Der selbstgemachte Luffa Baum

#1 von weichenschmierer , 16.01.2021 16:32

Hallo ihr Lieben !

Heute auf der Agenda:

Der selbstgemachte Luffa Baum.

In dem Beitrag über das Spur1 Wärterhaus kamen Fragen zum Luffabaum, der

der ganzen Szenerie erst so richtig das gemütliche Flair gibt, welches wir so lieben.

Frank (Gote) fragte dann auch noch mal konkret nach, woher das Teil kommt.

Und da musste ich leider passen. Aber ich habe auch selbstgemachte Bäume im Fundus

und um die geht es hier. (Wobei der Wärterhausbaum als Vorlage auch kein Hexenwerk ist)

Also zunächst was ist Luffa ? Bitte hier lesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Schwammk%C3%BCrbis

Dieser Schwammkorpus ist auch heute noch ohne Probleme im Handel käuflich erwerbbar,

ich habe vor gut 18 Jahren mal via Ebay für 50 € ne große Kiste davon gekauft (Größe Staubsaugerverpackung)

Diese Rohgurken muß man nun so zerlegen, das die "Gewebestruktur" wie ein Baum aussieht,

oder aus parziellen Stücken mit irgendeiner Technik zu Bäumen zusammengesetzt wird.


Hier muß man etwas dreidimensional denken können und irgend wie hat das auch was vom Fassondrehen,

oder Buchsbaumschneiden im Garten, gar nicht so einfach, da was harmonisches zusammen zu schnippeln.

Zum Schneiden habe ich eine schwere Küchenschere oder die Goldschmiede Feinblechschere genommen.

Eine normale Schere muß ganz schön kämpfen und das tut dann auch an den Fingern weh.

Hier als erstes mal eine Rohgurke und der bekannte Wärterhausbaum zum Vergleich






Meine Bäume unterscheiden sich von dem Wärterhausbaum erstens durch die Färbung

und auch durch die Art des Zuschnitts und die Art der Luffagurke.

Nach dem Zuschneiden habe ich die weißen Rispen komplett in farbige Holzbeize getaucht

und so gefärbt. Es gab mal um die Jahrtausendwende von Clou spezielle Beize in Herbstfarben,

mais, maigrün, kupfer und braun. Die gibts leider nicht mehr, aber wer schon mal mit dem Malkasten

gearbeitet hat, der kriegt das auch selber aus den Grundfarben gemischt. Leere Gläser sammeln

und dann gehts los. Das gleiche Verfahren nehme ich auch zum Färben von groben Sägemehl als

Streumaterial. Also wenn das Zeug getunkt ist, wieder raus aus der Soße und Farbton für Farbton

in einem großen Küchensieb über einer Auffangschale ausdrücken und abtropfen lassen.

Je gründlicher man das macht, desto länger hat man was vom abgetropften Rest für weitere Bäume.

Gut trocknen lassen (ich lege das Zeug bei uns immer im Karton auf die Heizung im Keller).

Wenn man die Bäume aus einem Stück fertigt, nur noch mit Ponal den Stamm einkleben,

Fuß nach eigenem Gusto.Fertig ! Ich hatte sie seinerzeit aus Salzgebäck gemacht, zur Beschwerung

eine U-Scheibe rein und nach dem Trocknen angemalt. Das ist großer Mist!! (hätte ich mir eigentlich

auch denken können) Das Salz läßt die U- Scheibe rosten, das Salzgebäck verzieht sich und

das Gewicht des Fußes ist auch zu gering. Die großen Bäume fallen sehr schnell um.

Aber das bekommt man hin. Gußfüße oder Holzscheiben oder einfach irgendwo

reinstecken...

Als nächstes mal ein aus Resten zusammengesetzter Nadelbaum, er besteht aus zwei Teilen

und wurde mit Sprühkleber verpappt. Nach 15 Jahren fiel er auseinander. Ich

würde sagen, neuer Versuch, eventuell mit Ponal,Patex oder wieder Sprühkleber.





Dieser Baum mal in zwei Ansichten




hier um 90° gedreht






Die Körper der großen Bäume sind aus dem Vollen geschnitten. Für Laubbäume,

wie den zugekauften Wärterhausbaum, werden mehr oder weniger rechteckige

Streifen,ähnlich wie Dampflokradspeichen, sternförmig in der Draufsicht, und

längenmäßig in Fasson zum gewünschten Baumtyp (Seitenansicht), übereinander

auf einen Stab, Draht o.ä. aufgespießt (Schaschlik für die Anlage)

Unten dann wieder ein Echtholz Stamm oder Rundholz (glatt/profiliert Dübelholz v. d. Stange)

Hier mal eine Auswahl was möglich ist, meine Bäume sind alle recht groß,

halt passend zur Spur 1

Nadelbäume, Laubbäume, Pappeln und Farben von bis . Habe recht viele gelbe ,rote

und braune Bäume. Soll mal eine Herbstanlage werden (deshalb auch der Rauchgenerator im Wärterhäuschen)














Jetzt hier noch mal alle Bäume im Vergleich,

der Wärterhausbaum immer mal dazwischen ,

wegen der Größe....














Zum Schluß noch mal ein Luftbild mit

Bahnhof, Wärterhaus , Luffagurke roh und Spur 1 Wagen.




Übrigens scheint das Material des Wärterhausbaumes aus dem Kern der Gurke zu stammen

und die Farbgebung scheint verdünnte Dispersions oder Plakafarbe zu sein.

Geht also durchaus auch. Und bestreuen mit Sägemehl

oder rotgefärbten Mohn o.a. für Blühten, Obst ect.

und andere Raffinessen muß man probieren.

