Das Forum Alte Modellbahnen begrüßt seine Gäste und wünscht gute Unterhaltung

RE: Abschlußbericht

#151 von *3029* , 02.10.2021 21:32

Hallo Manuel,

dann werde ich mal den ersten Kommentar schreiben.

Die Restaurierung der Anlage mit Lünenschloss-Handschrift ist dir wunderbar gelungen.
Du hast meinen vollen Respekt für diese reife Leistung,
Auch die topsaubere Ausführung verdient ein dickes Lob.
Insbesondere bemerkenswert, da du dich in das Arnold-Thema als Newcomer einarbeiten musstest.

Die vielen Detailszenen setzen der Anlage das Sahnekrönchen auf,
diesbezüglich übertriffst du noch unseren Meister Lünenschloss,
der was das Material betrifft sich an die Arnold-Vorgaben halten musste.

Ich wünsche dir, lieber Manuel, viel Freude mit der Anlage.

Schöne Grüsse vom Untermain

Hermann



volvospeed findet das Top
volvospeed hat sich bedankt!
 
*3029*
Beiträge: 12.226
Registriert am: 24.04.2012

zuletzt bearbeitet 02.10.2021 | Top

RE: Abschlußbericht

#152 von Lucky Lutz , 02.10.2021 22:49

Hallo manu,

wirklich tipptopp, aber da wiederhole ich mich. Sehr schöne auch Dein Einsatz der Figuren, nicht willkürlich, sondern sehr "lebensecht" gut in die jeweiligen Situationen/Szenarien eingebunden. Ein tolles Endergebnis!

Viele Grüße

Lutz


volvospeed findet das Top
volvospeed hat sich bedankt!
Lucky Lutz  
Lucky Lutz
Beiträge: 340
Registriert am: 06.02.2018


RE: Abschlußbericht

#153 von longjohn , 02.10.2021 23:29

Hallo Manuel,

da kann ich mich meinen Kollegen nur anschließen. Deine Berichte haben mir viel Freude gemacht. Danke dafür! Dir viel Spaß mit der super tollen Anlage!

Herzlich

Frank


volvospeed findet das Top
volvospeed hat sich bedankt!
 
longjohn
Beiträge: 1.356
Registriert am: 02.03.2009


RE: Abschlußbericht

#154 von volvospeed , 27.10.2024 17:04

Hallo zusammen,

lange war es hier still, aber nur im Bericht. Die Anlage habe ich aktuell am häufigsten im Betrieb und sie bereitet mir nach wie vor sehr große Freude.
Allerdings, haben die Anlagen LS 0034 einen großen Schwachpunkt und das sind links und rechts die Steigungen. Die ganze Zeit hatte ich echte Probleme, das die Loks egal welcher Marke überhaupt den Berg herauf schafften. Einzig die uralten schweren Arnold Loks, wie E10, E40 und V200 machten nie Probleme.

Man muss den Trafo schon recht weit aufdrehen, damit die Loks da überhaupt hinauf kommen. Auf der Ebene angekommen, fährt der Zug dann schon sehr zügig und bergab dann so schnell, das er fast aus der Kurve fliegt. Das ist kein schönes Fahrbild.

Problem 1- Haftreifen

Alle meine Loks hatte ich gebraucht erstanden. Bis dato hatte ich mich, weil Spur N bei mir die ganze Zeit nur so nebenbei lief und ich schlichtweg noch nicht dazu kam, nur auf die Reinigung der Radsätze beschränkt. Letzte Woche jedoch habe ich jeder Lok eine große Inspektion inkl. Wechsel aller Haftreifen ( sofern vorhanden ) unterzogen. Damit kann nun jede Lok ihr Potential voll entfalten.

Problem 2 - Steigung und Gefälle der LS 0034

Jetzt würde jeder sagen, nimm dich einfach einen Bremswiderstand und eine Diode für die Gegenrichtung. Der Grundgedanke wäre ja schön, aber soweit ich weiß, hatte Arnold keine Bremswiderstände. Die einstellbaren Widerstände von Trix oder Fleischmann wären für solche Fälle ja echt Prima. Aber damit hätte ich nur das Problem Gefälle gelöst und aus optischen Gründen fällt das auch aus, da ich nur reine Arnold Technik im sichtbaren Bereich sehen möchte. Die einstellbaren Widerstände unter der Platte zu verbauen, finde ich auch recht unpraktisch.

