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Roco - Auftragsfertigung für USA

#1 von martin67 , 17.07.2025 14:23

Hallo,

zu diesem Thema herrscht noch viel Unwissenheit, ich versuche einmal, etwas Klarheit zu schaffen. In den 70er und 80er Jahren hat Roco enorme Mengen an Modellbahnen und Militär-Modellen nach USA als Lohnfertiger geliefert. Diese Modelle entstanden im Auftrag exklusiv für bestimmte Importeure und wurden nur unter deren Namen in den USA verkauft. Hier eine kleine Übersicht, ich fange mit den Lokomotiven an. Leider habe ich nicht von allen Modellen Bilder.

Model Power:

Für Model Power wurden 6 verschiedene Dieselloks produziert:

-Baldwin RF16 "Sharknose" A-Unit
-dto. B-Unit (Booster ohne Führerstand)
-Alco FA1/2 (ich nenne sie mal so, weil das Gehäuse eine Mischform der beiden Typen ist), A-Unit
-dto. B-Unit
-EMD E7A
-EMD E9A

Baldwin Sharknose A-B (die Santa-Fe Loks sind leider unterschiedlich lackiert und passen nicht wirklich zusammen. Der Rahmen bei der A ist rot, bei der B silbern). Schön bei diesen Modellen ist der sehr enge Kuppelabstand. Beide Modelle gab es motorisiert und als Dummy.













Hier die Alco FA1/2 der Canadian Pacific (CP Rail). Das Gehäuse hat die Länge der FA2, aber die Lüfteranordnung der kürzeren FA1. Auch hier gab es einen B-Unit, jeweils mit und ohne Motor.





Die EMD F9 ist an den Bullaugenfenstern zu erkennen. Die sehr ähnliche E7 hat dagegen eckige Maschinenraumfenster. Es gab keine passenden B-Units. Auch hier, sowohl mit, als auch ohne Motor.





Atlas

Für Atlas entstanden neben einer EMD FP7A eine Reihe von Road-Switchern (Loks mit schmalen Aufbauten und Geländer). Alle Modelle gab es beschriftet für verschiedene Bahngesellschaften und auch unlackiert.

-EMD FP7A (verlängerte F7A mit Heizkessel für den Personenverkehr)
-EMD SD24 High Nose
-EMD SD35 Low Nose
-EMD GP38 High Nose
-EMD GP38 Low Nose
-Alco S1000 Rangierlok

Die folgende Lok der Santa Fe ist die SD24





In den Farben der Pennsylvania ist die FP7A ausgeführt. Im Modellbahnkatalog von Bernhard Stein 1978 wird eine F7A gezeigt, das Bild ist falsch, die gab es nicht von Atlas.





Und hier noch die Alco Rangierlok als Santa Fe Zebra.





AHM

AHM war ein Importeur für alle Arten von Modellspielwaren, neben dem Roco Minitanks-Sortiment waren auch jede Menge Modelleisenbahnen im Sortiment. Anfangs wurden qualitativ hochwertige Modelle von Rivarossi und Roco angeboten, im Laufe der Zeit änderte sich das Programm hin zu Billigprodukten aus Jugoslawien und Asien. Von Roco für AHM kam nur eine einzige Lok, eine Alco Century C430.







Tyco

Ein bemerkenswertes Roco-Modell hatte Tyco im Sortiment, das beschreibe ich einmal detailliert. Es handelt sich um eine F7A, die so komplett anders ist, als man es von Roco kennt.



Schauen wir mal genauer hin. Die Lok hat, ähnlich der Athearn F7A, keine Fenstereinsätze. Der Antrieb ist nur auf zwei Achsen (die hinteren). Nix mit Mittelmotor und Metallchassis. Die Lok wirkt billig und ist sehr leicht. Aber, "Made in Austria" steht auf der Unterseite des Drehgestells.



Jede Achse hat ein Messingrad und eins aus Plastik. Das ist gut für eine unzuverlässige Stromabnahme. Die Drehgestelle vom Typ "Blomberg-B" stammen nicht aus dem hauseigenen Baukasten (wo dieser Drehgestelltyp schon in einer optimalen Ausführung vorhanden gewesen wäre), vielmehr sind sie zu lang und entsprechen mit dem Radstand anderen Tyco Drehgestellen mit dem sog. "Power-Torque" Antrieb. Die recht scharf nachgebildeten Details sind aber eher wieder Roco-Standard. Die seitlichen Führerstandsfenster wirken viel zu klein. Neben der "Spirit of 1776"-Lackierung gab es vermutlich nur noch eine F7A der Santa Fe, die bei Roco produziert wurde. Alle anderen F7 von Tyco sind m.W. nicht aus Österreich.







