hier ein bisher noch nicht gezeigtes frühes Modell von Vollmer. Das Gradierwerk wurde erstmals 1955 im Katalog von Vollmer vorgestellt. Im ersten Jahr noch überwiegend aus Holz / Pappe anscheinend von Preiser für Vollmer hergestellt. Nur der Turm war aus Kunststoff. Ab 1956 /57 gab es das Modell nur noch komplett aus Kunststoff. Dieses Holz / Pappe Modell ist zusätzlich noch mit einer Holzfigur von Preiser ausgestattet. Ob das orginal ist? Passt aber.
Auf jeden Fall ein seltenes Teil. Im Katalog und auf Schaubildern wurde das Gradierwerk als Teil einer Raffinerie dargestellt. Laut Wikipedia und KI hat ein Gradierwerk aber nichts mit einer Raffinerie zu schaffen sondern dient der Salzgewinnung.
Hallo zusammen, das Modell erinnert mich mehr an einen Kühlturm als an ein Gradierwerk. Die Gradierwerke die ich kenne bestehen aus einem offenem Holzgerüst was mit Reißigbündeln gefüllt ist und und über das die Sole verrieselt und damit angereichert wird.
Aber man kann ja nicht alles kennen, ist jedenfalls ein interessantes Modell.
Gruß Gerd aus Dresden
Nachtrag: Klaus war schneller als ich mit meinem Einfingertipsystem, aber da bin ich wenigstens nicht allein mit meinem Zweifel. Vielleicht findet jemand ein Vorbildfoto von so einer Minisaline im Holzbottich
Hallo zusammen und danke für die schnellen Antworten. Meine Zweifel an der Bezeichnung und Funktion sind durch euch bestätigt. Die Bezeichnung selbst habe ich aus dem Vollmer Preisheft / Katalog von 1955. Screenshot 2026-08-03 171024.png - Bild entfernt (keine Rechte)
Hier noch ein Foto vom erhaltenen Orginalkarton IMG_0319.JPG - Bild entfernt (keine Rechte)
und von einem etwas jüngerem Fertigmodell aus Kunststoff IMG_0320.JPG - Bild entfernt (keine Rechte)
Die Frage ist jetzt also wenn es kein Gradierwerk ist und Gradierwerke anders aussehen, was ist es dann?
Hallo zusammen, gegen einen Löscheturm in Gaswerk oder Kokerei spricht die fehlende Zufuhrmöglichkeit. Solche hölzernen Kühltürme gab es doch früher außer bei Wärmekraftwerken auch bei Stahl- und Walzwerken wo eine Abkühlung des Kühlwassers erfolgen musste.
Ich habe weiter recherchiert und offenbar - da das prinzip wohl das gleiche ist, nämlich Verdunstung- wurden kühltürme früher als Gradierwerk bezeichnet....siehe zB hier: https://neusiedl-zaya.topothek.at/?doc=698984 Eine andere Art von Gradierwerk steht zb in Bad Reichenhall, wo es durch Verdunstung des Solewassers über Schlehdornreisigbündel zu salzhaltigem Nebel kommt, was wiederum für die o.a. Lungenkranken positiv ist: https://www.bad-reichenhall.de/gradierhaus Somit hatten wohl alle ein bisschen recht, was auch wieder schön ist. Schönen Abend, Robert
nochmals danke. Ich habe auch ein wenig recherchiert und nach Kühltürmen in Holzbauweise gesucht. Ergebnis: Bis Mitte des 20. Jahrhunderts waren solche Kühltürme Standard in Zechen, Hüttenwerken, chemischen Fabriken und auch größeren Bahnbetriebswerken. Heiß gewordenes Wasser wird über Pumpen (dafür das Nebengebäude) aus dem jeweiligen Werk hochgepumpt und rieselt über nicht rostende Lattengerüste nach unten in ein Auffangbecken. Hier, mittlerweile abgekühlt wird es wieder abgepumpt und in den Kühlkreislauf eingespeist. Die Einsparung an Frischwasser soll sehr groß sein. In größeren Bahnbetriebswerken wurden solche Türme zur Kühlung der elektrischen Bearbeitungsmachienen gebraucht. Aus Holz übrigens weil es nicht rostet. Das Holz mußte regelmäßig imprägniert werden und soll schließlich fast schwarz ausgesehen haben. Kühltürme dieser Art findet man heute noch z.B. in der Kokerei Hansa (Dortmund). Ein interessantes Thema das ich so nicht erwartet hatte mit Stellmöglichkeiten im Gewerbebereich oder sogar auf Bahnbetriebsgelände.
hier mal die Gebäude V550 und V553 aus 1955. In 2020 hatte ich das Hydriereensemble mal in Gaggenau ausgestellt.
Vollmer V 55x Ensemble.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
In Sachen realistische Industriebauten für die Modellbahn war Vollmer seinerzeit ein Pionier.
Erst ab ca 1967 trat mit Pola/Quick ein ernstzunehmender Konkurrent auf den Markt.
Mit Heljan kam dann ab Mitte der 70er noch ein weiterer Anbieter dazu. Die Modelle waren hauptsächlich auf den amerikanischen Markt ausgerichtet, konnten aber durchaus auch in Mitteleuropa eingesetzt werden.
Servus beieinand´, das ist wirklich ein interessantes Thema zu Vollmers Industriebauten, Dank an alle dazu Beitragenden ...aus einem Konvolut stammt dieses späte Bausatz-Modell: Es scheint frisch aufgebaut worden zu sein, denn das Holz des Turms ist ja noch "wie neu" ... LG, und allen ein geruhsames Wochenende ! Hardy