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Mignon-Gleis verkürzen

#1 von elaphos , 26.01.2010 12:11

Hallo,
ein Problem bei der Mignonbahn ist, dass es nur Gleise in einer - ganzer - Länge gibt. Für Anlagen sind aber oft kürzere Gleise erforderlich, z.B. wenn man die Weichen in Kurven einbauen will, dafür wird ein 32mm langes Ausgleichstück benötigt.
Was liegt also näher als zumindest defekte Originalgleise umzubauen.

Zuerst müssen die Gleise vom Gleisbett entfernt werden. Das habe ich mit Schlagbolzen und Hammer gemacht:

Gleise und Gleisbett voneinander getrennt:


Beim Versuch, die mittleren Schienenhalter herauszudrücken ist mir das Gleisbett in der Mitte durchgebrochen, was das Ablängen (hier auf der Drehbank mit eingespannter Kreissäge) erleichtert:


In das abgetrennte Stück werden vier 1mm starke Löcher im Abstand von 8mm vom freien Ende - genau die Kante der Gleisführung berührend - gebohrt:



Die Löcher werden mit der Laubsäge zum Gleisende hin auf 4mm zu Schlitzen verlängert:


Vom anderen Schienenende nehmen wir die Verbindungselemente mit den Gleishaltern, welche mit der Flachzange möglichst gerade gebogen werden müssen:


Diese werden von unten im Schraubstock in die Schlitze gedrückt. Auf der Gegenseite, auf den Fotos nicht zu sehen, muss eine kleine Unterlage (z.B. ein Metallring mit 6mm Innendurchmesser) liegen, damit die Schienenhalter bis zum Anschlag durchgedrückt werden können:



Die eingedrückten Verbindungselemente mit den Schienenhaltern:


Jetzt wird der Kunststoffsteg mit einem 2mm Bohrer (passt auch durch die Schraubgewinde) von der Gegenseite durch alle Verbindungselemente durchbohrt:


Danach werden von der Gegenseite die entstandenen Bohrungen mit einem 2,5mm Bohrer (Maß der Verbindungsstifte) erweitert (Achtung auf der Gewindeseite nich das Gewinde anbohren!):


Erster Passversuch:

Passt:


Die Schienen werden wie das Schienenbett auf 32mm abgesägt:



Nach dem Einschieben der Schienen werden die freien Schienenklammern nach innen gebogen. Habe ich mit einem Schlagbolzen und dem Hammer gemacht, gibt sicher noch andere Methoden. Auf dem Foto konnte ich den Hammer mit der rechten Hand nicht halten, da ich mit dieser fotografierte:


Die zu füllende Lücke:


Der Bogen ist geschlossen:


Andere Längen, z.B. halbe Gleise, sollten ähnlich gehen. Daran arbeite ich noch, auch daran, die Schienenklammern aus Messing neu herzustellen, damit nicht jedes mal für ein Teilstück eine ganze Schiene ausgeschlachtet werden muss.

Viel Spaß beim selber Bauen! Für Fragen und Hinweise stehe ich gerne zur Verfügung.
Grüße von elaphos



 
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MIGNON - AUSGLEICHSTÜCK

#2 von Fritz Erckens , 27.01.2010 11:16


Hallo Elaphos,
es freut einen MIGNON-FAN ganze besonders, daß sich ein passionierter MÄRKLIN-FAN mit grossem Enthusiasmus der kleinen Spielzeugbahn aus dem Schwarzwald widmet. Super hinbekommen alle bisher vorgenommenen Umbauten, ausgezeichnet beschrieben und fotografiert!! Weiter so und dabei viel Freude an der MIGNON-BAHN!!!

Fritz Erckens


 
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RE: Mignon-Gleis verkürzen

#3 von elaphos , 27.01.2010 22:20

Hallo Fritz,
Mignon war die erste elektrische Eisenbahn, die ich im zerbombten Berlin noch vor der Blockadezeit im Alter von 3-4 Jahren in einem Schaufenster fahrend mit der markanten Rauchwolke gesehen habe. Gewundert hatte mich, dass sie nicht aufgezogen wurde. Meine Mutter erklärte: "die fährt elektrisch". Von da an war mein sehnlichster Wunsch eine elektrische Eisenbahn. Bekommen habe ich ein paar Jahre später zu Weihnachten 1949 eine Märklin-Bahn mit SLR 700 aus Vorkrigsbeständen, da während der Blockade und auch die erste Zeit danach kein Spielzeug (anderes war angeblich wichtiger) nach Berlin gelangte und das vorhandene aus Nachkriegsproduktion - wie die Mignonbahn - längst vergriffen war. Erst in den 80er Jahren hatte ich "die Bahn mit der Rauchwolke" auf einer Auktion wiederentdeckt und ersteigert. Zu dieser Zeit hatte meine Märklin-Sammlung schon einen beträchtlichen Umfang.
An der Mignonbahn reizt halt neben der Erinnerung an die Kindheit auch die Uhrmacherpräzision aus dem Schwarzwald mit ganz anderer Technik als die sonstigen Modellbahnen.
Freundliche Grüße von elaphos



 
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