In einem zweiten Teil zeige ich demnächst noch ein paar Güterwagen.

Schönen Gruß,

Martin


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RE: Roco - Auftragsfertigung für USA

#2 von plastiklok , 17.07.2025 16:12

Hallo Martin,

vielen Dank für deine aufklärenden Worte. Es ist immer wieder erstaunlich, wie so manches zusammenhängt.

Meine beiden gezeigten Baldwin RF-16 sind also eindeutig von Roco.

Viele Grüße nach München,
Ralph


 
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RE: Roco - Auftragsfertigung für USA

#3 von martin67 , 17.07.2025 16:57

Servus Ralph,

ja, die sind definitiv von Roco. Bei der Santa Fe steht ja auch Roco drunter. Ich denke, daß bei der D&H eine Bodenplatte fehlt, die diese Aufschrift trägt.

In den 90ern gab es diese Sharks noch einmal von E&R Models (die Firma, die auch die australische Monorailpackung im Programm hatte). Ob diese Loks in Salzburg gefertigt wurden weiß ich nicht. Theoretisch könnte es auch sein, daß die Formen abgewandert sind.

Auch die Atlas-Loks sind plötzlich in den 90ern nochmal aus der Versenkung aufgetaucht. Die waren "Made in Mexico" und stammen deshalb nicht von Roco.

Der Vollständigkeit halber, es gab auch noch Kopien von einigen dieser Loks. Die SD24 von Tyco hat auffallend viele optische Gemeinsamkeiten mit der Atlas/Roco und auch die SD35 von Pemco ist eine billige Kopie der Atlas-Lok.

Schönen Gruß,

Martin


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RE: Roco - Auftragsfertigung für USA

#4 von RailFun , 17.07.2025 19:18

Hallo Zusammen,

auch Walthers hat in Österreich fertigen lassen.

Bei mir verdient sich die Fairbanks-Morse H12-44 von Walthers (932-1305) ihre Brötchen mit dem Rangieren von Caboose, und die trägt auf der Unterseite eines Drehgestells das „Made in Austria“. Gekauft habe ich die Lok in Grand Rapids in 2001. Die Lok hat also schon zwei Mal den Atlantik überquert .



Von E-R Models habe ich eine FP7 in Southern Pacific „Black Widow“ Lackierung, die ebenfalls auf dem Drehgestell ein stolzes „Made in Austria“ zeigt. Die Lok wartet derzeit noch auf ihren Einsatz auf der Anlage zusammen mit passenden F7B und F7A Units von Stewart Hobbies.



Schöne Grüße
Peter


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RE: Roco - Auftragsfertigung für USA

#5 von martin67 , 17.07.2025 19:38

Servus Peter,

stimmt, irgendwie war da noch was mit Walther's. Die hatte ich ein bisserl "vertrunken" . Mit der E-R FP7 lüftest Du das Geheimnis der Herkunft dieser Modelle. Da haben die tatsächlich die uralten Formen nochmal ausgegraben und sogar benutzt.

Schönen Gruß,

Martin


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RE: Roco - Auftragsfertigung für USA

#6 von martin67 , 17.07.2025 20:16

Wie versprochen, zum zweiten Teil, den Güterwagen. Diese Güterwagen waren alle bei AHM im Sortiment. Einen Teil davon gab es aber auch von Model Power. Roco hatte hier sehr schöne und fein gestaltete Modelle geliefert, die es z.T. bei anderen Herstellern nicht gab und die sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreuen (wenn man den aufgerufenen Preisen glauben kann). Alle Modelle gab es in verschiedenen Varianten und Roadnames. Das Folgende ist nur ein Teil des Gesamtsortiments (in Bayern "Magentratzerl"), die Modelle hatte ich in meiner Sammlung, aber mittlerweile schon verkauft.

Boxcar 40' Pullman Standard PS1



Stock Car 40'



Die folgenden zwei Wagen sind Weinfaßwagen und waren seiner Zeit in dieser Form nur von Roco/AHM erhältlich.





