das Forum Alte Modellbahnen begrüßt seine Gäste

Mein großes N-Spur Anlage

#1 von FL 4204 , 02.10.2026 16:40

Hallo zusammen,

hier möchte ich euch meine große N-Spur-Anlage vorstellen. Die Anlage besteht größtenteils aus Fleischmann-Material, enthält aber auch Gleise, die ursprünglich von Roco hergestellt beziehungsweise von Roco für Atlas gefertigt und später von Fleischmann übernommen wurden. Mit Fleischmann-Lokomotiven hatte ich über die Jahre hinweg natürlich immer besonders gute Erfahrungen.

Angefangen hat alles ganz bescheiden mit einem Oval aus Roco-Gleisen mit dem Radius R3a. Das Foto zeigt meine Töchter, wie sie die Anlage am 20. Juni 2010 betreiben.

0.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Danach begann ich jedoch, die Anlage immer weiter auszubauen – schließlich sollte möglichst jeder freie Platz und jedes Regal in unserem Schlafzimmer genutzt werden. Aus dem kleinen Oval wurde nach und nach ein ziemlich umfangreiches Projekt.

1. Meine N- _ H0-Anlagen.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass man mit der gefährlichen 230-Volt-Seite niemals leichtfertig umgehen sollte! Eine Modelleisenbahn muss jederzeit absolut sicher von Kindern bedient werden können.

Obwohl ich mein ganzes Berufsleben in der Elektro- und Elektronikbranche gearbeitet habe, ließ ich die Elektroinstallationen in meinem Haus und in industriellen Anlagen immer von konzessionierten beziehungsweise ausgebildeten Elektrofachkräften ausführen.


Meine Anlage wird deshalb sicher über zwei große Titan-208-Zubehörtransformatoren versorgt.

Eine von zwei Titan 208 Trafos.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

An die 230-Volt-Netzspannung gehe ich selbst überhaupt nicht heran. Auch meine selbst entworfenen und gebauten Steuergeräte werden ausschließlich mit 14 bis 16 Volt Wechselspannung von den Titan-Trafos gespeist.

Mit der Zeit wurde die Anlage allerdings immer komplizierter – und meine Töchter verloren irgendwann das Interesse daran. Am Ende gab es zwei große Stellpulte sowie zwei kleinere Bedienpulte. Beide großen Stellpulte konnten jeweils von „Fernsteuerung“ auf „örtliche Bedienung“ umgeschaltet werden und damit die Kontrolle über den Hauptbereich der Anlage übernehmen.

Realisiert habe ich das mit industriellen Finder-Relais für 24 Volt Gleichspannung und einer beträchtlichen Menge an Verkabelung. Um die Spannungsverluste möglichst gering zu halten, verwendete ich ausschließlich flexible Leitungen mit Querschnitten von 0,50 mm², 0,75 mm² und 1,0 mm². Das Ganze war im Grunde fast wie die Verdrahtung eines Schaltschranks oder einer industriellen Steuerungsanlage.

Ursprünglich verfügte die Anlage außerdem über eine sehr komplizierte Kehrschleife, die von beiden Stellpulten aus bedient werden konnte. Diese habe ich später jedoch entfernt und die Anlage dadurch in einen echten Punkt-zu-Punkt-Betrieb umgewandelt.

Das größere Stellpult an der Westwand besitzt außerdem eine von mir selbst entwickelte und gebaute „Ein-Taster-Fahrstraßensteuerung“. Damit lassen sich die zahlreichen Weichen an beiden Enden des Bahnhofs beziehungsweise Güterbahnhofs schalten. Die dafür benötigten fest verdrahteten ROM-Speicherkarten habe ich mithilfe von Diodenmatrizen selbst gebaut.

24.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Und natürlich werden auch alle meine Weichen nur mit 16 Volt Wechselspannung geschaltet.

Unterm Strich habe ich also deutlich mehr Zeit mit dem Bauen, Planen und Verdrahten verbracht als mit dem eigentlichen Fahren der Züge. Aber genau das macht für mich einen großen Teil des Reizes einer solchen Anlage aus.

Ein paar weniger erfreuliche Besonderheiten beziehungsweise Schwachstellen hat die Anlage allerdings auch:

Meine lange zweigleisige Parade-Hauptstrecke weist eine Steigung von ungefähr vier Prozent auf. Mit einem langen Zug schaffen das nur meine besten Fleischmann-Lokomotiven zuverlässig.

