Ein äußerlich noch sehr schön erhaltener Kesselwagen, mit Einfüllstutzen und Ablaufhahn, ist in meinem Bestand vorhanden. Und auch dieser Kesselwagen ist natürlich von einem der vorherigen Besitzer wohl einmal mit einer Flüssigkeit befüllt worden, deshalb ist eine sichtbare Korrosion innen zu erkennen. Außen ist der Kessel noch frei von Korrosionsspuren. das Fahrgestell ebenso.
Hat schon jemand dieser Korrosion mit einem Mittel versucht beizukommen ?
Ich würde diese Korrosion nicht abtragen, nur konservieren oder deutlich verlangsamen damit der Wagen noch sehr lange in dem heutigen Zustand bleibt. Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist die mögliche Geruchsbelastung nach der Behandlung, auch bei mir ist dieser Wagen in unserem Wohnbereich aufbewahrt. Ich bin da recht abgestumpft, aber meine liebe Frau ist natürlich deutlich empfindlicher.
Fette und Wachse wären schon interessant, oder doch ein aushärtendes Öl ???
In meiner Kemenate, wo ich meine Modellbahn aufbewahre, ist eine für diese norddeutsche Region übliche Luftfeuchtigkeit von +/- 60%, das reicht aus um die Korrosion bei Nichtbehandeln weiter laufen zu lassen. Es wäre doch sehr schade um diesen Wagen.
Meinen B-Manta habe ich 1987 mit Tuff-Kote-Dinol versiegeln lassen, wirkte sehr gut stank aber 2 Jahre. Mein Manta400 wurde von einem Vorbesitzer um 1985 mit Mike Sanders geflutet, klebte und schmierte überall, ist heute noch rostfrei und war selbst für Frauen nicht unangenehm. Schafswollfett habe ich im Motorrad meines Rekord-E verwendet, wirkt sehr gut aber für Innenbereiche zu geruchsintensiv. Dazu soll es auch Lack unterwandern.
Hallo Thomas, ich kenne Owatrol Öl, habe es selber aber noch nicht im Innenbereich verwendet und kann über andauernden Geruch nichts sagen. Es ist ein lufthärtendes, gut kriechfähiges Öl, das Feuchtigkeit verdrängt. Gruß Heiner
Wenn die rote Kontrollscheibe im Sichtfenster sichtbar ist, dann ist die Parkzeit überschritten!
Hallo Thomas, Womöglich steh ich auf dem Schlauch (oder Blech): bevor eine Schutzschicht mit Fett oder Wachs auf die Blechfläche kommt, müsste da nicht zuerst mit Rostumwandler die bestehende Korrosion „neutralisiert“ werden? Ist schon lange her, hab ich ein Blechteil mit so Umwandler aus dem Baumarkt, Kfz-Reparatur-Abteilung, behandelt. Roch kaum. Zuerst, so die Anleitung, das Teil gebürstet um Flugrost/Staub zu entfernen – das geht bei deinem Kesselwagen natürlich nicht, der ist ja zugelötet/dicht. Bei einem mit Laschen (KB z.B.) ginge es. Dieser Rostumwandler bildet dann (angeblich) gleich auch die Schutzschicht gegen weitere Korrosion. Da dein Kesselwagen dicht ist, spielt der Geruch nicht so eine Rolle? Während der Behandlung draußen arbeiten, danach Einfüllstutzen drauf und gut ist? Gutes Gelingen wünscht dir, mit Gruß - spurnullo
Zitat von Rumpelbahner im Beitrag #1.................. Ich würde diese Korrosion nicht abtragen, nur konservieren oder deutlich verlangsamen.
Gruß ... Thomas
Hallo Thomas,
den Rost nur in irgendwelchem Medium einzupacken, ist nicht der richtige Weg.
Der Rost muß weg!
Den bekommst Du am Besten dadurch weg, indem Du ein wenig ganz feinen Splitt oder auch feinen Kies in den Kessel füllst, und dann den Waggon schüttelst.
Anschließend den Splitt oder Kies samt dem Eisenoxyd herausschütteln, und den Kessel mit Druckluft vorsichtig ausblasen.
Erst dann können Korrosionsschutzmaßnahmen wirken.
Habe ich so an einem 1774 Shell von 1935 durchgeführt.