Ich möchte aber in der Steigung aber mehr Power haben, als in der Ebene oder gar im Gefälle, ohne am Trafo ständig nachregulieren zu müssen.

Mir kam da eine ganz andere Idee, der Trick mit der Diode!

In dem Fall nehme ich 1N5400 ( 50 Volt ), jede dieser Dioden hat einen Spannungsabfall von 1 Volt. Also, bei 2 Dioden in Reihe 2 Volt bei 3 Dioden 3 Volt usw.

Bei meiner Anlage habe ich je Fahrtrichtung links und recht in den Kehren die Einspeisungen + und - eingebaut. Das habe ich damals schon so vorgesehen, um Spannungsabfälle durch ausgelutschte Schienenverbinder etc. vorzubeugen.

Als Beispiel zeige ich jetzt nur die Fahrtrichtung nach rechts ( Die Fahrtrichtung nach links ist aber genauso aufgebaut ). In dem Fall ist + zum Anlagenrand vorne ( im Bild unten ) und Minus innen.

Zuerst baute ich entsprechende Isolierverbinder ( + seitig , im Bild rotes X ) an die benötigten Stellen ein. Das Plus Kabel der Einspeisung der rechten Steigung zog ich von der Klemme heraus, das wird später benötigt. Ebenfalls zog ich das + Kabel Einspeisung linkes Gefälle ab. Eine zusätzliche Klemme baute ich + seitig unterhalb der Brücke in das Gleis ein., diese Klemme nenne ich jetzt mal Ebene.

Nachtrag: links in der Kehre das Plus sollte natürlich am Inneren Bogen innen gekennzeichnet sein und nicht am äußeren Bogen außen



Schaltung der Dioden einfach mit einer Lüsterklemme aufgebaut. Natürlich kann man das auch auf einem Stück Lochraster Platine professionell aufbauen. Zum Testen aber finde ich die Lüsterklemme recht praktisch

Jeder der 1N5400 reduziert die Fahrspannung des Trafos um 1 Volt.

Das heißt:

- Bergauf und auf der freien Strecke ( oberer Teil und über die Brücke drüber ) volle Trafospannung
- in der Ebene Trafospannung - 2 Volt, was völlig ausreicht. Um auch in Gegenrichtung fahren zu können, müssen 2 weitere Dioden antiparallel dazugeschaltet werden. 2 Dioden deshalb, damit wir im Bahnhof vorwärts, wie rückwärts gleiche Geschwindigkeit fahren können.
- Bergab wird der Zug um 4, 5, oder 6 Volt gebremst. In der Zeichnung habe ich den Anschluss zum Bremsen im Gefälle auf höchster Stufe eingezeichnet und daneben mit roten Sternchen * weitere Anschlüsse gekennzeichnet. Das Kabel welches von der Gefällstrecke Schiene + kommt kann man dann wahlweise je nach Stärke des Gefälles auch an den gekennzeichneten Stellen anschließen und anpassen.
- In der Gegenrichtung Trafospannung - 1 Volt ( technisch nicht anders möglich )

Anschluss an die "Schaltung"

1. Trafo Fahrspannung + an FS+ anschließen
2. Gleisklemme Steigung am FS+ anschließen
3. Gleisklemme Ebene, Kabel an Ebene anschließen
4. Gleisklemme Gefälle an Gefälle* anschließen. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, wie stark der Zug da abbremsen soll.

Die Geschwindigkeit ist so einzustellen, das der Zug locker die Steigung schafft, auf freier Strecke behält der Zug seine Vmax bei, im Gefälle wird der Zug automatisch gebremst und fährt in der Ebene nun eine angenehme Geschwindigkeit. Die Geschwindigkeit ist je nach Kraft der Lok in sehr weitem Bereich einstellbar. Rangieren verhält sich wie gehabt, außer das der Zug sich noch etwas feinfühliger regeln lässt.

