Hallo zusammen,
hier möchte ich euch meine große N-Spur-Anlage vorstellen. Die Anlage besteht größtenteils aus Fleischmann-Material, enthält aber auch Gleise, die ursprünglich von Roco hergestellt beziehungsweise von Roco für Atlas gefertigt und später von Fleischmann übernommen wurden. Mit Fleischmann-Lokomotiven hatte ich über die Jahre hinweg natürlich immer besonders gute Erfahrungen.
Angefangen hat alles ganz bescheiden mit einem Oval aus Roco-Gleisen mit dem Radius R3a. Das Foto zeigt meine Töchter, wie sie die Anlage am 20. Juni 2010 betreiben.
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Danach begann ich jedoch, die Anlage immer weiter auszubauen – schließlich sollte möglichst jeder freie Platz und jedes Regal in unserem Schlafzimmer genutzt werden. Aus dem kleinen Oval wurde nach und nach ein ziemlich umfangreiches Projekt.
1. Meine N- _ H0-Anlagen.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass man mit der gefährlichen 230-Volt-Seite niemals leichtfertig umgehen sollte! Eine Modelleisenbahn muss jederzeit absolut sicher von Kindern bedient werden können.
Obwohl ich mein ganzes Berufsleben in der Elektro- und Elektronikbranche gearbeitet habe, ließ ich die Elektroinstallationen in meinem Haus und in industriellen Anlagen immer von konzessionierten beziehungsweise ausgebildeten Elektrofachkräften ausführen.
Meine Anlage wird deshalb sicher über zwei große Titan-208-Zubehörtransformatoren versorgt.
Eine von zwei Titan 208 Trafos.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
An die 230-Volt-Netzspannung gehe ich selbst überhaupt nicht heran. Auch meine selbst entworfenen und gebauten Steuergeräte werden ausschließlich mit 14 bis 16 Volt Wechselspannung von den Titan-Trafos gespeist.
Mit der Zeit wurde die Anlage allerdings immer komplizierter – und meine Töchter verloren irgendwann das Interesse daran. Am Ende gab es zwei große Stellpulte sowie zwei kleinere Bedienpulte. Beide großen Stellpulte konnten jeweils von „Fernsteuerung“ auf „örtliche Bedienung“ umgeschaltet werden und damit die Kontrolle über den Hauptbereich der Anlage übernehmen.
Realisiert habe ich das mit industriellen Finder-Relais für 24 Volt Gleichspannung und einer beträchtlichen Menge an Verkabelung. Um die Spannungsverluste möglichst gering zu halten, verwendete ich ausschließlich flexible Leitungen mit Querschnitten von 0,50 mm², 0,75 mm² und 1,0 mm². Das Ganze war im Grunde fast wie die Verdrahtung eines Schaltschranks oder einer industriellen Steuerungsanlage.
Ursprünglich verfügte die Anlage außerdem über eine sehr komplizierte Kehrschleife, die von beiden Stellpulten aus bedient werden konnte. Diese habe ich später jedoch entfernt und die Anlage dadurch in einen echten Punkt-zu-Punkt-Betrieb umgewandelt.
Das größere Stellpult an der Westwand besitzt außerdem eine von mir selbst entwickelte und gebaute „Ein-Taster-Fahrstraßensteuerung“. Damit lassen sich die zahlreichen Weichen an beiden Enden des Bahnhofs beziehungsweise Güterbahnhofs schalten. Die dafür benötigten fest verdrahteten ROM-Speicherkarten habe ich mithilfe von Diodenmatrizen selbst gebaut.
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Und natürlich werden auch alle meine Weichen nur mit 16 Volt Wechselspannung geschaltet.
Unterm Strich habe ich also deutlich mehr Zeit mit dem Bauen, Planen und Verdrahten verbracht als mit dem eigentlichen Fahren der Züge. Aber genau das macht für mich einen großen Teil des Reizes einer solchen Anlage aus.
Ein paar weniger erfreuliche Besonderheiten beziehungsweise Schwachstellen hat die Anlage allerdings auch:
Meine lange zweigleisige Parade-Hauptstrecke weist eine Steigung von ungefähr vier Prozent auf. Mit einem langen Zug schaffen das nur meine besten Fleischmann-Lokomotiven zuverlässig.
Neben meinem Hauptbahnhof wollte ich unbedingt einen Getreidesilo beziehungsweise Getreideheber aufstellen. Die Idee dazu kam mir beim Bahnhof und der Mühle in Bad Oldesloe hier in Schleswig-Holstein.
Um den Getreidesilo hinter dem Bahnhof unterzubringen, musste ich jedoch Roco-Gleise mit dem Radius R1 sowie die dazu passenden kurzen R1-Weichen verwenden. Später kaufte ich dann zwölf Arnold-Getreidewagen mit mittigem Auslauf – und musste feststellen, dass diese Wagen ausgerechnet in der Kurve bei meiner Ortsmitte entgleisen.
„O nein!“ trifft es wohl ziemlich genau. Jetzt steht mir die reizvolle Aufgabe bevor, diesen gesamten Bereich neu zu planen und umzubauen. Das wird allerdings eine größere Angelegenheit und lässt sich leider nicht mal eben nebenbei erledigen.
Zusätzlich habe ich irgendwann angefangen, Fleischmann-H0-Material zu sammeln, und dafür eine kleine Punkt-zu-Punkt-Anlage gebaut. Sie befindet sich auf einem langen Rollschrank.
Meine Frau mag die H0-Anlage lieber, weshalb ich inzwischen etwas mehr in diesen Bereich investiert habe. Trotzdem warten noch genügend ungebaute Gebäudebausätze für die N-Spur auf mich – wahrscheinlich genug, um mich für den Rest meines Lebens zu beschäftigen.
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Nun ja, ich werde nach und nach weiter über die Anlage, ihre Technik und die verschiedenen Bauabschnitte berichten. Über eure Kommentare, Anregungen und Verbesserungsvorschläge würde ich mich sehr freuen.
Viele Grüße
Charles


