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ROKAL: Lobberich/F ???

#1 von Flanders , 03.03.2018 09:28

Hallo Forum,

die ROKAL-Werbeanzeigen ab Ende 1954 haben den Buchstaben "F" hinter Lobberich angehängt. Wofür steht der Buchstabe? Freue mich über Aufklärung!

VG, Frank

...die Bedeutung der (22a) erschließt sich mir übrigens auch nicht...


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RE: ROKAL: Lobberich/F ???

#2 von BW Neustadt , 03.03.2018 10:40

Hallo Frank

Zu dem F hinter Lobberich kann ich Dir leider nichts sagen, aber die 22a ist die alte, bis Anfang der 1960er Jahre gültige Postleitzahl - siehe hier.


Liebe Grüße aus den schönen Taubertal, Manfred (American Flyer S-Gauge, ROKAL-TT, Tri-ang TT, SIKU-Plastik Sammler und Spieler)


 
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RE: ROKAL: Lobberich/F ???

#3 von rokalisti , 03.03.2018 11:06

Hallo Frank,

mein Vater hat 1952 seine Ausbildung bei der Post in Kaldenkirchen (Vorort von Lobberich ) begonnen. Er kennt diese Auszeichnung von damals nicht, weder als Postfach noch als Nummerierung von Postämtern. Auch /F für Fernmeldeamt macht keinen Sinn, da in den 1950er Jahren Post- und Fernmeldeämter bereits zusammengelegt waren.

EDIT: nach längerer Diskussion mit meinem Vater sind wir auf eine andere Lösung gekommen als zunächst geschrieben.

Es gab Leitpostämter in den jeweiligen PLZ-Gebieten.
Lobberich wurde vom Leitpostamt Krefeld, Kaldenkirchen von Mönchengladbach bedient.

Ich möchte mal ein zweites Beispiel aus dem Jahr 1954 geben, um das zu verdeutlichen



Die Postleitzahl (22a) in Klammern war in dieser Form noch gültig, bis später auf die 4-stelligen PLZ umgestellt wurde. Z.T. wurde auch noch Lobberich (Rhld) für Rheinland geschrieben, was für die Sortierung in Bahnpost-Zügen vor dem WK2 wichtig war (ein spannendes Thema übrigens).
Die 28 steht hier für das Leitpostamt 28, in dem Falle Krefeld. Nun konnte es bei einer solchen Schreibweise zu Verwechslung mit den Postämtern innerhalb einer großen Stadt kommen, z.B. (22a) Düsseldorf 10.
Um dies auszuschließen, wurden Buchstaben eingeführt, wobei O und Q wegen der Null ausgespart wurden. Aus dem Leitpostamt "28" von 1954 wurde somit ab dem 30.7.1956 "/F".
bis 1955: (22a) Lobberich 28
ab 1956: (22a) Lobberich/F

Beides steht also für Lobberich über Leitpostamt Krefeld
Dieses System wurde aber von den Kunden in dieser Form nicht angenommen und daher schnell wieder abgeschafft.


Grüße, Stefan

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RE: ROKAL: Lobberich/F ???

#4 von Uwe011 , 03.03.2018 11:28

Hallo zusammen,
neben den "Postleitzahlen gab es auch "Amtskennzahlen für Pakete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Für den Paketdienst wurde 1956 ein neues System entwickelt. Dabei erhielt jedes selbständige Amt zusammen mit seinen Zweigpostämtern und Poststellen eine Amtskennzahl. Das System dieser Amtskennzeichen war eine Art Verschlüsselung. Die ersten Zahlen von 1 bis 20 wurden, nach dem Paketaufkommen gestaffelt, den Oberpostdirektionen zugeteilt. Die darunter stehenden Buchstaben von A–Z (ohne I, O, Q wegen der Möglichkeit der Verwechslung mit Ziffern) erhielten die Postämter nach gleichem Gesichtspunkt. War das Alphabet erschöpft, wurde eine dreiteilige Kombination vorgesehen: Ziffern – Buchstaben – Ziffern. " (aus Wikipedia:Geschichte der Postleitzahlsysteme in Deutschland von heute)

Das könnte des Rätsels Lösung sein.
Wir sehen uns am 17.03. in Hinsbeck!!!!
Gruß
Uwe


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RE: ROKAL: Lobberich/F ???

