Fleischmann: Reparatur Personenwagen 1:93,5

#1 von Siegstrecke , 04.10.2020 21:32

Hallo zusammen,

hier berichte ich über die Reparatur des TEE/IC-Waggons Apmz122 (Art.-Nr. 5663) an der Drehgestellaufnahme.
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Mit den Waggons im Längenmaßstab 1:93,5 hat Fleischmann eine wirklich tolle Wagengeneration geschaffen. Auch für kleine Anlagen mit engen Radien sind die Waggons geschaffen und werten optisch einen Reisezug ganz erheblich auf.
Die Drehgestellaufnahme halte ich allerdings für etwas empfindlich. Im Gegensatz zu den 1:100-Personenwagen werden die Drehgestelle nicht durch einen nahezu zerstörungsfreien Dorn gehalten, sondern durch eine Doppelrastnase. Diese neigt, bei häufigerem Gebrauch (Ein- und Auspacken der Waggons in die OVP) oder unvorsichtiger Handhabe, zum Abbruch. Man sieht dies leider auch häufiger, wenn man auf dem Gebrauchtwagenmarkt versucht, einige dieser Waggons zu bekommen.
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Sollte so ein Schaden aufgetreten sein, wäre es äußerst schade, wenn dieser Umstand zum Ende eines solchen Waggons führen würde. Leider werden sie wohl in dieser Form nicht mehr hergestellt werden und sie sind auch nicht überall und jederzeit zu bekommen.

Bei mir selbst ist eine derartige Beschädigung nur an einem Waggon aufgetreten (besagter Apmz122). Dies aber an beiden Drehgestellen (mit mehrjähriger Verzögerung). Auch wenn ich mehrere dieser Waggons besitze, so wollte ich doch diesen einen nicht aufgeben. Sollten diese Schäden häufiger bei mir auftreten, wäre ich ja ständig auf der Suche nach neuem Wagenmaterial.

Wie bekomme ich das lose Drehgestell wieder funktionstüchtig unter den Wagenkasten?
Den genauen Abstand des Drehgestelles zum Wagenkasten konnte ich nicht einfach so ausmessen. Differenzen darf es dort aber nicht geben. Eine unterschiedliche Höhenlage des Wagenkastens auf zwei Drehgestellen war für mich nicht hinnehmbar. Das hätte auch Folgen im Zugverband gehabt (optisch und funktional). Somit besorgte ich mir im Baumarkt Kunststoffschrauben (18 x 3 mm) und dazugehörige Unterlegscheiben (0,5 mm dick). Das Gewinde der Schrauben hat allerdings keine Funktion. Es dient nur zur besseren Aufnahme und Haftung des Klebers (Faller Expert).
Der Waggon wird nun fixiert und es wird mit einem dünnen Bohrer ein Loch an die Stelle der beschädigten Doppelrastnase gebohrt. Sobald der Bohrer ins Innere des Waggons eingedrungen ist, verwende ich den 3-mm-Bohrer und erweitere die Öffnung für die Schraube.
Die Schraube stecke ich mit einer Unterlegscheibe durch die mittige Öffnung im Drehgestell. Nun wird über die Schraube die Anzahl an Unterlegscheiben hinübergeschoben, bis der Abstand des Drehgestelles zum Wagenkasten stimmt. Das musste ich bei meiner ersten Reparatur auch erst ausprobieren. Heute weiß ich, dass es drei Stück sind (insgesamt 1,5 mm).
Nun wird auf das Schraubengewinde und der obersten Unterlegscheibe der Kleber verteilt. Gespart habe ich nicht damit. Die Schraube soll ja im Wagenkasten und im Inneren des Waggons fest verankert sein. Die oberste Unterlegscheibe haftet nun direkt und fest am Wagenboden und fixiert zusätzlich die Schraube. Die anderen Unterlegscheiben bewegen sich frei mit dem Drehgestell.
Was soll ich sagen - das Drehgestell sitzt wieder passend am Waggon (bombenfest). Betrieblich und optisch gibt es keine Einschränkungen.
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Gruß Martin


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zuletzt bearbeitet 17.10.2020 | Top

RE: Fleischmann: Reparatur Personenwagen 1:93,5

#2 von Hatschi , 05.10.2020 07:24

Hallo Martin,

Es geht noch einfacher:
Ich nehme eine Senkschraube, die von der Dicke her durch das Loch im Drehgestell passt.
Dann schleife ich den Kopf der Senkschraube etwas ab und klebe sie auf die Unterseite des Waggons an der Stelle der Rastnasen.
Mit einer Mutter kann man jetzt das Drehgestell locker anschrauben und die Mutter anschließend an der Schraube festkleben.
Dadurch erspart man sich das Bohren durch den Wagen und kann den Abstand des Drehgestells auch noch mit der Stärke des Abschleifens regulieren.

Viele Grüße
Ralf


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