Der Umbauaufwand ist minimal und lässt sich je Fahrrichtung in ca. 1 Stunde durchführen. Sollte es nicht gefallen, kann man es auch einfach wieder zurück bauen. Je Fahrtrichtung ist nur ein zusätzliches kleines Loch, an der Gleisklemme Ebene zu bohren. Ansonsten bleibt die Optik der Platte komplett unangetastet.


Mit freundlichen Grüßen
Manuel
Forum http://www.make-moba.de

mein YT Kanal https://www.youtube.com/user/truckspeed/videos


Folgende Mitglieder finden das Top: 1189, Classic, aus_Kurhessen, Lucky Lutz, herbymhlsn, Armadi, lutzdampf und Ralf-Michael
1189, herbymhlsn und Armadi haben sich bedankt!
 
volvospeed
Beiträge: 3.894
Registriert am: 10.01.2011

zuletzt bearbeitet 27.10.2024 | Top

RE: Abschlußbericht

#155 von volvospeed , 03.01.2026 01:26

Hallo zusammen,

nach fast 1 Jahr Moba Pause habe ich mich heute doch mal wieder an meine Anlage gesetzt und eine Zeit lang fahren lassen. Ein paar Sachen wollten mir nicht so gefallen. Zuerst zum Thema Diodenbremse.

Ich habe heute nochmal ein wenig herum experimentiert und kam zum Entschluss, das 1 bzw. 2 Dioden zum Abbremsen je Fahrtrichtung ausreichen. Mit 2 und 3 ist es doch etwas hart und manche Loks, bleiben dann auch fast stehen. Zum Glück habe ich es ja mit den Lüsterklemmen so verbaut, das ich einfach die Kabel nur umklemmen musste.
Durch die zwei Abstufungen fährt das ganze optisch auch nicht so ruppig, wie mit dem Sprung von 2 auf 3 Dioden.

Ich habe mal die Bahn von oben fotografiert und die Bereiche genauer eingezeichnet.

Grün = volle Spannung
Orange = gebremst durch 1 Diode ( Beschleunigungsbereich )
Rot = gebremst durch 2 Dioden ( Langsamfahrbereich )

Natürlich ist eine Diode in Gegenrichtung gepolt, damit man bei Gegengleisfahren Bergauf vollen Saft hat.



Wer genau aufgepasst hat, hat mitbekommen, das ich die Gleisanlage leicht verändert habe. Der Hauptanlass war die DKW, die zuvor in die Abstellung führte. Leider macht diese sehr oft Probleme und Fahrzeuge entgleisen, aus dem Grund wollte ich die auch endlich ausbauen. Weiterhin, das Stumpfgleis vor dem EG macht für mich auch kein Sinn und ich funktionierte das nun zu einem Durchgangsgleis um. Ein Zugwechsel, ohne das ich irgendwo auf dem Innenkreis noch einen weiteren Zug anhalten kann, ist so gar nicht möglich gewesen. Man hätte da höchstens mal einen Wagen aussetzen können, aber warum ? Es ist weder ein Postanschluss, noch ein Güterschuppen vorhanden.

Leider hatte ich keine Weichen mit altem Antrieb mehr. Bei Gelegenheit werde ich aber die neuen Weiche gegen den alten Typ, damit es von der Optik auch wieder passt austauschen.



Da nun aber die Gleisverbindung vom Innenkreis in die Abstellung fehlt, wurde eine neue Verbindung kurz vor der Brücke auf der kurzen Gegengrade eingerichtet.



Die Überleitstelle befindet sich direkt vor der V215



Mit den 3 kleinen Veränderungen, gewinnt die Anlage unheimlich an Betriebsmöglichkeiten und wer es nicht möchte kann es auch einfach wieder zurück rüsten.

Möglichkeiten Innenkreis:

1. Zugwechsel, ohne Rangieren
Im Innenkreis ist durch die neue Weiche ein Zugwechsel möglich, ein Zug mit 3 D-Zug Wagen passt da locker auf beide Gleise.
2. Abstellung
Um vom Innenkreis in die Abstellung zu kommen, wird der Zug vom Außenkreis entweder im Bahnhof, vor der Weiche die in de Abstellung führt, oder kurz vor bzw. unter der Brücke links angehalten ( man braucht bloß die Weiche Außenkreis dort auf Abzweig stellen ), Überleitstelle ( Innen-/Außenkreis ) auf der rechten Seite oben umstellen und den Trafo des Außenkreis in gleiche Fahrtrichtung aufdrehen. Nun hat man zwei Möglichkeiten. Man kann in die Abstellung fahren, oder aber über die Überleitstelle, unter der Brücke wieder ins Regelgleis zurück, sofern der Zug auch dem Außenkreis vor der Überleitstelle angehalten wurde.

