Kleiner unwissenschaftlicher Zugkraft Test

#1 von wolfgang , 01.02.2015 23:02

In Vorbereitung auf ein Spielertreffen habe ich ein paar Probeläufe auf einem Oval mit 90cm Radius gemacht.
Dazu wurde ein Zug mit 14 englischen Wagen zusammengestellt, die Achsen der meisten Wagen sind noch nicht geölt und die Wagen praktisch noch nie gelaufen.
Es sind 8 Dreiachser von ACE und Darstaed sowie 5 Vierachser und ein Postwagen von Bassett Lowke, der extrem schlecht läuft.
Insgesamt sind 4 Schleifer für Innenbeleuchtung vorhanden und der ganze Zug läuft richtig schwer, kein Vergleich mit 40cm Wagen mit Kugellager Achsen.

Daher kam ich auf die Idee, mal einen Zugkraft Vergleich zu machen, der natürlich völlig unwissenschaftlich ist.





Als erstes mussten meine beiden HR ran, aber einzeln konnte keine den Zug in Bewegung setzen, zusammen war ein sicherer Betrieb mit
2,3A (alle Messungen bei 12 Volt) möglich.

Der Zugkraftsieger war eine zweimotorige Buco, die den Zug mit Leichtigkeit bei 1,6A zog, dicht gefolgt von einer französischen Tenderlok, die ich schon mal im FAM vorgestellt habe, inzwischen hat sie eine Steuerung aber noch keinen richtigen Anstrich.
Sie schleuderte etwas beim Anfahren aber hatte dann keine Mühe mit dem Zug bei 1.1A.

Die Vermutung lag nahe, dass das Reibungsgewicht einen Einfluss hat, daher hier eine Rangfolge der Zugkraft im Vergleich zum Gewicht ohne Tender.

1. Buco 2mot Re4/4. 2489 gr. 1,6 A
2. Franz. 141 2302 gr. 1,1A. Eigenbau mit Zwintzscher D-Fahrwerk,

3. Merkur 2mot E52 2001 gr. 1,3A. Zieht den Zug an aber kein sicherer Betrieb, sollte mehr Gewicht haben

4. ACE Mallard 2C1. 2275 gr. 1,0 A. Kein sicherer Betrieb, Fahrwerk erscheint zu starr
5. Darstaed kleine 1C1 1716 gr. 1,1A. Überraschend kräftig
6. Stadtilm 64. 1580 gr. 1,0 A. Umbau von Frank/ Gote , gut ausbalanciert, laufruhig
7. BR 41 1D1 Eigenbau. 1923 gr. 1,1 A. Merkur Gehäuse mit Zwintzscher D-Fahrwerk, schlechter als 2.
8. Merkur BR 01 1785 gr. 1,1 A. Alu Antriebsräder scheinen weniger Grip zu haben

9. Märklin HR. 1959 gr. 1,5 A. Beide HR haben viel Laufleistung, Räder zu glatt?


Ebenfalls nur im Verbund war die Zugkraft von ETS BR 64 ( 1396gr ) und BR 24 (1349gr ) gut, wobei die Leistung der 64 etwas besser schien, aber die Loks sind entschieden zu leicht, das gilt auch für die Merkur E32 (1302gr ).
Bei den Merkur Loks warte ich auch noch auf die zugesagten Motoren mit Schwungmasse, die hoffentlich das Fahrverhalten verbessern werden.

Die Postionen 4. bis 8. liegen dicht beieinander, Position 9 fällt dagegen überraschend ab.

Ebenfalls unerwartet der große Leistungsunterschied zwischen der französischen Tenderlok und der BR 41 trotz gleichem Fahrwerk, da werde ich mir die 41 nochmal gründlich vornehmen/ beschweren müssen.




Hier vorne sind die schon früher vorgestellten beiden Eigenbauten nochmal.

Wie eingangs erwähnt, der Test ist völlig unwissenschaftlich! Eigentlich hätte auch nur das Gewicht auf den Antriebsrädern gerechnet werden müssen, aber dazu war ich zu faul.

Schöne Woche allerseits

Wolfgang H.


