Da ich bisher mit den Herstellern/VEBs der DDR gar nicht vertraut bin (Selbstbeschränkung wegen Lima-Sammelwahn), frage ich hier mal an, wie die Fahreigenschaften der Antriebstender (Piko) sind und welche Verbesserungen ohne große Frokkelei mit Bordmitteln erreicht werden können. Gibt es Erfahrungen mit digitaler Umrüstung? Dies deshalb, weil mir der Antrieb meiner kürzlich zugelaufenen 44er Kohle (DB, Trier-Ehrang) von Jouef so nun überhaupt nicht gefällt. Die Antriebe von Roco 2´2´T34- Tendern sind mir schlicht auch gebraucht für eine Jouef-Lok zu teuer. Mich interessieren daher Fotos von allen Seiten und des Innenlebens, Aussagen zu Fahreigenschaften, möglichen Umbauten. Vielen Dank vorab für Eure Hilfe und Anregungen.
Gruß Eric Dorfakademie Hambuch Wer kein Apostroph benutzt, macht weniger Fehler!
die Vorwende-Varianten der Piko Tender unterschreiten noch den Jouef-Level. Damit wechselst Du von "Kreischend" auf "Kreischend und taumelnd". Unmittelbar nach der Wende gab es die Tender mit Faulhabermotoren, die waren sehr viel besser, dürften aber alle in festen Händen sein. Mit der aktuellen Piko Ausführung habe ich keinerlei praktischen Erfahrungen.
wie sieht es denn mit einem Tender aus einem Revell Bausatz aus? Auch auf die Gefahr hin das ich jetzt wegen Schleichwerbung einen Rüffel bekomme, aber bei meinem Moba-Händler war der Doppelbausatz mit der Br 43 für 15,99€ im Angebot.
Gruss Norbert
Wer seine Gedanken nicht auf Eis zu legen versteht, der soll sich nicht in die Hitze des Streits begeben..
wenn ich Eric´s Posting richtig verstehe, ist er mit dem äußerlichen des Jouef-Tender nicht so glücklich. Da wäre ein "Aufpimpen" der Haube doch möglich.
Gruss Norbert
Wer seine Gedanken nicht auf Eis zu legen versteht, der soll sich nicht in die Hitze des Streits begeben..
Sonderbauten? Geregelt? Ungeregelt? Die machen doch am meisten Spaß! Auch beim abwehrenden BS!
EDIT: Um noch mal auf die Piko-Tender zurück zu kommen: Kann man mit Motorwechsel und anderen Achsen dem Tender Manieren beibringen und ist das ohne großen Aufwand machbar?
Gruß Eric Dorfakademie Hambuch Wer kein Apostroph benutzt, macht weniger Fehler!
wie bereits von anderen erwähnt hat Piko für die alten Triebtender der BR 01 , 03 und 41 Tauschtender mit Faulhabermotor angeboten. Dann gibt es noch einen Piko-Tender für die BR 38 mit einem Antrieb wie bei der Piko BR 95. Alle Tender haben die Klauenkupplung. Einen Tender für BR44 hat Piko nicht. Die alten Tender von Piko lassen sich aber aufwerten. Das schaukeln der Tender kommt meistens vom rauhen Piko-Motor in Verbindung mit den alten Haftreifen. Neue Haftreifen bewirken auch schon etwas. In der Fachpresse wie "Modelleisenbahner" wurde das Thema auch behandelt. Hier mal der Bogusch-Umbausatz aus dem Heft 12/1998 S. 62/63.
Dann gibt es die Möglichkeit ein Fahrwerk mit Motor von PMT zu verwenden. Solches wird gerade bei ebay angeboten.
vielen Dank für Deinen Beitrag. Wenn mir mal so ein Bogusch Umbausatz über den Weg läuft, werde ich zuschlagen, sofern der Preis stimmt. Einen entsprechenden Piko-Tender sollte man in der Bucht auftreiben können. Das ist dann mal ein Projekt für den nächsten Winter...
EDIT: Dieser PMT-Antriebssatz passt in den Piko-Tender, oder ist da noch was zu sägen/feilen/bohren?
Gruß Eric Dorfakademie Hambuch Wer kein Apostroph benutzt, macht weniger Fehler!
Dieser DDR Piko Tender war eine Notlösung. Die vorhandene Konstruktion für die BR01.5 wurde nicht in die Fertigung eingeführt, weil es einen Neurer(?)-Vorschlag gab, den vorhandenen BR130 Antrieb zu benutzen. Allerdings war die Gewichtsverteilung u. Reiblast auch durch das notdürftig angepasste Tenderunterteil eher ein Konstruktionsfehler. Der Motor passte nur unter die Kohlen, der Schwerpunkt war nur 2mm vor der 3. Achse, die 4. Achse war nicht angetrieben u. entlastete die 3. Achse, mangels ausreichendem Höhenspiel. Die Dinger haben wir schon zu tiefen DDR-Zeiten umgebaut. Es gibt jetzt dafür aber diese akzeptable Lösung: http://www.pmt-modelle.de/2011/seiten/32201.html
Hier meine DDR Notlösung: Die Dampfloks wurden in der DDR auch mit Braunkohle gefeuert. Bretteraufsätze auf den Kohlenkästen erhöhten das Fassungsvolumen. Der Heizwert der Braunkohle war gering, also brauchte man eine größere Menge. Ich habe die Plastekohlennachbildung ausgesägt und mir einen Kohlenhaufen aus Blei gegossen u. den direkt über den Motor gesetzt. Der Tender wurde schwerer u. der Schwerpunkt wanderte nach vorn, was in diesem Fall entscheidend war. Die Achslager mussten korrigiert werden. Die Achsen selber waren eigentlich kein Problem.