Neben meinem Hauptbahnhof wollte ich unbedingt einen Getreidesilo beziehungsweise Getreideheber aufstellen. Die Idee dazu kam mir beim Bahnhof und der Mühle in Bad Oldesloe hier in Schleswig-Holstein.

Um den Getreidesilo hinter dem Bahnhof unterzubringen, musste ich jedoch Roco-Gleise mit dem Radius R1 sowie die dazu passenden kurzen R1-Weichen verwenden. Später kaufte ich dann zwölf Arnold-Getreidewagen mit mittigem Auslauf – und musste feststellen, dass diese Wagen ausgerechnet in der Kurve bei meiner Ortsmitte entgleisen.

„O nein!“ trifft es wohl ziemlich genau. Jetzt steht mir die reizvolle Aufgabe bevor, diesen gesamten Bereich neu zu planen und umzubauen. Das wird allerdings eine größere Angelegenheit und lässt sich leider nicht mal eben nebenbei erledigen.

Zusätzlich habe ich irgendwann angefangen, Fleischmann-H0-Material zu sammeln, und dafür eine kleine Punkt-zu-Punkt-Anlage gebaut. Sie befindet sich auf einem langen Rollschrank.

Meine Frau mag die H0-Anlage lieber, weshalb ich inzwischen etwas mehr in diesen Bereich investiert habe. Trotzdem warten noch genügend ungebaute Gebäudebausätze für die N-Spur auf mich – wahrscheinlich genug, um mich für den Rest meines Lebens zu beschäftigen.

4.4.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

10.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Nun ja, ich werde nach und nach weiter über die Anlage, ihre Technik und die verschiedenen Bauabschnitte berichten. Über eure Kommentare, Anregungen und Verbesserungsvorschläge würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße
Charles


Folgende Mitglieder finden das Top: Knolle, Bucki und WartburgTrans
Knolle, hundewutz, Bucki, ol_hogger und aus_Kurhessen haben sich bedankt!
 
FL 4204
Beiträge: 64
Registriert am: 11.09.2026

zuletzt bearbeitet Heute | Top

RE: Mein großes N-Spur Anlage

#2 von FL 4204 , 02.10.2026 17:04

3.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

2.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

4.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)


Folgende Mitglieder finden das Top: FrankM, Bernhard66, Knolle, volvospeed, Peter60, Bucki und WartburgTrans
Bernhard66, Trainworld, Knolle, Peter60, hundewutz, aus_Kurhessen, Bucki und ol_hogger haben sich bedankt!
 
FL 4204
Beiträge: 64
Registriert am: 11.09.2026


RE: Mein großes N-Spur Anlage

#3 von FL 4204 , 03.10.2026 12:14

Hallo zusammen!

hier sind noch ein paar weitere Fotos meiner Anlage, die vor etwa zwei Jahren entstanden sind.

Leider waren die Lichtverhältnisse damals nicht besonders gut, und auch meine fotografischen Fähigkeiten waren noch deutlich ausbaufähig.

Die Bäume rund um den Hauptbahnhof hatte ich aus einer Packung Naturmaterial von Heiki Kittler gefertigt und anschließend mit Mikroblättern begrünt. Damals sah das Ganze noch recht ansprechend aus, doch im Laufe der Zeit haben Alter und Umwelteinflüsse deutliche Spuren hinterlassen. Deshalb werde ich wohl eine größere Anzahl normal begrünter Bäume von Faller anschaffen und diesen Bereich komplett neu gestalten.

Die Anlage ist momentan mit einer schweren, durchsichtigen Kunststofffolie abgedeckt. Daher wartet noch eine Menge Staub darauf, entfernt zu werden, und auch die eine oder andere Reparatur beziehungsweise Überarbeitung steht an.

Zum Zeitpunkt der Aufnahmen war ein großer Teil der Landschaftsgestaltung noch nicht fertig. Ich hatte mich immer sehr lange mit dem Gleisbau, den Holzarbeiten und der Elektrik beschäftigt und dadurch erst relativ spät mit der eigentlichen Landschaft begonnen.

Hier ist mein Auhagen-Bahnhofsgebäude zu sehen, im Hintergrund die Walthers-Mehlmühle.