Offener Güterwagen mit Stahlwänden (Vorsicht, Verwechslungsgefahr mit dem fast identischen Rivarossi-Modell)



6-Dome Tanker, der war auch wo anders nicht im Sortiment



Wood Side Gondola (Vorsicht, gab es auch ähnlich von Mehanotehnika)



Chemiekesselwagen 1-Dome (das war die Basis für den schwarzen oder silbernen Tankwagen im Europaprogramm)



Zwei verschiedene Double-Door Automobile Boxcars mit Holzwänden (sowas gab es auch von Mehanotehnika)





Zwei Wide-Vision-Cabooses (ähnliche gab es später auch aus chinesischer Fertigung von AHM)





Flatcar mit Gitteraufbau hoch



Faltcar mit Gitteraufbau niedrig



Ore Car (der war in den 90ern mal vor Weihnachten mit einer Mozartkugel beladen hierzulande erhältlich)



Woodside Reefer



Wer mehr über den dahinter verborgenen Nummernsalat wissen möchte, in Berhard Steins Int. Modellbahnkatalog kann man das nachlesen, oder man besorgt sich die, zugegeben etwas schwer zu findenden, Kataloge von AHM.

Schönen Gruß,

Martin


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RE: Roco - Auftragsfertigung für USA

#7 von martin67 , 17.07.2025 20:18

So, jetzt wird es kompliziert....
Will ich einen AHM-Wagen von Roco kaufen, wie erkenne ich ihn unter den ganzen Doubletten? Die Dinger gibt es hauptsächlich bei eBay, also schauen, ob der Verkäufer "Made in Austria" dazuschreibt. Das ist ein guter Hinweis, auch wenn die Möglichkeit besteht, daß die Verpackung vertauscht wurde. Dann auf die Drehgestelle schauen. Rocowagen hatten immer extrem fein ausgebildete Bettendorf-Drehgestelle (keine Archbar, keine Timken oder so), die immer pechschwarz waren. Und hier kommt ein neuer Beitrag zu österreichischen US-Wagen (den hatte ich 2019 schon mal in einem anderen Forum gepostet):

Ich vermute, der Bedarf an Modellbahnen war so groß, daß man bei Roco diesen allein nicht decken konnte und an Liliput herangetreten ist, um um Unterstützung zu bitten. Zumindest machen die AHM-Nummernkreise keinen Unterschied zwischen Modellen von Roco und Liliput. Es gab aber Unterschiede. Liliput produzierte zunächst Pullman Standard Box Cars und Reefer (Kühlwagen), die vom Typ den Rocowagen entsprachen. Allerdings wurden bei Liliput die Aufstiegsleitern nur angegossen. Die Drehgestelle der Wiener Wagen waren etwas klobiger und grau, während die von Roco schwarz waren (vgl. mit Wagen oben im ersten Teil). Nachdem diese Güterwagen nur mit "Made in Austria" markiert waren, wird in USA allgemein der Gedanke vertreten, daß Roco der alleinige Lieferant war. Das ist falsch.







Im Laufe der Zeit produzierte man auch Modelle, die kein Äquivalent aus Salzburg hatten, wie z.B. diesen gedeckten Hopper.



Übrigens ließ Con Cor seine Streamliner-Schnellzugwagen bei Liliput produzieren und es gab auch eine Alco PA aus Wien.

Zurück zu Mehanotehnika. Augenscheinlich gingen die Exporte von Österreich nach USA Ende der 70er Jahre deutlich zurück und AHM suchte nach preiswerten Alternativen. Roco war mittlerweile mit der Eroberung Deutschlands beschäftigt. AHM fing an für Kurze Zeit Modelle von Lima zu beziehen, vermutlich mit relativ geringem Erfolg. Mehanotehnika war schon als Lieferant von H0e Feldbahnloks im Spiel, jetzt wurde alles mögliche geordert. Die in Jugoslawien gefertigten Güterwagen sahen z.T. den Rocomodellen täuschend ähnlich, anfangs hatte ich die Vermutung, daß Roco die Formen verkauft hatte. Aber das stimmt nicht. Hier zum Vergleich, der orangefarbene ist der Rocowagen, der gelbe ist von Mehanotehnika:









Bei den AHM-Wagen, immer Drehgestelle anschauen, wenn man Roco möchte, ganz wichtig!

Martin


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RE: Roco - Auftragsfertigung für USA

#8 von RailFun , 21.07.2025 14:01

Zitat von martin67 im Beitrag #6
Ore Car (der war in den 90ern mal vor Weihnachten mit einer Mozartkugel beladen hierzulande erhältlich)


... und hier ist diese Kuriosität, die mir vor einiger Zeit einmal gebraucht "zugelaufen" ist.




Natürlich war die Mozartkugel längst verfuttert, und regulär fährt der Waggon auch nicht in meinem Erzzug, von dessen 54 Waggons (alle von Roundhouse) ich hier nur mal auf die Schnelle einen Teil im Schattenbahof aufgenommen habe.



