mir ist was Neues zugelaufen. War nur ganz kurz auf Ebay eingestellt, dann habe ich zugeschlagen:
Ein 5522/81
Bin ganz happy. Keinerlei Anzeichen auf Zinkpest (auf Holz geklopft!): Das Uhrwerk hat irgendein Blödel völlig in Öl ertränkt, aber es läuft sehr gut. Die abgebrochenen Peilstangen liegen als Nachgüsse bei, beim Versuch, diese einzubohren, hat leider jemand eine Seite der Stoßstange abgebrochen. Das wird demnächst gerichtet.
Ebenso ist die Anhängerkupplung abgebrochen, der abgebrochene Rest steckt noch in der Karosserie. Wenn ich es richtig sehe, hat der Rest ein Gewinde, kann das jemand bestätigen?
Gruß,
Felix
"Das Land steckt in einer Krise, Johnny!" "Wir latschen von einer Krise in die nächste..."
ein sehr interessanter Kauf ! Neben der Reparatur birgt so ein Teil die nächsten Probleme: was hängt man dran ??? Bei der roten Lackierung sind es wohl die Zirkuswagen, bei Grau die Haubitze, Mörser und Scheinwerfer, da kommen aber bestimmt noch verlockende Angebote. Viel Spaß und Glück mit der Zugmaschine.
in der roten Lackierung ist es die zivile Ausführung 5522/81, nicht das Miniatur-Heeresfahrzeug 8022/81.
Dieses Modell wird beim flüchtigen Blättern im Katalog D 16 häufig übersehen, da es sich auf der Seite 61 befindet und nicht auf der Seite 62 oder 63, wie man vermuten würde.
die Angebots- Geschichte des Artikels 5522/81 ist recht interessant:
Das Modell gehört zu den Neuheiten des Jahres 1939.
Es ist noch im Oktober 1947 in den letzten Preislisten für den Katalog D 16 zu finden. Hier ist es das einzige noch aufgeführte Fahrzeug aus der gesamten Miniaturauto- Reihe. Erst in den ersten Preislisten für den Katalog D 47 aus dem Februar 1948 kommen fünf weitere Modelle hinzu.
Zuletzt ist der Schlepper in den Preislisten aus dem April 1951 mit der Nennung eines Verkaufspreises genannt.
Der Artikel war also von 1939 bis 1951 im Programm.
Ich gehe bei meinem Schlepper von Vorkriegsproduktion aus, aber lediglich deswegen, weil das Uhrwerk Aluminiumzahnräder hat. Ist das für die zeitliche Einordnung legitim?
Oder wurden Restbestände an Aluminiumrädern noch nach dem Krieg aufgebraucht?
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Oder wurden Restbestände an Aluminiumrädern noch nach dem Krieg aufgebraucht?
Hallo Felix, zumindest in den unmittelbaren Nachkriegsjahren wurden bei Märklin auch noch Alu-Zahnräder verwendet, siehe auch 00-Loks aus der Zeit. Man warf halt nichts weg, sondern brauchte es auf. Und Buntmetall war auch da noch knapp, und daher nicht für Spielzeug vorgesehen.
Man nehme ein Stück Blech, und schneide alles weg, was nicht nach Lokomotive aussieht.
ab ca. Anfang 1950 steigen die Chancen enorm, dass man sich um die Stabilität eines Gussgehäuses weniger Gedanken machen muss. Die Gehäuse der späten 1940er Jahre findet man dagegen eher selten an einem Stück.
leider gibt es gerade bei diesem Modell kaum noch auswertbare Fundsituationen. Hier wurde und wird viel getauscht. Intakte Aufbauten bekommen intakte Uhrwerke aus Zinkbruchschäden und Kartons gehen eigene Wege, manche waren nie in Göppingen. Dazu kommt, dass auch Märklin selbst in der Nachkriegszeit mit großer Wahrscheinlichkeit Schlepper 8022/81 in 5522/81 umlackiert haben könnte.
ob bei meinem Schlepper Gehäuse und Antrieb schon immer ein Paar waren, kann ich natürlich nicht mehr sagen. Drei von vier Zahnrädern sind aus Alu, die Felgen scheinen mir ebenfalls Aluminium zu sein. Das Uhrwerk läuft trotz des unsäglichen Ölbades hervorragend gut. (Meine Frau war hochbegeistert, als das Schlepperchen bei der Vorführfahrt eine schwarze Ölspur auf dem Boden hinterlassen hat)
Ich kann mit Gewissheit sagen, daß mein Gehäuse unter dem roten Lack keinen grauen Lack hat.