Bf und Mühle.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Bf und Mühle 1.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Bf unf Mühle 2.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Auf diesen Bildern sieht man mein Auhagen-Güterhaus, dahinter wiederum die Mehlmühle.

Güter Bf und Mühle 1.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Güter Bf und Mühle.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Hier ist zunächst die rot markierte Kehrschleife zu sehen. Auf dem zweiten Bild ist sie bereits entfernt; an ihrer Stelle befindet sich nun ein Prellbock, sodass das Gleis dort als Stumpfgleis endet.

Kehrschleife rot markiert.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Kehrschliefe ist weg.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Das Wärterhäuschen am Bahnübergang stammt ebenfalls von Auhagen, ebenso wie das „Haus Pia“ neben dem Garten des Wärters.

Ort 1.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Ort 2.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Als ich einmal in Litauen war, gab es an einem stark befahrenen Bahnübergang ebenfalls ein solches Wärterhäuschen. Jedes Mal, wenn ein Zug kam, trat eine schöne Dame in hohen Schuhen mit einer roten Flagge heraus – mehr oder weniger, um für Ordnung zu sorgen. Im Zuge eines größeren Ausbaus in Kaunas sind sowohl sie als auch ihr kleines Häuschen inzwischen verschwunden. Diese Szene ist daher eine kleine Erinnerung daran.

Amalai Bahnübergang.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Am anderen Ende der Anlage muss die Lokomotive ebenfalls umsetzen, um wieder an den Zug zu gelangen. Damit herrscht nun an beiden Enden der Anlage dieselbe betriebliche Situation.

Diese Aufnahmen zeigen meine Innenstadtgebäude von Vollmer aus den 1960er- beziehungsweise 1970er-Jahren. Viele der Häuser haben offene Pergolen oder Überdachungen über den Balkonen – ein Stil, der damals sehr modern war. Da ich selbst in den 1960er-Jahren aufgewachsen bin, gefällt mir diese Epoche besonders gut.

Marktplatz.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Ich werde weitere Bilder einstellen, sobald ich die Anlage wieder etwas auf Vordermann gebracht habe.

Viele Grüße
Charles


Folgende Mitglieder finden das Top: volvospeed, Bucki, FrankM, Knolle, Schorpi und pmtfan
Knolle, traction-m, Schorpi und pmtfan haben sich bedankt!
 
FL 4204
Beiträge: 64
Registriert am: 11.09.2026


RE: Mein großes N-Spur Anlage

#4 von FL 4204 , 03.10.2026 13:43

Und hier ist meine älteste Weiche aus dem Jahr 1975, die noch immer auf meiner Hauptstrecke im Einsatz ist.

Antrieb.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Roco-Atlas Weiche — Bj 1975

Damals produzierte Roco Weichen und Gleise für das amerikanische Unternehmen Atlas. Die Weichen verwendeten dieselben Antriebe wie die Roco-Weichen und waren ansonsten weitgehend baugleich. Die Atlas-Weichen waren allerdings fünf Zoll lang und hatten im abzweigenden Gleis einen Radius von 19 Zoll. Die gebogenen Gleise wurden mit Radien von 19, 11 und 9,75 Zoll angeboten. Der 11-Zoll-Radius entspricht ungefähr den Roco-R3a-Bögen, die ich auf meiner Anlage verwende.

Dadurch findet sich auf meiner Anlage heute eine bunte Mischung aus Roco-, Roco-Atlas- und Fleischmann-Roco-Gleisen.

Alle Roco-/Fleischmann-Weichenantriebe besitzen Endabschaltkontakte. Diese unterbrechen den Strom am Ende des Stellvorgangs und verhindern dadurch, dass die kleinen Spulen im Inneren überhitzen. Leider können diese Kontakte durch die beim Schalten entstehenden Funken mit der Zeit verrußen und dann keinen zuverlässigen Kontakt mehr herstellen.

Deshalb gehört es auf meiner Anlage zu den regelmäßigen Wartungsarbeiten, die Antriebe auszubauen, ihre Gehäuse zu öffnen und die Kontakte mit einem Tropfen mildem Terpentinersatz (White Spirit) zu reinigen. Anschließend werden die Antriebe wieder zusammengesetzt und eingebaut. Ich betreibe sie alle mit 16 V Wechselspannung, um Probleme möglichst zu vermeiden.