Wie immer, machen, Erfahrungen sammeln..

und sich übers Ergebnis freuen......

So das wärs erstmal

Liebe Grüße

Wolfgang


 
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RE: Der selbstgemachte Luffa Baum

#2 von Eisenbahn-Manufaktur , 16.01.2021 17:06

Hallo Wolfgang,

ich bin echt beeindruckt! So schöne Bäume! Und eine tolle Anleitung!

Bis jetzt stehen "nur" die Wollenberg-Bäume auf meiner Anlage, insgesamt 17 Stück. Vielleicht begebe ich mich da auch mal an den Selbstbau, auch wenn es kein Blech ist.


Man nehme ein Stück Blech, und schneide alles weg, was nicht nach Lokomotive aussieht!

Klaus


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RE: Der selbstgemachte Luffa Baum

#3 von weichenschmierer , 16.01.2021 17:30

Ooch Klaus !

Das stammt alles aus der Zeit als wegen Hausbau,

Kindern und niedrigerem Beamtensalär und

Hochpreisen in Tinplate, die Kosten den

Rahmen vorgaben.......

Hier das ist nur Arbeit gewesen..die Kosten sind

in Vergleich zum Metall lachhaft

Mittlerweile sehe ich das unser höchstes Gut neben Gesundheit

die ZEIT ist......aber wem sag ich das...

So long

Wolfgang


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RE: Der selbstgemachte Luffa Baum

#4 von hchris , 16.01.2021 22:40

Zitat von weichenschmierer im Beitrag #3

Das stammt alles aus der Zeit als wegen Hausbau,

Kindern und niedrigerem Beamtensalär und

Hochpreisen in Tinplate, die Kosten den

Rahmen vorgaben.......



Da ich in diese Lebensphase gerade reingeschlittert bin, bin ich mal darauf gespannt, welche kreativen Ideen da bei mir noch so entstehen...

Viele Grüße
Christian


 
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RE: Der selbstgemachte Luffa Baum

#5 von gote , 16.01.2021 23:32

Hallo Wolfgang
Das ist gymnasiale Stufe der Baumschule.
Gruß Frank


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RE: Der selbstgemachte Luffa Baum

#6 von S3/6 , 17.01.2021 20:37

Hallo Wolfgang,
das ist klasse ! und absolut nach meinem Geschmack !
Deine Anleitung ist perfekt und schreit nach Nachahmung.

Jetzt werden hoffentlich auch bei mir noch mehr groß (-artige) Bäume wachsen 😊
Gerade die Bäume aus zwei Hälften und die dreidimensional geschnittenen - super schön!

Danke und Gruß
Jürgen


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... und originale, alte Lokomotivschilder sammeln - mein Hobby!


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RE: Der selbstgemachte Luffa Baum

#7 von bibo61 , 24.02.2021 13:32

Hallo Modellbahnfreunde,

angeregt von Wolfgangs Anleitung habe ich versucht Luffa Bäume zu basteln.
Dazu habe ich mir Luffagurken, flache Holzscheiben und einen Haselnussast besorgt.
Bei meiner Recherche zur Lasur habe ich die Lasur 158 von Clou Dunkelgrün als Pulver gefunden.
Ich habe die komplette Tüte in knapp 300 ml Wasser in einem Marmeladenglas angemischt.
Wie Wolfgang geschrieben hat, habe ich dann die zugeschnittenen Luffateile eingetunkt.
Beim Färben unbedingt Gummihandschuhe tragen
Dadurch das die Teile durchtränkt sind ist sogar ein nachträgliches bearbeiten mit Kuttermesser oder Schere möglich,
ohne das die helle Farbe durchkommt..

luffa-1.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

luffa-2.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Wie man sieht habe ich, anders als bei Wolfgang, die Außenseite der Gurke verwendet.

luffa-5.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Zusammengeklebt ist alles mit Ponal.

luffa-6.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Die kleine Baum ist ca. 14 cm, der große ca. 17 cm hoch.

Aus den Resten entstand eine Hecke die ca. 14 cm breit und 3 cm hoch ist.

luffa-7.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Schöne Grüße

bibo61


 
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RE: Der selbstgemachte Luffa Baum

#8 von achterkreis , 27.02.2021 16:47

Hallo liebe Luffa-Förster,
tolle Bäume gibt es hier zu sehen! Das ist ist wirklich nachhaltige Waldwirtschaft.
Bei mir hat auf der Teppichanlage die Trockenheit Schäden angerichtet:
Wald_1.JPG - Bild entfernt (keine Rechte)
Da werde ich wohl nach Eurer tollen Anleitung auch mal mit Beize frisches Chlorophyll auftragen.

Aber eine kleine Anregung habe ich auch. Die historischen Luffa-Bäume mit Holzfüßen haben auf dem Teppich öfter Standsicherheitsprobleme. Da sind die mit Masse-Fuß besser geeignet. Ich habe die mit Gips nachgebaut:
Baeume1.JPG - Bild entfernt (keine Rechte)
Baeume2.JPG - Bild entfernt (keine Rechte)
Einfach irgendwelchen Stuckgips oder Gipsspachtel anrühren, mit etwas Sand geht auch gut. In der richtigen Konsistenz dann einen Klecks auf eine Glasplatte oder Blechdeckel machen, Stamm eindrücken und irgendwo anlehnen, aushärten lassen. Das geht dann leicht von der Unterlage ab. Sollte das Holz im Gips schrumpfen und der Stamm wackeln hilft Alleskleber. Dann nur noch etwas Farbe drauf.
So habe ich auf meiner Teppichanlage eine gewisse Erdbeben- und Sturmsicherheit der Vegetation erreicht.

Viele Grüße

Reinhard


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