Betrieb alter Blecheisenbahn-Anlagen der Spurweiten 0 und I

#1 von Michael , 26.04.2010 20:34

Hallo,

heute möchte ich mich mit einer Frage an die Betreiber alter Blecheisenbahn-Anlagen wenden. Ich selber betreibe eine Spur I- Anlage, vorwiegend mit Gleis- und Rollmaterial der Firma Märklin. Die Anlage habe ich in der Rubrik Märklin Spur 1 bereits mehrfach vorgestellt. Bei dem verwendeten Material lege ich Wert darauf einen möglichst originalen Zustand zu erhalten.
Bei dem Betrieb der Anlage gehe ich jedoch einige Kompromisse ein, einmal bei meinen selbstgebauten Schalt- und Stellpulten



hier wäre bei Verwendung von original Stellpulten und Streckenfreischaltern ein großer Aufwand erforderlich, zudem erleichtern mir die übersichtlichen selbstgebauten Stellpulte den Betrieb.
Des Weiteren betreibe ich meine Anlagen seit fast 20 Jahren mit Gleichstrom, hierzu verwende ich die alten Transformatoren 13470 B



mit modernen Brückengleichrichtern und den Schaltern 13376



In die Lokomotiven mit 65er Schaltung baue ich in der Regel keinen Gleichrichter ein, da dies ohne technische Umbauten nur schwer möglich ist. Bei Einsatz dieser Lokomotiven auf Hauptstrecken wird die Schaltung arretiert. Die Lokomotiven lassen sich entgegen ihrer früher üblichen Betriebsweise (Anfahren mit max. Spannung, linker Anschlag am Trafo) sehr sauber von kleinster Spannung aus (rechter Anschlag am Trafo entgegen Uhrzeiger) anfahren und sie haben eine große Laufruhe auch bei geringen Geschwindigkeiten. Bei Lokomotiven mit 64er Schaltung bleibt der Umschalter intakt, die Lokomotiven fahren ohne umzuschalten sauber bei kleinster Spannung (rechter Anschlag) an, zum Umschalten wird der Transformator auf Maximum (linker Anschlag) gestellt und mit dem Schalter 13376 eingeschaltet, nach dem Einschalten wird die Spannung sofort heruntergefahren. Die Lokomotive führt so einwandfrei den Richtungswechsel durch. Bei der 64er Schaltung mit herausnehmbaren Schalter habe ich diesen auch schon mal durch einen Brückengleichrichter ersetzt, dies ist ohne technischen Umbau einfach zu bewerkstelligen.


CL64/13021 mit original 64er Umschalter


CL64/13021 mit Gleichrichter versehen

Lokomotiven mit 66er Schaltung lassen sich ebenfalls ohne technische Umbauten und Lötarbeiten sehr einfach mit einem Brückengleichrichter ausrüsten. Bei Lokomotiven mit eingebautem Gleichrichter erfolgt die Fahrtrichtungsumkehr über den Schalter 13376.
Ebenfalls betreibe ich meine elektrischen Weichen (ich verwende nur die alte Bauform) mit ca. 16 Volt Gleichstrom, sie schalten so sehr sauber und wie ich meine zuverlässiger wie im Wechselstrombetrieb.
Im Herbst letzten Jahres hatte ich auf dem Kofferraummarkt in Duisburg eine Diskussion mit einem Bahnbetreiber, der seine Anlage ausschließlich mit Wechselstrom betreibt. Er stimmte zwar meinen positiven Erfahrungen bei dem Betrieb mit Gleichstrom zu, meinte jedoch dass die Wicklungen bei Betrieb durchbrennen würden. Diese Erfahrung habe ich in den letzten 20 Jahren jedoch nicht gemacht.
Mich interessiert nun wie Ihr Eure Bahn betreibt, welche Erfahrungen habt Ihr gemacht?

Gruß Michael


Z-Stück findet das Top
koef2 hat sich bedankt!
Michael  
Michael
Beiträge: 50
Registriert am: 04.01.2009

zuletzt bearbeitet 16.07.2021 | Top

64 Schaltung usw...

#2 von AG Tinplate Spur 1 , 26.04.2010 21:20

hallo Michael,

um es kurz vorweg zu sagen, Deine guten Erfahrungen mit Gleichstrombetrieb teilen meine Kollegen und ich, wengleich wir nicht den von Dir vorgestellten (umgerüsteten) Märklin Trafo bzw. den alten Polwender hierbei benutzen.