Wir haben mittlerweile 3 Roco BR44. 2 alte u. eine Neue (mit Allradantrieb). Die alten Loks ziehen mehr als die Neuen u. waren robuster. Das neue Zeugs verlor bei uns schon beim Einfahren Teile der Steuerung. Die alten Tender waren auch schwerer. Also, wenn Du noch alte Roco Tender bekommst, wäre auch nicht schlecht.
der Info halber mal der Jouef-Tender im Bild, damit man auch sieht, was hier für eine Katastrophe als Motor werkelt. Sorry, die Bilder sind farblich etwas daneben...
Gruß Eric Dorfakademie Hambuch Wer kein Apostroph benutzt, macht weniger Fehler!
nochmal was zum alten PIKO -Triebtender 01 / 03 / 41 : Es gibt einen einfachen Trick , dem Tender den Schwerpunkt nach vorn zu verschieben und ihm brauchbare Laufeigenschaften zu bescheren . Das ganze kostet gar nichts außer bissel Arbeit ! Man säge einfach die beiden Drehschemel , die nur für die BR 130 und E 499 CSD gebraucht werden , knapp an den Getriebeschalen ab und setze dafür 2 Bleiklötze in passender Größe in das Ballaststück ein . Auf die Kontakte achten , gegebenfalls etwas aussparen und isolieren damit kein Kurzschluß entsteht . Die Drehschemel sind ja bei den Tendern sowieso ungenutzt umsonst drin und nehmen nur Platz weg . Die Gewichtsverteilung und - erhöhung bringt schon richtig Punkte ! Dann sollte man noch die Lagereinsätze untersuchen . Den ausgebauten Antrieb mal auf eine glatte Oberfläche (Glasplatte) stellen - dieser darf nicht kippeln , was oft der Fall ist . Geringe Toleranzen kann man durch lockern der 3 Schrauben für die Getriebeschalen und geringfügiges verdrücken ausgleichen bis der Antrieb richtig auf allen 4 Rädern steht . Bei größeren Abweichungen hilft oft das Austauschen der Lagereinsätze , diese sind manchmal leicht unterschiedlich - wohl Toleranzen von verschiedenen Formnestern . Wenn die Lagereinsätze recht Spiel haben , sollte man sie mit wenig Kleber einkleben . Lockere Lagereinsätze begünstigen das Taumeln noch ! Es gab auch mal eine Variante , bei der die 3 Achse mit einer Drahtfeder gefedert wurde - das war ja dann der größte Mist und der Tender eierte noch viel mehr ! Die Drahtfeder unbedingt entfernen und 2 andere Lagereinsätze einbauen , denn diese dort eingebauten haben tiefere ein Einbuchtungen für die Achse . Zuletzt sollte man noch das Spiel des hinteren Radsatzes begutachten . Dieser sollte mindestens 1...1,5 mm nach oben können , damit bei eventuellen Gleisunebenheiten die sichere Auflage der Haftreifen-Radsätze immer gegeben ist . Manchmal muß man die Anschläge der hinteren Achse im Tenderunterteil etwas nach oben ausarbeiten . Ein so umgebauter Tender läuft einwandfrei und taumelt kaum , Entgleisungen der 1. Tenderachse oder schlechte Zugkraft sind für immer Geschichte . Die Loks ziehen mit 4 guten Haftreifen über 80 Wagen mit Spitzenlagern ohne Probleme .
Zitat von rolfuwe im Beitrag #17Wir haben mittlerweile 3 Roco BR44. 2 alte u. eine Neue (mit Allradantrieb). Die alten Loks ziehen mehr als die Neuen u. waren robuster. Das neue Zeugs verlor bei uns schon beim Einfahren Teile der Steuerung. Die alten Tender waren auch schwerer. Also, wenn Du noch alte Roco Tender bekommst, wäre auch nicht schlecht.
Zitat von Musseler im Beitrag #18Hallo Umfrokkler,
der Info halber mal der Jouef-Tender im Bild, damit man auch sieht, was hier für eine Katastrophe als Motor werkelt. Sorry, die Bilder sind farblich etwas daneben...
Ich greife mal dieses Thema auf, aber erstmal Guten Abend in die Runde...zur Ehrenrettung des Jouef Modells muss erwähnt werden das Kollege Musseler ein Exemplar der 1. Generation hat...damals als ich noch in den Niederlanden gelebt habe, bekam der Handel die verbesserte Ausführung, wie bei den französischen Dampfloks mit Tenderantrieb, bzw. bei Eloks mit " BoBo" Drehgestelle u.a. DB 110,139, SBB Re4/4. Der Motor war schräg eingebaut mit endlosSchnecke , dadurch konnte das Gewicht besser verteilt werden und lief dadurch wesentlich besser als der Tenderantrieb mit liegenden Motor und platzbedingt schlechtere Gewichtsverteilung...ich besitze beide Varianten: der 44er der " nichts zieht und keine Steigungen schafft" und eine SNCF 150x mit den neueren Antrieb...später wurde nochmals nachgebessert: Lokrahmen aus Metall statt Kunststoff, und Bühlermotor ( kann aber auch eine andere Marke gewesen sein) Jedenfalls war das Grundproblem weniger das Original Jouefmotörchen als die unglückliche Antriebskonstruktion. Soweit mein bisschen Senf dazu, Gruß Bob