Bing Schnellbahn bei Lankes

#1 von caepsele , 04.10.2018 22:29

Hallo Bingianer!

Bei der letzten Auktion gab es eine Lok von Bing die man nicht so oft sieht.

Dementsprechend erreichte sie auch ihren Preis!

Was aber die Verwunderung auf sich zieht: der Antrieb!





Wir hatten das Thema früher elektrischer Antrieb hier:
Bing und der frühe Schwachstrombetrieb mit Darstellung von Elementen

Lt. der unterhalb der M&M Tram steht die Abbildung der Schnellbahn mit dem Vermerk "jederzeit selbstanlaufend".
Der Achsantrieb der Tram ist dies nicht. Auch hat dieLok keinen "Kollektorrad" sondern wohl mittels Kontaktfeder entkoppelt am Rad.

Entweder war die Lok bei Lankes ein früheres Modell oder stimmt der Antrieb in der Lok nicht?

Hier nochmals die Abbildungen der M&M Tram und deren Antrieb:



was meinen unsere Urzeit-Bing-Experten?

Gruß
Harry


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RE: Bing Schnellbahn bei Lankes

#2 von Sammelwahn , 07.10.2018 12:58

Hallo Harry,
eine schwierige Frage. Es ist bekannt, das Bing einiges zugekauft hat. Bei der Bahn von Meiser & Mertig steht eine Reichs-Gebrauchsmuster-Nummer auf der Seite, so das ich davon ausgehe, das diese den Antrieb entwickelt haben. Der Antrieb der Bing Lok ist unverkennbar der gleiche wie bei M & M nur die Stromabnahme wurde wohl verändert, also wird er wohl von Bing zugekauft sein.
Dieser Antrieb gehört wohl auch orginal in die Bing Lok. Im Nachtragskatalog 1903 ist die Lok abgebildet und beim Antrieb scheint es sich genau um diesen zu handeln.





mit bestem Gruß
Arne


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RE: Bing Schnellbahn bei Lankes

#3 von caepsele , 08.10.2018 19:20

Hallo Arne,

vielen Dank für die Aufklärung!
Schon erstaunlich wie genau und detailliert die Graveure gearbeitet haben!

Gruß
Harry


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RE: Bing Schnellbahn bei Lankes

#4 von DOCMOY , 08.10.2018 21:05

Servus die Runde,

... Die Stromaufnahme und unterbrechung erfolgt offenbar über ein Bakelit/Pertinax? Rad am Anhänger, an dem Kontaktplatten angearbetet/eingearbeitet sind.

Die Kontakte am Spurkranz geben den Magnetspulen an der Achse jeweils zum richtigen Zeitpunkt Strom, die "6 fach Sternmotor" - Bleche ziehen sich dann zu den massiven Querstreben.

Eigentlich eine Weiterentwicklung des Selenoidantriebs. Vortrieb also Impulsweise, geglätte durch die Trägheit der Wägelchen als Schwungmasse ....

Die "Lok" selbst hat offenbar keine derartige Vorrichtung an den Rädern, wie die Bilder zeigen, sondern hier ist auch die Magnetwicklung auf der Achse isoliert, der Strom kommt IMHO vom Hänger.

Lok alleine kann also nicht von alleine Wegfahren, aber spannende Lösung in mehrfachem Sinne, denn so synchronisieren sich die beiden Spulen wahrscheinlich relativ schnell.

BTW: Ein 3-fach T-Anker ist schaut aber so aus, auf den sich die Angabe des freien Anlaufs bezog.

Zum Thema Chromsäureelement: Chromsäure Eigenschaften und Toxikologie

LG
Fritz


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RE: Bing Schnellbahn bei Lankes

#5 von joha30 , 08.10.2018 21:58

Frtitz,

Irrtum. Der Wagen ist völlig egal. Der Strom fließt von der Batterie zu der einen Schiene, über den Kontakt des einen Rades durch die Spule zum Kontakt des anderen Rades, durch zur Schiene und wieder zur Batterie. In der Spule entsteht ein Magnetfeld immer dann wenn das jeweilige Ankerhorn am Quereisen vorbei kommt.


Viele Grüße, JoHa


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RE: Bing Schnellbahn bei Lankes

#6 von caepsele , 09.08.2019 16:00

Hallo zusammen,

Nachtrag zu dem Antrieb der Schnellbahnlok: Wie vermutet wurde hier ein extra Kollektor zwischen Rad und Spulenkörper verwendet. Ein Sammlerfreund hatte diese Lok in den Händen und hat mir dies bestätigt. Warum die geniale Lösung der Meiser & Mertig Tram nicht auch hier Verwendung gefunden hat? War diese Lok von Bing produziert?

Grüße
Harry


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