Möglichkeiten Außenkreis:

1. Zugwechsel mit Rangieren
Der Zug der sich auf der Strecke befindet, hält man im Bahnhof vor der Weiche die in die Abstellung führt an. Die Weiche der Überleitstelle unter der Brücke stellt man wieder auf Abzweig, um den aus der Abstellung kommenden Zug dort anzuhalten. Nun stellt man die Weiche im Bahnhof, damit der dort wartende Zug vorziehen kann, um dann rückwärts in die Abstellung rangieren zu können.
2. Lokwechseln
Auf ähnlich Weise könnte man auch nur einen Lokwechsel vollziehen. Den Zug im Bahnhof angehalten, die Wagen abgekuppelt. Die Lok zieht vor, die Weich ein Richtung Abstellung stellen und dort die Lok auf einem freien Gleis abstellen. Eine weitere Lok, die z.B. im Lokschuppen stand, könnte nun den Zug übernehmen.

Was mir irgendwie noch fehlt, ist eine Umsetzmöglichkeit in der Abstellung, um auch mal einen neuen Zug zusammenstellen zu können, aber dazu hab ich derzeit keine Idee, wie man das ohne größere Veränderungen der Bahn veranstalten könnte. Zu viel möchte ich optisch ja auch nicht Verändern bzw. vom Original abweichen.



Auch wenn meine LS0034 nun doch etwas von dem Original Gleisanlagentechnisch abweicht, so macht sie jetzt um einiges mehr Spaß. Ihr könnte ja mal im Gedanken, die jetzigen Möglichkeiten durchspielen.

Hier mal ein Video, was ich heute nach dem Umbau dazu gefilmt habe. Entschuldigt bitte, das es stellenweise etwas wackelig ist, aber filmen mit einer Hand und die Anlage halbwegs flüssig zu bedienen ist nicht so einfach


Mit freundlichen Grüßen
Manuel
Forum http://www.make-moba.de

mein YT Kanal https://www.youtube.com/user/truckspeed/videos


 
volvospeed
Beiträge: 3.894
Registriert am: 10.01.2011

zuletzt bearbeitet 03.01.2026 | Top

RE: Abschlußbericht

#156 von herbymhlsn , 03.01.2026 13:27

Grüß Gott miteinander,
Hallo Manuel,

meinen Glückwunsch zu Deiner traumhaften Anlage!
Wenn man den langen Weg bis zum Abschluß mitverfolgt, absolute Hochachtung, wie es Dir gelungen ist, diese Anlage so zu gestalten!
Man möchte gerne sofort selbst zum Trafo greifen.
Die Anlagen wurden vor mehr als 50 Jahren gebaut, zu dieser Zeit war nicht nur das Arnold Programm noch nicht so umfangreich.
Die Steigungen stellen somit für die neueren Loks und Rollmaterial erhebliche Anforderungen dar, die Modelle aus dieser Zeit meisterten diese jedoch wie bereits anderweitig erwähnt mit Bravour.
Zudem war der Grundgedanke usw. anders gelagert.

Wünsche weiterhin viel Freude mit der Anlage, hoffentlich ist es nur ein "vorläufiger Abschlußbericht".

Grüße aus der Oberpfalz
Herbert


1189 findet das Top
volvospeed, 1189 und Lucky Lutz haben sich bedankt!
 
herbymhlsn
Beiträge: 193
Registriert am: 23.04.2020


Umbau der Anlage

#157 von volvospeed , 05.01.2026 00:05

Hallo Herbert,

vielen Dank für Dein Lob. Ich kann nur sagen, die Anlage macht mir nun auch nach Jahren immer noch sehr viel Spaß.

