was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#1 von Heinz-Dieter Papenberg , 17.11.2020 10:20

Hallo Leute,

jetzt sind es schon 2 Wochen das es keine Börsen mehr gibt und die Börsenlose Zeit wird auch noch mindestens 2 weitere Wochen andauern, ich gehe aber davon aus das es noch länger sein wird.

Vor der Corona Krise gab es in Deutschland Börsen wie Sand am Meer, aber das sah Anfang der 1980er Jahre ganz anders aus, denn es gab da in NRW nach meinem Wissen nur 3 Veranstalter und das waren Willy van der Warth in Krefeld, Klaus Graeber in Wuppertal und Wolfram Aschmann in Essen. Van der Warth und Graeber waren auch Auktionatoren und Herr Aschmann hatte einen Moba Laden in Essen.

An den Aschmann Börsen habe ich damals immer als Besucher teilgenommen und die waren im Kolpinghaus Essen und Kolpinghaus Gelsenkirchen und ich habe mir immer geschworen, das wenn ich mal eine Börse veranstalten würde, es mehr Platz für die Aussteller geben müsste als es bei Herrn Aschmann der Fall war. Ich hatte damals auch mit dem Inhaber des größten Spielwaren Ladens in Kamp-Lintfort , Klaus Uhrig , gesprochen und auch er wollte eine Börse machen, nur war uns ehrlich gesagt das Risiko zu groß auf den Kosten sitzen zu bleiben.

Als im Jahr 1981 bei der Kamp-Lintforter Werbegemeinschaft beschlossen wurde einen Bau - und Handwerker Markt zu veranstalten, das aber noch eine Veranstaltung gesucht würde, da haben Klaus und ich uns nur angesehen und beide haben dann gerufen da hätten wir was und das war die Geburtsstunde der Kamp-Lintforter Kauf - und Tauschbörse. Die erste Börse wurde also durch die Werbegemeinschaft veranstaltet die dann natürlich auch den Reingewinn bekam. Wir hatten allerdings in einem Vertrag festlegen lassen das nur die erste Börse eine Veranstaltung der Werbegemeinschaft war und alle weiteren Börsen vom Klaus und mir veranstaltet werden sollten.

Bei unserer ersten Börse im September 1981 war auch ein Ehepaar als Aussteller dabei die wenig später ihre eigene Börse in Langenfeld machten, das war das Ehepaar Crämer mit den Adler Märkten, die es ja heute, wenn auch mit einem anderen Inhaber, immer noch gibt. Die erste Börse in Kamp-Lintfort war ein Riesenerfolg und brachte einen Reingewinn für die Werbegemeinschaft von knapp 5.000 DM Auch die nächsten Börsen, die jeweils im März, September und Dezember stattfanden waren immer ein Erfolg und das blieb auch so bis in die 90er Jahre. Danach kam dann der Einbruch und im Dezember 2004 hatte ich dann mit der letzten Börse mit einem Reingewinn von sagenhaften 5 € und damit war die Kamp -Lintforter Kauf - und Tauschbörse leider Geschichte.

Hier einige Bilder der ersten Börse, die zeigt wie voll es damals war und wenn sich noch jemand erkennen sollte, möchte er bitte gaaaanz laut H I E R schreien.






Gruß

Heinz-Dieter Papenberg

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RE: was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#2 von Blech , 17.11.2020 10:55

Ja, Heinz-Dieter -
das waren noch Zeiten!
Unseren GTM-Spielzeugmarkt in Mühlheim/Main und Obertshausen haben wir nach fast 50 Jahren aufgegeben!
Wir sind beide, Alice und ich, noch immer leidenschaftliche Spielzeugsammler -aber wir sind auch Kaufleute!
Und wir kennen den alten, aber wahren Spruch: Wer nicht mit der Zeit geht, der muss mit der Zeit gehen!
Da haben wir doch lieber selbst über das Ende entschieden. Ebay hat dabei sehr "geholfen" und den Rest besorgt jetzt Corona.
Aber bitte, so ist das Leben! Und nachtrauern? Eher nicht -siehe oben dritte Zeile.
Beste Grüße aus Südhessen
Botho


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RE: was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#3 von kablech , 17.11.2020 11:48

Ich hoffe doch sehr, dass die Börsen wieder stattfinden werden. Kommenden Samstag wäre die Freiburger Börse gewesen, ich hatte mich schon darauf gefreut. Obwohl das letzte Mal die Gänge schon deutlich breiter waren, will heißen, dass weniger Anbieter da waren. Ich habe immer irgendwas gefunden, auch Ersatzteile. Sehr erfreulich für mich war, dass ich in Gaggenau (was ja eigentlich keine Börse ist) letztes Jahr einen lang gesuchten Tender für eine Bing Uhrwerklok kaufen konnte. Dem Anbieter ins Auge schauen und ein wenig handeln, das hat doch was. Und natürlich Bekannte und Freunde treffen, das werden wir mehr den je schätzen.
Viele Grüße
Karl


Viele Grüße aus dem Südschwarzwald


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RE: was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#4 von Haennie , 17.11.2020 12:53