 
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RE: Kleiner unwissenschaftlicher Zugkraft Test

#2 von kablech , 02.02.2015 14:08

Lieber Wolfgang,
die Firma BUCO wird sich über Deinen Testsieger bestimmt freuen. Unglücklicherweise hatte sie aber nie eine Re4/4 im Programm. Deine Re4/4 müsste man mal genauer ansehen. Das ist nämlich eine längere Geschichte, die hier im Forum auch schon diskutiert wurde. Swiss-Tinplater weiss da einiges, siehe RESAL Schweiz

Generell gibt es zwei verschiedene Gehäuse der Re4/4, nämlich die Version 1 mit den Übergängen an der Stirnseite und die Re4/4II, runde Stirnfront (entsprechend den Vorbildern bei den Schweizerischen Bundesbahnen).

Re4/4I:
Gehäuse entworfen von der Firma Spiewa, gefertigt bei der Gießerei Injecta. Spiewa hat es jedoch nicht geschafft, zuverlässige Drehgestelle und Antriebe herzustellen und musste deshalb die Gehäuse an andere Hersteller wie Hag, Seiler, Keiser und Resal verkaufen. Diese haben jeweils individuelle Drehgestelle und Antriebe konstruiert.

Re4/4II:
Neue Gehäusekonstruktion durch die Firma Hag, Gießerei Wagner. Ein Herr Gfeller hat später die Gußformen erworben und nochmal Gehäuse nachgießen lassen, ebenfalls bei Wagner. Auch die Firma Brese fertigt heute noch Re4/4 II Lokomotiven in verschiedenen Farben und Ausfertigungen (Gleich/Wechselstrom). Es soll auch einmal einen Lokomotivbaukurs gegeben haben, wo man mit Teilen der Firma Hag unter Anleitung eine Lokomotive selber zusammenbauen konne. Aber wie gesagt, da kennen sich die Schweizer Spur-0-Freunde besser aus als ich.

Literatur:
mikado Schweiz-Edition
Stofer Schweizerische Spielzeugeisenbahnen

Meinst Du mit dem Spielertreffen eigentlich Gaggenau? Wenn ja, treffen wir uns vielleicht und da könnte ich mal einen Blick auf Deine Re4/4 werfen. Ich habe selber eine Re4/4 I und eine Re4/4II. Ich habe es noch nie ausprobiert, aber ich glaube, das sind ebenfalls meine stärksten Loks. Die Kombination aus Gewicht und Motorleistung scheint ideal zu sein.

Gruß aus dem Südschwarzwald, wo gerade mal wieder Schnee fällt
Karl


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RE: Kleiner unwissenschaftlicher Zugkraft Test

#3 von wolfgang , 02.02.2015 16:41

Hallo Karl,
Ja was habe ich da eigentlich?
BUCO scheint es ja nicht zu sein, vielleicht HAG?

Ich bin erst vor ein paar Jahren zur Tinplate Szene gekommen, und habe damals im englischen ebay eine "Schweizer Gasturbinenlok" gekauft.
Da hatte ein Bastler nicht ungeschickt einen hölzernen Aufsatz mit angedeuteten Ventilatoren auf das Gehäuse gesetzt.
Im HAG Forum habe ich dann mal nachgeforscht, und wurde da auf Buco verwiesen.
Aus dieser Lok und einer weiteren, die jemand auf Zweileiterbetrieb umgebaut hatte, habe ich dann mit ein paar Teilen von Amiba die Lok zusammengebaut, so wie ich glaubte dass Sie aussehen sollte, den Stofer hatte ich damals noch nicht.
Aus der Gasturbinenvergangenheit sind noch ein paar unmotivierte Löcher im Dach übrig geblieben.

Inzwischen habe ich von Kofferraum Märkten noch mehr Schweizer Wracks mitgenommen und könnte einige weitere Promenadenmischungen zusammenbauen. ( ich habe aber auch Buco und Resal Loks)

Diese Lok zieht gut, ist aber ziemlich laut und hatte eine fatale Neigung zum Kurzschluss, bis ich dahinter kam, dass der Schienenräumer mit einem zu hohen Mittelleiter Kontakt sucht.

Das Gehäuse scheint die Re 4/4 II Variante zu sein und ist mit 427 in Gusslettern versehen. Ein Firmenzeichen finde ich nicht.
Die Motoreinheiten sind aus je zwei Druckgussschalen gebaut, das Schaltwerk wurde durch eine Grätzbrücke ersetzt.