Antrieb 1.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Antrieb 4.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Antrieb 2.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Antrieb 3.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Meine alte Weiche von 1975 hat allerdings noch einen Antriebsdeckel aus Metall und keine Endabschaltung. Außerdem zieht sie ordentlich Strom und brummt beim Schalten ziemlich laut. Aber genau dieses kräftige Brummen versetzt mich jedes Mal wieder zurück in die Zeit, als ich selbst 16 Jahre alt war. Herrlich! Haha!

VG
Charles


Folgende Mitglieder finden das Top: Bucki und Knolle
FrankM, Trainworld und Knolle haben sich bedankt!
 
FL 4204
Beiträge: 64
Registriert am: 11.09.2026


RE: Mein großes N-Spur Anlage

#5 von Trainworld , 03.10.2026 15:42

Hallo Charles,

danke für den bunten Bilderbogen deiner Anlage...

Eine Kritik möchte ich allerdings, selbst N-Bahner, dann doch anbringen: die fehlende Hintergrundkulisse! Ihre Abwesenheit läßt vieles nicht so erscheinen, wie es eigentlich sein könnte. Was ich doch ein wenig schade ob der gezeigten Motive und Anlagenausschnitte...

meint grüßend
Roland


FL 4204 findet das Top
FL 4204 und Knolle haben sich bedankt!
 
Trainworld
Beiträge: 973
Registriert am: 29.09.2007


RE: Mein großes N-Spur Anlage

#6 von FL 4204 , 03.10.2026 16:39

Ja, ich stimme dir zu, was den fehlenden Hintergrund bei meiner Anlage betrifft. Tatsächlich hatte ich genau die entsprechende Serie gekauft, die von „Gauge Master“ in England angeboten wird. Die Motive sehen der Landschaft Norddeutschlands wirklich erstaunlich ähnlich.

Gekauft habe ich sie bei „DM Toys – Daniel Mrugalski“ in Viersen, den ich übrigens wärmstens empfehlen kann.

Leider habe ich mich nie dazu durchringen können, zu entscheiden, wie ich die Hintergründe eigentlich anbringen sollte.

Die ursprüngliche Anlagenbank wurde im Laufe der Jahre in zwei verschiedene Richtungen erweitert und außerdem mit einer ziemlich umfangreichen Verkabelung versehen.

Sie lässt sich daher inzwischen nicht mehr herausziehen. Folglich komme ich nicht mehr an die Wand hinter der Anlage heran, und so muss sich die Anlage vorerst mit dieser Tapete aus den 1970er-Jahren arrangieren. Bäääh!!!

3.2.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Wenn ich Zugang zu der Wand dahinter hätte, würde ich vermutlich irgendeinen aufrollbaren Stoff dort befestigen, den man bei Bedarf über die Anlage spannen könnte – als Schutz vor Staub und anderem heimtückischen Hausdreck.

Allerdings würde dadurch meine Beleuchtung über der Anlage vor einige ziemlich unangenehme technische und logistische Herausforderungen gestellt. Man kann offenbar nicht alles haben – außer vielleicht Staub.

Vor zwei Jahren war der Raum übrigens noch recht ordentlich organisiert. In den Regalen stehen unzählige Behälter mit Deckeln, gefüllt mit sauber sortierten Elektronikteilen und allerlei anderem nützlichen Zeug.

Durch gesundheitliche Probleme in den vergangenen zwei Jahren ist das Ganze jedoch zunehmend sich selbst überlassen worden. Diese Bereiche werde ich lieber nicht fotografieren.

60.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Mittlerweile habe ich allerdings das Gefühl, dass ich die Anlage wohl nicht mehr aus dem Raum herausbekomme oder umbauen kann, bevor sie mich eines Tages hinausgetragen haben – mit den Füßen voran natürlich. Wenigstens wäre dann endlich jemand da, der die Anlage bewegen kann. Haha!

VG
Charles


Bucki findet das Top
FrankM und Knolle haben sich bedankt!
 
FL 4204
Beiträge: 64
Registriert am: 11.09.2026

zuletzt bearbeitet 03.10.2026 17:55 | Top

RE: Mein großes N-Spur Anlage

#7 von FL 4204 , 03.10.2026 17:40

Ort Blumenfeld:

15.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

14.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

17.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

19.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)


FrankM und Knolle haben sich bedankt!
 