Gruß,
Felix
"Das Land steckt in einer Krise, Johnny!" "Wir latschen von einer Krise in die nächste..."
den wollte ich auch mal haben. Mir bleibt aber der Märklin Metallbaukasten.
Der Traktor war auch Teil des Titelblatts der Bauanleitung 71z des Märklin Metallbaukastens von 1947. Die Vorkriegskästen 00 bis 5 wurden um neue, zusätzliche Teile erweitert, so gab es auch Ergänzungspackungen dazu mit dieser Bauanleitung 71z.
Die Anleitung zum Nachbau des Schleppers oder Traktors befindet sich auf Seite 37 und konnte nur mit dem größten Kasten 105 resp. 5 + Z 105 gebaut werden.
ich habe immerhin die Bilder von meinem Schlepper wiedergefunden. Das Urwerk läuft, ist aber deutlich trockener als bei Deinem Schlepper. Die vordere Stoßstange ist stärker ramponiert, dafür ist der Haken vollständig. Irgendwas ist immer …
Mir ist ein 2-Achser mit Halteblechen fürs Flugzeug zugelaufen, da steht der Schlepper auch gut drauf - nur der Schlüssel muß während der Fahrt abgezogen werden.
Hallo Bodo, dann kannst Du mir bestimmt auch verraten, warum es zwei verschiedene Uhrwerkschlüssel für den 3,5mm-Vierkant gab (siehe mein Bild in #17).
Kleiner Schlüssel = schwache Uhrwerke, z.B. R 880, R 890
Großer Schlüssel = starke Uhrwerke, z,B. R 920, E 920 ?
Man nehme ein Stück Blech, und schneide alles weg, was nicht nach Lokomotive aussieht.
Der große Uhrwerkschlüssel "4516/0 E" lag den Maschinen mit der Feder "4520/920 E" (bzw. "4520/920 CS") bei, also der E 920 und der CS 920.
Die breiteren Flügel erleichtern durch die größere Hebelwirkung das Aufziehen.
Als Ersatzteil finden wir diese Sonderform des Schlüssels bis 1938 in den Zusatzkatalogen der Händler. Er war mit 0,08 RM etwas teurer als der normale Schlüssel, der 0,07 RM kostete.
Mit tatkräftiger Hilfe aus dem Forum hat der originale blaue Hänger über Landesgrenzen hinweg seinen Weg zu mir gefunden und ergänzt nun den Schlepper ganz hervorragend, wie im Katalog seinerzeit abgebildet.
die Garnitur 5522/81G wird heute als Sammlerstück unterschätzt. In der Konstellation mit dem Anhänger erscheint der Schlepper 5522/81 erst im August 1948 in den Preislisten. Die Garnitur 5522/81 G bleibt bis in den Sommer 1951 lieferbar.
Ich muß sagen, nachdem ich dem Anhänger neue, gerade Achsen und rundlaufende Reifen verpasst habe, ist es ein großer Spaß, das Gespann auf dem Boden seine Kreise fahren zu sehen. Es muß nicht immer eine HR sein...
"Das Land steckt in einer Krise, Johnny!" "Wir latschen von einer Krise in die nächste..."
Ich muß sagen, nachdem ich dem Anhänger neue, gerade Achsen und rundlaufende Reifen verpasst habe, ist es ein großer Spaß, das Gespann auf dem Boden seine Kreise fahren zu sehen. Es muß nicht immer eine HR sein...
Magst du davon mal ein Video Machen 😍
Gruß Jörg Gemischtbahner = Jemand der über den Tellerrand schaut !