Die Ausstellung in Gaggenau habe ich letztes Jahr erstmalig besucht und fand sie sehr interessant, aber dieses Jahr schaffe ich es terminlich nicht. Das Spielertreffen das ich meine findet diese Woche in der Schorfheide statt.

Mit besten Grüßen

Wolfgang H.


 
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RE: Kleiner unwissenschaftlicher Zugkraft Test

#4 von kablech , 02.02.2015 17:21

Hallo Wolfgang,
das ist eine HAG mit den typischen Halbschalen-Motoren und den runden Stirnfronten, deshalb auch "Badewanne" genannt, eine (falsch von mir bezeichnet, Re4/4II, Berichtigung, siehe Beitrag #5 von Swiss-Tinplater) Re4/4I zweite Serie. Es gab von Hag auch diese Lok mit dem gleichen Gehäuse, aber mit nur einem Motor. Die Pantographen sind nicht original, das sind welche von Kraft (aber auch aus der Schweiz). Insgesamt steht diese Maschine sehr gut da, und wenn sie darüber hinaus noch Dein bestes Zugpferd ist, dann ist das doch ein Grund zur Freude.
Ich habe bei meiner Re4/4I zweite Serie auch den Umschalter rausgeschmissen und Dioden eingebaut. Das machen ja fast alle Spielbahner. Meine Re4/4I erste Serie von Keiser habe ich so belassen, wie sie war, weil sie einen recht eigenwilligen Umschalter für die Lampen hat, je nach Fahrtrichtung wird ein kleiner Kontakt auf der Achse mitgenommen. Manchmal habe ich großen Respekt vor der Erfinderleistung der Konstrukteure, deshalb lasse ich manchmal die Loks im Urzustand, obwohl es für den Fahrbetrieb nicht so bequem ist.
Gruß
Karl

Übrigens, mit der Identifikation der Buco-Loks ist man schnell am Ende. Es gab nur 3 verschiedene: Die Uhrwerk-Lok mit 2 Achsen (Nr.212), die kleine elektrisch angetriebene 2-Achser (Nr. 301) und die etwas größere mit 2 Antriebsachsen und 2 Laufachsen (Nr. 304).


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RE: Kleiner unwissenschaftlicher Zugkraft Test

#5 von Swiss-Tinplater , 02.02.2015 17:52

Hallo Wolfgang
Wie Karl richtig schreibt, handelt es sich um eine HAG-Lok und stellt eine Re 4/4’ der 2. Bauserie der SBB dar, die die Nummern 427 – 450 trugen und später auf 10027 bis 10050 umnummeriert wurden. Die Loks der 1. Bauserie hatte HAG ebenfalls im Programm, verwendete aber das von SPIEWA entwickelte Gehäuse, das auch von Keiser und Seiler verbaut wurde. Das SBB-Vorbild hatte Stirntüren, da sie für Pendelzüge eingesetzt wurde. Die Loks der ersten Serie trugen ursprünglich die Nummern 401 bis 426 und wurden später auf 10001 bis 10026 geändert.
Die Re 4/4“ und Re 4/4“’ waren komplette Neukonstruktionen, die rund 20 Jahre später aufs Gleis kamen und ausser der Achsfolge nichts mit den Re 4/4’ zu tun hatten. Re 4/4“ und Re 4/4“’ unterscheiden sich lediglich in der Getriebeuntersetzung. Letztere werden für schwere Güterzüge auf Bergstrecken eingesetzt. Ein Spur 0-Modell wurde von Hermann Modellbahnen in einer grösseren Stückzahl produziert bzw. wird immer noch hergestellt.
HAG hatte auch eine Lok mit der Frontnummer der SBB-Gasturbinenlok 1101 im Programm. Allerdings trug die Lok Pantographen , hatte die Achsfolge 2B1 statt 1A’B’A1 und war in grün und braun erhältlich.

Re 4/4' der ersten SBB-Bauserie 401-426,HAG Kat.-Nr. 540


Re 4/4" von Hermann, in verschiedenen vorbildgerechten Ausführungen und Farbvarianten erhältlich


2B1 Lok, HAG Kat.-Nr. 520. Die Lok war unter der Kat.-Nr. 530 auch mit schrägen Stirnwänden und Frontnummer der Ae 8/14 Landi-Lok erhältlich


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RE: Kleiner unwissenschaftlicher Zugkraft Test

#6 von kablech , 02.02.2015 18:07

Hallo Swiss-Tinplater und Wolfgang,
schon wieder was gelernt. Demnach sind alle RE4/4 von HAG (wohlgemerkt Spur 0) Re4/4I. Im Echtbetrieb gab es 2 Serien der Re4/4I, das hat HAG mit seinen Versionen nachvollzogen. Somit sind die Angaben in der mikado Schweiz Edition falsch, tut mir leid, dass ich das einfach so weitergegeben habe.
Gruß
Karl


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RE: Kleiner unwissenschaftlicher Zugkraft Test

#7 von kablech , 02.02.2015 18:35

Lieber Wolfgang,
jetzt mache ich Deinen Thread vollends kaputt, sorry, aber da sind noch zwei Re4/4 in Spur 0:

Zuerst die Re4/4I erste Serie (mit den Übergangstüren auf der Frontseite) von Keiser:



Dann die Re4/4I zweite Serie von ??? Ja ich weiß es nicht. Jedenfalls hat der Vorbesitzer und/oder Erbauer die Drehgestelle ausgesägt bzw. ausgefeilt. Es sind die Drehgestelle und Motoren von HAG. Könnte also von HAG sein oder von Gfeller oder von Gfeller als Bausatz verkauft oder oder oder.... Schweizer Freunde sagten mir allerdings, dass die grüne Farbe zu hell sei für eine Original HAG. Somit ist es dann wohl doch ein Eigenbau unter Verwendung von HAG-Teilen.



Gruß
Karl


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RE: Kleiner unwissenschaftlicher Zugkraft Test

#8 von wolfgang , 02.02.2015 18:50

Danke Karl,
dann habe ich also eine Art HAG Klon, sehr schön.

Vielleicht werde ich demnächst ein Gehäuse einer Re4/4 I zu einer Lok komplettieren.

Ich sortiere meine Loks nach den Kupplungen, die miteinander kuppeln können. Da ist diese Hag wohl die Stärkste bis vielleicht einmal ein Hehr Krokodil meines Weges kommt.

Bei den JEP gekuppelten vermute ich mal,dass die CC am zugkräftigsten ist, und bei der amerikanischen Kupplung ist der Big Boy mit 19 Pfund Gewicht der König. An den haben wir neulich über hundert Vierachser angehängt und er machte nicht den Eindruck, dass er die Anhängelast überhaupt bemerkt hat ( war 2Leiter, die 3Leiter Version zieht mit ihren Haftreifen wahrscheinlich noch mehr).





Danke für die Information und schönen Abend

Wolfgang H.


 
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RE: Kleiner unwissenschaftlicher Zugkraft Test

#9 von wolfgang , 02.02.2015 19:01

Zitat


Zuerst die Re4/4I erste Serie (mit den Übergangstüren auf der Frontseite) von Keiser:







Hallo Karl,
Da haben sich unsere postings gekreuzt.
So wie diese Lok sieht ein Gehäuse aus, das ich noch habe, allerdings verkratzt.
Aber es gibt doch sicher einen Hersteller von Lack in Schweizer Originalfarben und ein ganz kleines Töpfchen davon wird man sich schon leisten können.

Gruß
Wolfgang H.


 
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RE: Kleiner unwissenschaftlicher Zugkraft Test

#10 von wolfgang , 02.02.2015 19:14

Zitat von Swiss-Tinplater im Beitrag #5


2B1 Lok, HAG Kat.-Nr. 520. Die Lok war unter der Kat.-Nr. 530 auch mit schrägen Stirnwänden und Frontnummer der Ae 8/14 Landi-Lok erhältlich


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Hallo Swiss-Tinplater,
Eine Lok die so ähnlich aussieht habe ich auch.
Allerdings ist sie grün und es steht RESAL drauf.
Aber das ganze ist ja wohl dichterische Freiheit, oder?

Gruß
Wolfgang H.
( hier überfriert der getaute Schnee und es ist arschglatt)


 
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RE: Kleiner unwissenschaftlicher Zugkraft Test

#11 von wolfgang , 02.02.2015 19:25

Hallo Swiss-Tinplater,
Kommando zurück, die Erinnerung hat getrogen, die Lok ist 1-B-1, hätte ja auch vorher nachschauen können, sorry.

Wolfgang H.


 
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RE: Kleiner unwissenschaftlicher Zugkraft Test

#12 von spurnullo , 02.02.2015 19:28

zuerst an Wolfgang: tolle Lokparade und schön langer Zug! - egal ob blechbahn-wissenschaftlich oder nicht ;-)
dann an Karl: "Schweizer Freunde sagten mir allerdings, dass die grüne Farbe zu hell sei für eine Original HAG" => diebezüglich der Sprung zum Original in 1:1 : Soviel ich weiss (Irrtum vorbehalten) gab es die Re 4/4 I der ersten Serie (also die mit eckiger Stirnfront) einmal in hellgrün (lindengrün) und einmal in dunkelblauer Lackierung - versuchsweise, als Abweichung vom üblichen SBB-tannengrün. Auch eine der gewaltigen Ae 8/14 Maschinen wurde mal lindengrün lackiert. Somit ist die hellgrüne Lackierung der einen Re 4/4 die du zeigst möglich, aber "an der falschen Lok", d.h. an der 2. Serie anstatt der 1.
Die HAG-Gehäuse und Teile der Re 4/4 2. Serie (Guss von Wagner), welche Gfeller nach Ende der HAG-Produktion nochmals giessen liess, verkaufte er jahre- /jahrzehntelang. Man bekam Einzelteile, Bausätze, aber auch montierte Fahrgestelle (die beiden Motorschalen verbunden mit einem Querträger und der Überstromimpuls-Umschalter daran befestigt). So kamen die Teile in zig verschiedene Hände und es entstanden Kleinserien wie auch Eigenkonstruktionen - stets mit dem gleichen Gehäuse. Manchmal sieht eine solche Lok wie eine Original HAG aus - ist es aber nicht.
Wiederum Irrtum vorbehalten: AMIBA hat die Restbestände von Gfeller übernommen und auf Basis dieser Teile die Kleinserie für BRESE aufgelegt. Allerdings mit modernen Motoren. Irgendwann sind dann wohl mal alle verbleibenden Gehäuse aufgebraucht und dann ist Schluss. Aber das ist kein Problem, denn die Re 4/4 2. Serie "Nachbauten" sind keine Rarität. Nur sehr schön erhaltende Originale von HAG findet man nicht an jeder Ecke.
mit besten Grüßen
spurnullo


 
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RE: Kleiner unwissenschaftlicher Zugkraft Test

#13 von Goetz , 02.02.2015 22:28

Hallo miteinander,

meine BREESE Re 4/4 habe ich auch zur Güterzuglok gemacht. Sie zieht bei mir im Normalbetrieb anstandslos 12 Vierachser, "mault" aber etwas beim Überfahren einer klassischen MÄ-Brücke mit ihren Rampen. Mit ca. 2,5 kg ist sie etwa doppelt so schwer wie eine CS, die schon bei fünf 24ern Anfahrschwierigkeiten hat. Eine Frage an die Experten: Meines Wissens nach sind die HAG-Loks für Wechselstrom ausgelegt. Gibt es die im Original auch für Gleichstrom und woran erkennt man diese?

Viele Grüße

Götz

p.s.: Packt 'was zu Essen ein, wir fahr' n nach Brandenburg!


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RE: Kleiner unwissenschaftlicher Zugkraft Test

#14 von Lastra 38 , 03.02.2015 08:12

Hallo Goetz,

in Brandenburg gibt es genug zu essen. Man verkauft es sogar.

MfG Lastra, der nicht an Hunger leidet.


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RE: Sorry, bitte ignorieren bzw. löschen, danke.

#15 von gote , 03.02.2015 10:17

Hallo Wolfgang
Mach doch aus Deinem kleinen unwissenschaftlichenTest einen großen wissenschaftlichen,
indem Du die Last richtig abschmierst.
Was kannst Du denn für eine Aussage treffen über die Zugkraft von Lokomotiven wenn Du
die Achsen deiner Wagen nicht oelst. Ich sehe darin keinen Sinn, da quälst Du nur Deine
Zugpferde.
Gruß
Frank


gote  
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RE: Kleiner unwissenschaftlicher Zugkraft Test

#16 von kablech , 03.02.2015 10:20

Zitat von Goetz im Beitrag #13
Meines Wissens nach sind die HAG-Loks für Wechselstrom ausgelegt. Gibt es die im Original auch für Gleichstrom und woran erkennt man diese?


Die HAG-Motoren sind Allstrom-Motoren, können also mit Wechselstrom oder Gleichstrom betrieben werden. HAG spricht in seinem Katalog von 1953 von einem Fahr"strom" von 8-18 Volt, Umschalt"strom" 27 Volt (es müsste natürlich "Spannung" statt "Strom" heißen). Es war ein Fahrtrichtungsumschalter mit Magnetspule und Schaltwalze eingebaut, so ähnlich wie man ihn von den frühen Märklin-H0-Lokomotiven kennt. Über die Art des Stroms, also Wechsel- oder Gleichstrom, ist nichts ausgesagt.
Ich kann hier nur den Stofer empfehlen, da ist alles sehr genau beschrieben. Wenn ich ihn selbst aufmerksam gelesen hätte, wäre ich nicht in die Falle mit den verschiedenen Versionen der Re4/4 getappt ;-)

Gruß
Karl


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RE: Sorry, bitte ignorieren bzw. löschen, danke.

#17 von Swiss-Tinplater , 03.02.2015 10:34

Hallo zusammen

Antwort zur Frage von Goetz: Die HAG-Spur 0-Loks waren alle für das Wechselstromsystem ausgelegt. Die Vorwärts-/rückwärts-Umschaltung erfolgt mit Walzenschalter im Stil der alten Märklin-H0-Umschalter. Viele heute auf dem Markt erhältlichen HAG-Loks sind aber praktischerweise mittels Dioden oder Brückengleichrichter auf das Gleichstromsystem umgebaut, sodass man sie problemlos auf Spielertreffen einsetzen kann.

Zur Farbgebung der Re 4/4'-Loks: Wie Karl bereits erwähnt hat, trugen 2 Stirntüren-Re 4/4’ für kurze Zeit versuchsweise andersfarbige Anstriche. Die Nr. 409 war von 1957 bis 1959 dunkelblau, die Nr. 416 von 1955 bis 1958 hellgrün lackiert, was letzterer den Übernamen „ELNA“ eintrug. Der Name kam von der ELNA-Koffernähmaschine, die ab 1940 von der Firma Tavaro SA in Genf produziert und weltweit erfolgreich verkauft wurde.
HAG hat im Katalog 1985/86 in H0 beide Farbvarianten angekündigt und einige Zeit angeboten, Kat.-Nrn. 232/233 bzw. 235/236.
Die Ae 8/14 11852, die sogenannte „Landi“-Lok, seinerzeit mit 12'000 PS stärkste E-Lok der Welt, war 1939 an der Schweizerischen Landesausstellung ausgestellt. Das Konzept bewährte sich aber nicht, da die hohe Leistung nicht ausgenutzt werden konnte, weil sie an zu schweren Güterzügen zu Kupplungsabrissen führte. Es blieb beim Einzelstück. In der Folge wurden die Ae 4/6 gebaut, die nötigenfalls in Doppeltraktion gefahren werden werden konnten (2. Lok ferngesteuert).

Ausschnitt aus dem HAG-Katalog 1985/86


Die Namensgeberin für die Re 4/4 416


Winterliche Grüsse aus dem tief verschneiten Zürcher Oberland
Swiss-Tinplater


 
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RE: Sorry, bitte ignorieren bzw. löschen, danke.

#18 von wolfgang , 03.02.2015 12:01

Zitat von gote im Beitrag #15
Hallo Wolfgang
Mach doch aus Deinem kleinen unwissenschaftlichenTest einen großen wissenschaftlichen,
indem Du die Last richtig abschmierst.
Was kannst Du denn für eine Aussage treffen über die Zugkraft von Lokomotiven wenn Du
die Achsen deiner Wagen nicht oelst. Ich sehe darin keinen Sinn, da quälst Du nur Deine
Zugpferde.
Gruß
Frank


Hallo Frank,
inzwischen ist alles gesalbt und geölt (bis auf den Bassett Lowke Postwagen mit Funktionen, der braucht noch eine Sonderbehandlung).
Der Zug läuft jetzt so leicht, dass jede Lok ihn einwandfrei zieht, sogar eine winzige zweiachsige Rangierlok von BL.

Der Zufall hatte es gefügt, dass ich einen schwergängigen Zug frisch aus der Schachtel hatte, der genug Widerstand brachte, um Unterschiede in der Zugkraft festzustellen
.Und da sowieso ein Oval zum Einlaufen der Eigenbauloks aufgebaut war, konnte ich der Versuchung zum Testen nicht widerstehen.

Ein wissenschaftlicherr Ansatz wäre, eine grade lange Strecke mit variabler Steigung aufzubauen und mit einem "Normzug" die Loks nach der Steigung zu klassifizieren.
Oder die Loks geegn eine Federwaage oder über eine Rolle gegen Gewichte arbeiten zu lassen.
.Das war mir zu mühsam.
Es läuft jedesmal darauf hinaus, zu ermitteln wieviel die Lok zieht, bis sie ins Schleudern kommt, das brachte der schwerlaufende Zug auf dem kleinen Oval näherungsweise auch.
Dass ich Loks schon mal quäle, gebe ich zu, so habe ich meine beiden HRs (eine 66 mit kleinen Windleitblechen, die andere 70 mit grossen) darauf getestet, ob sie gleiche Zugkraft haben, indem die Tender Rücken an Rücken gekuppelt wurden und dann Power.
Siehe da, ein klares Unentschieden, und das ganze war in ein paar Sekunden erledigt.

Der eigentliche Test ist natürlich der Betrieb auf einer grossen Anlage, das ist dann die Stunde der Wahrheit.

Mit besten Grüssen
Wolfgang H.
PS: Wird dein bayrischer 3Achser Zug auch eine bayrische Länderbahnlok bekommen?


 
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RE: Sorry, bitte ignorieren bzw. löschen, danke.

#19 von gote , 03.02.2015 12:22

Hallo Wolfgang
Ach so, aha! Na dann.
Jetzt zu Deiner Frage
Wie ich eingangs des Beitrags geschrieben habe besitzte ich eine grüne S 3/6 aus meiner eigenen
Produktion und eine grüne S 3/5 von Langefeld. Die kann ich beide bedenkenlos vor den Zug spannen.

Gruß
Frank


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RE: Kleiner unwissenschaftlicher Zugkraft Test

#20 von SAH , 03.02.2015 15:39

Guten Tag Wolfgang und Frank,

@wolfgang: herzlichen Dank für Deine kleine Aufstellung und Tests! So unwissenschaftlich, wie Du behauptest sind die nicht; siehe unten.

@gote: Welche Wagen Wolfgang benutzt spielt dahingehend keine Rolle, wenn er die einzelnen Wagen vorher einem Ausrolltest unterzieht.

Für Wolfgang und Frank: was einer allgemeinen Anwendung noch fehlt, sind die quantitativen Angaben zur Rollfähigkeit der Wagen. Dazu gibt es sowohl theoretische als auch praktische Ansätze.
Beide sind unabhängig von der Spurweite und somit auch unabhängig vom Maßstab.
Da Du (Wolfgang) in Deinem Test genau beobachtest hast, wann größerer Schlupf (durchdrehende Lokräder) auftritt, kannst Du damit abschätzen, was die jeweilige Lok insgesamt ziehen kann (ca. das Doppelte wenn der Schlupf bemerkbar wird). Sofern Du noch die Stromaufnahme ohne Last sowie die dazugehörige Geschwindigkeit (bei 12V, wie Du gemessen hast) aufbringst, biete ich Dir an (sofern Du möchtest), Deine Ergebnisse in meine Loktesttabellen zu integrieren, die bislang nur wenige Modelle außerhalb von H0 enthalten.

mit freundlichen Grüßen,
Stephan-Alexander Heyn


Stephan-Alexander Heyn
www.sheyn.de/Modellbahn/index.php


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RE: Kleiner unwissenschaftlicher Zugkraft Test

#21 von wolfgang , 03.02.2015 21:10

Hallo Stephan-Alexander,
das sind ja interessante Betrachtungen.
Die Formelfülle erinnert mich an das Fach " Technische Mechanik" an der TU Berlin.
Der Professor Szabo - Gott hab ihn selig - war gefürchtet, weil man das Vordiplom nur bestehen konnte, wenn man
A) die 3 teuren Bücher vom Szabo in der unbedingt neusten Ausgabe gekauft hatte
B) wirklich jede Vorlesung besucht hatte, die gemeinerweise Samstag um 8 Uhr begannen.

Als Feinwerktechniker war ich froh, als das dann vorbei war, denn unser Motto lautete " wenn das Gerät die Produktion übersteht, hält es den Betrieb allemal aus", so sind wir später sehr pragmatisch vorgegangen ohne viel zu rechnen aber mit viel Kreativität.

Aber zurück zur Tinplate Modellbahn, zumindestens bei mir ist fast jeder Wagen irgendwie umgebaut worden, oft sind die Räder ersetzt usw. daher hätte eine Untersuchung keinen repräsentativen Wert.
Ein Effekt ist übrigens bei Spur 0 ausgeprägt, beim Anfahren eines langen Zuges hört man dieses typische Klack..Klack..Klack,wenn das Kupplungsspiel herausgezogen wird. Das kommt der Zuglok entgegen, denn bei den oft verwendeten Allstrommotoren mit nur 3 Polen ist das Anlaufmoment nicht besonders hoch. Wenn dann der Zug rollt und der Motor fröhlich dreht sind auch lange Züge kein Problem.

Bei Besprechungen von Neuvorstellungen in HO wird ja meist die Zugkraft angegeben, das ist - glaube ich - die maximale Kraft ehe Schleudern einsetzt, dazu muss man sich wohl durch Variation der Spannung herantasten. Das könnte für Spur 0 auch interessant sein, aber wer hat die Zeit...

Trotzdem vielen Dank für den informativen Beitrag.

Wolfgang H.


 
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RE: Kleiner unwissenschaftlicher Zugkraft Test

#22 von joha30 , 04.02.2015 08:03

Zitat von kablech im Beitrag #16
Ich kann hier nur den Stofer empfehlen, da ist alles sehr genau beschrieben. Wenn ich ihn selbst aufmerksam gelesen hätte, wäre ich nicht in die Falle mit den verschiedenen Versionen der Re4/4 getappt


Für die Unwissenden:
Gemeint ist DAS Buch von Stofer, Alexander R.: Schweizerische Spielzeugeisenbahnen, Fachpresse, Goldach, 1984. 454 Seiten.
Das ist leider sehr rar und wenn überhaupt, dann ab 150 € zu beschaffen. Im Internet fand ich im Moment eines für 350 $.


Viele Grüße, JoHa


joha30  
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RE: Kleiner unwissenschaftlicher Zugkraft Test

#23 von Goetz , 04.02.2015 23:42

Hallo noch einmal,

zunächst vielen Dank für die Antworten zu meiner "Querfrage". Was ich aber abschließend noch immer nicht verstanden habe: Kann ich nun normale HAG-Loks mit Gleichstrom betreiben? Wechselstromloks würden ja einen vorgeschalteten Wechsel- und nicht Gleichrichter benötigen, würde man die Stromversorgung mit Gleichstrom betreiben. Falls ich mir mal eine HAG-Originallok zulegen würde, wollte ich ja nur ungern einen Wechselrichter basteln wollen, was ich auch bisher noch nicht versucht habe. Schließlich will ich ja keinen Antrieb "grillen".

Grüße vom Götz


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RE: Kleiner unwissenschaftlicher Zugkraft Test

#24 von wolfgang , 05.02.2015 09:21

Hallo Goetz,
jede Lok lässt sich mit Gleichstrom betreiben, aber die Motoren mit Feldwicklung drehen bei Gleichstrom immer in derselben Richtung.
Daher muss bei Gleichstrombetrieb zum Richtungswechsel die Polung zwischen Feldspule und Anker umgekehrt werden, das machen Gleichrichter entweder als Brückenschaltung oder als Einzeldioden, wenn die Feldspule zwei entgegengesetzte Wicklungen hat.
Umgekehrt lassen sich Motoren mit Permanentmagneten nicht mit Wechselstrom betreiben, die zittern dann nur vor sich hin.
Ein Wechselrichter ist in keinem Fall notwendig.
Gruß
Wolfgang H.


 
wolfgang
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RE: Kleiner unwissenschaftlicher Zugkraft Test

#25 von Goetz , 12.02.2015 22:45

Danke, Wolfgang! Jetzt habe ich's verstanden. Passt.


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