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Der zweiachsige Niederbordwagen als Modell von ROKAL

#1 von rokalisti , 17.09.2012 22:48

Servus,

ein unscheinbarer Güterwagen mit hohem Spielwert ist der zweiachsige Niederbordwagen. Auf der Ladefläche findet sich Platz für alles, was der Modell- und Spielbahner transportieren möchte: Kabelrollen, Schwellen und Schienen im Bauzug, Fahrzeuge aller Art, Holzstämme, Kisten, Metallschrott, Bonbons, Gummibärchen, usw.

ROKAL hat den Niederbordwagen auf Basis des Tafelwagens mit einer Ladefläche und niedrigen Außenwänden konstruiert. Die Ladefläche ist geriffelt und grau lackiert. In den Seitenwänden sind 14 Aussparungen zur Aufnahme von Rungen vorhanden. Zusätzlich zur Standardausführung gab es eine Version mit Bremserhaus.

Der zweiachsige Niederbordwagen mit der ROKAL-Nummer "G 246" wurde von 1958 bis 1961 in Mischbauweise produziert, d.h. als Chassis diente der Tafelwagen "G 201" aus Metall und das Oberteil war aus Kunststoff.



Weitaus häufiger ist die Kunststoff-Version mit der ROKAL-Nummer "00246"



Bei gleicher Ladefläche gab es das Modell auch mit Bremserhaus als "G 247" von 1958 bis 1961. Als reines Kunststoffmodell wurde der Niederbordwagen nicht produziert.



Hier noch die Version mit schwarz lackierten Puffern und Kupplungen



Eine erste Variante ist der Rungenwagen. Für dieses Modell sind 14 Rungen vorgesehen, wobei der vier Rungen für die Stirnseiten etwas länger sind als die der Längsseiten.
Einen echten Rungenwagen erkennt man in der Regel daran, dass Reste der Rungen noch in den Aussparungen der Seitenwände stecken.

Den Rungenwagen gab es als "G 243" in Mischbauweise und "00243" in Kunststoffbauweise.





Den Rungenwagen mit Bremserhaus gab es als "G 244" in Mischbauweise und "00244" in Kunststoffbauweise.
Warum es den Niederbordwagen mit Bremserhaus nicht als "00247" in Kunststoffbauweise gab, obwohl er als Rungenwagen verfügbar war, bleibt wohl ein ROKAL-Geheimnis.





Den Rungenwagen gab es zusätzlich als Stammholzwagen als "G 249" in der Standardausführung und als "G 250" mit Bremserhaus.





Einen Hauch 'Wilder Westen' weht um die ROKAL-Planewagen.
Passend für die Aussparungen auf der Ladefläche wurde ein Gitterkorb konstruiert, der als Gerüst für eine Plane diente.
Diese Plane aus Plastik oder Leinen wurde über den Käfig gespannt und schloss bündig mit der Oberkante der Seitenwände ab. An den Stirnseiten wurde die Plane verknotet.
Die Herstellung war extrem aufwändig und wenn man heute so einen Wagen neu aufbauen möchte, hat man große Probleme, die Plane exakt auf dem Wagen zu befestigen.

In Mischbauweise und gelber Plastikfolie mit grünem ROKAL-Emblem gab es das Modell als "G 252" in der Standardausführung und als "G 253" mit Bremserhaus.





In Kunststoffbauweise gab es nur noch die Standardausführung als "00252". Normalerweise findet man den Wagen mit einer weißen (grauen) Leinenplane mit großem ROKAL Schriftzug.
Seltener ist die weiße Leinenplane mit ROKAL-Emblem (siehe Plastik-Version) und noch seltener die gelbe Leinenplane mit ROKAL-Emblem. Ganz exklusiv ist der Wagen mit einer Plane aus hellem Seidenstoff und ROKAL-Emblem.
Mangels Material zeige ich hier nur die Standard-Version mit ROKAL-Schriftzug.



Für seinen Krupp-Ardelt-Kranwagen "00325" hat ROKAL den zweiachsigen Niederbordwagen "00246" als Schutzwagen empfohlen, da der Wagen nicht zum Lieferumfang des Krans gehörte.



Hier noch einmal eine Übersicht der verschiedenen Varianten des zweiachsigen Niederbordwagens.
Sobald sich neue Erkenntnisse ergeben, wird diese Liste überarbeitet.



Nummer Baujahr Mat LüP Ladung/Farbe/Material/Beschriftung Räder Kupplung Anmerkung
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
G 246 1957-60 K/M 74 ohne Scheiben vernickelt
G 246 1960-61 K/M 74 ohne Scheiben schwarz
00246 1962-64 K 74 ohne Scheiben geschraubt
00246 1964-67 K 74 ohne Scheiben eingehängt
500246 1968-69 K 74 ohne Scheiben KopfGewicht

G 247 1957-60 K/M 81 ohne Scheiben vernickelt
G 247 1960-61 K/M 81 ohne Scheiben schwarz

G 243 1957-60 K/M 74 Rungen, 14 Stück (4 x lang, 10 x kurz) Scheiben vernickelt
G 243 1960-61 K/M 74 Rungen, 14 Stück (4 x lang, 10 x kurz) Scheiben schwarz
00243 1962-64 K 74 Rungen, 14 Stück (4 x lang, 10 x kurz) Scheiben geschraubt
00243 1964-67 K 74 Rungen, 14 Stück (4 x lang, 10 x kurz) Scheiben eingehängt
500243 1968-69 K 74 Rungen, 14 Stück (4 x lang, 10 x kurz) Scheiben KopfGewicht

G 244 1957-60 K/M 81 Rungen, 14 Stück (4 x lang, 10 x kurz) Scheiben vernickelt
G 244 1960-61 K/M 81 Rungen, 14 Stück (4 x lang, 10 x kurz) Scheiben schwarz
00244 1962-64 K 81 Rungen, 14 Stück (4 x lang, 10 x kurz) Scheiben geschraubt
00244 1964-67 K 81 Rungen, 14 Stück (4 x lang, 10 x kurz) Scheiben eingehängt
500244 1968-69 K 81 Rungen, 14 Stück (4 x lang, 10 x kurz) Scheiben KopfGewicht

G 249 1957-60 K/M 74 Rungen mit kurzem Stammholz Scheiben vernickelt
G 249 1960-61 K/M 74 Rungen mit kurzem Stammholz Scheiben schwarz

G 250 1957-60 K/M 81 Rungen mit kurzem Stammholz Scheiben vernickelt
G 250 1960-61 K/M 81 Rungen mit kurzem Stammholz Scheiben schwarz

G 252 1957-60 K/M 74 gelbe Plastikplane grünes ROKAL-Emblem Scheiben vernickelt
G 252 1960-61 K/M 74 gelbe Plastikplane grünes ROKAL-Emblem Scheiben schwarz
00252 1962 K 74 gelbe Leinenplane grünes ROKAL-Emblem Scheiben geschraubt extrem selten
00252 1962 K 74 weiße Leinenplane graues ROKAL-Emblem Scheiben geschraubt sehr selten
00252 1962-64 K 74 weiße Leinenplane ROKAL-Schriftzug Scheiben geschraubt
00252 1964-67 K 74 weiße Leinenplane ROKAL-Schriftzug Scheiben eingehängt
500252 1968-69 K 74 weiße Leinenplane ROKAL-Schriftzug Scheiben KopfGewicht

G 253 1957-60 K/M 74 gelbe Plastikplane grünes ROKAL-Emblem Scheiben vernickelt

Spalte Nummer : ROKAL-Katalog-Nummer
Spalte Baujahr : Produktionszeitraum mit Übergangsbereich bei Ausstattungswechsel
Spalte Mat : M=Metallausführung, K=Kunststoffausführung, M/K=Metall-Oberteil/Kunststoff-Unterteil, K/M=Kunststoff-Oberteil/Metall-Unterteil
Spalte LüP : Länge über Puffer in Millimeter
Spalte Räder : Trolitul=Trolitul-Kunststoffräder, Speichen=Metall-Speichenräder, Scheiben=Metall-Scheibenräder
Spalte Kupplung: vernickelt =Kupplungen geschraubt mit Niederhaltefeder, Kupplung und Puffer vernickelt
schwarz =Kupplungen geschraubt mit Federplättchen, Kupplung und Puffer schwarz lackiert
geschraubt =Kupplungen geschraubt mit Federplättchen, Puffer Teil des Chassis
eingehängt =Kupplungen in Plastikhalter am Boden eingehängt, Puffer Teil des Chassis
KopfGewicht=Kupplungskopf mit Aufsatz und Zusatzgewicht, Puffer Teil des Chassis


Grüße, Stefan

Meine ROKAL-TT Seite: http://rokal-tt.org


 
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RE: Der zweiachsige Niederbordwagen als Modell von ROKAL

#2 von Flanders , 30.06.2018 22:36

Hallo ROKAL-Freunde,

ich habe ein "Rungen-Problem"... weiter oben im Text steht, dass die vier Rungen der Stirnseiten länger sind als die Rungen an den Längsseiten. Das entspricht auch der Katalogabbildung in Seitenansicht. In der Frontansicht sieht man allerdings, dass alle Rungen die gleiche Höhe aufweisen. Die Rungen sind tatsächlich unterschiedlich lang. Ich vermute aber, dass die kurzen Rungen für die Stirnseiten gedacht sind und die langen Rungen für die Seiten, so dass alle Rungen auf einer Höhe sind. Hat jemand einen unbespielten Rungenwagen? Die Rungen wurden in einer kleinen Tüte beigelegt. Es wäre sehr nett, wenn jemand mal den ursprünglichen Lieferzustand nachzählen könnte. Ich würde tippen, es sind vier kurze Rungen und zehn lange Rungen... Das entspricht auch anderen Katalogabbildungen, die den Rungenwagen immer mit gleich langen Rungen abbilden.

VG, Frank


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RE: Der zweiachsige Niederbordwagen als Modell von ROKAL

#3 von aus_Kurhessen , 04.07.2018 00:09

Hallo Frank,

jetzt wird mir einiges klar. Ich habe mich immer gewundert warum bei meinen Rungenwagen die Rungen so unregelmäßig aussehen. Ich war immer der Meinung, die Löcher seien teilweise nicht gut ausgeführt und die Runge lassen sich unterschiedlich tief einstecken. Dass die Rungen unterschiedliche Längen haben, darauf bin ich noch nicht gekommen und den Katalog habe ich wohl auch nicht so genau studiert. Ich habe zwar keinen neuen Rungenwagen in OVP, komme aber zu der Ansicht dass Stefan doch recht hat. Hier sind meine Rungen von (fast) drei Rungenwagen:


Wie Du siehst, sind die kurzen Rungen eindeutig in der Überzahl. Ich habe festgestellt, dass sich alle Rungen (fast) gleich tief einstecken lassen, auch an den Stirnseiten. Würde man nun an den Stirnseiten kurze Rungen verwenden und sonst lange, wären sie an den Stirnseiten niedriger. Will man die Rungen an den Stirnseiten genauso lang haben, wie an den Seiten, muss man auch gleichlange Rungen verwenden. Hier nun ein Foto eines Rungenwagens mit langen Rungen an den Stirnseiten und kurzen rechts und links.


Wie sähe das wohl umgekehrt aus? Du kannst es ja mal ausprobieren (wobei dann noch die Frage wäre, ob man überhaupt genug lange Rungen hat).
Dass die Strinwandrungen auf dem Katalogbild, dass den Wagen von vorn zeigt, genauso lang erscheinen, wie die Seitenrungen ist der Perspektive geschuldet. Das Bild zeigt nur die rückwärtigen Rungen, die vorderen nicht. Außerdem sind Bremserhaus und Geländer auf der Bordwand aufgesetzt, was ja auch falsch ist, oder hast Du schon mal so einen Rungenwagen gesehen?

Gruß
Jürgen


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