ich habe eine kleine Sammlung von Stempeln und Aufklebern von Spielwarengeschäften zusammengetragen, die sich auf Katalogen und Kartons verewigt haben. Nicht alle der gezeigten Geschäfte habe ich persönlich kennengelernt; einiges gelangte aus anderen Beständen in meine Sammlung. Eine Gemeinsamkeit haben jedoch alle: sie existieren heute nicht mehr - oder zumindest nicht mehr als Händler für die kleinen Eisenbahnen. So ist das eine Erinnerung an Zeiten, als man nicht nur in Großstädten sondern auch in der Provinz Spielwaren-Eisenbahnen kaufen konnte - und dort u.U. sogar mehrere Geschäfte zur Auswahl hatte. Ich schreibe bewußt nicht "Modellbahnen", denn der Begriff war seinerzeit nicht so üblich - man hatte eben eine "Eisenbahn". Das waren meist auch keine reinen Spielwarengeschäfte, sondern alteingesessene Fachgeschäfte verschiedenster Art, die dann irgendwann ihr Geschäftsfeld mit Spielwaren ergänzten.
Wer auch noch Kartons oder Kataloge mit solchen Firmenwerbungen hat, kann ja diesen Thread gerne ergänzen - vielleicht mit kleinen Anekdoten dazu.
Ich beginne mit meinem früheren Lieblingsgeschäft 'Gerecke'. Das Reich der Kinderträume befand sich im Obergeschoß; wenn man die geschwungene fünfziger-Jahre-Treppe mit dem roten Handlauf erklommen hatte, stand man bereits vor einer Glasvitrine, gut gefüllt mit Wiking und Siku-Erzeugnissen. Hier gab es von meiner Mutter gelegentlich eine Belohnung nach einem tapfer überstandenen Zahnarztbesuch. Hinter der Treppe befand sich ein langer Thresen und im Regal dahinter lagerten neben diversen Fabrikaten auch die begehrten hellblauen Kartons. Eine eigene Reparaturwerkstatt wurde von einem Herrn im grauen Kittel betreut. Natürlich gab es auch jedes Jahr zur Weihnachtszeit eine hervorragende, selbstgebaute (Märklin-) Schaufensteranlage mit automatischem Mehrzugbetrieb. Leider mußte das Geschäft mangels Nachfolger 1973 schließen.
Hier ein Arnold-Katalog mit eigenem Aufdruck
Als Kontrast dazu der recht einfache Stempel
Ein recht kleines Geschäft war Ueckermann. Dort sah ich zum ersten Mal die Fleischmann 01 220 im Schaufenster, als diese gerade neu herauskam. Ich war begeistert von der Filigranität und dem freien Durchblick zwischen Kessel und Fahrgestell - Das Gegenteil der eher robusten Märklin 01. Abgesehen davon, daß ich mir die hätte nicht leisten können - war es leider nicht der richtige Hersteller... Aber für ein paar Groschen ließ sich ab und zu mal ein Wiking-Auto erstehen. Ueckermann verschwand auch irgendwann in den siebziger Jahren.
Meinerseits früher nicht so geschätzt die Spielwarenabteilung von Hottenrott. Nach zwei Insolvenzen erlosch die Firma vor ca. zehn Jahren.
Braunschweig hatte mehrere Geschäfte zu bieten.
Gerschler war wohl der Bekannteste...
...und wurde m.W. später als 'Spielwaren-Ecke' von Tiebe übernommen.
...nicht zu verwechseln mit der 'Spielzeug-Ecke' Kattreppeln. das Logo recht modern als Tesaband:
Störig am Kohlmarkt hatte schon Jahre vor Geschäftsaufgabe keine Spielwaren mehr im Sortiment.
Eine Postkartenansicht des Geschäfts am Kohlmarkt. Der Montblanc-Füller hängt immer noch an der Fassade, leider sind die herrlichen Neon-Schriften längst verschwunden.
Der 'Grüne Löwe' war auch bei Heimwerkern sehr beliebt
Recht unspektakulär ging die Auszeichnung bei Karstadt zu
Auch bei Zeh gab es mal Märklin...
Nun einige weitere Läden aus der Provinz.
Eher unauffällig war der Aufkleber bei Helmig - immerhin gibt es das Geschäft noch.
Schön gestaltet war der Aufkleber von Bruns in Hildesheim:
Dettmer in Alfeld hat sich dieses Andenken geschaffen
Meines Wissens der einzige Spielwarenhändler im kleinen Herzberg
Gar nichts weiß ich über dieses Geschäft:
Nun noch einige außer-niedersächsische:
Hatte dieses Geschäft etwas mit dem gleichnamigen Inhaber der Waagenfabrik 'Bizerba' in Balingen zu tun ?
In Berlin gibt es noch ein Modellbahn Pietsch, allerdings an ganz anderer Stelle; vielleicht gibt es einen Zusammenhang ?
Bufe ist mittlerweile auch verschwunden
In Karlsruhe waren in den achtziger Jahren diese beiden Geschäfte die Hauptanlaufstelle:
Tja, ..."wie genau und sauber hier gearbeitet wird..." Über dieses Fachgeschäft in Neustadt habe ich keinerlei Informationen
Gruß, Frank
Märklin der 50er und 60er Jahre; Werksanlagen; Gleispläne Frankenthal 1966
den Beitrag finde ich mal richtig gut und denke das da noch so einiges an "altbekannten" Läden zusammen kommt. Ich muss die Tage mal sehen was ich da so finde.
Von Mai 2005 bis September 2006 war ich in Stetten am kalten Markt auf der schwäbischen Alb an der Bundeswehr Feuerwehrschule als Ausbilder und habe dort diverse Modellbahngeschäfte abgeklappert. Auch Kraut hatte ich dabei besucht, allerdings ist er mir nicht all zu tief in Erinnerung geblieben.
Gruss Norbert
Wer seine Gedanken nicht auf Eis zu legen versteht, der soll sich nicht in die Hitze des Streits begeben..
ein schöner Beitrag, da kommen definitiv Kindheitserinnerungen hoch ... Bei mir zum "Grünen Löwen". Wenn mich meine frühkindliche ( 3-6 Jahre alt ) Erinnerung nicht täuscht ging es zu den Eisenbahnen eine Treppe hinunter und in der linken Treppenwange waren Vitrinen eingearbeitet. EDIT: müsste Salzgitter gewesen sein ? Stimmt das so ? Dort hat mein Vater damals Fleischmann H0 gekauft. Bestimmt habe ich dazu in den Kartons auch noch Stempel/Aufkleber :-)
Ich habe meine Katalogsammlung nach mehrere Jahrzehnte umfassender Sammlertätigkeit vor zwei Jahren verkauft. In Erinnerung geblieben sind mir allerdings auch die Stempel und Aufkleber der Händler, die ein Zeugnis meiner Reisetätigkeit kreuz und quer durch die Bundesrepublick und darüber hinaus ablegten.
Nun habe ich jedoch noch eine Frage: Bei den Egger-Katalogen sind zwei Güterwagen abgebildet, offenbar in grauer oder grüner Farbgebung. Da ich noch solche Wagen für meine Schmalspuranlage suche, möchte ich anfragen, ob diese Wagen evtl. verkäflich sind und wenn ja, zu welchen Bedingungen.
Hallo, freut mich, wenn die Zusammenstellung gefällt.
# Martin,
Zitat von Pico Express Chemnitz im Beitrag #3Bei mir zum "Grünen Löwen". Wenn mich meine frühkindliche ( 3-6 Jahre alt ) Erinnerung nicht täuscht ging es zu den Eisenbahnen eine Treppe hinunter und in der linken Treppenwange waren Vitrinen eingearbeitet. EDIT: müsste Salzgitter gewesen sein ?
die Filiale in Salzgitter kannte ich nicht. Wenn ich mich recht erinnere, war die Spielwarenabteilung in BS eine (halbe?) Treppe tiefer - aber das ist lange her, und ich konnte noch nicht ahnen, daß ich fünfzig Jahre später einmal darüber schreiben würde...
# Reinhard,
Zitat von ho-oldtimer im Beitrag #4Da ich noch solche Wagen für meine Schmalspuranlage suche, möchte ich anfragen, ob diese Wagen evtl. verkäflich sind und wenn ja, zu welchen Bedingungen.
...ich möchte die Wagen noch ein Weilchen behalten !
Gruß, Frank
Märklin der 50er und 60er Jahre; Werksanlagen; Gleispläne Frankenthal 1966
neben den Stempeln und Aufdrucken auf Katalogen und ähnlichem Papier gab es auch noch die Stempel, die auf die Eisenbahnen direkt aufgebracht wurden.
Hier ein schönes Beispiel unter einem Märklin-Güterwagen der 30er Jahre:
Bekannt sind auch die Stempel des Kölner Geschäfts Moog in der Passage. Ich meine, ein so signiertes Märklin-Teil zu besitzen, finde es aber im Augenblick nicht.
Man nehme ein Stück Blech, und schneide alles weg, was nicht nach Lokomotive aussieht.
hier mal ein paar gesammelte Stempel und Etiketten aus meinem Fundus.
Dauth in Tübingen kenne ich aus den 80ern. Habe dort ab und an etwas gekauft.
In Tübingen gab es auch noch einen Optiker in der Neckargasse, der montierte Teilesätze anbot. Am Bahnhof ist mir auch noch ein Geschäft in Erinnerung.
Wippermann in Siegburg ist mir kein Begriff, aber dafür prominent auf einem 1970er Wiking Prospekt gestempelt.
Karl Dehn in Nürnberg - Stempel auf einem 57er Wiking Prospekt Mir ist der Laden nicht bekannt
Neisser in Zürich heute in der Birmensdorferstrasse.
Der heutige laden hat noch den Flair der 70er.
Bodmer in Schaffhausen - war bis Mitte 80er eine gute Adresse
Von Bodmer habe ich einige Märklin Modelle der 50er.
so far Rei
Franz Carl Weber in Luzern ist mir noch gut in Erinnerung aber auch schon seit min. 10 Jahren nicht mehr existent
Nochmal FCW - Stempel auf einem 55er Wiking Prospekt
damals mit 10 Geschäften in den 60ern mit 20 in der ganzen Schweiz vertreten
Beltrami in Basel - Geschäft in der Altstadt bin ich nur einmal gewesen
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt. Aber Nichts wissen macht auch nix :-) Dampf im Sihltal: https://www.museumsbahn.ch/
Ende der 60er Jahre haben wir in Bad Schwartau (Nachbarort von Lübeck) gewohnt. Dort gab es das "Bürohaus Engel" in einem Neubau mit viel Glas, soweit ich mich erinnere. Im der oberen Etage war die Spielwarenabteilung zu finden, in der ich zuerst Autos (Siku, Matchbox, Corgi) und Plastikbausätze (Revell - Flugzeuge und Schiffe) gekauft habe, später dann auch Häuser-Bausätze von Faller und Märklin Schienen und Weichen, noch später dann auch Faller ams. Es gab da eine Verkäuferin, bei der ich immer besonders gern eingekauft habe ...
Das Bürohaus Engel existiert schon seit vielen Jahren nicht mehr.
In Lübeck gab es zu der Zeit das "Spielwarenparadies Warter" und das "Technische Kaufhaus Warter", ursprünglich in zwei getrennten Häusern in der Breiten Straße untergebracht. Das Spielwarenparadies erstreckte sich über mehrere Etagen, die Modellbahnabteilung war im Keller angesiedelt.
Später wurde das Haus mit dem Spielwarenparadies aufgegeben und nach einem Umbau in das andere Haus integriert; möglicherweise kam zu diesem Zeitpunkt das Nachbargebäude hinzu. Von da an nur noch eine Adresse.
Warter gehörte (später) zu Brinkmann, behielt aber den eigenen Namen bis zum Ende.
In der Lübecker Innenstadt gab es ein weiteres Spielwarengeschäft: Brandes in der Königstraße. (existiert auch nicht mehr)
Auf einem Märklin-Katalog von 1969 habe ich einen Aufdruck von "Spielzeug-Rentsch" in Hamburg gefunden. Ich glaube, hier hat meine Tante Geschenke für mich eingekauft.
Nachdem ich 1982 nach Hannover gezogen war, habe ich (sehr schnell) das "Technische Kaufhaus Brinkmann" entdeckt, dessen Name mir schon aus Hamburg bekannt war. Auch hier war die Modelleisenbahn im Keller untergebracht.
Das Unternehmen Brinkmann existiert auch nicht mehr (was aber wohl nicht an der Modelleisenbahnabteilung liegt).
Peter -------------------------- Born to be child (Für eine glückliche Kindheit ist es nie zu spät)
Hallo Ich habe auch ein paar gestempelte Proskekte ... von Wiking. Bei Helmert in Duisburg Hamborn hatte Ich als Knirps " eingekauft " . Deshalb habe Ich mich gefreut diesen Prospekt etliche Jahre später ersteigern zu können.
Die Siebziger, als ich zur Zielgruppe gehörte und nach dem fürchterlichen Anziehsachenkaufen irgendwie belohnt werden musste gab es dazu in unserer Heimatstadt diverse Möglichkeiten. Am besten gleich da, wo man eine Etage tiefer noch ein paar "hübsche" Pullunder anprobieren musste. Genervt bis zum geht nicht mehr dann noch ganz nach oben, in die Fachabteilung:
Heute gibt es dort keine Modellbahnen mehr.
Mehr oder weniger gleich gegenüber der Klassiker unter den Kölner Spielzeughäusern, vom Plüschtier übers Karnevalskostüm bis zum Modellbahn-Kleinserienmodell:
2006 geschlossen.
Das mindestens zweitbekannteste Spielzeuggeschäft in der Fußgängerzone:
Als Kind eigentlich mein Lieblingsladen, in der leicht versteckten Passage und dann die Modellbahnen im Keller. Mitte der Neunziger geschlossen.
Angefangen hat Lindenberg als Roco-Importeur für die BRD, den Laden glaube ich erst um 1980 eröffnet:
Gibt es heute noch.
Auf der Venloer, Lypold. Da war ich selten. Um die Jahrtausendwende geschlossen:
Das Umland, Carrie' in Frechen, dort standen bis zum Schluß schöne alte Fleischmann Modelle in einer Wandvitrine. Vor ca. zehn Jahren ausgebrannt und danach nicht mehr wiedereröffnet:
Spielzeugtruhe Linz, das letzte Spielwarengeschäft in der Dürener Innenstadt, hat lange durchgehalten und ist erst vor einigen Jahren eingegangen:
Die Siebziger, als ich zur Zielgruppe gehörte und nach dem fürchterlichen Anziehsachenkaufen irgendwie belohnt werden musste gab es dazu in unserer Heimatstadt diverse Möglichkeiten. Am besten gleich da, wo man eine Etage tiefer noch ein paar "hübsche" Pullunder anprobieren musste. Genervt bis zum geht nicht mehr dann noch ganz nach oben, in die Fachabteilung:
Schönen Gruß, Ralf
Hallo Ralf Kenne Ich auch so.In den 1970er Jahren mit meinen Eltern und Geschwistern von Dinslaken mit der Straßenbahn nach Duisburg gefahren zum " Klamottenkauf " für die Familie.Bei Karstadt und Horten war es o.K. weil die eine Spielwarenabteilung hatten, wo mein Bruder und Ich fast zwei Stunden stöbern konnten. ... aber bei Clamotten Aton ( C & A ) war es die Hölle.Die hätten den Laden Abends abschließen können,meine Mutter hätte es garnicht mitbekommen. Gruß Uwe
eine sehr schöne Thread-Idee. Eigentlich viel zu schade für den OT-Bereich. Aber wo soll man so einen allgemeinen Thread auch ein ordnen...mhm... egal. Hier mein bescheidener Beitrag: Anzumerken wäre übrigens noch, dass die folgenden Modell über einen Umweg von Holland wieder zurück, in die Nähe von Stuttgart (zu mir) gekommen sind. Unter den Fotos ist jeweils der Link zu dem Orginalbeitrag, über das passende Häuschen.
hier ein Geschäft aus meiner Heimatstadt -Angermann in der Poststraße-. Vorne im Laden jede Menge Angler-Bedarf, hinten halt die Eisenbahnen. Und das Schaufenster! Ich habe mir als Kind die Nase dran platt gedrückt, bei all den Biller-Bahnen und Fleischmann Spur 0 ..... Märklin Spur 0 war da schon aus dem Handel verschwunden, Ende der 50er Jahre....
Das Geschäft gibt es immer noch, allerdings nicht mehr in der Poststraße.
Hier drei HAMO-Kataloge aus Osterode, Düsseldorf und Frankfurt:
Und schließlich noch ein Eheim-Katalog aus Zülpich:
Man nehme ein Stück Blech, und schneide alles weg, was nicht nach Lokomotive aussieht.
Hallo, FAMuli! Da möchte ich doch auch einen Beitrag leisten. Ich habe einen Märklin-Katalog von 1965 in englischer Sprache, der aus einem Spielzeuggeschäft in Hongkong stammt. Hier der Stempel der "Sonnigen Gesellschaft" (SUNNY COMPANY) aus der britischen Kronkolonie:
Den Katalog habe ich mal für kleines Geld in der Strombucht geangelt.
Viele Grüße aus dem Siebengebirge Johannes
PS: Den Märklin-Katalog 1968 habe ich in Deutsch, Niederländisch und Französisch. Macht Spaß, darin zu lesen und zu vergleichen.
Hallo Omm33 Schönen guten Abend Ein Thema das ich recht interessant finde .Das Vergangene hat einen Reiz der einen schon sehr in den Bann ziehen kann. Ich versuche seit einiger Zeit (ca 1 Jahr) etwas über eine Barrel Mehrzugsteuerug herrauszufinden. Muß änlich wie Trix ems funktionieren Es ist enttäuschen das man im Internet nichts dazu findet. Auch Telefonische Recherchen haben mich nicht weiter gebracht. Ich hoffe das ich vieleicht hier im Forum einig Infos bekommen kann. Habe von dieser Steuerung (Trafo)auch noch den Orginalkarton mit Ladenanschrift. Mfg KlausK
ich habe gerade auch mal einen Hamo und einen Märklin Katalog (1957) in die Finger genommen und diese beiden Fachgeschäfte abgelichtet. Das Berliner Geschäft sagt mir nichts, "Lütgenau" in Düsseldorf sagt mir natürlich um so mehr. 1876 eröffnet, wurde es leider 2010 geschlossen.
Gruss Norbert
Wer seine Gedanken nicht auf Eis zu legen versteht, der soll sich nicht in die Hitze des Streits begeben..