Optimales Spurinnenmaß Spur 1?

#1 von messingcolera , 10.11.2020 10:31

Liebe Forumskollegen,

im Spur 0 Bereich gibt es ja das bei Spielertreffen als optimal festgestellte Spurinnenmaß von 27 mm. Ich möchte jetzt keine Grundsatzdiskussion darüber los treten. Mich würde nur Interessieren, ob es auch für Spur 1 ein Maß gibt, welches sich bewährt hat. Rechnerisch würde ich jetzt einmal 34,5 bis 35 mm annehmen.

Beste Grüße

Utz


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RE: Optimales Spurinnenmaß Spur 1?

#2 von messingcolera , 21.11.2020 19:41

Liebe Forumsgemeinde,

ich habe mich außerhalb des Forums mit einigen erfahrenen Spur 1 Fahrern diskutiert. Als optimales Maß wurden mir hier 37,5 bis 38 mm genannt.

Beste Grüße

Utz


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RE: Optimales Spurinnenmaß Spur 1?

#3 von weichenschmierer , 21.11.2020 20:15

Grüß Dich Utz !

In Finescale ist es wasserdicht 40mm, drunter gibt es an Radlenkern und Herzstücken Probleme.

In Tinplate weiß ich nur, das Märklin die Spurweite von 45mm ursprünglich von Profilmitte bis Profilmitte gemessen hat,

was dann eine reale Spurweite von 43 statt 45 mm zur Folge hatte. Selbst Walter Herschmann wußte das nicht,

und wunderte sich, das seine Fahrzeuge zu Hause auf LGB Gleis prima liefen und auf Spielertreffen rumzickten.....

Irgendwo habe ich mal gelesen, das Märklin extra dieses Maß weiter verwendet hat, weil dann Fremdfabrikate

nicht Märklin kompatibel wären, umgekehrt wegen der breiten Laufflächen und den losen Radscheiben schon.

Wie mir mal vor längerer Zeit Wolfgang Linneberger für Spur 0 sagte, man muß sich für ein Maß entscheiden,

am besten das, was gebräuchlich ist und dann alle seine Fahrzeuge drauf ausrichten und normen, sonst hat man

immer wieder Probleme. Das gilt für jede Spurweite. Wegen meiner Gartenbahn habe ich mich in Tin Plate

nach längerem Kampf nun auch dort für NEM und isolierten Rädern durchgerungen, so muß jeder

das finden, was für ihn am besten passt......

Gruß
Wolfgang


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RE: Optimales Spurinnenmaß Spur 1?

#4 von Longimanus , Heute 00:43

Hallo Utz!
es wäre noch Hilfreich, in welchem Zusammenhang Du diese - wichtige - Frage stellst, welche im Fahrbetrieb schnell mal unterschätzt wird. Normalerweise interessiert man sich nicht dafür, bis der Zug mal neben - statt auf den Gleisen steht oder liegt.

Geht es darum, dass Du auf einer Tin-Plate Anlage mit alten Zügen fährst und irgend wann mal kam es zu einer Entgleisung? Besonders bei alten Gussräder, passiert es leider häufig, dass diese altersbedingt auf der Achse "lose" rutschen, meist deutlich "zusammenrücken" oder die Räder gar Zinkfrass haben. In dem Fall will man ja keine Experimente, sondern das gleiche Mass wie die anderen Räder wieder herstellen / Achse austauschen. Tinplate hat etwas mehr Toleranz, aber auch da darf das Mass 35mm nicht unterschreiten und 37mm nicht überschreiten.

Geht es darum, dass Du alles was sich Spur I nennt, fahren lassen möchtest? Dann wird Dir jeder mit Vernunft sagen, das geht nicht! Es geht schon, ich fahre ja auf meiner Anlage so, mit ganz ordentlichem Tempo. Aber der Aufwand ist hoch und um Kompromisse kommt man nicht herum. Es sind eine ganze Reihe von "Problemen", die Spurweite - Innenmass - ist nur eins davon, wenn auch das Wichtigste. Du musst wie der welcher dies schreibt, eine Art Spinner sein.

