Großer Eigenbautraktor mit Uhrwerk, Hilfe bei Bestimmung gesucht

#1 von DR`ler , 07.02.2017 19:16

Guten Abend zusammen,
wie einige sicher bemerkt haben mache ich mich in letzter Zeit sehr rar im Forum, was leider arbeitsbedingt ist. So ein hauptsächliches Leben im Exil bringt allerdings auch neue Sammelleidenschaften mit sich und irgendwann landet anscheinend doch jeder mal bei Blechspielzeug.
So, nun zur Sache vor einer Weile hat sich dieser schöne Traktor eingefunden und soll nun wieder aufgebaut werden. Der Traktor ist massiv aus Blech gebaut, wobei die Gussräder vermutlich aus einem Stabilbaukasten stammen, lackiert wurde er mit Spirituslack. Das Vorbild dürfte ein Vorkriegsmodell sein, was genaueres habe ich dazu leider noch nicht gefunden. Die letzten Jahrzehnte verbrachte er vermutlich in einer Scheune.











Inzwischen erfolgte eine grobe Reinigung und eine und eine gangbarmachung des festgegammelten Getriebes. Hier noch ein paar Details:

das sehr starke Uhrwerk, eine Markung ist leider nicht zu finden:


hier ist gut zu sehen, das wahrscheinlich schonmal ein Umbau erfolgte


hier war vermutlich noch eine Welle für ein Arbeitsgerät




welche vermutlich hier eingekuppelt werden konnte (oder besaß er ursprünglich gar eine Gangschaltung?)




die Handbremse (Start- / Stopp-hebel) muss noch gangbar gemacht werden), der Sitz fehlt leider auch


die Hinterräder (D = 12 cm (mit Reifen))


Nun zu meinen Fragen:
- da der Traktor vermutlich nach einem Bauplan gebaut wurde würde ich gern wissen nach welchem (die von V DR. M würde ich ausschließen)?
- von welchem Hersteller sind die Räder und wann wurden diese hergestellt?
- weiß jemand wie der Auspuff aussehen muss und was auf der Motorhaube fehlt (nur eine Wartungsklappe oder war hier auch nochmal ein Abtrieb)?
- bis wann wurden Spirituslacke verkauft?
- welcher Traktor stand hier Pate?

Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen und schonmal vielen Dank im Vorraus.
MfG Martin


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RE: Großer Eigenbautraktor mit Uhrwerk, Hilfe bei Bestimmung gesucht

#2 von Sammelwahn , 07.02.2017 20:05

Hallo Martin,
ein wirklich ungewöhnliches Fahrzeug. Ein Uhrwerk mit 3 Federn habe ich so noch nie gesehen. Es wird wohl auch kein normaler Metallbakasten gewesen sein, dazu sind viele Teile zu speziell. Durch den großen Kasten an der Seite, wo die Aufziehwelle sichtbar ist, erinnert die Form an einen Lanz Bulldog Traktor. Zum Aufziehen hatte man wohl auch keinen Schlüssel, bei den 3 Federn brauchte man wohl eher eine kräftige Kurbel.

Leider kenne ich keinen Hersteller.

mit bestem Gruß
Arne


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RE: Großer Eigenbautraktor mit Uhrwerk, Hilfe bei Bestimmung gesucht

#3 von Gelöschtes Mitglied , 07.02.2017 21:23

Hallo Martin, das ist ein gutes Mechanikerstück - Eigenbau. Mit Metallbaukasten hat das gar nichts zu tun. Das Uhrwerk würde ich in die Richtung Grammophon oder Sprechmaschine stecken. Dort habe ich schon sehr oft Uhrwerke mit in Reihe geschalteten Federhäusern gesehen, allerdings mit drei auch noch nicht. Das Prinzip verlängert die Laufzeit. Der Aufzug mit einer Welle ca. 8 mm mit 3 mm Querstift ist typisch für diese Uhrwerke - wie Arne schreibt gehört eine Kurbel dazu.



RE: Großer Eigenbautraktor mit Uhrwerk, Hilfe bei Bestimmung gesucht

#4 von DR`ler , 08.02.2017 17:17

Hallo zusammen,
erstmal vielen Dank für eure Einschätzung.
Aus einem Baukasten oder ähnlichem stammen nur die Räder und eventuell noch die kleine Zahnräder. Der Rest ist definitiv Eigenbau, meiner Ansicht nach allerdings nach einem Bauplan (eventuell auch aus der Vorkriegszeit). Die Idee mit dem Grammophon ist gut, wenn ich mal wieder daheim bin werd ich mir mal die Kurbel borgen, ansonsten muss ich mir selbst eine basteln. Beim Vorbild dachte ich auch erst an eine Lanz (wurde auch als solche verkauft). allerdings hätte der Erbauer sicherlich nicht auf den markanten Zylinderkopf verzichtet, sodass ich der Ansicht bin, daß hier ein anderer Traktor als Vorbild diente.
MfG Martin


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RE: Großer Eigenbautraktor mit Uhrwerk, Hilfe bei Bestimmung gesucht

#5 von Gelöschtes Mitglied , 08.02.2017 18:07

Hallo Martin, mit Baukästen kenne ich mich etwas aus. Die verwendeten Zahnräder und auch das Lenkrad sind schon typische Baukastenteile. Die könnte man auch über das Netzwerk der Baukastensammler bestimmen, aber dazu braucht man bessere Bilder der Teile im sauberen Zustand. Die Räder würde ich auch in die professionelle Richtung deuten, da gegossen und sauber gebohrt. Aber auch das ist letztlich selbst herstellbar, wenn man Zugang zu Maschinen hat.
Das Verwenden der Zahnräder als Stellruing an der Vorderachse wiederum ist der Hinweis auf einen Badtler, der die Teile nun mal da hatte und eben keine Stellringe.
Die Kurbel ist letztlich nur ein Rohr mit Schlitz in der Stirnseite. Wenn Du den Schlitz tief genug machst sitzt die Kurbel auch fest auf der Welle und man kann sauber drehen. Das Uhrwerk braucht ja einige Umdrehungen bis es aufgezogen ist.
Der dreigezackte Durchbruch in der Vorderwand ist m.E. ein Hinweis auf eine Schaltung???



RE: Großer Eigenbautraktor mit Uhrwerk, Hilfe bei Bestimmung gesucht

#6 von Udo , 08.02.2017 21:46

Hallo,

über mehrere nebeneinander liegende Uhrwerke habe ich hier in Beitrag #46 geschrieben

Hochleistungsuhrwerke für große Spuren (2)

Es würde mich interessieren, wie diese hier im Fall des Traktors drei Uhrwerke oder zwei in alten Grammophonen miteinander verbunden sind. Wie haben die Erbauer das gelöst ?

Schönen Gruß
Udo


 
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RE: Großer Eigenbautraktor mit Uhrwerk, Hilfe bei Bestimmung gesucht

#7 von DR`ler , 09.02.2017 10:25

Hallo Joha,

hier mal die Räder im Detail (es sind alles nur ca. Maße, da ich momentan leider keine Schublehre zur Hand habe):
Vorderrad:
Durchmesser = 65 mm (das Bett ist 2 mm tief)
Breite (außen) = 10 mm
Breite (innen) = 6 mm





Hinterrad (hier dürfte auch die Befestigung / Verbindung des Reifens sehr markant sein):

Durchmesser (mit Reifen) = 125 mm
Durchmesser (ohne Reifen) = 98 mm (Reifen wurde hierfür allerdings nicht demontiert)
Breite (außen) = 20 mm
Breite (innen) = 7 mm
Bohrungen = 18 mm
Achsbohrung = 6 mm

















die Räder waren mal in einem kräftigen leicht leuchtenten rot lackiert und sind m. M. nach aus Aluguß

zum Getriebe:
bei genauer Betrachtung konnte man hier tatsächlich mal vorwärts, neutral, und rückwärts schalten. Die Abnutzungsspuren zeigen auch das hiervon gebrauch gemacht wurde. Allerdings " hängt" das Getriebe momentan im Vorwärtsgang fest, warum auch immer. Um das herauszufinden müsste ich die rechte "Riemenscheibe" abbauen, was allerdings zu noch stärkeren Lackschäden führen würde.
Zusätzlich befand sich im Getriebe anscheinend mal noch eine zweite Welle, welche womöglich als Antrieb für ein linksseitig angebrachtes Anbaugerät (Mähbalken oder ähnliches) diente. Eventuell befand sich auch auf der fehlenden Abdeckung noch etwas bewegliches.











mir ist auch unklar wozu dieses Teil dient, eventuell sollte es eine Bremse sein?





das Lenkrad ist m. M. nach ein Eigenbau:







Hallo Udo,

die Uhrwerke sitzen alle auf der selben Welle und sind miteinander verschraubt. Der komplette Durchmesser beträgt 75 mm.



MfG Martin


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RE: Großer Eigenbautraktor mit Uhrwerk, Hilfe bei Bestimmung gesucht

#8 von ElwoodJayBlues , 16.02.2017 08:56

Hallo,

also zuerst mal sind das keine drei Uhrwerke, die da nebeneinander sitzen.
Das wäre ja auch ziemlich sinnfrei.

Es sind drei Zugfedern, die höchstwahrscheinlich in Reihe geschaltet sind, alles andere würde hier keinen Sinn ergeben.

Das Uhrwerk könnte aus einem kleinen Reisegrammophon oder aus einem Kindergrammophon stammen.
Für ein "richtiges" Grammophon sind die Federn viel zu klein und zu schwach.

Auf der Welle, an der Du die "Bremse" vermutest, dürfte dann der Fliehkraftregler gesessen haben, denn ohne den funktioniert kein Grammophon.

Die Chance, den ursprünglichen Hersteller des Uhrwerkes zu bestimmen, liegt leider bei fast Null, außer das Uhrwerk ist irgendwo gestempelt.

Gruß,


"Das Land steckt in einer Krise, Johnny!"
"Wir latschen von einer Krise in die nächste..."

- Robert Redford -


 
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RE: Großer Eigenbautraktor mit Uhrwerk, Hilfe bei Bestimmung gesucht

#9 von DR`ler , 16.02.2017 10:06

Hallo,

bei den Uhrwerken, gibt es leider keine Markungen. Der Zweck der ominösen Bremse hat sich inzwischen auch ergeben, hiermit wird der nötige Schwergang der Handbremse erzeugt, sowie eine Arretierung im angezogenen Zustand, sodaß sie sich nicht von allein anlegen oder lösen kann.

MfG Martin


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