Im Übrigen bin ich der Ansicht, daß nach der oben beschriebenen Methode keine weitere Behandlung nötig ist. Mein 1774 Shell hat seitdem sich im Kesselinneren nicht mehr verändert. Der Kessel ist bis auf das kleine Luftloch im Deckel verschlossen, und Wasser fülle ich bestimmt nicht ein.
Man nehme ein Stück Blech, und schneide alles weg, was nicht nach Lokomotive aussieht.
Moin, Heiner: zu Owatrol habe ich mir einiges durchgelesen, da würde ich aber fast nur zum darin enthaltenen Leinöl greifen.
Spurnullo: bei den Märklin-Kesselwagen sind Schraubdeckel mit Luftloch drauf, wie wir sie auch von Petroleumlampen kennen. Da dunstet immer etwas rein oder raus. OK, mit Fertan Rostumwandler werde ich die Tage mal ein Probeblech bearbeiten und schauen was sich tut.
Klaus: Mit feinem Splitt den groben Rost entfernen hatte ich angedacht, wegen der nur 0,3mm-Materialstärke im ehemaligen Neuzustand vor ca. 90 Jahren bin ich da zurückhaltend. Nun werde ich wohl mal all meinen Mut packen und den Versuch starten. Bloß ob ich dann das raue Blech so lasse bereitet mir noch Gedanken.
Moin Thomas, als etwas feineres Material wäre Vogelsand in seiner feinsten Sortierung eine Möglichkeit. Wenn der Rost dann so weit als möglich beseitigt ist einfach zuschrauben und von innen einen Minitropfen Klebstoff auf das Entlüftungsloch. Das meine Idee dazu.
im Gebiet der Oldtimer-Sanierung hat sich FERTAN Rostumwandler gut bewährt. Ob es aber für den Kesselwagen geeignet sein könnte kann ich nicht sagen. Man sollte aber nicht zu entrostenden Teile gut abdecken sofern diese nicht neu lackiert werden sollen.
Nach der Behandlung damit unbedingt neu versiegeln, ggf. auch mit TAPOX 2-K Tank-Innenbeschichtung.
ich hätte, wie Klaus sagt den losen Rost mit Schütteln von Splitt oder feinem Kies entfernt. Um die Bildung von neuem Rost zu verhindern, danach einfach mit einem beliebigen Sprühöl von innen einsprühen. Hauptsache es verdrängt feuchtigkeit. Ballistol hat sich da bewährt oder das Multiöl von Caramba. Das kriecht auch super. Nehme ich beim Auto seit Jahren, wo ich mit der Hohlraumpistole nicht hinkomme. Funktioniert super. Und der Kesselwagen wird ja nicht befüllt. Von daher sehe ich da keine erhöhte Gefahr.
Klaus: ich stimme Dir zu, Caramba, Schafswollfett, Balistol & Co lassen wir auf jeden Fall weg. Neben dem Unterwandern vom Rost ist der Lack dran, das wollen wir nicht. Dazu kommen die „Ausdünstungen", obwohl ich Balistol mag☺️, meine Frau aber nicht.
Bei mir beginnen die kommenden Wochen paar Tests mit Blechstücken, teils mit teils ohne Zinn. Paraffin, Canaubawachs, Petroleum, Lackpolitur und was mir die Tage noch einfällt kommt drauf.
Und nach mindestens einem Jahr schaue ich mal wie es aussieht.
zu bedenken ist auch, daß die Hähne nie richtig dicht sind. Der frühere aus Blei mit dem Küken zum Schwenken ist eh nur Attrappe, und der spätere aus gedrehtem Messing mit Verschlußschraube ist gegen den Kessel mit einem Lederring "abgedichtet", welcher sich vollsaugen kann.
Ich rate daher von irgendwelchen Flüssigkeiten zur Konservierung ab.
Es haben aber ohnehin alle Konservierungsmittel, ob flüssig oder cremig, den Nachteil, in den Hahn einzudringen und diesen zu verkleben.
Ich lasse meine Kesselwagen so, wie sie sind. Die von Märklin haben jetzt ein Alter von 70 bis 90 Jahren, und wenn sie bis heute nicht durchgerostet sind, werden sie es in meiner Restlebenszeit wohl auch nicht mehr tun.
Und die Kesselwagen aus der Replika-Fertigung (Hehr und Ritter) wurden nie befüllt, also besteht da auch keine Gefahr.
Man nehme ein Stück Blech, und schneide alles weg, was nicht nach Lokomotive aussieht.
Klaus: da stimme ich Dir zu, auch die Ablaßhähne sind nur Schaustücke. Die „Dichtung“ hat nur den Sinn den eingeschraubten Hahn stoppig im Gewinde zu halten damit er während des Fahrbetrieb nicht rausrüttelt, dafür reicht es.
Aktuell ist mein Spur0-Bestand in Ex-Gemüseboxen gelagert, gegenseitig in dem guten Einwickelpapier, was wir seit frühester Jugend aus der Porzellan-Abteilung des Haushaltwaren-Fachgeschäft kennen, geschützt gewickelt. Ja, und einige haben schon einen netten Karton aus Graupappe bekommen.
Thomas, ohne den "Dichtring" könnte man im Zweifelsfall den Hahn überhaupt nicht passend ausrichten. Ein bisschen Flexibilität ist da zwingend nötig.
Du bekommst Mischkorund auch schon in verträglichen Mengen zu kaufen. Nimm keine Hochofenschlacke oder ähnlich brutales, damit schlägt man sich sehr schnell tausend kleine Macken ins Blech beim schütteln.
Für den groben Rost werde ich mit fein gestoßenem Glas beginnen, da sind auch keine mineralischen Rückstände mehr zu erwarten.
Danach wird der Kesselwagen in feinem Papier gewickelt in einen passenden Karton aufbewahrt, bei etwa 60% Luftfeuchtigkeit für die kommenden gemeinsamen Jahre.
Kartons kann ich ja mittlerweile.
An Klaus geht auch noch ein weiterer Dank für den Hinweis auf die Dichtung aus Leder. Haha, die sind ja fix, je nach geforderter Stärke, selbst mit einer Lochzange / Locheisen aus Gürteln oder Stiefelschäften selber stanzen. Sieht ja blöd aus wenn der Hahn schief steht.
gestern kam mein bei Lankes ersteigerter Kesselwagen 1854 Shell hier an, bis auf den abgebrochenen Griff des Hahnkükens (ist bereits ersetzt) in hervorragendem Zustand:
Mich interessierte natürlich auch der Zustand innen im Kessel. Nur: da drinnen ist es mächtig duster! Da sieht man nix! Also schraubte ich beide Deckelchen von den Einfüllstutzen ab, und ließ durch einen von beiden an einem dünnen Kabel ein H0-Birnchen ins Innere hinab. Folglich hatte ich einen herrlich von innen beleuchteten Kessel! Durch das andere Einfüllloch konnte ich nun bequem in den Kessel spinksen. Dann noch das ganze andersrum, anderes Loch für die Birne, anderes Loch zum Spinksen, und mir war klar, daß außer ein wenig Flugrost mein Kessel wunderbar erhalten ist!
Jetzt tüftele ich daran, wie das auch bei den 1774ern zu machen ist....
Man nehme ein Stück Blech, und schneide alles weg, was nicht nach Lokomotive aussieht.
Notfalls nimmt man eine von diesen modernen LED welche für Lok- oder Wagenbeleuchtung für die Spuren N oder Z ideal sind, mit einem Wiederstand versehen und schwups durch den Ablasshahn eingeführt.
Aber das Chinaesen-Importstück dürfte ähnlich sein.
Ich warte noch auf mein Glasmehl, solange habe ich andere Baustellen.
Hier ein weiterer Kesselwagen, den gestern der DHL-Bote brachte:
Es handelt sich um die Nachkriegsversion. Auch dieser Wagen zeigte im Inneren des Kessels nur minimale Flugrostspuren. Es lohnt sich wirklich, immer in die Kessel hineinzuschauen.
Man nehme ein Stück Blech, und schneide alles weg, was nicht nach Lokomotive aussieht.
Ein Blick in den Kessel entscheidet nämlich über das weitere Schicksal des Kesselwagens:
Kein Rost oder nur Flugrost: ab in die Sammlung!
Stärkerer Rost oder gar Durchrostung: ab in die Kleinanzeigen!
Der Kauf eines Kesselwagens bei ebay und Konsorten birgt immer die Gefahr, ein innerlich verrottetes Exemplar zu bekommen. Und Rückgabe geht meist nicht.
Man nehme ein Stück Blech, und schneide alles weg, was nicht nach Lokomotive aussieht.