Selbstbau und Replikabau, ein kleiner Einblick aus früheren Zeiten

#1 von Rhombe , 21.12.2023 17:27

Hallo,

Vor einiger Zeit gab es in einem anderen Forumsbereich einen interessanten Thread, der sich um eine Lokreplik von Märklin entspann. Es kamen einige Geschichten zum Vorschein, die zeigten, wie vielfätig, aber auch wie temporär das Thema Modelleisenbahn sein kann. Ich habe letztens beim umräumen von Teileboxen ein paar Sachen gefunden, die mich daran erinnert haben und ich finde, die Sachen sind es wert, auch mal einen Beitrag (am besten natürlich mehrere folgende) zu bekommen.

Solch ein Sammelsurium habe ich vor Zeiten mal ersteigert, sah nicht schlecht aus, am meisten gereizt haben mich die Zylinder, bei manch anderen Sachen, weiss ich nicht einmal, was es sein soll:



Selberbau in Tinplate (Spur 0) ist auch hier im Forum gut vertreten, (klein)gewerblich hergestellte Stücke von Hehr, Ritter, Mundhenke, Großmann usw. sind immer gern gezeigte Stücke. Dazu kommen die privaten Baumeister, die als Hobby den Selberbau bis hin zum höchsten Niveau betreiben, die Namen sind im Forum bekannt, um niemanden durch schlichtes vergessen herabzusetzen, nenne ich hier keine.
Ich versuche selber in dieser Gruppe mitzuwirken, dass ganz grosse Formel 1 Topniveau a´la Red Bull, AMG Mercedes oder Ferrari erreiche ich nicht, mein Ziel ist eine solide Alpine Performance, auf jeden Fall habe ich auch ein Faible für dieses Thema und versuche mich darüber hier im Forum einzubringen.
In diesen Zeiten hat man den Vorteil, dass man sich hier auch eine gewisse "Öffentlichkeit" schafft, man schreibt etwas, andere lesen es, der eine vergisst es, der andere merkt sich ein Bruchstück, jemand findet etwas wieder über die Suchfunktion. Kurzum, heutzutage kann man viel leichter die Geschichte eines Objektes kennenlernen, sogar die Entstehungsgeschichte, fast dokumentarisch.

In diesem Beitrag soll es aber um eine weitere Gruppe gehen, um die quasie "unbekannten Baumeister", Leute die in einer begrenzten Öffentlichkeit gewirkt haben und die heute ganz oder nahezu ganz vergessen sind.
Immer wieder tauchen Stücke auf mit Fragen zur Herkunft, oft weiss niemand etwas darüber.
Natürlich gab und gibt es immer Hobbyisten, die mehr oder weniger geschickt umbauen, abändern, verbessern. Privat in kleinerem Umfang - für sich. Aber auch schon immer gab es Leute, die mehr wollten und dabei mit großem Einsatz und teilweise erstaunlichen Mitteln vorgingen.

Wer keine Märklin R/E/GR 920 hat, der baut sich eine, könnte man sagen. Hier wurde die Führerhausausstattung eine Märklinlok kopiert, am Stück wohl nicht möglich gewesen, aber man wusste sich zu helfen. Das Original liegt links daneben:


Es könnte sein, dass der Ursprung der Messingteile sogar einigen wenigen bekannt ist. Ich habe einen Verdacht, aber ich weiss es nicht definitiv.
Die Rachkammertür der gleichen Märklin-Serie. Offensichtlich konnte der Erbauer solcher Loks nicht oder nur schlecht Blech prägen. Aber er hat nicht aufgegeben, nein, was nicht geprägt werden kann, wird halt gegossen.
Der Abguss! einer Rauchkammertür, das original Märklinteil habe ich daneben gelegt:




Ich habe als Beispiel noch eine heutige Möglichkeit mit dazu gelegt, oben eine Replika Rauchkammertür für eine HR, Blech geprägt:


Zylinder aus Messingguss, ich habe dieses mal kein Vorbild gefunden, aber das soll nichts heissen. Die Qualität der Güsse ist sehr gut, links ein paar Beispiele aus meiner "Zylinderbank", Märklin macht es auch nicht besser:



Die Teile sollten nicht erst letztes Jahr entstanden sein, wie dass so ist mit unbekannten Meistern: man weiss es nicht genau. Auf jeden Fall ein schönes Beispiel dafür, wie schon früher versucht wurde, die Grenzen etwas zu verschieben. Hier sieht man einen kleinen Einblick über den Weg dahin, quasie eine nachgereichte Entstehungsgeschichte.

Viele Grüsse, Daniel


 
Rhombe
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