Für unseren Fahrbetrieb setzen wir in der Regel Fahrgeräte aus dem Fachhandel (ca. max. 40 Volt).

Dass der Betrieb der auch von uns sehr geschätzen Altbauweichen mit 16 Volt Gleichstrom sehr gut funktioniert können wir bestätigen. Das liegt daran, dass die in den dicken Spulen der Altbauweichen vorhandene Selbstinduktion bei Wechselstrom auftritt, jedoch bei Gleichstrom praktisch entfällt, wodurch weniger Spannung benötigt wird. Das gilt entsprechend für die Elektromotoren der Lokomotiven. So fährt z.B. auch eine original belassene Starkstromlok bei gleicher Spannung mit Gleichstrom in der Regel erehblich früher an bzw. deutlich besser, als es mit Wechselstrom der Fall ist.

Ich persönlich verwende für den Schaltstrom gern die grossen Bügeltrafos (max 23 Volt).

Zu dem Gerücht, Gleichstrombetrieb schädigt die Motorenwicklungen .. ...M.E. Quatsch, können wir nicht bestätigen. Unsere Maschinen laufen seit Jahren auch im stundenlangen Dauerbetrieb z.B. in unseren Ausstellungen ohne Probleme....


Kurz zum Umbau der "65" Loks. Der Brückengleichrichter hat ja 4 Anschlüsse. Und zwar... + bzw. - sowie 2 x Anschluss mit dem Wechselstromzeichen.

An die Feldwicklung kommen jeweils die Anschlüsse + / -; ein Anschluss (Wechselstromzeichen) kommt zum Schleiffer, der andere wird mit der Rändelschraube der Handumschaltung (hinten hinter den beiden Schaltfingern) verbunden. Dann müsste die Lok auch mit einem Gleichrichter betriebsfertig sein. Die Handumschaltung dient dann als Polwender.

Ingesamt bietet der Betrienb mit Gleichstrom (insbesonderen auf grossen tw. unübersichtlichen Anlagen) gegenüber dem Wechselstrom m.E. deutliche Vorteile, von der Betriebssicherheit ganz zu schweigen.

Deine Variante finde ich aber auch durchaus sehr intersessant.

Trotzdem habe ich auch grosses Verständnis für Kollegen, die diese alten Bahnen ganz original mit den alten Wechselstromsystem betreiben, denn das hat auch seinen Charme..

Viele Grüsse.. Michael...


Folgende Mitglieder finden das Top: Z-Stück und koef2
 
AG Tinplate Spur 1
Beiträge: 1.689
Registriert am: 03.10.2008


RE: Betrieb alter Blecheisenbahn-Anlagen der Spurweiten 0 und I

#3 von Michael , 27.04.2010 16:04

Hallo Michael,

vielen Dank für deine Antwort, da liege ich mit meiner Betriebsweise ja gar nicht falsch.

Den Gleichrichtereinbau bei der 65er Schaltung kann ich nicht recht nachvollziehen, zumindest nicht ohne Leitungen zu trennen und zu löten. Vielleicht habe ich im Moment aber auch ein Brett vor dem Kopf.

Bei der 66er-Schaltung schiebe ich ein Isolierplättchen unter die Kontakte an der Schaltwippe. An die beiden äußeren Schaltkontakte werden an den Befestigungsschrauben + und - des Gleichrichters und an die Befestigungsschraube des mittleren Schaltkontakt einmal ein Anschluss mit Wechselstromzeichen aufgelegt. Der andere Anschluss mit Wechselstromzeichen wird an einer Schraube an den Motorplatinen befestigt. So braucht nichts gelötet werden und es lässt sich schnell in den Originalzustand versetzen.

Übrigens ganz tolle Filme die du hier über die Anlage in Büchen und die Spur 0-Winteranlage eingestellt hast. Schade das es im Köln/Bonner Raum keine ähnliche Spielergemeinschaft gibt.

Vieleicht gibt es noch weitere Bahnbetreiber die uns hier über Ihre Erfahrungen berichten können.

Gruß Michael


Z-Stück findet das Top
koef2 hat sich bedankt!
Michael  
Michael
Beiträge: 50
Registriert am: 04.01.2009

zuletzt bearbeitet 16.07.2021 | Top

RE: Betrieb alter Blecheisenbahn-Anlagen der Spurweiten 0 und I

#4 von AG Tinplate Spur 1 , 27.04.2010 22:00

hallo Michael,

zur 65 er Schaltung: ich werde mal ein paar Fotos machen, das dauert aber etwas, da ich gerade keinen ausgebauten 65 er Motor zur Hand habe.

Meine Filme..freut mich...

Im Rhein-Ruhr Gebiet (Mühlheim) gab es ja in der Vergangenheit die jährliche Spur 0 Veranstaltung , .. ich habe das in der letzten Zeit nicht weiterverfolgt.... aber dieser Spielkreis müsste noch aktiv sein. Diese Akteure findest Du ja auch auf dem Kofferraummarkt Krefeld.

Ggf. bitte PN..

Gruss.. Michael...


koef2 hat sich bedankt!
 
AG Tinplate Spur 1
Beiträge: 1.689
Registriert am: 03.10.2008


RE: Betrieb alter Blecheisenbahn-Anlagen der Spurweiten 0 und I

#5 von AG Tinplate Spur 1 , 28.04.2010 21:34

hallo Michael,

zur 65 er Schaltung.. hier ist mal eine Skizze, Hoffe, daraus wird der Anschluss des Brückengleichrichters ersichtlich. Die Handumschaltung mit dem Anlötpunkt (hintere Seite Rändelschraube) ist bildlich nach unten gezogen. Die Wechselwippe ist nicht eingezeichnet.



Gruss.. Michael...


koef2 findet das Top
Z-Stück hat sich bedankt!
 
AG Tinplate Spur 1
Beiträge: 1.689
Registriert am: 03.10.2008


RE: Starkstrombahn mit Lampenwiderstand

#6 von elaphos , 28.04.2010 22:25

Hallo,
mache ich so:

Muss nur noch der Stecker unten in die Steckdose (und alle unterhalb des Rentenalters vorher raus aus dem Raum!).
Gruß, elaphos


 
elaphos
Beiträge: 1.631
Registriert am: 20.04.2009

zuletzt bearbeitet 27.12.2011 | Top

Steinzeit

#7 von Scrat , 28.04.2010 23:09

...so könnte man mein Betriebsverfahren nennen.
Die Loks mit 66er Schaltung fahren auch so. Klar, das fordert etwa alle 1,5 Meter Gleislänge eine Einspeisung und verursacht eine Menge Kabelsalat. Trotzdem wiegt der Spaß, mit einer 66er Lok zu rangieren den ganzen Aufwand auf. Als Stromversorgung dient mir ein 24V/10A Transformator. Die Handregler (walk-around) tragen nur ein dickes Poti. Daher kann ich die Spannung am Gleis stufenlos einstellen. Bei manchen 66er Loks muss man etwas ruckartig aufdrehen, damit die Fahrschalter einrasten, aber mit etwas Übung geht es gut.
Die Gleise schalte ich über zweipolige Schalter. Eine Ebene schaltet den Gleisstrom ein und aus, die andere Bedient das dazu gehörige Signal.

Viele Grüße

Holger


If brute force does not work....you are just not using enough of it!


 
Scrat
Beiträge: 1.902
Registriert am: 15.12.2009


RE: Betrieb alter Blecheisenbahn-Anlagen der Spurweiten 0 und I

#8 von Michael , 29.04.2010 02:18

Hallo Michael,

danke für die Skizze, so habe ich mir das auch vorgestellt. Bei reinen Spielerloks mache ich das auch so, aber bei Spitzenstücken möchte ich nichts an der original Verkabelung ändern. Darum lässt sich die 66er-Schaltung ohne einen Draht zu lösen, wie von mir beschrieben, sehr schön umrüsten. Vielleicht übertreibe ich da etwas.

Hallo elaphos,

diese Betriebsweise gefällt mir ganz besonders gut, ist aber nicht für jeden zu empfehlen, daher deine Begrenzung auf das Rentenalter. Ich bin seit einiger Zeit auf der Suche nach einem Märklinregler mit zwei Kohlefadenlampen, dieser wird auch ab und zu mal angeboten leider fehlen häufig die Lampen. Ich bin zwar noch nicht im Rentenalter aber beruflich vorbelastet.

Hallo Holger,

ich speise bei meiner Anlage auch alle 3-4m ein. Hierfür verwende ich Leitungen mit einem Querschnitt von 1,5 mm² um den Spannungsabfall auf den großen Längen möglichst gering zu halten. Meine Gleise haben auch eine sehr gute Verbindung untereinander, hierzu verwende ich eine Zange, die über den Schienenkopf greift und den Kontakt zum Schienenstift sauber und fest schließt. Hast du bei deiner Betriebsweise nicht das Problem, dass die Lok ab und zu unkontrolliert die Richtung wechselt z.B. an einer schlechten Kontaktstelle? Wie gesagt bei meinen 65er Loks habe ich auch keinen Gleichrichter eingebaut und im Rangierbetrieb verfahre ich wie du, nur dass ich Gleichstrom einspeise. Da ich bis zu drei Züge gleichzeitig in Betrieb habe komme ich da schon ins Schwitzen wenn ein Zug unverhofft die Richtung wechselt.


Euch allen weiterhin viel Spaß bei dem Betrieb eurer Schmuckstücke.

Gruß Michael


Z-Stück findet das Top
Michael  
Michael
Beiträge: 50
Registriert am: 04.01.2009

zuletzt bearbeitet 16.07.2021 | Top

Richtungswechsel?

#9 von Scrat , 29.04.2010 09:02

Hallo Michael,

den Richtungswechsel ohne Aufforderung gibt es bei mir kaum noch. Meine T66 hatte früher ständig und dauernd die Richtung gewechselt (daher hab ich sie auch sehr günstig bekommen). Nach einiger Zeit hab ich festgestellt, dass sie aus Teilen zweier T66 zusammengesetzt war. Sie ist schwarz, aber an den Kratzern am Kessel sieht man, dass zumindest dieser mal blau war. Dann gab es ja die T66/12920 mit 38mm Raddurchmesser und die T66/12910 mit 36mm Raddurchmesser. (so wurde es mir erzählt)
Nach einiger Zeit konnte ich feststellen, woher diese Unentschlossenheit über die Fahrtrichtung kam.

*ACHTUNG! FESTHALTEN*

Als ich mich (mal wieder) darüber geärgert habe, dass sie dahin fährt, wo sie will und dabei noch fürchterlich schlingert (was ich immer auf den kurzen Achsstand geschoben habe) war es soweit. Ich hab den Antrieb rausgenommen und vermessen. Das Ding hatte hinten 36er und vorne 38er Räder drauf. Kein Wunder, wenn beide Achsen durchdrehen, dass da kein ordentlicher Kontakt möglich ist. Nachdem ich ihr vorn auch 36er Räder verpasst habe, läuft sie sehr gut und wechselt nur dann die Richtung, wenn ich es will.

Spontaner Richtungswechsel tritt dennoch (sehr selten) an zwei stellen meiner Anlage auf. Eine Stelle ist eine Kreuzung, die andere eine Weiche.
Beide stehen schon lange auf der Liste der zu ersetztenden Teile, aber ich habe noch nichts passendes gefunden. Bei beiden Stellen kann es bei einer bestimmten Geschwindigkeit (je nach Lok verschieden) zum kurzzeitigen Abheben beider Schleiferteile kommen. Dann schaltet sie gnadenlos um.

Wie immer: viele elektronischen Probleme haben eine rein mechanische Ursache.

Viele Grüße

Holger


If brute force does not work....you are just not using enough of it!


koef2 findet das Top
 
Scrat
Beiträge: 1.902
Registriert am: 15.12.2009


RE: Betrieb alter Blecheisenbahn-Anlagen der Spurweiten 0 und I

#10 von Michael , 29.04.2010 13:11

Hallo Holger,

eine T66/12920 hat es meines Wissens nach nicht gegeben, sie hätte dann aber eine Achse beidseitig mit Vierkant zur Aufnahme der verschraubten Räder haben müssen. Auch in der einschlägigen Literatur ist mir diese Lok nicht aufgefallen. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren.

Die T66/12910 ist eine schöne und seltene Lok, die ich leider nie besessen habe. Ich wünsche dir viel Spaß mit ihr.

Gruß Michael


Michael  
Michael
Beiträge: 50
Registriert am: 04.01.2009

zuletzt bearbeitet 16.07.2021 | Top

RE: Betrieb alter Blecheisenbahn-Anlagen der Spurweiten 0 und I

#11 von Skl , 26.01.2022 20:24

Hallo, Kohlefadenlampen habe ich ca. 2015 noch bei Hornbach gesehen. Ich war sehr verdutzt, denn ich hätte nicht gedacht, in meinem Leben nochmal sowas zu sehen. Die wurden da als Effektlampen beschrieben und der Effekt ist ja auch ziemlich stark. Ob das "alte Wehrmachtbestände" oder Neuherstellungen waren und ein Vorschaltgerät im Sockel integriert war, habe ich nicht gefragt.
Die letzten Kohlefadenlampen habe ich um 1979 gesehen, im Elektrolabor bei Prof. Fritzsche stand eine Kiste voll, so richtig mit Spitze oben auf dem Glaskolben. Auch davon habe ich mir keine gesichert. Bevor ich auf Speichern drücke, habe ich mal gegoogelt: Kohlefadenlampe .
Also es gibt sie noch. Aber da sind schon einige LED-Filamente in der Trefferliste. Aber es gibt sie noch.
Wozu werden die eigentlich noch so gebraucht?


Liebe Grüße

Wolfgang

Unter solchen Umständen wie heute sind nicht notwendige Dinge zwingend notwendig.


 
Skl
Beiträge: 717
Registriert am: 09.07.2010


RE: Betrieb alter Blecheisenbahn-Anlagen der Spurweiten 0 und I

#12 von ReinerDD , 27.01.2022 20:19

Falls der Vermieter wieder mal keine Gaslampen installiert kann man damit zum Beispiel die Wohnung beleuchten ;-)

Bei echten Kohlefadenlampen ist allerdings meist am Ende nicht der Glühfaden das Problem, sondern der zunehmende dunkle Beschlag am Glas.
Daher gab es dann später ja auch die Wolfram, Osram & Co und auch vor den Phoebus Kartell erachtete man es daher keinesfalls als sinnvoll Lampen mit einer Betriebsdauer von mehr als 1000 Stunden zu bauen.
Das es Freaks gibt, die so eine Lampe mit halber Nennspannung dann hundert Jahre brennen lassen ist eine andere Sache... Aber da ist eben dann auch die Lichtausbeute eher bescheiden fürs Geld.





Back to topic:
So steuere ich meine Bahn.
Oben der Trafo mit vorwählbarer Fahrspannung für 12 und 20V Betrieb (Mesco TK1).

Daneben der Fahrregler mit Gleichrichter (nicht sichtbar), Voltmeter und den Stöpseln für die A-Schaltung. Leider führt die Gleichrichterschaltung dazu, dass das Voltmeter nicht mehr genau anzeigt. Aber wen interessiert dass, wenn die Lok fährt...

Vorne das Stellwerk inkl. original Vor-Signal Repeater (damals noch nicht angeklemmt). Links daneben sitzt jetzt noch ein zweiter für das Hauptsignal, der war leider zum Aufnahmezeitpunkt noch auf dem Postweg.
Oben auf werden zur Abrundung dann noch die zwei Triang Blocktelegrafen sitzen (Originale würden natürlich gut reinpassen, aber die nehmen etwas viel Platz weg...). Die Schauzeichen habe ich allerdings derzeit noch nicht angeklemmt...

Den (englischen) Farbcode der Hebel hab ich auf den Schildern realisiert: Rot Hauptsignale, Gelb Vorsignale, Schwarz Weichen, weiß Leerhebel.... (und wenn ich das Thema Endabschaltung gelöst bekomme auch mal die Gleissperre).

Die Verkabelung der Signale und Weichen erfolgt dann über Telefonbuchsen, wobei handelsübliche, mehradrige Kabel verwendet werden.