Hallo Leute,
in Berlin gibt es praktisch seit März keine brauchbare Börse. Auch hier sind alle Bahn Veranstaltungen, wo es auch Börsen gab, abgesagt worden. Es bleibt also nur zur Versorgung das oft gescholtene Internet. Gute Gespräche bei den Veranstaltungen fehlen, und auch unser Mist1 fällt mindestens bis zum Jahreswechsel aus.
Aber es gibt zum Glück noch dieses Forum.
Gruß Hans


und immer Ha Ho He, Hertha BSC


 
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RE: was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#5 von Siegstrecke , 17.11.2020 14:49

Hallo Heinz-Dieter (und gerne auch die anderen Zeitzeugen),

beschreibe doch mal die Größenverhältnisse von Interessierten oder räumlichen Verhältnissen. Ich kann mich nur an eine damalige (übervolle) Messe erinnern (Beginn 1980er Jahre). Ob damals dort etwas verkauft wurde weiß ich nicht (jedenfalls gab es für uns nichts).

Zu dem Zeitpunkt, auf den sich Dein Beitrag (Eure Beiträge) bezieht, gab es kein Ebay. Modelle mussten somit in Annoncen herausgesucht werden. Dadurch war eine flächendeckende Suche schwierig und unwahrscheinlich. Dabei war die Modellbahngemeinde noch sehr viel größer. Wenn es dann noch weniger Börsen gab, muss dort doch richtig Andrang geherrscht haben?
Wie hast Du (habt Ihr) nach einem bestimmten Modell gesucht und wie schwierig war es, ein solches zu bekommen?


Gruß Martin


Nachtrag zu Heinz-Dieters Bildern: Auf den letzten beiden sieht man die ausgestellten Modelle. Diesen Charme der alten Modelle fand man eigentlich auch auf allen gängigen privaten Anlagen. Ein herrlicher Anblick! - gerne mehr Bilder! - die Unschärfe der damaligen Zeit gehört dazu!👍


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RE: was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#6 von FrankM , 17.11.2020 15:09

Zitat von Haennie im Beitrag #4
Es bleibt also nur zur Versorgung das oft gescholtene Internet.

Hallo zusammen!
Vergesst bitte nicht die vielen Geschäfte mit Gebrauchtwaren! Mit etwas Suchen im Internet findet man die auch schnell in fremden Städten. Ein Blick auf die Homepage der Händler oder sogar ein Telefonat (ja wie altmodisch, geht aber meist) verschafft schnell Klarheit, ob etwas Brauchbares vorhanden ist. Dann kann man beim Händler noch in Ruhe das mögliche Kaufobjekt untersuchen und eine Probefahrt machen.
Sicher, den Flair einer Börse gibt es da nicht. Aber in diesen Zeiten vielleicht eine Alternative zu manchmal nervigen Bucht-Käufen.

Grüße
Frank


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RE: was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#7 von Heinz-Dieter Papenberg , 17.11.2020 16:46

Hallo Martin,

ich will mal eine Antwort versuchen, nur wie groß die Halle nun war weiß ich nicht mehr. Auf jeden Fall gab es da am Anfang 120 Tische a 2,00 x 1,00 m und die waren alle belegt, aber wir hatten noch viel mehr Anfragen die aber abgesagt werden mußten. Später wurde die Halle umgebaut, es kam ein neuer Eingang und eine Mensa dazu. Leider wurden die Tische immer weniger, so das ich vor jeder Börse den Hausmeister anrufen mußte um mich zu erkundigen wieviele Tische noch vorhanden waren und das waren später nur noch 81 Tische.

Der Andrang der Händler war einige Jahre so groß, das ich auch die Mensa und den Eingangsbereich mit angemietet habe und die fehlenden Tische wurden durch Metall Tapeziertische ersetzt wo wir eine ganze Menge von hatten. Nach einigem Suchen habe ich noch einen leeren Plan der Halle gefunden, wo man sehen kann wie die Börse aufgebaut war.



Die Warteschlange war bei den ersten Börsen so lang das man sie nicht mehr überblicken konnte. Die Besucher standen in der Schlange die an der kompletten Halle, dem Hausmeistergebäude und Lagerräumen vorbei ging bis zur Straße und wir mußten immer wieder die Türen schließen und die Besucher mußten dann warten bis das Leute die Halle verlassen hatten und so viele wie raus gingen konnten dann neu rein gehen. In den letzten Jahren gab es zwar auch noch eine Warteschlange die aber nur auf dem Parkplatz war. Bei der ersten Börse hatten wir in der Zeit von 10 Uhr bis 15 Uhr fast 2.500 Besucher und bei der letzten Börse im Dezember 2004 waren es gerade noch 460.

Also ich persönlich hatte mir Listen mit der Schreibmaschine erstellt in der die Art.Nr. und Beschreibungen standen die ich suchte und wenn ich ein Modell gefunden hatte wurde die Nr. auf der Liste gestrichen. Schwer war es nicht alles zu finden was man suchte, es war halt wie immer nur eine Frage des Geldbeutels. Etwas schwieriger war es Modelle nach Ausländischem Vorbild zu bekommen, wobei Schweizer und BeNeLux Modelle reichlich vorhanden waren, aber Franzosen, Dänemark, Schweden und Norwegen waren sehr selten zu finden und wenn dann zu Mondpreisen.


Gruß

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RE: was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#8 von telefonbahner , 17.11.2020 17:12

Hallo Heinz-Dieter,
mit den Suchlisten ist es ja bei deinem Suchgebiet recht einfach zu handhaben. Durch das Nummernsystem bei Märklin kann man da ja bestimmt einfach loslegen.
Zumal wenn man seine Bestandslisten in irgendeinem Dateiformat anlegt was eine Sortierfunktion beinhaltet, z,, Exxel oder was es da noch so gibt.

Sollte es wieder mal losgehen mit Börsen werde ich mir dann aber wenigstens die Bestandslisten meiner BEMO-RhB Modelle und die der schweizerischen Postbusflotte einstecken denn dort sollte man sich nicht nur aufs Bauchgefühl verlassen.
Was bei einem 5€ Güterwagen nicht so tragisch ist wäre dann womöglich ein teuer Doppelkauf...
Bei Gebäuden gibts ja ein absolutes Beschaffungsverbot da der Platz für neues erst mal freigeräumt werden müsste und mehr als genug davon hier sinnlos herumliegen.
Ganz heikel wirds bei Automodellen, da herrscht heilloses Chaos. Ich hab da auch noch keinen Plan nach welchem System ich diese sortieren könnte.
Hersteller der Modelle? Hersteller des Vorbilds (Automarken)- Das kann wohl nur mal eine Hauruckaktion werden und dann ist man mal durch.

Gruß Gerd und Ede aus Dresden


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RE: was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#9 von lupowr , 17.11.2020 18:43

Hallo, über die historische, gute Idee der "Börse" ist die Zeit leider hinweggegangen - es geht eben übers Netz, für die Käufer entfällt der Eintritt und die Anreise, für die Verkäufer das "Gehandele" und eben - das muß auch mal gesagt werden: Der Diebstahl! Und eine Minderheit der Verkäufer war auch nicht so ganz solide - "umgeschmierte Modelle" etc. waren keine Seltenheit. Das Absterben der Börsen in den letzten Jahren wurde immer deutlicher in deren Angebot: Alle Jahre die gleichen Verkäufer mit dem fast immer gleichen Angebot ! - , ausser dass mal wieder einer aus Altersgründen etc. aufgegeben hatte. Früher war hier Abwechslung geboten, aber dies wandert eben heute ins Internet. So stimmt es schon: "Wer zu spät kommt, den straft das Leben!" Und die "getarnten" Einzelhändler ( es wurde irgendein "Jogi" auf die Börse geschickt!), die auf der Börse ihre Ladenhüter zu erträglichen Preisen loswerden wollten, sind allesamt entschwunden.


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RE: was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#10 von Heinz-Dieter Papenberg , 17.11.2020 18:58

Hallo,

ich weiß ja nicht in welchem Film Du lebst, aber die Börsen sind in den letzten Jahren wieder mehr geworden und glaube mir ich kann das gut beurteilen, denn seit 22 Jahren liste ich Monat für Monat die Börsen in Deutschland auf. Gerade in den letzten 3 Jahren tauchen da plötzlich Städte - / Dorfnamen auf die ich noch nie in meinem Leben gehört habe und da werden Börsen veranstaltet und wohl auch mit Erfolg, denn sonst würden die nicht mehr stattfinden.

Ich selber habe wenn ich Börsen besucht habe immer mit vielen Besuchern gesprochen und die einhellige Meinung war das die Leute lieber zu einer Börse gehen weil sie da die Ware sehen und anfassen können als die über Ebay zu ordern und das auch wenn die auf einer Börse etwas teurer werden. Wenn Du schreibst das der Zug für Börsen abgefahren wäre sage ich Dir es gibt da einen neuen Aufschwung. Nur wie das jetzt nach Corona aussehen wird kann keiner sagen, es kann sein das einige Veranstalter das nicht überleben.

Die Moba Börsen haben vor Corona eine neue Blüte erreicht und die Zeit ist nicht über sie hinweggegangen.


Gruß

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RE: was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#11 von kablech , 17.11.2020 19:05

lupowr,
ich kann Dir leider nur teilweise recht geben. Bei den Anbietern auf der Börse gibt es halt, wie sonstwo auch, solche und solche. Manche wollen für einen Märklin Spur 0 2-Achser Niederbordwagen mit Loch im Boden 50 Euro haben, und sie beschimpfen Dich noch, wenn Du ihn nicht nimmst zu diesem Preis. Ich habe dagegen auch "Händler meines Vertrauens", wir kennen uns und halten einen kleinen Schwatz, auch wenn sie gerade nichts Passendes für mich haben. Mit denen bin ich noch immer einig über den Preis geworden, und mit der Ware bin ich zufrieden gewesen.
Viele Grüße
Karl


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RE: was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#12 von Mikka2013 , 17.11.2020 19:12

Hallo Hans-Dieter,
ich muß Dich leider korrigieren. Die Gelsenkichener Börse im Kolpinghaus GE-Rotthausen habe ich ab 1978-2003 veranstaltet.
Da haben dann Dr. Theurer, Willi Walter, Willi Breidenbach und andere "Größen" teilgenommen und dann später selbst Veranstaltungen begonnen.
MfG. Clemens Pothmann
.