Was die Steigungen angeht, ja, die sind schon echt extrem, auf der linken Seite geht es noch einigermaßen, aber auf der rechten Seite ist echt schon grenzwertig. Das ist leider ein kleines Manko der Anlage. Andererseits lässt die Anlage sowieso auch keine große Zuglängen ( Zuglänge max. 50cm ) zu, begrenzt durch die recht kurzen Nutzlängen der Bahnhofsgleise.
Am liebsten lasse ich deshalb Loks wie, V200, V215, E10, E40 und Schienenbus fahren. Dampfloks, wie die BR01,BR23, BR41 und BR66 funktionieren mit 3 D-Zug Wagen auch noch recht gut
Was das moderne Rollmaterial angeht, abgesehen von Tenderloks und Schlepptenderloks ( mit Tenderantrieb, die bekommen die Kraft einfach nicht auf die Gleise, da Gewicht zu niedrig. z.B. Fleischmann BR 38, oder auch BR50, schaffen aber auch moderne Drehgestell Loks z.B. Fleischmann, oder Minitrix V100, oder V215 die Steigungen recht gut, sofern sie dann auch mit Haftreifen versehen sind.
Selbst die kleinen Arnold BR 80, oder auch BR 89 sind mit 3 Wagen schon fast überfordert rechts die Steigung zu erklimmen. Dazu kommt, das die alten Wagen mit den Plastikradsätzen sowieso erhöhten Rollwiderstand haben, da hilft auch das Ölen der Achsen nicht all zu viel. Die Arnold Köf und auch die V65 sind gänzlich ungeeignet für die Bahn.

Eigentlich müsste die Bahn min. 40 bis 50cm breiter sein, um beide Bögen etwas länger machen zu können, um die Steigung etwas zu entschärfen, aber das bleibt Wunschdenken, da der Aufwand einfach viel zu hoch wäre, zudem wäre das schon ein grober Einschnitt für die Lünenschloss Anlage.

@all

Hallo zusammen,

es folgt ein weiteres Update. Nachdem ich mir die Tage nochmal die Gleisplanbücher und Kataloge von Arnold angeschaut habe, viel mir auf, nun habe ich schon einen relativ großen modernen Bahnhof, da mögen mir die einfachen Holzbohlen alleine doch nicht mehr so recht gefallen, zumal ich so auch noch nie wirklich niveaugleiche Holzbohlen Bahnsteige bei der DB Hauptbahn gesehen habe. In der Schweiz, oder auf so manch Nebenbahnen mag das ja mal so gewesen sein, aber auf einer DB Hauptstrecke, weiß ich nicht ?!

Bei dem Umbau gestern hatte ich das zwar schon Gedanklich im Kopf gehabt und auch überlegt, wie ich das umsetzen könnte, aber dann doch erstmal sein gelassen. Ich war mir einfach nicht sicher, ob die Veränderung, das Gesamtbild. bzw. den Gesamteindruck der Lünenschloss Anlage zu stark verändert.
Heute jedoch fand ich beim Räumen durch Zufall aber noch die Bedachung eines Original Bahnsteig von Arnold, allerdings fehlte die Plattform und weiteres Zubehör. Ok, mit einer Plattform wäre ich sowieso nicht so weit gekommen und zudem muss ich das ja auch für meine Gegebenheiten sowieso auch anpassen. Ich hab das Dach dann einfach mal auf eine Wagenverpackung gelegt und das in Mitten des Bahnhofs gestellt, um mir anschauen zu können, wie das mal aussehen könnte.
Es gefiel mir sehr gut, passt das doch Bestens zum Erscheinungsbild des großen EG´s und dem Stil der Stadtbauten.
In den Gleisbüchern von Arnold 0020 sieht man ja auch, das nicht nur Holzbohlen, sondern auch Bahnsteige eingeplant wurden. Also, warum nicht. Ok, mein Bahnsteig 6435 von Arnold stammt zwar erst aus Ende der 70iger, aber das sollte noch passen.