Was mich mal interessieren würde: Gab es diese netten Glühlampenvorschaltgeräte auch für 20V Betrieb? Die Rente ist zwar noch recht weit, aber das ändert sich ja jährlich... ;-)


Warum ist das alles so –? Weil sie uns nicht lange genug mit unserer Eisenbahn haben spielen lassen. (Kurt Tucholsky)


Knolle findet das Top
gunter, S3/6 und Knolle haben sich bedankt!
ReinerDD  
ReinerDD
Beiträge: 73
Registriert am: 04.04.2017


RE: Betrieb alter Blecheisenbahn-Anlagen der Spurweiten 0 und I

#13 von Skl , 27.01.2022 21:35

Hallo Reiner,
Glühlampenvorschaltgeräte für 20V-Bahnen (am Wechselstromnetz im Haushalt) gab es meines Wissens nicht. Das würde zwar auch funktionieren, hat aber keinen Sinn. Das Problem war ja, daß die alten Gleichspannungsnetze einen Kleintrafo nicht richtig beeindrucken können. Die edle Lösung hieß dann Einankerumformer, sozusagen das Soundmodul zur elektrischen Eisenbahn. Die Billiglösung war der Lampenwiderstand.
Je nach Betriebsstrom stand dann der Betriebsstrom der Lokomotive fest. Wenn über die Lampen genügend Spannung abfiel, blieb für den Lokmotor ein Wert um 20 - 40 Volt (geschätzt) übrig. Bei 2 Loks gleichzeitig oder Lämpchen wurde es schlagartig weniger. Häuserbeleuchtung und so ging mit Kerzen oder gar nicht. Wenn die Lok mal entgleise, was sicher oft vorkam, hatte man (oder Kind) den gesamten Umfang der Netzspannung in der Hand. Da konnte man nur noch auf trockenes Parkett Hoffen. Oder in beiden Händen .
Für Kleinverbraucher wie Klingeln hat der Haushaltsvorstand oder das Bärbele dann ein oder 2 Elemente aus der Drogerie neu aufgesetzt. Meistens stark giftig oder gar krebserregend. Es gab ja auch noch die 4V-Schwachstrombahn, die besonders schlapp waren. Diese Loks hatten schon mal ein Zahnrad, etwas größer als der Spurkranz auf der Achse. Mit den einfachen Drehstuhlweichen funktionierte das sogar. Der Strom kam dann aus einem Akku, der manchmal zum Laden beim Elektriker abgegeben wurde oder aus den erwähnten Naß- und Trockenelementen. So hatte die Eisenbahn auch mit wenig Material einen hohen Spielwert.

Ist das oben die berühmt-berüchtigte Lampe in der Feuerwache in Chikago?


Liebe Grüße

Wolfgang

Unter solchen Umständen wie heute sind nicht notwendige Dinge zwingend notwendig.


papa blech, gote und Knolle haben sich bedankt!
 
Skl
Beiträge: 717
Registriert am: 09.07.2010

zuletzt bearbeitet 28.01.2022 | Top

RE: Betrieb alter Blecheisenbahn-Anlagen der Spurweiten 0 und I

#14 von ReinerDD , 31.01.2022 22:12

Uum Deine Frage zu beantworten:

Nein, dass ist nur eine moderne Glühlampe, aus der Serie, die ich aussortieren musste, weil sie so schlecht gelötet waren, dass sie ein solides Brummen direkt über meinem Lieblingssender im Radio produzierten.
Die neue Lampe sieht der aus Chicago auch schon etwas ähnlicher *schmunzelt* Der Rest war damals etwas Urlaubsinspiration. Zum Anschluss einer Eisenbahn fehlt natürlich zugegebenermaßen noch ein eingeschraubter sogenannter "Stromdieb" unter der Lampe.


Warum ist das alles so –? Weil sie uns nicht lange genug mit unserer Eisenbahn haben spielen lassen. (Kurt Tucholsky)


ReinerDD  
ReinerDD
Beiträge: 73
Registriert am: 04.04.2017


   

Neubau Fahrgestell für Bing Lok
Signal zweiflügelig beleuchtet 27,2 cm , Hersteller ?

  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag
Xobor Ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz