heute folgt in meiner kleinen Reihe über die Blecheisenbahnen aus der CZ die Zuggarnitur BORA. 1946 begann die Firma Borske strojiny in Ceska Lipa (Maschinenfabrik Bor in Böhmisch Leipa) mit der Herstellung einer Zuggarnitur in der Spurweite S. Für die Herstellung wurden offenbar die Werkzeuge der abgewickelten Firma Berges verwendet. Diese hatte schon vor 1939 versucht eine Eisenbahn zu entwickeln. Es wurde eine Dampflok mit Stromlinienverkleidung mit der Achsfolge 2C1 mit vierachsigem Tender und passenden Schnellzugwagen hergestellt. In der Folgezeit wurde die Bahn von Uhrwerk auf Elektromotor und von Spur S auf die Spur 0 umgestellt. Die Achsfolge änderte sich von 2C1 auf 2C und die Schürzenverkleidung wurde teilweise entfernt. Grössenmässig entsprach sie aber weiterhin der Spur S. Die Zuggarnitur wurde in verschiedenen Farben ( zum Teil recht ungewöhnliche Farbkompositionen) und Beschriftungen angeboten. Zubehör wurde keines hergestellt.
BORA-Lok mit der Achsfolge 2C. Die Lokomotive wurde von Uhrwerk auf Elektroantrieb umgebaut. Dabei wurde auch das Loch für den Uhrwerkdorn verschlossen. Orginale elektr. Loks besitzen auf der linken seite vor dem Führerstand eine runde Öffnung zur Wartung der Kohlebürsten
Ansicht der Tenderdrehgestelle
BORA Logo
Von den Schnellzugwagen kann ich leider keine Bilder einstellen. Ihre L.ü.P. betrträgt 430mm und passten farblich zu den Lokomotiven.
am Wochenende kam das lang ersehnte Paket vom Lokdoc. Nach etwas Fummelei (die BORA-Loks scheinen nicht alle 100% gleich zu sein, bei meiner liegt der Rahmen etwas höher als bei der von Achim) konnte meine Lok endlich mit einem neuen Vorlaufdrehgestell auf die Strecke gehen.
Viele Grüße
Holger
If brute force does not work....you are just not using enough of it!
wenn den Zug erstanden hast um ihn zu behalten, dann war er das wert was du bezahlen wolltest. Wenn du ihn aber nur gekauft hast um damit Profit zu machen, dann hättest du dich VOR dem Kauf informieren sollen ....
Zug fährt auf meiner Hochbahn. spannung 16V Wechselstrom nur in eine Richtung.
Viele Grüße euer
Hanspeter
EDIT: Da ich vielleicht nicht der einzige bin den lange Bilderladezeiten und Werbeeinblendungen stören hab ich die Bilder hier nochmals etwas größer angefügt:
meine Bora entgleist ständig, teilweise sogar auf gerader Strecke. Wie ist bei Euch das Vorlaufdrehgestell eingebaut? Gibt es da irgendwas, um es am Pendeln zu hindern?
Viele Grüße
Holger
If brute force does not work....you are just not using enough of it!
Hallo Holger, Ich sahe gerade Ihre Frage über die Befestigung von dem Vorlaufdrehgestell and habe meine (und soweit ich weis, ganz originale) Bora Lok mal angesehen. Das Vorlaufdrehgestell hat nu reine Befestigung durch eine 25 mm lange Schraube mit Muttern, eine Spiralfeder und eine Unterlegscheibe. Es gibt ja nichts um Pendeln zu hindern. Ich werde einige Bilder hinzufügen. Grüße, Hans van Dissel
bei meiner Bora ist der Vorläufer mittels Hebel befestigt und wird durch diesen auch geführt. Allerdings ist sie in Spur S. Bilder kann ich leider nicht zeigen, da Fotoapparat entsorgt.
Ey, Modellbahner, das ist ja wie Schulstunde. Die Modelle sehen ja wie Phantasie, noch nie von der Marke BORA. Optisch sehr schöne Modelle, kann man über die Geschichte noch was efahren.
Lok mit Tender 440 mm, Anhänger 300 mm. Der Zug wurde schon einmal vom Anbieter zum Sofort-Kauf für 950 Euro angeboten, fand aber (verständlicherweise) keinen Käufer. Jetzt kann man bieten. Mal sehen, was raus kommt.
In "Illustriertes Lexikon der Historischen Modell-Eisenbahnen" von Ludvík Losos ist folgendes über Bora zu finden: "Nach dem Zweiten Weltkrieg tauchen bei einer Reihe größerer Metall verarbeitenden Betriebe kurzzeitig Spielzeugeisenbahnen als Erzatssortiment im Produktionsprogramm auf. So hatte z.B. die Firma Borské strojírny (Maschinenbau Bor) in Bor bei Ceská Lipa (Bohm. Leipa) unter den Namen Bora die Herstellung einer Zuggarnitur in der Baugröße 0 aufgenommen - vermutlich mit Werkzeugen der abgewickelten Firma Berges, die scheinbar schon vor 1939 kleine Züge produzieren wollte. Die Zuggarnitur setzte sich aus einer stromlinienförmig verkleideten Lokomotive (Achsfolge 2C1), einem vierachsigen Tender und zwei Schnellzugwagen zusammen. Die Oberfläche der Fahrzeuge war mit einer Aluminiummetallic-Schicht versehen, die Seitenwände der Wagen trugen die Aufschrift "INTERNATIONAL-EXPRESS". Die Konstruktion bestand aus Aluminium-Gussteilen. Außer Schienen und einen Transformator wurde kein anderes Zubehör produziert. Größenmäßig entsprach die Zuggarnitur eher der Baugröße S, die vom ursprünglichen Hersteller vermutlich auch vorgesehen worden war."
Ich habe eine solche komplette Garnitur in einer vermutlich von Erstbezitzer gefertigten Holzkiste; die Transformator hat keine Marke und ist für 120 Volt geeignet.
die ersten Zuggarnituren besaßen einen Uhrwerkantrieb und waren für die Spur S. Später wurde auf elektrischen Antrieb und Spur 0 umgestellt. Um den elektr. Antrieb im Gehäuse unterbringen zu können, wurde die Schürzenverkleidung des Triebwerkes teilweise entfernt. Zum Vergleich siehe meine Bilder am Beginn des Beitrages. Vorbild war die Stromlinienlok der CSD. Auch gab es verschiedene Beschriftungen.
ich möchte euch ein seltenes Bora Set vorstellen. Leider fehlen alle Räder dem Wagen, ein Puffer dem Tender, das Logo der Lok und das Set wurde mal wohlwahrscheinlich übermalt, aber in Spur S gibt's sowas besonders selten. Eine Frage: könnten die hintere Laufräder original sein, oder ist das nur ein Bastelteil?
der hintere Nachläufer ist original. Scheint eine sehr frühe Ausführung zu sein. Ich habe zum vergleichen nur eine elektr. Spur S Version mit der Achsfolge 2 C.
Zur Frage in #7: Die Fahrtrichtung der Spur0-Ausführung wird durch verdrehen der Bürstenbrücke gewechselt. Allgemein zur Spurweite: S ist falsch, das ist Z0 mit 24mm Spurweite. Für S sind außerdem die Proportionen viel zu groß. Da ich nur wenige der originalen Blechgleise (einfache geprägte Blechplatten mit eingepreßten Drahtstiften als Verbinder) habe, was für einen Kreis/ ein Oval nicht ausreicht, fahre ich die auf Lastra-Gleisen. Die Bahn fährt recht zügig, so daß man einen großen Radius braucht. Auch bei mir entgleist der Vorläufer ständig. Da die Bahn aber selten ist, will ich da nichts dran ändern. In Z0 sind nur die Ausführungen rotbraun/grau bzw dunkelblau/grau die Originalfarben. Die Wagen haben einzeln aufgesetzte geprägte Zuglaufschilder mit Papierbeschriftung Praha-Bratislava. Die Spur 0 Fahrzeuge sind in einem Silber metallic mit goldenem Schimmer gehalten. Auf den Wagen ist ganz schwach der Schriftzug "EUROPA" erkennbar. Dafür wurden die Zuglaufschilder eingespart (die Stanzungen dafür sind aber vorhanden). Beim Übergang von Uhrwerk zu elektr. Antrieb, verbunden mit dem Wechsel von Z0 zu 0, wurde der Nachläufer weg gelassen, damit genügend Platz für den Motor ist. https://youtu.be/h1-_eyTar98?si=plJR9zEhCdiu8Yez Das Video haut einen nicht um. Es gibt keinen Feststeller, so daß man die Lok beim Aufziehen gut festhalten muß. Dazu auch das Wishiphone gleichzeitig bedienen ... Die Bakelitgleise von Lastra sind etwas verzogen. Runden ohne Entgleisungen waren selten. Besseres Video war nicht mehr auf dem Handy.
Fahrt Frei - Steffen
Spur S international, egal wer's gebaut hat Piko Einschienenbahn Herr Schmalspurbahn Eisenbahnbetriebslabor der TU Dresden
der Vorläufer der Bora hat einen viel zu kurzen Achsstand und neigt zum kippen. Ich habe schon überlegt, ein kurzes Kunststoffröhrchen über die lange schraube zu stülpen, um die Pendelbewegung zu begrenzen. Mal sehen, ob es klappt.
Bis auf einige Entgleisungen fährt meine auf der Anlage mit Märklin 12er Kreis.
Passende Wagen sind selten, danach suche ich auch noch.
Viele Grüße
Holger
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