Zur Umsetzung

Zuerst baute ich den rechten Teil des Bahnhofs, den ich gestern schon einmal umgebaut hatte wieder zurück. Nachdem ich ein wenig Tetris mit den Gleisen gespielt hatte fand ich eine machbare Lösung. Die Gleise fixierte ich mit ein paar Pins, und schnitt ich die Wiese unregelmäßig mit einem Skalpell vor. Dann riss ich die Wiese erst mal trocken von Hand ab. Um die Reste ( siehe Bild ) sauber weg zu bekommen, nahm ich Wasser mit einem Schuss Spüli und befeuchtete entsprechende Stellen mit einem Pinsel. Mit einer Spachtel konnte ich so den Rest einfach und sauber, nach ca. 3 bis 5 min Einwirkzeit entfernen. Als spachtelte ich die Löcher zu, und grundierte die neue Fläche wieder mit meiner braunen Farbe.



Statt der Linksweiche verwendete ich nun eine Rechtweiche und verlagerte sie weiter in den Bogen. Der Bogen führt nun in das zweite Gleis von vorne gesehen. Das Gleis 3, welches vorher als Durchgangsgleis diente entfällt nun vollständig, im Raum für den Bahnsteig zu schaffen.



Vor der Weiche Güterschuppen in Richtung Lokschuppen ( links im Bild ), setzte ich nun eine weitere Rechtsweiche hin und verband diese mit der Hauptstrecke. Übrigens, kam ich ohne Flexgleise aus, allerdings mussten die Seriengleise minimal angepasst werden. Leider hab ich vergessen, welches Bogengleis ich hier verwendet habe, es müsste aber ein R3 oder gar R4 gewesen sein. Alle Gütergleise einschließlich der Weiche Güterschuppen / Lokschuppen haben ihre Lage nicht verändert. Der Umbau ist also recht einfach zu machen.



Dadurch das die Weiche recht noch weiter nach rechts gerutscht ist, wurde das Abstellgleis ganz vorne natürlich noch ein gutes Stück länger.

Beim Hausbahnsteig verwendete ich damals eine 6mm starke Buchenholzleiste, da die Grundplatte des Bahnhofs 6mm hoch ist. Leider hatte ich aber kein passendes Holz für den neuen Bahnsteig mehr da, deshalb konstruierte ich selbigen 4 Teilig am PC und druckte mir die Teile. Da die neuen Bodenteile sowieso lackiert werden, wir der Materialmix nicht auffallen. Bewusst habe ich die Bodenteile des Bahnsteigs schlicht gelassen, also keine Randsteine, angedeuteten Kopfsteinpflaster oder ähnliches, sondern einfach so, wie man es früher mit einem einfachen Brettchen nur lackiert angedeutet hätte.
Zuerst fertigte ich die zwei Mittelteile ( Teil 2 und 3, das linke Teil gleich mit der Aussparung für den Anschluss ) identisch mit jeweils 170 x 40 x 6 mm, lackierte die Seitenteile und klebte diese mit doppelseitigen Klebeband genau mittig zwischen die Gleise und den beiden Weichen des Außenkreis. Nun konnte ich genauer Messen, denn die Teile 1 und 4 benötigen ja noch die Rundung wegen den Weichen, Teil 4 spiegelverkehrt, dann zusätzlich noch die Aussparung für den Weichenantrieb.

Nach dem ich alle Maße hatte, konstruierte ich das linke Teile 110 x 40 x 6 mm und dem Bogen für den Abzweig der Weiche. Der rechte Teil ist gespiegelt, hier fügte ich noch die Aussparung für den Weichenantriebs ein. Der gesamte Bahnsteig ist damit 560mm lang. Das Dach des Bahnsteigs baute ich nach Arnold Anleitung zusammen, allerdings eben ohne die Bodenplatte. Nun hatte ich auch das genaue Maß des Ständerwerks und konnte die Maße auf meinen Bahnsteig übertragen. Für die 4 Ständer bohrte ich je ein 3mm Loch mittig in die Bodenplatte und konnte nun das Bahnsteigdach einstecken.



Für den Treppenabgang verwendete ich eine Vollmer Gleisbude, die ich noch da hatte. Die Gleisbude sieht fast aus wie das Arnold 6030 Streckenwärterhäuschen. Sollte ich da mal eines ergattern kann ich das Gebäude immer noch gegen das Arnold Teil tauschen. Ansonsten denke ich, ist das nun kein allzu großer Stilbruch.



Hier gut zu Erkennen, die Aussparung für den Gleisanschluss, weiterhin gut zu erkennen, ich habe die Blechtüre der Stirnseite komplett entfernt und die Aussparung vergrößert, so, das es nun wirklich aussieht wie eine Überdachung für den Treppenabgang. Ein wenig mattschwarze Farbe kaschiert den Rest.



Zwischen Gleis 1 und 2 habe ich die Bohlen gelassen, fehlen nur noch die die Schilder "Überschreiten der Gleise verboten"
Auf dem Bahnsteig selbst fehlen auch noch ein paar Schilder, Bänke, Mülleimer und Blumenkübel. Leider habe ich nichts mehr da und muss mir die Teile nun erstmal erstellen. Passend zum Rest der Anlage, darf es hier aber auch nicht zu Detailliert und eher nüchtern angedeutet bleiben, eben im Stil Lünenschloss.



Schnappschuss: Blick ausm Stellwerk



Die E10 mit ihrem Rheingold fährt gerade ein...



Der Schienenbus, wartet auf Anschlussreisende



Ich finde der Bahnsteig passt sehr gut zum restlichen modernen Erscheinungsbild der Stadt und auch des EG´s und macht den Bahnhof nun doch nochmal ein Stück Erwachsener.



Hier noch zwei Bilder





Als, letztes Update, wäre noch eine Umsetzmöglichkeit vorne im Abstellbereich denkbar. Allerdings, fehlen mir dazu noch 2 passende Weichen ( links ) mit Antrieb ( grün eingezeichnet ), sowie Weichenschalter und vier ( einer Ersatz ) elektrische Entkupplergleise ( rote Sterne ). D.h. das letzte Update wird dann dauern.


Mit freundlichen Grüßen
Manuel
Forum http://www.make-moba.de

mein YT Kanal https://www.youtube.com/user/truckspeed/videos


Folgende Mitglieder finden das Top: Lucky Lutz, Classic, eisenbahnseiten.de, 1189, longjohn, metallmania, papa blech, aus_Kurhessen und Armadi
1189, longjohn, metallmania, hundewutz und Armadi haben sich bedankt!
 
volvospeed
Beiträge: 3.894
Registriert am: 10.01.2011


RE: Umbau der Anlage

#158 von volvospeed , 06.01.2026 13:50

Hallo zusammen,

inzwischen ist mein Stellpult auch wieder auf aktuellstem Stand, der dazugehörigen Bahnanlage.

Bei Gelegenheit werde ich mir allerdings noch mal schwarze Klebefolie besorgen und mir weitere Streifen schneiden. Oben rechts am Schalter fehlt noch die Streckenandeutung.
Die Beschriftung "EG" und "LS" hatte ich damals noch von Hand wenig professionell geschrieben, auch das möchte ich die Tage noch ändern.
Übrigens, oben rechts der DKW Schalter ist mangels normaler Weichenschalter für die Überleitstelle oben gedacht. Da es sowieso nur zwei logische Stellungen der Weichen gibt, werden beide Weichen darüber logisch geschaltet. Man könnte die Symbolik der rechten Taste von links oben nach rechts unten noch in der Schalterkappe abdecken, aber es ist auch so recht gut verständlich.

Oberhalb des rechten unteren Weichenschalters verdeckte ich die Bohrungen, des ehemaligen Weichenschalters, der ja nun versetzt wurde, mit weißer Klebefolie und passte die veränderte Gleislage entsprechend an.


Mit freundlichen Grüßen
Manuel
Forum http://www.make-moba.de

mein YT Kanal https://www.youtube.com/user/truckspeed/videos


Folgende Mitglieder finden das Top: Classic, tug_baer, metallmania, herbymhlsn, Bucki, Armadi, aus_Kurhessen, Moba_Arni, 1189 und jjsynth
Classic, tug_baer, hundewutz, herbymhlsn, Armadi, Lucky Lutz und 1189 haben sich bedankt!
 
volvospeed
Beiträge: 3.894
Registriert am: 10.01.2011

zuletzt bearbeitet 06.01.2026 | Top

   

Arnold Toporama 0140 und weitere Arnold-Anlagen
Kleine Sensation - die Arnoldausstellung in 92360 Mühlhausen-Sulzbürg

  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag
Xobor Ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz