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Umschaltung zwischen digitalem und analogen Fahrbetrieb

#1 von JoRu , 24.02.2026 13:13

Hallo liebe Forianer,
ich bin schon seit längerem Mitglied im Forum und bisher hauptsächlich als stiller Mitleser aktiv. Mein Hauptinteresse gilt den Märklin Gußmodellen, jedoch hat sich jetzt auch eine neuere Anlage mit Digital-Fahrbetrieb und analoger Weichen- und Signalschaltung über Heki Gleisbildstellwerk bei mir eingefunden. Der Fahrbetrieb erfolgt mittels einer control unit 6021 und einem zusätzlichen booster. Auf einer Testanlage kann ich den digitalen Fahrbetrieb ausschalten und dafür einen Analogtrafo aufschalten. Das klappt wirklich prima. Jetzt besitzt meine neue Anlage aber etliche Märklin Signalbausteine zum langsamen Ausrollen der digital gesteuerten Züge. Deshalb meine Frage:
Kann ein Umschalten in Analogbetrieb den verbauten Signalbausteinen schaden oder sie gar zerstören? Ich würde sehr gerne auch mit meinen alten Schätzchen die Anlage befahren können ohne sie einem Digitalumbau zu unterziehen. Vielleicht kann mir jemand hier im Forum weiterhelfen?
Viele Grüße und herzlichen Dank
Joachim


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RE: Umschaltung zwischen digitalem und analogen Fahrbetrieb

#2 von Eils Wolfgang Kaeppel , 24.02.2026 13:44

Hallo

O Da wäre ich vorsichtig, Bei mir sind di eingebauten Decoder in den Weichen mit Wechselstrom zerstört worden.

Schüne Grüße aus dem Taunus

Eils Wolfgang


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RE: Umschaltung zwischen digitalem und analogen Fahrbetrieb

#3 von SAH , 24.02.2026 16:11

Hallo Joachim,

ich nutze ebenfalls analog und Digital auf meiner Anlage. Das "Umschalten" geschieht in der Form: entweder die Digitalzentralen oder die Analogen Fahrgeräte (Trafo, Impulssteuerung, Netzgeräte usw).
Zuerst stöpsel ich die algten Versorgungsleitungen ab und dann die neuen Versorgungsleitung an. Da mag zwar aufwändig sein, doch habe ich dann die absolute Kontrolle, dass keine Digitalzentrale abraucht.


mit freundlichen Grüßen,
Stephan-Alexander Heyn
www.sheyn.de/Modellbahn/index.php


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RE: Umschaltung zwischen digitalem und analogen Fahrbetrieb

#4 von JoRu , 24.02.2026 17:07

Hallo Stephan-Alexander,
das ist mir schon klar. Es geht hier um die eingeschleiften Signalmodule! Halten die den Wechselstrombetrieb (wenn auch ohne Wirkung) aus?
Viele Grüße


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RE: Umschaltung zwischen digitalem und analogen Fahrbetrieb

#5 von t.horstmann , 24.02.2026 17:09

Hallo Joachim,

vielleicht nennst Du mal Typ und Hersteller der Module und zeigst, wie sie in der Anlage verschaltet sind. Dann lässt sich das beurteilen.

Viele Grüße

Thomas


 
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RE: Umschaltung zwischen digitalem und analogen Fahrbetrieb

#6 von JoRu , 24.02.2026 17:52

IMG_1031.jpeg - Bild entfernt (keine Rechte)
Dies ist das verbaute Signalmodul


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RE: Umschaltung zwischen digitalem und analogen Fahrbetrieb

#7 von t.horstmann , 24.02.2026 23:11

Hallo Joachim,

das ist Märklin 72441 (nicht mehr hergestellt) oder 72442 (aktuelle Version). Von Märklin selbst gibt es leider keinen Schaltplan für dessen Innenschaltung. Es existieren jedoch im Netz einige Nachbauvorschläge, die sich alle minimal unterscheiden, worauf noch einzugehen wäre. Auf jeden Fall ist mit diesen Nachbauten das Grundprinzip ersichtlich. Und nach diesem Grundprinzip sollte ein analoges Fahrsignal erlaubt sein. Nachfolgend will ich nun zwei Fälle unterscheiden. Der erste Fall geht davon aus, dass alle vorhandenen dieser Module auf Durchfahrt umgeschaltet wurden, bevor der Analogbetrieb aufgenommen wird und im Analogbetrieb auch so belassen werden. Der zweite Fall geht davon aus, dass Du Dein Digitalsystem so auftrennen kannst, dass statt des digitalen Fahrsignals ein Analogsignal für das Gleis genutzt wird, während die Umschaltung der Module weiterhin digital erfolgen kann. Dann könntest Du die Module auch im Analogbetrieb ein- oder ausschalten. (Ich sehe auf Deinem Bild offenbar einen Decoder, der mit "gelb S2 rot" beschriftet ist und die Steuerung des abgebildeten Moduls übernimmt.)

Fall 1:
Sowohl das Hauptgleis als auch der Bremsabschnitt sowie der Stoppabschnitt (Nothalt) führen nun ständig das analoge Gleissignal. Die Loks fahren also unbeeindruckt durch. Lediglich der kurze Übergangsabschnitt (grün und mit "S" auf dem Modul gekennzeichnet) führt nur die negative Halbwelle des Analogsignals, wovon sich die Loks aber nicht sonderlich beeindrucken lassen werden. Für das Modul selbst besteht keine Gefahr durch das Analogsignal. Hier gibt es jedoch eine kleine Einschränkung: Im Netz gibt es einen Schaltungsvorschlag, wo ein Elko stets aufgeladen wird, während dieser Elko bei allen anderen Vorschlägen bei einem auf Durchfahrt geschalteten Modul ungeladen bleibt. Falls nun Märklin genauso verfährt, wie der eine Schaltungsvorschlag und den Elko stets auflädt, kann es zu Problemen mit dem Umschaltimpuls im Analogbetrieb kommen. Falls der betreffende Elko (wie bei allen Schaltungsvorschlägen im Netz) auch bei Märklin eine Spannungsfestigkeit von 40V hat, kann ihm der Umschaltimpuls nichts anhaben. Sollte er bei Märklin jedoch schwächer dimensioniert sein, könnte er im ungünstigsten Falle durch einen Umschaltimpuls durchbrennen. Das wäre aber kein grundsätzliches Problem, da man ihn dann notfalls austauschen könnte und nun einen Ersatz mit besseren Werten verwenden könnte.
(Ein weiteres kleines Problem beim analogen Umschaltimpuls kann zusätzlich auftreten, falls man viele Module mit stetiger Aufladung des besagten Elkos auf der Anlage hat. Da die Vielzahl der Elkos nun eine hohe Last für den Umschaltimpuls des Trafos darstellen, kann das analoge Umschalten der Loks evtl. unzuverlässig werden, was aber ansonsten unschädlich bliebe.)

Fall 2:
Wenn eine analog fahrende Lok jetzt gebremst werden soll, wird sie sich zwar durch den Bremsabschnitt nicht beeindrucken lassen und weiter fahren. Wenn sie jedoch nicht zu schnell gefahren wird, wird sie im Stoppabschnitt (Nothalt) doch anhalten. Damit wäre das Modul sogar zweckbestimmt einsetzbar! Die kleine Einschränkung für die Spannungsfestigkeit des Elkos aus Fall 1 gilt hier immer dann, wenn das Modul auf Bremsung umgeschaltet wurde, und zwar nun unabhängig von der Schaltungsvariante.

Viele Grüße

Thomas


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RE: Umschaltung zwischen digitalem und analogen Fahrbetrieb

#8 von t.horstmann , 25.02.2026 08:40

Ein Nachtrag:

Weichendecoder (vgl. Beitrag #2) und Decoder wie der Decoder "gelb S2 rot" auf Deinem Bild müssen auf jeden Fall aus der analogen Versorgung raus, weil sie nicht dafür ausgelegt sind, der Spannungsspitze des Umschaltimpulses standzuhalten!


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RE: Umschaltung zwischen digitalem und analogen Fahrbetrieb

#9 von JoRu , 25.02.2026 11:51

Hallo Thomas,
hab ganz herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort mit Lösungsansatz für meine Anlage. Das hilft mir wirklich weiter!
Auch den weiteren Teilnehmern sei gedankt, es ist grandios zu sehen welchen Schatz an Wissen man in diesem Forum erhält!

Ganz liebe Grüße
Joachim


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RE: Umschaltung zwischen digitalem und analogen Fahrbetrieb

#10 von Rumpelbahner , 26.02.2026 15:34

Moin,

bei Verwendung der lichtgrauen Transformatoren sollte es keine Probleme geben.

Gruß … Thomas


 
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RE: Umschaltung zwischen digitalem und analogen Fahrbetrieb

#11 von t.horstmann , 26.02.2026 17:01

Hallo,

Zitat von Rumpelbahner im Beitrag #10
bei Verwendung der lichtgrauen Transformatoren sollte es keine Probleme geben.

Eine solchermaßen pauschalierte Aussage ist nicht möglich.

- Die Aussage trifft zwar für Fahrzeugdecoder zu (Lokdecoder und Funktionsdecoder).
- Sie ist jedoch für Zubehördecoder (also auch Weichendecoder) falsch, weil diese nicht für den Betrieb mit analoger Wechselspannung gedacht sind. Hier wirkt der analoge Umschaltimpuls zerstörerisch (vgl. Beitrag #2).
- Und für die Märklin Signalmodule siehe die Betrachtung in Beitrag #7.

Viele Grüße

Thomas


 
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RE: Umschaltung zwischen digitalem und analogen Fahrbetrieb

#12 von Rumpelbahner , 26.02.2026 22:50

Hallo Thomas,

Danke für diese Info.

Dann bleibt man mit seinen alten Schätzchen weiter auf der analogen Anlage.

Gruß … Thomas


 
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