da wegen unfreiwilliger Handwerker"besuche" der Anlagenbau gerade nicht vorangeht, habe ich mal einige Bilder aus der Entstehung der Oberleitungsanlage herausgesucht.
So wie an der Landschaft, scheiden sich auch bei der Oberleitung die Geister: welches System ist vorbildgerecht genug? Schleift der Pantho an der Oberleitung oder wird das Anlegen durch Einbau einer Höhenbegrenzung verhindert? Usw usf. Einige Modellbahnkollegen löten die Oberleitung eigenständig mit 0,ganz kleinem Draht (meine Hochachtung davor!!); einige finden die Oberleitung von Sommerfeldt als aufgehängte Rohrkonstruktion (wegen der in 87:1 umgerechneten Dicke des Drahtes), andere bauen mühevoll eine Fahrleitung aus Gummifäden nach, damit sie immer gespannt ist und keine "Dellen" aufweist (ja, davon - also von den Dellen - habe ich auch welche) usw usf.
Unabhängig davon habe ich mich für das System von Sommerfeldt entschieden. Dabei kommen die etwas dünneren Fahrdrähte der Profi-Reihe zum Einsatz. Die Fahrdrähte sind an den Mastauslegern verlötet; die fertige Oberleitung wird verspannt.
Von Sommerfeldt gibt es einen gut bebilderten Katalog und eine Aufbauanleitung, die neben vielen Bildern auch einige Vorschläge zum Aufbau der Fahrleitung allgemein, als auch z.B. zur Bespannung von Weichenstraßen enthält. Also insgesamt ein ganz gutes Werk. Wenn man jedoch mit offenen Augen die Oberleitung in 87:1 anschaut, dann gibt es in der Aufbauanleitung hier und da eine Unstimmigkeit. Dazu an anderer Stelle mehr.
Beginnen wir so, wie die Oberleitung auch auf der Anlage errichtet wurde: beginnend auf dem Spurplan in #5 bei ca. 1 Uhr:
Bevor die Grünfläche zwischen den Gleisen entstand, wurden der Gleis- und Weichenbereich im Hintergrund überspannt:
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Errichtet wurden Einzelmasten. Links am Anlagenrand wurde ein Festpunkt gebastelt: zwei waagerechte Metallprofile, die mit Bauteilen aus einem Mehrgleisausleger am Mast befestigt wurden. Dann in die Profile Löcher gebohrt, Oberleitungsdraht durchgesteckt und verlötet. Zwischen den Gleisen sind Turmmasten angeordnet, um die Einspeisung der Oberleitung nachzubilden. Oben aufgesetzt sind Mastschalter. Wenn oben Mastschalter montiert sind, gibt es am unteren Bereich des Mastes sogenannte OSE-Steuerkästen. Diese Kästen gibt es bei Sommerfeldt nicht. Ich habe sie mir dann 3D drucken lassen. Ein entsprechendes Bild folgt später.
Hinter dem Einfahrsignal befindet sich die Streckentrennung:
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Weiter rechts - also gegen 2 Uhr - befinden sich Weichen. Für die Weichenheizung ist ein Betonfertigbau (hier verklinkert) errichtet. Die Einspeisung erfolgt aus der Oberleitung, daher befindet sich neben dem Klinkerbau ein Turmmast mit Mastschalter und Masttrafo:
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Detail Masttrafo (ein anderer Mast am anderen Standort, aber das Prinzip ist mit dem zuvor gezeigten Mast identisch):
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Den Masttrafo mit der Halterung für den Mast gibt es von Sommerfeldt als Bausatz. In der o.g. Anleitung ist ein Vorbildfoto abgebildet. Der runde "Aufsatz" auf dem Trafo ist in dem Bausatz nicht enthalten; der muss eigenständig gebastelt werden. Ebenso die Verbindung vom Mastrafo bis zum Mastschalter.
Im Bereich der Weichenstraße von 2 bis 3 Uhr werden Quertragwerke angeordnet. Da dort die Dachschräge des Raums beginnt, muss bei den Masten gekürzt werden. Bespannung und gekürzte Maste:
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Der im obigen Bild ungefähr mittig auf der Brücke noch freihängende Fahrdraht wird hier abgespannt:
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Auf den Turmmasten sind Speiseleitungshalter und Halter für Schalterquerleitungen angebracht. Damit wird die Einspeisung der Oberleitung an dieser Stelle nachgebildet. Fotos folgen.
Für die Fundamente musste mit Hilfe von evergreen-Profilen ein passendes Fundament auf dem Widerlager (siehe oben) oder zwischen den Brücken errichtet werden:
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Die Masten werden dann mit dem Gewinde in das Loch eingeklebt.
Die Bauteile wie Speiseleitungshalter, Halter für Schalterquerleitungen oder die Konsole für den Masttrafo müssen nach der Montage farblich behandelt werden - hier in Sommerfeldt-Mastgrüner Farbe. Die Fahrleitung wird, wenn soweit fertig, in anthrazit angepinselt. Eine nervige Arbeit...
in direkter Fortsetzung des Beitrages #26 sei hier noch die Vervollständigung der Quertragwerke ergänzt.
Im o.g. Beitrag ist zu erkennen, dass die Fahrdrähte zunächst nur an den unteren Richtseilen befestigt sind. Zur Fertigstellung wurde das obere Richtseil sowie das Tragseil ergänzt. Das Tragseil hatte ich ursprünlich falsch angelötet (siehe z.B. Beitrag #6, drittes Bild). In diesem Punkt ist die Anleitung von Sommerfeldt fehlerhaft. Dort werden Bilder vom Bau eines Quertragwerkes gezeigt, bei denen das Tragseil weit oberhalb (wie im o.g. Beitrag) des oberen Richtseils befestigt ist. Jedoch ist der Abstand deutlich geringer - das Tragseil ist - am Lastschwerpunkt - unmittelbar über dem oberen Richtseil befestigt.
Somit war ein kleiner Umbau der zunächst falsch gebauten Quertragwerke erforderlich:
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Was ist noch zu erkennen: Schalterquerleitungen für die nachgebildete Einspeisung der Oberleitung.
Wegen der Dachschräge verschwinden das Tragseil und die Schalterquerleitungen in der Wand. Zugegeben - nicht ganz vorbildgerecht.
Soviel an dieser Stelle zur Vervollständigung. Im nächsten Beitrag geht's mit der Oberleitung - auf der Uhr gesprochen - in Richtung 12 Uhr; gegen den Uhrzeigersinn.