Bau von STEF-Kühlwagen in spez. Technologie

#1 von Swiss-Tinplater , 05.08.2021 16:13

Hallo Freunde von Kühlwagen

Es hat mich wieder gepackt!
Schon in meiner Jugendzeit haben mich die Kühlwagen der französischen Firma STEF wegen ihrer besonderen Bauart interessieret. Derselbe Wagentyp war aber auch für die Firma Marcel Millet unterwegs.

Foto aus dem Internet mit Originalwagen.


Schon in meiner H0-Zeit liefen solche Wagen von HornbyAcho auf meiner Anlage. Seit 1978 beschäftige ich mich (wieder) mit Tinplate-Bahnen und stets hatte ich diesen Wagen auf dem Radar. Zwar gibt es von Hornby France und JeP STEF-Kühlwagen, die mich aber mit ihrer gar spielzeughaften Ausführung nie ganz überzeugt haben. Vor einpaar Jahren stach mir an der Plattform der Kleinserie in Bauma ein wunderschönes Spur 1 Modell ins Auge, das ich unter besten Bedingungen fotografieren konnte. Das Bild löste in mir den Wunsch aus, diesen Wagen als Spur 0 Tinplate-Modell zu bauen. Aber wie? Die Gestaltung aus Blech erwies sich als sehr anspruchsvoll und aufwändig. Aber das erwähnte Foto selbst war die Lösung!

Zuerst entstand der Wagenkasten aus 0,35 mm Weissblech in 2 Exemplaren, die ich zum Testen provisorisch auf ein BUCO-Chassis 8683 setzte.

Gehäusemantel


Der rohe Wagenkasten mit eingelöteten Stirnwänden und aufgeschobenem Dach. Die Dachlüfter habe ich aus Messing gedreht.


Versuchsweiser Ausdruck des am Computer bearbeiteten Fotos als Passprobe.


Eigenbau-Chassis, von dem ich gleich mehrere auf der Profiform-Maschine gefertigt habe, man weiss ja nie (!). Die Sprengwerke sind Märklin-Replikateile.


Die stirnseitigen Leitern sind aus abgeänderten Kesselwagenleitern von BUCO entstanden.


Bald geht’s an die Spritz- und Druck- und Montagearbeiten.

Bis dann beste Grüsse
Swiss-Tinplater


 
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RE: Bau von STEF-Kühlwagen in spez. Technologie

#2 von gote , 05.08.2021 18:22

Hallo Swiss-Tinplater
Sehr interessanter Wagen.
Besonders gefallen mir die beiden Doppeltüren links und rechts der Mitte.
Mal was ganz neues.
Bin gespannt wie es weiter geht.
Gutes Gelingen.
Gruß Frank


gote  
gote
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RE: Bau von STEF-Kühlwagen in spez. Technologie

#3 von Swiss-Tinplater , 08.08.2021 17:46

Hallo interessierte Tinplater

Hier folgt der zweite und letzte Streich meiner Bastelei.

Die inzwischen gespritzten Teile für 2 Wagen trocknen an der frischen Luft.


In der Zwischenzeit habe ich das Foto mit dem Farblaserdrucker auf dünne, selbstklebende, wetter-, temperatur-, öl- und wasserbeständige Polyesterfolie von HERMA (Im Bürofachhandel erhältlich) ausgedruckt. Die Lattung der Stirnseiten, auf dem Computer gezeichnet, wurde auf dieselbe Weise gedruckt. Das Positionieren und Aufkleben der Folie auf den Wagenkasten war etwas heikel, ist aber glücklicherweise gut gelungen.

Ausgedruckte Längswände auf Polyesterfolie.


Nun kann der Zusammenbau erfolgen. Wagenkasten, Chassis und BUCO-Achslagerböcke sind mit lediglich zwei Schrauben verbunden. Obwohl die Wände plan sind, entsteht durch den Fotodruck eine plastische Wirkung.

Die fertigen Wagen warten auf ihren Einsatz. Ob die Eiskästen wohl genügend gefüllt worden sind für die lange Reise?


Hier sind sie bereits unterwegs auf ihrer Fahrt durch Europa. Die auf dem Perron stehenden Leute sind sich uneins, was STEF bedeutet. Deshalb an dieser Stelle etwas Geschichte: 1920 stieg die französische Bahngesellschaft PLM (Paris-Lyon-Méditerranée) ins Kühlgeschäft ein und gründete die STEF. Dies ist die Abkürzung für Société de Transports et Entrepôts, also Gesellschaft für Kühltransporte und -häuser, die heute noch aktiv ist.






Vor einigen Jahren habe ich bereits verschiedene Bierwagen in Spur 0 und 1 auf diese Weise gebaut. Sie haben sich im Anlagenbetrieb und an Spielertreffen bestens bewährt, denn die verwendete Folie und der Laserdruck haben sich als äusserst strapazierfähig erwiesen. Das Verfahren ermöglicht, mit relativ geringem Aufwand attraktive Wagen zu gestalten. Es gibt zwar Anbieter bei denen man Bleche direkt bedrucken lassen kann. Diese lassen sich dann aber nicht verlöten, weil sonst an den Lötstellen die Farbe verbrennt. Man muss sie daher mit der Verlaschungstechnik verbinden. So kann jeder Selbstbauer die für ihn geeignetste Lösung wählen. Ich habe mich für die Folientechnik entschieden, die auch den Vorteil bringt, alles selbst zuhause mit dem eigenen Computer und Drucker erledigen zu können.

Beste Grüsse
Swiss-Tinplater


Folgende Mitglieder finden das Top: Blechnullo, aus_Kurhessen, michi69, papa blech, henner.h, Knolle, SNCF231E, Folkwang, bulli66, matri28at, spurnullo, stadtilm und LG
Blechnullo und Folkwang haben sich bedankt!
 
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