ihr habt alle eure tollen Anlagen mit dem Arnoldgleis aufgebaut und es scheint recht gut bei euch zu funktionieren. Ich habe jetzt meine Spielanlage mit Minitrix-Gleis gebaut, weil das Arnold-Gleis bei mir nur Probleme verursacht hatte. Ständig musste ich mit Kontaktproblemen kämpfen. Stellenweise war das so, das die Lok je nach Gleis mal schneller mal langsamer fuhr, also sehr unregelmäßig. Von Weiche zu Weiche war auch meist sehr schlechter Kontakt, die Lok regelte auf halbe Geschwindigkeit herunter. Gut- jetzt bin ich natürlich vom Digitalfahren (ein anderes Kapitel) verwöhnt - aber ich wollte eine klassische Analog-Anlage bauen, so, wie man sie früher als Junge gern gehabt hätte. Trafos sind von Arnold: einmal der große ASS und der kleinere, der den Startpackungen beigelegt war. Ich habe sämtlich Gleisverbinder nachgebogen, damit die strammer sitzen, den Schienenkopf mit diesem Reinigungsfilz bearbeitet. Ergebnis: immer noch schlecht. Frustriert habe ich die Schienen daraufhin zusammengepackt und in eine Kiste gelegt. Und für den Bau der Anlage dann das Minitrix-Gleis genommen. Damit ist alles in Ordnung, die alten Fahrzeuge laufen immer noch hervorragend. Es wurmt mich allerdings, dass ich meine Arnold-Sammlung auf dem fremden Gleis fahren muss. Würde gerne auf der Anlage das braune Arnold-Gleis sehen... Habt ihr irgendwelche Ratschläge oder Tricks im Umgang mit diesen Gleisen parat? Das kann doch nicht sein, dass das nur bei mir schlecht funktioniert...
tut mir leid, dass Du schlechte Erfahrungen mit dem Arnold-Gleis gemacht hast!
Meine Erfahrung ist: In EINZELFÄLLEN kann es einzelne Schienen geben, die den Strom nicht gut leiten. Die wirken wie Langsamfahrstellen. Da hilft auch keine Reinigung oder zusätzliche Stromeinspeisung. Und auch die Schienenverbinder sind nicht das Problem, vielmehr die Leiteigenschaften der Schienen selbst.
Unsere Anlage misst ca. 2,8 m x 1 m, die Streckenführung ist überwiegend zweigleisig. In der Bauphase entdeckten wir ein einziges Gleis mit solchen Schienen. Diese Gleise einfach nicht verwenden.
Aufpassen muss man auch bei den braunen Weichen der ersten nach 1976 ausgelieferten Chargen. Auf diesen Weichen können leichte Wagen in einer bestimmten Fahrtrichtung wegen eines abweichenden Schienenabstandes der Weichenzunge entgleisen. Diese Weichen erkennt man daran, dass sie kurze Weichenzungen und keinen sichtbaren silbern glänzenden Drahtbügel am Zungenende aufweisen.
So (und nicht anders) sehen die problematischen Weichen aus:
Weiche1976.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Spätere Ausführungen wiesen diesen Mangel nicht auf. Diese sind an silbern glänzenden Drahtbügeln am Zungenende zu erkennen, und es gibt sie mit kurzen und mit langen Zungen.
ABER:
Wenn man die fehlerhaften Gleise und Weichen ausschließt und auch das Material und die Form des Schienenprofils akzeptiert, dann bekommt man eine gute Anlage, die nach meinem Dafürhalten besser aussieht als die Anlagen mit glänzenden (Neusilber-) Schienen anderer Hersteller.
Hallo und danke für die Infos. Ich werde heute Abend mal mein gesamtes Gleismaterial inspizieren. Vielleicht sind tatsächlich einige Schienen dabei, die einfach nur schlecht leiten. Noch eine andere Frage: macht es Sinn, die vorhandenen Weichen zu öffnen und alle Kontakte mit dem Glasfaserstift zu bearbeiten?
Würde sagen: Wenn Kontaktprobleme bestehen sollten, kann man das versuchen. Ich persönlich kenne solche Probleme allerdings nicht, obwohl die Weichen schon viele, viele Jahre im Einsatz sind und vor noch mehr Jahren hergestellt worden waren.
Nur vorsorglich: Kontaktprobleme an inneren Kontakten von Weichen haben nichts mit der Leitfähigkeit einzelner Schienen zu tun.
etwas wurde bislang noch nicht angesprochen: die Einspeisung! Auch wenn du in deinem Material kein Stück "schlechtleitendes" Gleis finden solltest, die Einspeisung spielt eine große Rolle, mithin durch die Brünierung sogar eine größere, als beispielsweise bei Mtx. Du hast uns keinerlei Infos zukommen lassen, wie groß die Anlage ist und wie viele Einspeisepunkte du hast. Man sollte, gerade auch bei N, so etwa alle 50 cm bis max 1m eine Einspeisung vorsehen. Und/oder, je nach Gleisplan z.B. bei Bahnhofsgleisen zwischen den Weichen für jedes Gleis eine Einspeisung. Die man dabei sogar dann weiternutzen könnte als mögliche Abschaltung der einzelnen Gleise. Und eben darauf achten, daß sich möglichst irgendwo vor und nach jeder Weiche eine Einspeisung findet. Gilt übrigens auch für Gleismaterial anderer Hersteller; auch wenn du damit momentan noch keine Probleme haben solltest, die Zeit schafft auch hier welche ;-). Ich hatte sowas schon bei einem mehr oder weniger einfachen Oval und Roco-Gleisen. Eine Einspeisung und in einer "Ecke" des Ovals übten sich die Loks in Langsamfahrt...
Die Spielanlage ist 150 x 60 cm groß. Doppelgleisiges Oval mit Gleiswechsel und zwei längeren Abstellgleisen. Etwa so, wie eine dieser Kataloganlagen um 1989/90 herum. Mit zwei bis drei Einspeisepunkten (pro Oval) sollte ich da auskommen. Ich werd das über die Tage in Ruhe ausprobieren und berichten.
So, ich habe heute Nacht mal verschiedenes ausprobiert. Die Weichen, die ich habe, haben diesen silbernen Drahtbügel an der Zunge. Also sind die ok, das zeigte sich auch im Test mit verschiedenen Fahrzeugen aus der Sammlung. Kontakte sind gut. Entgleist ist bisher nix.
Ich habe ein Testoval aufgebaut mit 3 x 1010 Standardgerade als Länge. 1x Stromeinspeisung, die Gleisklammern mit Glasfaserstift etwas blank gemacht. Zunächst R1, da ich R2 noch nicht habe. Nach einer Reinigung mit dem Filzpad und SR24 lief alles einwandfrei.
Werde jetzt abwarten, bis das Außenoval aus R2 eintrifft. Dann kann ich die Anlage gleistechnisch komplett aufbauen. Danach wird alles nochmal ausgiebig getestet.
Mein Fazit: gebrauchte abgelagerte Gleis gut reinigen, SR24 ist da wohl das Mittel der Wahl, weil das die Brünierung nicht angreift, Schienenverbinder etwas mit der Zange nachdrücken. Gleisklammern für die Stromübertragung genau prüfen und reinigen.
Wenn der Test dann positiv verläuft, kann ich die Gleise auf meiner Anlage austauschen.
Übrigens leiten Schienen mit mangelhafter Leitfähigkeit auch nicht besser, wenn sie direkt an eine Stromquelle / Zusatzeinspeisung angeschlossen werden. Hatte ich vor Jahren ausprobiert.