#5 von Flanders , 03.03.2018 11:58

Hallo Leute,

oje - ich dachte das wäre eine blöde Frage und ich sei zu dusselig um das mit dem "F" zu verstehen. Das wird ja kompliziert...

@ Stefan: Du schreibst ab 1956 wäre Lobberich/F gültige Schreibweise. Die von mir gepostete Anzeige datiert aber schon aus 1954.

Bin auf des Rätsels Lösung gespannt!

VG, Frank/F ()


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RE: ROKAL: Lobberich/F ???

#6 von rokalisti , 03.03.2018 12:19

Hallo Frank,

die Angabe 1956 habe ich aus Wiki. Beim Nachlesen habe ich aber gesehen, dass sich das Jahr auf Paketdienst und Einschreiben bezieht. Möglicherweise war die Umstellung bei der Briefpost früher.
Dann hätten wir aber für das gleiche Jahr 1954 zwei unterschiedliche Auszeichnungen. Oder die von mir eingestellte Werbung ist etwas älter und ich habe diese bei mir nur mit dem falschen Jahr archiviert.
Bleibt spannend


Grüße, Stefan

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RE: ROKAL: Lobberich/F ???

#7 von *3029* , 04.03.2018 03:02

Hallo zusammen,

nur mal so am Rande zum Thema PLZ:

Zur Einführung der damals neuen vierstelligen PLZ im Jahre 1961 erhielt jeder Haushalt/Firma ein Verzeichnis in Buchform,
im handlichen DIN A6 Format.

Mit dem Slogan "Vergiss mein nicht - Die Postleizahl" wurde die Neuerung im Postwesen der Bevölkerung erinnerlich eingeprägt.

Viele Grüsse

Hermann



 
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RE: ROKAL: Lobberich/F ???

#8 von aus_Kurhessen , 04.03.2018 23:43

Hallo zusammen,

der Zusatz /F könnte ein Hinweis auf das Druckerzeugnis sein, in dem die Werbeanzeige erschienen ist. Mir liegen Werbeanzeigen vor mit Zusätzen von /B1 bis /B12 wobei verschiedene Anzeigen durchaus den gleichen Zusatz haben können. Aus den Rückmeldungen konnte ROKAL möglicherweise Schlussfolgerungen ziehen, wo sich Anzeigen lohnten und wo nicht. Auf Wunsch kann ich auch einige zeigen.

Gruß
Jürgen


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RE: ROKAL: Lobberich/F ???

#9 von Blechgleis , 05.03.2018 17:52

Hallo Frank,
als Briefmarkensammler in der dritten Generation
wusste ich gleich, wenn das "F" nicht ein Orts-Zusatz ist,
gehört es sicher zu einem Postamt.

Also Suchen auf:
https://www.stampsx.com/ratgeber/stempel-datenbank.php

"Stempelsuche" "Ortsname ohne Zusatz" "Lobberich" "suchen"
es werden dann alle bekannten Stempel von Lobberich angezeigt

Beispiel:
Quelle:
https://www.stampsx.com/ratgeber/stempel199743.htm



Jetzt noch etwas Werbung für mich.
Suche nach Postbelege aus Oberstreit.
Wie diese 120 Jahre alte Karte,
die aus den USA mitgebracht wurde.



Gruß aus dem Nahetal, Wolfgang


http://ebenstrit.lima-city.de/moba/


 
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RE: ROKAL: Lobberich/F ???

#10 von aus_Kurhessen , 05.03.2018 21:43

Hallo Wolfgang,

das mit dem "f" leuchtet ein.
Hier nun die Anzeigen mit den /B..-Zusätzen:





























Gruß
Jürgen


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RE: ROKAL: Lobberich/F ???

#11 von Blech , 06.03.2018 10:47

Leute,
vermutlich hat das was mit der Werbung zu tun.
Durch solche Zusätze bei der Lieferantenadresse erfuhren früher die Werbeleute (heute Marketing),
welche Werbung besonders viele Anfragen ausgelöst hat -oder eben auch nur wenige.
Danach richteten sie sich bei der Neuvergabe von Werbeaufträgen oder Anzeigen.
Bei allen Versandhäusern war das so früher der Fall.
Und man findet das sogar bei vielen Anzeigen in alten Miba-Heften!
Direkt mit Rokal -oder seiner echten Adresse- hat das also vermutlich gar nichts zu tun.
Schöne Grüße aus Südhessen
Botho


Blech  
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