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RE: was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#13 von kablech , 17.11.2020 19:15

Noch was: Viele Händler, die man auf Börsen sieht, fahren zwei- oder dreigleisig, um es in der Eisenbahnersprache auszudrücken. Sie bieten sehr wohl auch auf ebay an, sind auf der Börse, aber das dritte Gleis ist nicht zu vernachlässigen: Sie recherchieren im Auftrag von Kunden, wo sie gesuchte Ware finden können, oder sie haben, wenn sie einen Nachlass übernehmen oder Ware aus einer Geschäftsauflösung, für bestimmte rare Stücke bereits einen nicht selten sehr solventen Käufer. Solche Sachen landen nicht auf der Börse, nicht in ebay und auch nicht auf Auktionen. Für solche Händler ist mir nicht bange, ich kenne Profis, die davon leben.
Viele Grüße
Karl


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RE: was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#14 von Heinz-Dieter Papenberg , 17.11.2020 19:15

Hallo Clemens,

Danke für die Richtigstellung, aber ich bin immer davon ausgegangen das auch Gelsenkirchen vom Wolfram gemacht worden sei. Entschuldigung.


Gruß

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RE: was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#15 von Mikka2013 , 17.11.2020 19:21

Hallo Hans-Dieter,
ich war in NRW de zweite, der eine Börse nach K.Gräber veranstaltet hatte. W.Aschmann find erst in den 80-iger Jahren in Essen und später dann in Dortmund damit an.
MfG. Clemens


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RE: was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#16 von Rainer1403 , 17.11.2020 19:30

Guten Abend,
Ich kann Karl nur zustimmen,
es kommt nicht alles in Ebay oder auf Börsen.
Ich habe Kontakt zu ein paar 'Fachhändler'
die haben ganze Dateien mit gesuchten Artikeln, die bereits verkauft sind.. da wird gar nicht gehandelt, der aufgerufene Preis ist am nächsten Tag auf dem Konto.
Hatte ich gerade am Samstag, Modell, Preis und in einer Stunde war das Geld auf dem Konto, es war KEIN Schnäppchen..
Da geht es nicht um Märklin 4000 oder ähnliches..
Schönen Abend wünscht Rainer


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RE: was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#17 von Eisenbahner , 18.11.2020 00:27

Hallo zusammen,
ich kann mich noch gut an die Erzählungen der Teilnehmer der ersten Veranstaltungen im Stapelhaus am Kölner Rheinufer in der
Altstadt erinnern, das war Anfang der 1970er Jahre.
Sie wurden vom mittlerweile seit langer Zeit verstorbenen Dr. Griebel aus Köln-Lindenthal veranstaltet.
Dort kamen viele der späteren großen Veranstalter und Auktionatoren als Besucher und Aussteller hin und schauten sich viel ab,
um dann später gleiche Veranstaltungen in eigener Regie zu machen.
Einige Jahre später zog Dr. Griebel um in die Kölner Albertus Str. in den "Treuen Husar", dass ist nicht weit vom Neumarkt entfernt.
Die Börsen fingen um 8 Uhr morgens an und dauerten bis kurz nach Mittag. Der Saal war sehr dunkel.
Im Winter musste man schon zwischen 5 und 6 Uhr dort sein, um ab 7 Uhr als Aussteller eingelassen zu werden. Es war manchmal
"saukalt"!
Tischreservierungen im Voraus gab es noch nicht, die Tische wurden in der Reihenfolge des Eintreffens vergeben.
Der Aussteller bezahlte den normalen Eintritt und seine Tischgebühren, nach meiner Erinnerung waren das pro Meter ca. 3 DM
und 4 DM Eintritt.
Die ausgestellte Modellbahn teilte sich in ca. 2 Tischreihen 00/H0 auf, der Rest der Tischreihen war mit großen alten Spuren
und Blech Spielzeug belegt und das war mit großem Abstand das Meiste.
Der Sohn des Veranstalters mit schulterlangem wehendem Haar (Student) und weißem zu großem Kellner Kittel sorgte für Getränke und
kleine Snacks.
Kurz nach 8 Uhr schauten schon die ersten neugierigen Gesichter der Sammler von draußen an der Türe um die Ecke, um schon
erste Begehrlichkeiten ins Visier zu nehmen. Kurz danach wurde geöffnet und dann wurde der kleine Saal mit Publikum geflutet.
Ich war 1978 zum ersten Mal dort.
Veranstaltungswerbung wurde nicht gemacht, es gab nur die Mundpropaganda der Sammler untereinander.
Richtige Werbung mit Plakaten wurde erst ab den ersten Adler Märkten 1982/83 gemacht.
Diese Veranstaltungen waren dann auch gleich in den großen Wandelhallen des Kölner Gürzenich.
Die Adler Märkte wurden damals vom Ehepaar Crämer aus Leichlingen im Westdeutsche Raum veranstaltet.
Herr Crämer war N-Spur Sammler und kam zuerst als Besucher, dann als Aussteller zu den Börsen.
1982 wurde dann der erste Adler Markt im Voyager der Stadthalle in Leichlingen gemacht, an der ich als Aussteller teilnahm.
Ich erinnere mich sehr gut daran, dass die Tische dort ziemlich eng standen und durch die riesige Menge an Besuchern, die vor den
Tischen stand und sie immer mehr zu uns hin drückten, erlaubten es mir nur unter dem Tisch kletternd meinen Platz zu verlassen.
Man war ja auch damals vor fast 40 Jahren noch etwas gelenkiger als heute.