FL 4204
Beiträge: 64
Registriert am: 11.09.2026


RE: Mein großes N-Spur Anlage

#8 von FL 4204 , 03.10.2026 17:45

Ort St. Christiana:

21.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

22.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

24.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

50.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)


Knolle hat sich bedankt!
 
FL 4204
Beiträge: 64
Registriert am: 11.09.2026


RE: Mein großes N-Spur Anlage

#9 von FL 4204 , 03.10.2026 17:53

Ort Andersen Abzweig:

49.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)



51.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

52.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

53.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Heljan Bausätze

VG
Charles


FrankM, Trainworld, aus_Kurhessen und Knolle haben sich bedankt!
 
FL 4204
Beiträge: 64
Registriert am: 11.09.2026


RE: Mein großes N-Spur Anlage

#10 von FL 4204 , Gestern 16:57

Hier seht ihr einen schematischen Gleisplan des Hauptbahnhofs meiner Anlage, „St. Christiana“.

St. Christiana Stellwerk Überblick.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Nach links – also in südlicher Richtung – zweigt die Nebenstrecke zum „Andersen-Abzweig“ ab. Nach rechts, in nördlicher Richtung, führen die beiden Hauptstrecken sowie die Strecke zum „Abzweig Blumenfeld“.

Der Bahnhof St. Christiana besitzt vier Gleise. Gleis 1 und 2 sind Bahnsteiggleise, während Gleis 3 und 4 als Güterzug- beziehungsweise Umfahrgleise dienen.

Die Lokomotive muss daher am Andersen-Abzweig ein Umsetzmanöver durchführen, damit sie wieder an das andere Ende des Zuges gelangt und ihre Rückfahrt antreten kann. Ein bisschen Rangierakrobatik gehört schließlich zum guten Eisenbahnerleben dazu!

Die Stellwerke und Gleisanlagen von St. Christiana-Süd und St. Christiana-Nord haben eine kleine Besonderheit: Ein Zug, der auf Gleis 1, 2, 3 oder 4 steht, kann in nördlicher Richtung entweder über die beiden Gleise der nördlichen Hauptstrecke – Gleis 1 oder 2 – ausfahren oder alternativ zum Abzweig Blumenfeld weiterfahren.

Ursprünglich war an dieser Stelle lediglich ein kleiner Wagenbahnhof vorgesehen. Später kam dann noch ein Dorf dazu. Wie das bei Modellbahnen eben so ist: Man baut ein kleines Nebengebäude – und plötzlich steht dort ein ganzes Dorf.

St. Christiana Nord Hosenträger _ DKW.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Stellwerk St. Christiana Nord.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Am südlichen Ende von St. Christiana können die Züge zunächst nach Süden und anschließend nach Osten zum Güterbahnhof am Andersen-Abzweig fahren. Auf der Rückfahrt können sie dann wieder eines der Gleise 1, 2, 3 oder 4 erreichen.

St. Christiana Süd — Richtung Balkonfenster.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Stellwerk St. Christiana Süd.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Auf den Fotos sind meine selbstgebauten Routenschalter zu sehen, die ich in einem Schubfach meines Stellpults untergebracht habe. Alle sind in Sicherheitsgelb lackiert – einerseits wegen der industriellen Optik, andererseits damit sie nicht versehentlich zwischen den anderen technischen Schätzen verschwinden. Ein wenig Farbe muss schließlich auch sein!

Stellwerk-Schublade St. Christiana.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Meine Steuerkarten arbeiten mit 5 V Gleichspannung und verwenden bistabile DIP-Relais mit Setz-/Rücksetzfunktion. Sie benötigen lediglich einen kurzen Kontaktimpuls, um entweder gesetzt oder zurückgesetzt zu werden. Danach behalten sie ihre zuletzt befohlene Stellung dauerhaft bei – sie vergessen also nichts. Im Gegensatz zu manchem Menschen wissen sie immer noch ganz genau, was sie zuletzt getan haben.

Lange vor dem Zeitalter der Digitaltechnik wurden industrielle Steuerungen mithilfe von Diodenmatrizen, vielen Kabeln und einem heißen Lötkolben programmiert. Genau diesen Weg habe ich ebenfalls eingeschlagen – ganz im Geiste der 1970er-Jahre, die ich sehr liebe.