Dass von Mitte Schiene zu Mitte Schiene (komplett falsch!) gemessen wurde, war halt damals so. Ich denke, das hat weniger mit Konkurrenz zu tun, sondern mit dem damaligen Zeitgeist. Die damaligen wichtigsten Mittbewerber, zumindest in Europa haben ebenfalls - falsch - von Mitte zu Mitte gemessen. Wichtigster Konkurrent Bing aus Nürnberg, auch Schoenner und Karl Bub Fahrzeuge laufen ganz gut auf den damaligen Märklin Gleisen und Weichen aus Göppingen.

Es geht nicht nur um das Spurmass, es geht auch darum, die alten Märklin & Bing Schienen sind beinahe rund, moderne Gleise sind plan, das Vorbild ganz minim nach innen geneigt. Angenommen es gelingt einem als Zauberer die Spurweiten Differenz von 3-6 mm zu überwinden, oder man lässt die Weichen weg und fährt nur auf einem Oval, dann hat man noch das angesprochene Problem dass Tinplate Räder auf die runden Tinplate Schienen ausgelegt sind. Moderne Neusilber-Gleise sind um Welten besser, sei es optisch, mechanisch und vor allem in der viel besseren Leitfähigkeit. Der Stromwiderstand ist bei Neusilber Thiel-Gleis (LGB Profil) so gut wie innexistent, ganz im Gegensatz zu alten gebrauchten Blech-Gleisen, mit meist sehr rostigen Kontaktstiften. Aber wenn man alte 1930-er Jahre Lokomotiven auf modernen Vollprofil Gleisen fahren lässt, dann "fressen" sich die Gleise in deren Räder ein. Der unschöne Effekt ist ist bei LEICHTEN Tinplate-Lokomotiven nahezu vernachlässigbar, aber bei grossen schweren Tinplate Lokomotiven, ganz besonders wenn sie lange schwere Züge über "steile" Rampen ziehen sollen, dann gibt es unweigerlich sehr schnell unschöne Rillen in die Radlaufflächen. Sozusagen wie beim Vorbild, dort nützen sich die Radbandagen auch ab, aber sehr viel langsamer, erst nach tausenden abgespulten Kilometern.

Bei den Weichen an den Radlenkern herum biegen, das bringt nichts. Ebenso gibt es kein Kompromiss Radsatz-Innenmass!!! Genau das versuchten manche Hersteller in den 1960- er und 1970-er Jahren. Z.B. 37+, 38-39 mm passt weder für Tinplate noch für Fine-Scale wirklich zufriedenstellend.

Mal abgesehen vom Mittelleiter und ggf. dass bei 2-Leiter die Räder isoliert sein müssen, wenn man wirklich "alles" fahren lassen möchte: vielleicht kann man mit "Schnellfahrweichen" mit beweglichem Herzstück ohne Radlenker, oder mit Weichen teils ähnlich wie auf Zahnradbahnen die auf einer Art Schiebebühne gelagert sind, alles fahren lassen, bez. Innemass von 3-6 mm Toleranz zulassen.

Bei meiner Anlage habe ich alte Märklin Weichen der äussere Schienenstrang isoliert, so dass Fine Scale geradaus fahren und Tinplate das abzweigende Gleis benutzen. Märklin 1930-er Jahre Weichen haben beim Herzstück mehr Tolerant, als moderne Weichen. Aber bei Märklin Tinplate alten Weichen "fallen" die Räder vor dem Herzstück auf den Spurkranz, was allenfalls bei Tram (Strassenbahnen) vorkommen mag, aber bei der DB / SBB vollkommen unrealistisch ist. Doch ich bin mit diesem Kompromiss eigentlich ganz zufrieden, Märklin neu, Märklin alt ab ca. 1910, LGB, auch Lemaco Fine Scale, auch moderne Kiss und Fulgurex fahren ganz passabel. All zu viele Anlagen gibt es nicht, wo das möglich ist. Aber mir war das wichtig, dem habe ich alles untergeordnet.

Will man jedoch keine Experimente und auf Nummer sicher gehen, sollte das Alter vom Gleis und die Art vom Gleis zeitlich zum Rollmaterial passen. Man muss sich für oder gegen modernes (altes) Rollmaterial entscheiden. Die Situation ist wie bei PC`s, Dateien welche vor 40-20 Jahren gespeichert wurden, können von aktuellen modernen üblichen Geräten nicht mehr so ohne Weiteres eingelesen werden.

Gruss
Hermann


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