Gruß und
bleibt gesund!

Hans-Gerd



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zuletzt bearbeitet 18.11.2020 | Top

RE: was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#18 von Heinz-Dieter Papenberg , 18.11.2020 07:44

Hallo Hans-Gerd,

Zitat von Eisenbahner
Ich erinnere mich sehr gut daran, dass die Tische dort ziemlich eng standen und durch die riesige Menge an Besuchern, die vor den
Tischen stand und sie immer mehr zu uns hin drückten, erlaubten es mir nur unter dem Tisch kletternd meinen Platz zu verlassen.



das kommt mir doch sehr bekannt vor, denn so war es auch bei Wolfram Aschmann als er mit seiner Börse vom Essener Kolpinghaus nach Essen -Steele in den Steeler Stadtgarten umgezogen war. Da hatten die Aussteller zwischen den Tischreihen auch so gut wie keinen Platz und wenn einer seinen Platz verlassen wollte mußte der auch immer unter dem Tisch durch kriechen. Es gab da sogar eine Reihe wo die Besucher auch hinter den Ausstellern laufen konnten und das war für die Aussteller mehr als nur unangenehm .

Ich habe es auf meiner Börse immer so gehalten das die Gänge für Besucher mindestens 2,50 m breit waren und die Aussteller hatten zwischen ihren Reihen immer mindestens 2 Meter Platz und es gab auch keine Reihe wo den Ausstellern die Besucher im Nacken saßen. Das kann natürlich auch daran liegen das ich Börsen als Hobby und nicht als Beruf angesehen habe und Klaus Uhrig dachte da genau so


Gruß

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#19 von Heinz-Dieter Papenberg , 18.11.2020 08:47

Hallo Leute,

noch ein Nachtrag zu meiner Börse in Kamp-Lintfort.

Als ich im Jahr 1986 meinen Laden dicht gemacht habe, nein ich war nicht Pleite, denn ich habe vorher die Reißleine gezogen aber das ist ein anderes Thema. Nach dem ich also nicht mehr in Kamp-Lintfort gearbeitet habe, gingen die Börsen weiter. Ich habe mich mit Klaus Uhrig telefonisch abgesprochen und 2 x im Monat war ich auch bei ihm im Laden. Es muß so um 1988 rum gewesen sein als ich wieder mal zu ihm gefahren bin und vor verschlossener Türe stand, sein Laden war zu und die Schaufenster leer. Ich habe dann versucht ihn anzurufen aber er meldete sich nicht. Durch Nachfragen bei seinen Nachbarn habe ich dann erfahren das er Pleite war und 3 Monate später sollte die nächste Börse stattfinden. Ich bin dann zur Stadtverwaltung gefahren und habe da beim Ordnungsamt nachgefragt ob er denn die Halle für die Börse angemietet und auch den Antrag gestellt hätte und beides hatte er nicht gemacht. Nun war guter Rat teuer denn die Halle war schon fast voll belegt.

Ich habe dann die Stadtverwaltung gebeten eine Ausnahme zu machen denn die Zeit war ja viel zu kurz und man hat mir meine Bitte erfüllt, denn ich hatte da ja immer noch sehr gute Bekannte und die Börse konnte stattfinden. Nach ca. 2 Jahren wurde ich von einem Börsenaussteller angesprochen ob ich ihm bei seiner geplanten Börse in Duisburg - Rheinhausen helfen könnte und ich habe ja gesagt. Manfred Kiwitz hatte in Rheinhausen einen großen Moba Laden und auf der anderen Straßenseite einen auch sehr großen Puppenladen. Er hat dann den schriftlichen Teil übernommen für die Börse in Rheinhausen und Kamp-Lintfort und ich den praktischen Teil, also die Ausstellerlisten und die Belegungspläne für die Börsen. Rheinhausen lief von Anfang an sehr gut und so haben wir die Börse dort noch um den RC Modellbau erweitert. Ich war damals 2. Vorsitzender des Schiffsmodellbau Clubs Moers und hatte da natürlich viele Kontakte zu Vereinen in ganz Deutschland und konnte so viele Aussteller für die Börse gewinnen. Das ganze lief sehr gut bis das ich im Jahr 2001 meinen Herzinfarkt bekam und mehrere Monate ausgefallen bin. Manfred hatte sich mit seinem Laden wohl auch übernommen und hat die Börse in Rheinhausen aufgegeben, so das ich Kamp-Lintfort wieder alleine machen mußte und das vom Krankenbett aus. Zum Glück hatte ich sehr gute Freunde die die Börse in Kamp-Lintfort 2 x alleine durchgeführt haben, aber die Ausstellerzahlen wurden weniger und dadurch natürlich auch die Besucherzahlen, so das ich im Dezember 2004 die letzte Börse gemacht habe.

