kenne nur "Böhler" in Marburg ... hatte seit den 1920er bis 1969 ,Märklin usw., im Programm . Diesen Optiker gibt es noch Heute ... der Senior hatte bis vor ca 2 Jahren eine riesige
Wiking Sammlung ( wenn man an der Quelle war ) , da seine Erben kein Interesse hatten ,ging die Fuhre nach Wrede und Saure .
Diese Familie , hat aber nix mit dem Laden in FFM zu tun.


Gruß
Andreas


Modellbahn der 60er Jahre,Werbemittel,Gleispläne,Schauanlagen...und FALLER/Vollmer/WIAD Modelle ; https://gleis3601.tumblr.com/


 
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#40 von *3029* , 21.08.2017 02:13

Hallo Udo,

in der Töngesgasse gab es "Spielwaren-Reutlinger", ein kleiner Laden der soweit alle namhaften Marken führte
und zusätzlich als Fachgeschäft für Zinnsachen bekannt war.
Es bezeichnete sich als ältestes Spielwarengeschäft in Frankfurt, gegründet 1797.
In dem Laden, Inhaber Ehepaar Molter, bin ich in den 60er/70er Jahren häufig gewesen.
Es wurde Mitte der 70er an Herrn Becker (bisher Spielwaren Ade, Berliner Str.) übergeben,
der dann ausschliesslich Modellbahnen führte.
Später wurde der Laden zu einer Filiale von Hobby-Haus aus der Braubachstr.
Gibt es auch schon lange nicht mehr.

Mir sind soweit alle Frankfurter Spielzeugläden bekannt, von Böhler habe ich noch nie etwas gehört .

Viele Grüsse

Hermann



 
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#41 von Blech , 21.08.2017 09:33

Hermann,
den ehemaligen Reutlinger Laden kaufte Carlernst Baecker
für seine Tochter Belinda, die dort hauptsächlich Modellautos verkaufte.
Ich war dort selten, denn die Autochen waren nicht so meine Sache.
Wenn ich aber was bei ihrem Vater erreichen wollte, also altes Blech zu günstigerem Preis,
habe ich manchmal Bella eingespannt für ein gutes Wort.
Hat auch manchmal geklappt und der Carlernst knurrte.
Bellas Ehemann verkaufte später Kleinserien-Strab usw.
Schöne Grüße aus dem Offenbacher Hinterland
Botho


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#42 von Charles , 21.08.2017 13:14

Zitat von *3029* im Beitrag #40
Es bezeichnete sich als ältestes Spielwarengeschäft in Frankfurt, gegründet 1797.
In dem Laden, Inhaber Ehepaar Molter, bin ich in den 60er/70er Jahren häufig gewesen.
Es wurde Mitte der 70er an Herrn Becker (bisher Spielwaren Ade, Berliner Str.) übergeben,
der dann ausschliesslich Modellbahnen führte. Viele Grüsse Hermann


Hallo Hermann,

Reutlinger hat mindestens bis Ende der 80er Jahre noch Zinnfiguren geführt. Ein reguläres Spielwarengeschäft kann das nur schwerlich gewesen sein. Der Laden war vielleicht 30-35 Quadratmeter groß, linke Hälfte Modellbahnen, rechte Hälfte Zinnfiguren. Die u-förmige Theke ließ den Kunden nur 6-7 Quadratmeter Platz. Das war schon sehr überschaubar. Jeder verkaufte Artikel wurde noch vor der Bezahlung akribisch und von Hand in eine Bestell-Liste eingetragen. Ab 1975, da lernte ich den Laden kennen und schätzen, war da immer ein älteres Ehepaar aktiv. Ich dachte immer, das seien die Reutlingers aber dann war das wohl Familie Molter.

Der Ade-Laden existierte auch noch länger als Reutlinger. Hobby Haas übernahm erst später den Ade Laden, wohl etwa gleichzeitig mit der von Botho geschilderten Umstellung des Reutlinger Standortes auf Modellautos. Schwerpunkt im Ex-Ade/Hobby Haas Laden waren dann bald Blechspielzeug, Schachspiele, Pocher Bausätze und Dampfmaschinen.

Einige Fragen hätte ich in dem Zusammenhang auch noch :

Es gibt Hinweise, dass der Ade Laden auch ein Behle Geschäft war bevor Behle als Untermieter bei WMF auf der Zeil einzog. Kann das jemand bestätigen ?

Herr Häfner hatte früher einen winzigen Laden auf der Zeil in der Nähe vom Gericht. Ich habe als Namen so etwas wie Spielzeug- oder Modellbahnschachtel in Erinnerung. Erst nach dem Umzug an den neuen Standort Konstabler Wache/Berliner Str. firmierte er nach meiner Erinnerung dann unter Spielzeugkiste.

Auch die Mainzer Firma Sonntag probierte es ab 1986 an der Berliner Str. mit einem Ladengeschäft. Das hielt sich aber nur wenige Jahre.

Ebenfalls in der Berliner Str. und zwischen ADE und der Tunneleinfahrt gab es einen weiteren Laden, der Modellbauartikel und die Mini-Schiffsmodelle (Hansa, Navis, Merkur) führte. Wohl auch ein ehemaliger Behle Mitarbeiter mit einem "ö" im Namen ?

Böhler kenne ich auch nicht. Falls das keine Verballhornung von Behle ist wird das wohl nicht mehr zu klären sein. (Doch, siehe weiter unten.) Da da noch mit Gulden bezahlt wurde war das ja auch noch in grauer Vorzeit also ganz knapp vor Bothos Geburt ...

Wo wir gerade bei Botho sind. Der Straßenbahnanbieter war dann wohl Hamann ? Oder hat der das Straßenbahnangebot erst später übernommen ?


Grüße aus dem Odenwald.

Charles


 
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#43 von bulli66 , 21.08.2017 14:04

Hallo an alle,

eigentlich bin ich viel zu jung, um mich in die Diskussion einzumischen. Aber es gab mal das Palais Böhler auf der Zeil, dies soll auch ein Geschäftshaus gewesen sein.
Auf Google books findet sich auch ein Eintrag in der Frankfurter Ober-Post-Amts-Zeitung von 1837 1,6 von einer Fr. Böhler Zeil D 26, die einen Laden in der Schnurgasse für Messen vermiethen wollte.
Böhlers gab es also auf der Zeil, aber wie es dazu kam, dass der Kronprinz da Eisenbahn kaufen konnte, bleibt vermutlich ein Rätsel.
Vielleicht gibt es die Eisenbahn ja noch und ein Stempel irgendwo könnte ein Hinweis geben.
Hier sind also die Königshauskenner gefragt, wer hat Kontakt nach Schweden? Die König ist ja eine gebürtige Deutsche, da müsste doch etwas zu erfahren sein.

Stephan


 
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#44 von bulli66 , 21.08.2017 14:09

Ich habe noch etwas gefunden:
Im Frankfurter Adressbuch von 1877 finden sich 2 Böhlers auf der Zeil:
- Christian Carl Böhler, Kfm, Zeil 54
- Friedrich Böhler, Deutsche, franz. und engl. Luxus und Gebrauchsartikel, Zeil 54

Ich denke dem Friedrich Böhler könnte man auch Eisenbahn zu ordnen. Und unter dem Leitwort "Luxus" kommt dann auch gerne mal ein Kronprinz vorbei.
Wahrscheinlich gab es hier neben allerei Schnick-Schnack auch Eisenbahn und anderes Spielzeug der besseren Art, da ja der Nachwuchs ja auch am Luxus teilhaben sollte.

Auch in einem Mundartgedicht von 1858 "Die Schaamreife" ist Böhler auf der Zei genannt.
Im 11.Vers heißt es:
Ääch Sachsehause un die Zeil
Mi'm Böhler, Jaquet, Bing und Breil;
Die Leweapothek am End,
Wie ääch des Hesse-Monement

Auf Wikipedia findet man auch Panorama der Zeil aus dem Jahre 1840, da findet sich auch ein Abbild des Palais Böhler Nr. 54
https://de.wikipedia.org/wiki/Zeil#/medi...norama-1840.jpg


Stephan


 
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#45 von Blech , 21.08.2017 14:15

Charles,
Hamann kann auch dort eine Marke gewesen sein.
Aber in dachte eher an Bellas (Ehe?)Mann, dem der Carlernst nie so wohl gesonnen war.
Der Carlernst war ein knallharter Geschäftsmann (Zucker Helma-Ernst, Würfelzucker/Tütchen bei DSG und Lufthansa, Gastrobedarf),
ihm waren im so Basteleien auf Geschäftsbasis suspekt.
Und das, obwohl er Hobby-Haas selbst als Hobby betrieb -aber auch da musste es bei Ultimo "irgendwie" stimmmen,
und wenn es "nur" Abschreibungen oder Verlustzuweisungen für andere Betriebszweige waren...
Der Name des jungen Mannes begann m.W. mit E... Straßenbahnen baute er selbst oder um, meine ich.
Am Montag frage ich mal beim Stammtisch unseren Schorsch, der war früher ja Verkäufer bei Hobby-Haas an der Braubachstraße.
Schöne Grüße aus dem Offenbacher Hinterland
Botho


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#46 von Udo , 21.08.2017 15:37

Hallo,

interessant, was ihr alles zu Böhler gefunden habt. Also, der schwedische Kronprinz hat nur Spielzeug gekauft, nicht unbedingt Eisenbahnen. Aber im Hinblick auf die damalige Zeit, als dieser erste Modellzug der Nürnberg-Fürther Eisenbahn von Büchner hergestellt und auch über Vertreter angeboten wurde, ist es durchaus denkbar, dass es diesen Zug auch in Frankfurt zu kaufen gab.
Zumindest muss Böhler ein großer Händler gewesen sein, sonst wären nicht Karl Rothschild und die Bürgermeister mit dem Kronprinz in dieses Geschäft gegangen. Falls dort ein solcher Zug gekauft worden wäre, ist er höchstwahrscheinlich noch in Familienbesitz, denn es ist von den skandinavischen Königshäusern bekannt, dass sie Spielzeug von ihren Kindern immer sorgfältig aufbewahrt haben.

Dieser Zug von Heinrich Markus Büchner ist ja mit einer aufgelöteten Plakette gekennzeichnet: MCB Büchner, für Maria Catharine Büchner, seine Mutter. Siehe auch:

Spielzeug-Eisenbahn und Dampfmaschine vor 1869

Bisher sind mindestens zwei solcher Züge von 1836 erhalten, einer mit und einer ohne Plakette.

Schönen Gruß
Udo


 
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#47 von Charles , 21.08.2017 15:49

Mensch Stephan,

der war das ? An diesen Böhler habe ich überhaupt nicht gedacht :

Das helle Haus in Bildmitte, Böhler war von Haus aus eine Färber-Dynastie :

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/c...denhof-1793.jpg

Kleine Ergänzung :

Im ersten Augenblick dachten meine mir noch verbliebenen grauen Zellen beim Namen "Böhler Palais"an das ehemalige Kaufhaus Wronker auf der Zeil. Dazu noch drei Links :

https://de.wikipedia.org/wiki/Kaufhaus_Wronker
https://www.welt.de/print-welt/article31...n-Birnbaum.html
http://www.spiegel.de/einestages/arisierungen-a-948689.html


Grüße aus dem Odenwald.

Charles


 
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#48 von Blech , 21.08.2017 16:01

Leute,
ist ja toll!
Angefangen haben wir mit den Siebzigern des 20.Jahrhunderts
-und jetzt sind wir bei den Siebzigern des 19. Jahrhunderts...

Udo,
im Gedicht kommt sogar ein Bing vor...gabs da vielleicht auch schon einen früher?

Auch nicht ganz ernsthaft:
TV hatten die auch schon -siehe Antennen auf dem Dach...

Schönen Abend!
Botho


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#49 von Gleis3601 , 21.08.2017 16:03

Hallo Botho ,

... Blitzableiter ... auf dem Dach.


Gruß
Andreas


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#50 von Blech , 21.08.2017 16:04

Andreas,
ja, denke ich auch -aber doch interessant!
War mir nicht bekannt.
Botho


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