Meine ROM-Karten bestehen ganz einfach aus 1N914A-Dioden beziehungsweise ihren modernen Verwandten, den 1N4148A. Dazu kommen natürlich ein ziemlich komplizierter Schaltplan und ein ebenso ausführliches Programmablaufdiagramm. Sonst wäre das Ganze ja viel zu einfach gewesen!

Wenn an einem Stellwerk eine bestimmte Taste gedrückt wird, sorgen die Dioden dafür, dass verschiedene Kombinationen von Relais gesetzt oder zurückgesetzt werden. Anschließend bleiben diese Relais in ihrer jeweiligen Stellung.

Wird danach die Enter-Taste gedrückt, liefert einer meiner beiden Titan-208-Trafos eine Spannung von 16 V Wechselstrom an die Relais auf den Steuerkarten. Diese geben wiederum den ausgewählten Weichen einen kurzen Impuls von 16 V Wechselstrom.

Dadurch laufen die Solenoide meiner Weichenantriebe nur sehr kurz und bleiben angenehm kühl, da sie Wechselstom lieben! Das ist besonders erfreulich, denn Weichenantriebe sind heutzutage ja alles andere als billig. Der Impuls dauert so lange, wie die Enter-Taste gedrückt gehalten wird.

Ein Titan-208-Trafo versorgt außerdem die Fahrregler mit 14 V Wechselstrom. Diese Fahrregler habe ich selbst entwickelt und gebaut. Sie bieten eine sehr feinfühlige Regelung, ein sanftes Anfahren und eine gut geglättete Gleichspannung – ganz ohne das gefürchtete Halbwellengedöns. Dafür bin ich wirklich dankbar!


An dieser Stelle möchte ich allerdings noch einmal ausdrücklich betonen – zur Beruhigung aller besorgten Leserinnen und Leser –, dass ich niemals selbst an der 230-Volt-Netzspannung herumhantiere. Meine Titan-Trafos halten die gesamte Anlage sicher und absolut kindgerecht. Die gefährliche Netzspannung bleibt dort, wo sie hingehört: weit weg von meinen Fingern und möglichst auch von allem anderen.


Zurück zur Anlage:

Züge, die auf Gleis 1 in südlicher Richtung abfahren, können außerdem Gleis 5 wählen. Damit umgehen sie den Andersen-Abzweig vollständig.

Gleis 5 war ursprünglich dafür vorgesehen, an der Balkontür beziehungsweise am Balkonfenster in einen Kehrkreis überzugehen. Dafür wollte ich Roco-Gleise mit dem Radius R3a verwenden und die Strecke anschließend über eine Doppelkreuzungsweiche (DKW) wieder mit Gleis 4 verbinden.

Doch dann fanden dort eine Werkbank, eine Schleifmaschine, eine Ständerbohrmaschine und jede Menge Elektromaterial ihren Platz. Wie so oft bei Umbauten: Der Gleisplan war bereit, aber die Realität hatte andere Pläne.

Inzwischen befindet sich der größte Teil meines Maschinenparks im Flur in der Nähe der Küche. Dort hatte ich während der Renovierung auch Küchenmöbel gebaut. Wahrscheinlich werden die Maschinen nun dort bleiben. Dadurch wäre der frühere Platz für den Kehrkreis wieder frei.

Ich muss darüber also noch gründlich nachdenken. Vielleicht kehrt der Kehrkreis eines Tages tatsächlich zurück – vielleicht übernimmt dort aber auch wieder irgendein anderes nützliches Gerät das Kommando. (Vielleicht ein Proxxon Drehbank???) Bei einer großen Modellbahnanlage weiß man schließlich nie, wer als Nächstes Anspruch auf einen Quadratmeter erhebt.

Die Anlage ist inzwischen so groß, dass ich ungefähr acht Stunden brauche, um sie gründlich zu reinigen: Zuerst wird gesaugt, anschließend werden die Gleise mit mildem Terpentinersatz, einem kleinen fusselfreien Baumwolltuch und einem Roco-Reinigungsblock gesäubert. Alternativ kann auch der weichere Reinigungsradierer von Noch verwendet werden.

Die Gebäude müssen dafür vom Anlagenrand genommen, auf den Balkon getragen, dort vorsichtig abgeblasen und mit einem weichen Pinsel abgestaubt werden. Danach werden sie wieder an ihren vorgesehenen Platz zurückgebracht.