Ach so das hätte ich ja fast vergessen, aber nach dem Erfolg der Börse in Rheinhausen wollte Manfred mehr Börsen veranstalten und das gegen meine Rat. Wir haben dann Börsen in Moers, Dinslaken, Walsum und Oberhausen gemacht, die aber allesamt tot Geburten waren. Manfred hatte wohl nach dem Erfolg in Rheinhausen Blut geleckt und ich hatte es befürchtet das es nichts werden konnte, weil die Veranstaltungsorte sehr abgelegen waren und ich habe recht behalten.

So Freunde jetzt kennt Ihr meine Geschichte als Börsenveranstalter


Gruß

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RE: was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#20 von Trainworld , 18.11.2020 16:25

Hallo Heinz-Dieter, hi in die Runde,

meine Erfahrung mit Börsen, allerdings samt und sonders schon fast 20 Jahre zurückliegend, sind, gelinde, "sehr durchwachsen". Allerdings war ich da noch nicht in NRW, als gebürtiger Franke wohnte ich da noch in Oberfranken. Eine regelmäßige, regional zumindest recht bekannte Modellbahnbörse gab es gegen Mitte bis Ende der 80er in Gefrees in der Stadthalle. Veranstalter war meines Wissens damals ein Herr Bergelt aus Bayreuth. War stets Sonntag, lange Zeit gut besucht und man konnte durchaus das eine oder andere Schnäppchen machen. Dort war ich dann einige Jahre nur Besucher, bis ich "auf den Geschmack kam", mich, zusammen mit einem Moba-Freund, selbst als VK zu versuchen. Material hatte sich genug angesammelt, auch weil ich damals schon so das eine oder andere Konvolut privat angekauft hatte und die (inzwischen lange Ex-) "beste aller Ehefrauen" schon das Mosern anfing ob des belagerten Stauraumes. Praktischerweise fiel die Entscheidung zusammen mit der Grenzöffnung der gewesenen DDR. So als "Einstieg" waren wir dann im Dezember '89 in Hof im Bahnhof, dort hielt jedes Jahr vor Weihnachten der MEC Hof seine traditionelle Jahresbörse ab. Die zu der Zeit einen gewissen Kultstatus genoss, weil die gewerblichen Händler eine Minderheit darstellten. Schon im Januar '90 waren wir dann das erste Mal im (damals) "wilden Osten", in Mühltroff. Dort schossen in der ersten Zeit nach Grenzöffnung die Börsen wie Pilze aus dem Boden, war ja klar, es bestand durchaus Nachholbedarf in Neu-Fünf-Land an Material vom ehemaligen "Klassenfeind". Und viele von uns "Wessies" nutzten im Gegenzug die Chance, so manches Schätzchen zu ergattern, das wir manchmal auch nur von Bildern kannten, aber im ehemaligen Westen nur schwer herankamen, wenn man nicht Beziehungen "nach drüben" gehabt hatte. Und zu Preisen, von denen wir vorher nur geträumt hatten...
Es folgten dann etwa drei Jahre, an denen wir mindestens zwei Sonntage pro Monat auf irgendeiner Börse standen, Nürnberg Gartenstadt, Bayreuth Kolpinghaus, Gefrees Stadthalle, Plauen, Dresden, Coburg, Kulmbach, Neuenmarkt (mein Wohnort) DDM... - ich weiß gar nicht, ob ich noch alle zusammenkriegen würde *g*. Schon damals aber merkte man ganz deutlich den Unterschied zwischen den Veranstaltern! Regionale Veranstalter, in der Regel Modellbahn- oder Modellauto-Clubs, da machte es Spass, meist waren es mehr private VKs, denn solche, die ihr Geld mit dem Verkauf auf den Märkten verdienten. Dort war auch der Andrang höher, der Umsatz ebenfalls und man konnte auch als Aussteller das eine oder andere "Schnäppchen" machen am "Nachbarstand". Es war zwar meist mehr Laufpublikum, weil viele dieser Börsen eingebunden waren in Rahmen-Veranstaltungen. Trotzdem wurde man weitaus mehr los, als bei den "Profi-Börsen", so nenne ich sie mal. Also regelmäßig, meist monatlich stattfindende Börsen von überregionalen Veranstaltern, wie eben z.B. Breidenbach oder Jomo. Die Gartenstadt in Nürnberg war damals eine solche Börse...- dort waren meist zu mehr als 70% Aussteller, VKs, die ihren Unterhalt vermeindlich damit bestritten, oft auch einen Laden hatten, den sie unter der Woche betrieben. Da hatte ich schon damals von einigen VKs den Eindruck, es wäre eher "Freizeitgestaltung", die alten Lamellen von Sonntag zu Sonntag von Börse zu Börse zu karren :-(. Und es waren auch einige dabei, die von Modellbahn eigentlich keine Ahnung hatten, die hätten genausogut Gemüse auf dem Wochenmarkt verkaufen können *lach*. Und so Vögel, sorry, die den Koll als Bibel betrachteten und beleidigt waren, wenn man für ihre abgenudelten, oft ohne OvP in großen Gemüsekörben versammelten "Modelle" eben keinen Koll-Preis zahlen wollte! Internet und Auktionshäuser, wie Ebay spielten zu der Zeit als "Preisregulierung" ja noch keine Rolle, gebrauchtes kaufte man noch beim Händler des geringsten Mißtrauens, über Kleinanzeigen in den einschlägigen Magazinen oder in der Tagespresse. Und über "Mundpropaganda", "du, ich kenn' da einen, der hat..."

Den Ausschlag, aus dem Tretrad wieder auszusteigen, gab neben dem häufiger werdenden Gemaule im eigenen Hause ob der sonntäglichen Abwesenheit eigentlich ein, nennen wir es mal "Vorfall", ausgerechnet auf einer vorweihnachtlichen Börse in Hof im Bahnhof. Schon während der etwa drei Jahre merkten wir, daß auf sehr vielen Börsen der Anteil der "privaten" VKs immer mehr abnahm, dafür machten sich die "Profi-Händler" breit, von Börse zu Börse erschien einem das "Angebot" bekannter *lach*. So gegen Ende '92, Dezember, als der MEC wieder mal seine jährliche Börse veranstaltete, hatten wir uns ebenfalls mit angemeldet. Mußten bei etwa 30 -40 Anbietern aber bemerken, daß wir nur noch etwa fünf "Hobby-VKs" waren. Das Preisniveau würde ich mal als "gehoben" bezeichnen, bei manchen wäre "abgehoben" wahrscheinlich sogar treffender gewesen. Und ich hatte zur Börse ein größeres Konvolut Wiking-Autos mitgebracht, das ich kurz zuvor eher zufällig von privat beim Ankauf eines N-Konvolutes "mitbekommen" hatte. Alle Modelle aus den 50ern und 60ern, meist in sehr gutem, mehr oder weniger unbespieltem Zustand. "Können sie so mitnehmen, wenn sie die Bahn kaufen, hat mein Mann früher gesammelt...". Natürlich kannte ich auch damals schon den gelben Sammlerkatalüg für Wiking *lol*, aber der Inhalt interessierte mich nicht so wirklich. Ich war N-Bahner und die Wiking Ballast, gutes Börsenmaterial, mehr nicht. Folglich hatte ich die ganzen Wikings eher pauschal ausgezeichnet, jeder PKW 5 Mark, jeder kurze LKW 8 Mark, jeder Sattelschlepper 12 Mark oder so. Noch vor der offiziellen Eröffnung hatten wir schon plötzlich einen Auflauf an unserem Tisch, einer wollte uns gar vor Börsenbeginn das komplette Konvolut Wikings ankaufen. Da das "Angebot" aber noch unter den Einzelpreisen lag, verzichteten wir darauf, unseren Spaß wollten wir zudem ja auch an dem Tag ;-). Schon kurz nach Eröffnung gingen unsere Sachen, unsere Wikings, "wie geschnitten Brot"... - bis sich der Veranstalter vor uns aufbaute und meinte andere Anbieter hätten sich beschwert, wir würden die Preise kaputt machen, das gehe so nicht! Wir könnten nicht einen Wiking Sattelschlepper, der im Katalog vierstellig verzeichnet sei, für 12 Mark hergeben! Da könnten die anderen ja gleich einpacken und von unserer Standmiete könne er den Saal nicht bezahlen, wenn die anderen abhauen. Also sollten wir doch einpacken oder reelle Preise verlangen! Damit war für mich (und meinen Kumpel) das Thema "Börse" als Verkäufer (und wenig später auch als Besucher) gestorben! Es folgte dann eh' eine "schöpferische Pause", sprich, Beruf und inzwischen zwei Kids samt vernachlässigter Gattin forderten ihren Tribut. 2000 verzogen wir dann sowieso nach NRW, hierher mitten in den schönen Pott. Und als ich, etwas zur Ruhe gekommen und die Kiddies größer geworden, wieder mit der Moba anfing, gab es "plötzlich" Ebay... - und damit Sachen, für die man früher wochenlang viele Börsen und Second-Hand-Läden abgegrast hätte, auf Knopfdruck *rotfl*.

So vor ein, zwei Jahren startete ich mal wieder einen Versuch, eine Börse "zu beehren", die Gänsereiterhalle Wattenscheid war mein Begehr. Und ausgerechnet an dem Tag, als ich mir vorgenommen hatte, mal hinzufahren, wurde sie aus irgendeinem Grund abgesagt. Für mich ein Zeichen, auch fürderhin einen großen Bogen um die "eintrittspflichtigen Ausstellungen" zu machen...

meint grüßend
Roland


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RE: was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#21 von lupowr , 18.11.2020 19:08

Hallo Roland,
danke für die ausführliche Schilderung - ich stimme voll zu, allerdings nur als Börsenkunde. Auch in meinem Heimatgebiet (östl. Württemberg) geht der Anteil an privaten VK fast gegen Null - es ist schon schwer, überhaupt einen zu finden, am ehesten noch der Stand des veranstaltenden MEC-Clubs. Und: Hier ist es eben jedes Jahr das fast gleiche Angebot und die gleichen Händler-Gesichter !! Das reicht vom "Tarn-Jogi" , den irgendein Spielwaren"Fach"händler mit überteuertten Ladenhütern losschickt bis hin zu Flohmarkt-Niveau mit Kisten voller Massen-Schrott, bei uns in der Badischen Ostzone os´der Schwäbisch -Sibirien sind es wirklich stets die Gleichen Verkäufer mit dem gleichen Angebot. Das ist vielleicht in großen Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet noch anders.. Die nächste größere Börse ist in Ulm, dort hat sogar jeder Händler alljährlich den gleichen Platz! Und in Coronagefahr ekelt mich das Gedränge dort regelrecht an: Da setze ich mich lieber an meinen Bildschirm oder besuche ein gepflegtes Geschäft mit Second-Hand Angebot. Dies ist meist auch noch wesentlich billiger.....


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RE: was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#22 von Heinz-Dieter Papenberg , 18.11.2020 20:17

Hallo Roland,

Du schreibst das es immer mehr gewerbliche Händler auf den Börsen gibt, das ist richtig, aber...............

................. daran sind einige Städte nicht ganz unschuldig. Seit ca. Mitte der 1990er Jahre hatte ich vom Ordnungsamt der Stadt Kamp - Linfort die Auflage das mindestens 10 gewerbliche Händler dabei sein mußten und deren Namen und Adressen mußte ich dem Ordnungsamt beim Antrag für die Genehmigung zum Verkauf am Sonntag im Voraus mitteilen. Hätte ich also keine gewerblichen Händler zugelassen wäre die Börse nicht genehmigt worden. Was auch viele nicht wissen die sich über die Eintrittspreise aufregen ist das diese Genehmigung in Kamp-Lintfort mal eben 500 € kostete. Dazu kamen Kosten für die Halle,Handzettel, Anzeigen in den Eisenbahn Fachzeitschriften, der örtlichen Presse, den kostenlosen Wochenblättern, die aber nur für die Bevölkerung kostenlos aber Anzeigen recht teuer waren und auch noch die Kosten für die Helfer die man benötigte und da kamen dann locker ca. 2000 € an Kosten zusammen.

Die Händler mußten pro m 15 € zahlen und Besucher allerdings nur Erwachsene 3 €. Nur über die Tischmiete waren die Kosten nicht zu decken, da mußten noch viele Besucher kommen damit man am Ende des Tages , wenigstens in den letzten Jahren 100 - 150 € Reingewinn hatte. OK mir hat das gereicht, denn die Börse war ja mein Hobby und kein Beruf. Wie schon im Eingangsbeitrag geschrieben hatte ich bei der letzten Börse in Kamp-Lintfort ganze 5 € Reingewinn und ich hätte auch weiter gemacht wenn ich diese 5 € Reingewinn bei jeder folgenden Börse gehabt hätte, aber die Kosten stiegen weiter bei den Zeitungen und der Halle und das war dann nicht mehr tragbar. Die Arbeit die so eine Börse machte habe ich gerne gemacht und da habe ich auch nie die Stunden gezählt die zur Vorbereitung einer Börse nötig waren.

Ganz ehrlich wenn ich dann höre das sich Leute beschweren weil sie Eintritt zahlen müssen schwillt mir der Kamm und ich stehe kurz vorm Explodieren, denn keiner der Besucher hat eine Ahnung was alles dazu gehört eine Börse zu veranstalten, von der Vorfinanzierung mal ganz zu schweigen, denn man mußte ja auch Wechselgeld haben und das waren bei mir immer ca. 500 € in Münzgeld und kleinen Scheinen


Gruß

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RE: was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#23 von Rainer1403 , 18.11.2020 20:25

Lieber Heinz Dieter.
sicherlich ist so ein Rückblick nicht immer einfach.
Lege die Füße hoch, freue dich das es eurer Lady wieder besser geht und genieße das einfach.
Wir beide können heute auch ohne Börse leben.
Viele Grüße (unbekannter weise)
Rainer


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RE: was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#24 von Heinz-Dieter Papenberg , 18.11.2020 20:40

Hallo Rainer,

mit meiner Börse habe ich schon lange abgeschlossen denn das ist Vergangenheit und wenn ich heute eine Börse besuche, natürlich vor Corona, zahle ich gerne die 4 oder 5 € Eintritt selbst dann wenn ich nichts für mich finden sollte. Ich habe aber viele schöne Gespräche mit gleichgesinnten und alten Bekannten und ja es ärgert mich sehr wenn Leute die keine Ahnung davon haben was so eine Börse an Arbeit bedeutet sich beschweren wenn sie Eintritt zahlen müssen, selber würden die wohl nie diese Arbeit fast ohne Lohn machen.


Gruß

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RE: was waren es doch schöne Zeiten als es noch Moba Börsen gab

#25 von Rainer1403 , 18.11.2020 20:54

Heinz Dieter,
genau das war der Grund, warum ich die eine oder andere Börse besucht habe... Kommunikation mit anderen Sammler oder Spieler, ich bin Spieler, wenn ich nach Hause gekommen bin und habe nichts gefunden, war das auch in Ordnung.
Die, die bei 4 Euro Eintritt maulen, retten nie eine Börse... Die kaufen dann für 50 Euro die 12te 3047 und wundern sich zu Hause, das das Teil nicht mal die Hälfte Wert war...
Aber so ist die schöne neue Schnäppchen Welt..
Grüße Rainer


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