Schöne Grüße
Peter


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RE: Roco - Auftragsfertigung für USA

#9 von herribert73 , 01.03.2026 17:30

Hallo zusammen,

sehr schöner Thread. Ich habe nur wenig beizutragen aber hier kommt das wenige was ich weiss. Hoffe Martin verzeiht mir das ich mich an seinem Beitrag entlanghangele.

Zitat von martin67 im Beitrag #1

Atlas

Für Atlas entstanden neben einer EMD FP7A eine Reihe von Road-Switchern (Loks mit schmalen Aufbauten und Geländer). Alle Modelle gab es beschriftet für verschiedene Bahngesellschaften und auch unlackiert.

-EMD FP7A (verlängerte F7A mit Heizkessel für den Personenverkehr)
-EMD SD24 High Nose
-EMD SD35 Low Nose
-EMD GP38 High Nose
-EMD GP38 Low Nose
-Alco S1000 Rangierlok




Es gab auch noch eine bei Roco gebaute GP 40 Low Hood. Nr 7039 ff. Ist ja im Prinzip, zumindest Fahrgestellmässig, dasselbe wie die GP 38 halt nur mit einem Luefter mehr. Aber gab es. Zeig ich sobald ich kann.

Zitat von martin67 im Beitrag #1


AHM

AHM war ein Importeur für alle Arten von Modellspielwaren, neben dem Roco Minitanks-Sortiment waren auch jede Menge Modelleisenbahnen im Sortiment. Anfangs wurden qualitativ hochwertige Modelle von Rivarossi und Roco angeboten, im Laufe der Zeit änderte sich das Programm hin zu Billigprodukten aus Jugoslawien und Asien. Von Roco für AHM kam nur eine einzige Lok, eine Alco Century C430.










Und die sind ähnlich wie die Tyco Lok im Anfangsbeitrag von Martin noch einem zweiten Blick wert. Bei mir behauptet AHM allerdings das es sich um eine Alco Century 424 handelt, die 430 ist doch eher die Mexikanische Lima Alco Century (Edit: nee isses nicht, das ist eine Century 420, Tyco hatte eine 430 und ich weiss eh nicht was da der Unterschied sein soll). Egal, zu Martins beiden noch weitere 3 der insgesamt 7 Lackierungsvarianten umfassenden Gruppe.

Im Gegenteil zu dem was man gerne bei "Roco gefertigt" annimmt sind die nämlich auch nicht auf allen Achsen angetrieben.



ich hab 3 von den Dingern, fragt nicht warum. Gehört sich nicht.



Boxfrisch zu 66%



und das ist gut da dies das absolut bescheuertste Verpackungsdesign in der in dieser Hinsicht nicht gerade von Ruhmesstunden uebersäten Modellbahngeschichte ist. Wenn man es aufmacht und den Einsatz heraus nimmt fällt die Lok einfach durch. Klasse.



Genug genölt. Die 33% die schon mal aufwahren (da giebt es ein 100% forensisches Indiz auf das ich gleich zurueckkomme), die hab ich mal aufgemacht und siehe da, offner 5 poliger Motor mit lustigerweise 2 Kardanschalen aber nur einem angetriebenen Drehgestell. Die Strohmabnahme ist ähnlich "nicht hier nicht da" geteilt, 2 Räder fuer +, 4 fuer Masse. Nicht unbedingt was man under Roco versteht, läuft aber gut, Drehmoment ist aber nicht so toll.



Und hier seht ihr das besagte Indiz. Es ist im Prinzip unmöglich die Dinger aufzumachen ohne die Geländer die vom kurzen Ende zur "Cab"tuer gehen abzubrechen.



manchmal sind die nur lose, bei den beiden anderen sind die fest, hier war eine Seite schon weg, die andere ueberlebte meinen Selbstversuch hier nicht.



Nochwas. Made in Austria steht unter 2 von 3 Lokomotiven, BN und C& NW, aber nur auf dem Ballasstueck unterm Tank. Die beiden Loks in den dunkleren Verpackungen haben Made in Austria auf der Verpackung.

Achja, und falls es jemanden interessiert, weder das angetriebene Drehgestell noch die Kardanschalen tragen in das Lichtraumprofil unter der Motorhaube. Allrad währe also möglich, wurde aber nicht gemacht. Das sieht man zwar nicht von wegen dem dicken Gewicht was da vollständig das Fuehrerhaus ausfuellt aber mich hatte das doch intressiert.

Ok, das war es soweit ich was beitragen kann.

Gruss Fred


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RE: Roco - Auftragsfertigung für USA

#10 von Es(s)bahner , 01.03.2026 22:02

Moin. Das mit der schlechten Stromabnahme der F7A von Tyco wegen den 2 Kunststoffrädern würde ich so nicht bestätigen wollen. Da muß noch etwas Anderes hineinspielen. Bei all meinen älteren amerikanischen Modellen von A.C.Gilbert in Spur S ist das so gemacht - ein Drehgestell linke Seite Stromabnahme, das andere Drehgestell rechte Seite Stromabnahme. Und damit gibt es nie Probleme. Da spielt es also überhaupt keine Rolle, daß bei einem Drehgestell auf einer Seite 2 Kunststoffräder verbaut sind. Auch bei den Dampfloks, wo die Stromabnahme im Tender erfolgt, ist das so gemacht. Wenn es bei der F7A also zu Problemen mit der Stromübertragung kommt, dann bestimmt nicht wg der Anordnung der Kunststoffräder. Bei Gilbert ist das einfach gelöst. Die Radscheiben sitzen leitend auf den Achsen, diese wiederum leitend im Drehgestell. Mind. 1 Drehgestell (manchmal auch beide) ist isoliert an der Bodenplatte aufgehängt. Primitiv, aber sicher funktionierend. Bei der jeweils anderen Seite sind entweder Kunststoffräder verbaut (Haftreifen nicht nötig) oder die metallenen Radscheiben haben Isolierbuchsen zur Achse hin. Wie das Tyco jetzt genau gelöst hat, kann ich auf Deinem Bild nicht erkennen. An der grundsätzlichen Gestaltung / Anordnung sollte es wahrscheinlich nicht liegen.

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RE: Roco - Auftragsfertigung für USA

#11 von herribert73 , 05.03.2026 17:13

Hallo nochmal,

Da war ja noch was

Zitat von herribert73 im Beitrag #9


Es gab auch noch eine bei Roco gebaute GP 40 Low Hood. Nr 7039 ff. Ist ja im Prinzip, zumindest Fahrgestellmässig, dasselbe wie die GP 38 halt nur mit einem Luefter mehr. Aber gab es. Zeig ich sobald ich kann.




Grosspurig angekuendigt, so ist sie jetzt da die ATLAS GP 40 Low Hood





steht zumindestens drauf.

Drinnen wie eigentlich von Roco gewohnt





GP 40 hat was mit dem 3ten Luefter auf der Langen Haube zutun. Angeblich...



Ah, ja. Die Verpackung ist sehr ähnlich der oben gezeigten Alco 424 von AHM, nur bei Atlas macht das halt Sinn da man den Deckel nach oben abhebt, und nicht die Lok wie bei AHM " rausflutschen " muss



Ueberhaupt Verpackungen dieser Clones. Identische Breite und Höhe, Atlas und Model Powers Sharknose identisch bis auf die Einlage.



Und dann schauen wir uns nochmal die Markierungen an.







Genau, da hat einer in Salzburg gesoffen. Spiegelverkehrte Aufschriften jeh nach Boogie Modell. Oder vielleicht war das so ein Unterscheidungsmerkmal AAR Type B vs Bloombergs fuer die nicht initierten. Auch interessant die Flanschhöhen der Räder. AHM ist nicht ganz RP25, der Rest aber deutlich höher.

Und dann wollte ich nochwas loswerden. Die 215 die hier im Thread genannt wurde ist meines Erachtens NICHT die Lock die direkt, und damit meine ich direkt, fuer den Europäischen Markt von dieser Lohnarbeit abgezweigt wurde. Das ist die:



Genau, die Sharknose in Gruen.



Die SNCB Reeks 59.





Hier hatte man sich noch nichtmal die Muehe gemacht den Rahmen umzuarbeiten sondern einfach dem Sharknoserahmen einseitig die Schnauze abgeschnitten. Das heisst das Die Reeks 59 deutlich mehr Teile mit der USA Produktion teilt als die allererste BR 215. Und das wahr ja auch in "Echt" so.

(Ich bitte uebrigens die Qualität der letzten beiden Modelle zu entschuldigen, das sind beide Ersatzteil_Spender, absurderweise genau deswegen leicht zugänglich)

Egal. Soweit ich zum Thema. Die späteren SNCF BB 63000 haben nicht dieselben AAR Trucks wie die Reeks 59 oder die Scharknose, das sieht aus wie eine neue Form. Genauso giebt es viele Unterschiede zwischen den AHM und Modelpower Trucks.

Gruss Fred


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