Das Ganze ist allerdings derart anstrengend, dass ich nach dieser Reinigungsaktion meistens keine Energie mehr habe, auch nur einen einzigen Zug fahren zu lassen. Die Anlage wird anschließend wieder abgedeckt – und wartet geduldig auf ihren nächsten großen Auftritt.

Viele Grüße
Charles


Bucki, FrankM und Trainworld haben sich bedankt!
 
FL 4204
Beiträge: 64
Registriert am: 11.09.2026

zuletzt bearbeitet Gestern | Top

RE: Mein großes N-Spur Anlage

#11 von FL 4204 , Gestern 21:06

Ich habe viele neue Modellbahn Union Kesselwagen bekommen, die ich von Herrn Daniel Mrugalski 'DM Toys' in Viersen gekauft habe.

BfB.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
BfB

DB.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
DB

DEA.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
DEA

EVA.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
EVA

SCNF.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
SCNF

Trans. Ges. Dollbergen.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Transport Gesellschaft Dollbergen

VTG — alt.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
VTG — alt

VTG 2.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
VTG

VTG.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
VTG — andere Nr.

Wiebke.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Wiebke

Neue A.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Neue B.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Neue Kesselwagen — Sept. 2024 A.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Neue Kesselwagen — Sept. 2024 B.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

VG
Charles


Folgende Mitglieder finden das Top: metallmania, pmtfan und aus_Kurhessen
pmtfan hat sich bedankt!
 
FL 4204
Beiträge: 64
Registriert am: 11.09.2026


RE: Mein großes N-Spur Anlage

#12 von FL 4204 , Gestern 22:03

Hier ist noch etwas, das ich euch allen bisher zu erzählen vergessen habe:

Meine Stellwerke St. Christiana und Stellwerk Krakow besitzen beide noch eine weitere Besonderheit.

Die hier markierten grünen und roten Tasten mit der Aufschrift „Remote / Local“ ermöglichen es, dass der Fahrregler des jeweiligen Stellwerks die vollständige Kontrolle über die Anlage von der jeweiligen Seite aus übernimmt.

12a70b25-9d64-4b2b-9257-cc2e9816c898.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

3e16750c-9f28-40a7-9811-a891a8248a39.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Ursprünglich mussten sich beide Stellwerke außerdem eine gemeinsame Kehrschleife teilen. Das führte natürlich zu gewissen technischen Überschneidungen – oder, etwas weniger höflich ausgedrückt, zu gelegentlichem elektrischem Gezanke.

Später habe ich die Anlage jedoch so weit vereinfacht, dass sie nun im Punkt-zu-Punkt-Betrieb funktioniert. Die Umschaltung wurde mithilfe einer Reihe industrieller Finder-Relais sowie einer beträchtlichen Menge an Verdrahtung realisiert.

Das System funktioniert auch heute noch grundsätzlich auf dieselbe Weise – nur ohne den früheren Konflikt mit der gemeinsamen Kehrschleife. Die Relais dürfen also weiterhin fleißig arbeiten, ohne sich um eine Kehrschleife streiten zu müssen.

Mein letztes Stellwerk, das ich bisher noch nicht vorgestellt habe, ist das Stellwerk Korn-Abzweig. Es befindet sich auf dem Bahnhof beziehungsweise Güterbereich über dem Kopfende unseres Bettes.

Stellwerk Korn Abzweig.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Korn-Abzweig hat auch drei Entkopplungsgleisen — Tasten rechts.

Stellwerk Korn Abzweig — im Bau.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Dort gibt es immer noch Schalter für Licht und Motor. Diese waren ursprünglich für ein Kibri-Mühlenrad vorgesehen, das ich jedoch vom Ende des Bahnhofs entfernen musste – meine liebe Frau hatte nämlich angefangen, Kleidungsstücke dort hinaufzuwerfen.

2.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Vielleicht wäre ein Leuchtturm an dieser Stelle tatsächlich die sicherere Lösung. Der würde wenigstens nicht so leicht mit einem Kleiderhaufen beschädigt werden. Haha!

Viele Grüße
Charles


 
FL 4204
Beiträge: 64
Registriert am: 11.09.2026

zuletzt bearbeitet Gestern | Top

   

7230 Motorüberholung

  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag
Xobor Ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz