RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#76 von Blech , 20.03.2014 08:46

Mal eine Anerkennung von einem Märklinisten:
Ich bin erstaunt über die Vielzahl der schönen(!) Lima-Modelle.
Und ich bin auch erstaunt über die vielen Lima-Sammler und -Fahrer hier im Forum!
Also sagen wir es mal: Lima ist prima!
Eine Lima-Lok ist auch in meinem Bestand: Die 1-B-1 BR 060 für Wechselstrombetrieb.
Freundliche Grüße an die Limaisti aus Hessen
Blech


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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#77 von Django , 20.03.2014 11:29

Heute kommt der Transalpin der ÖBB dran (201070/71/72 - im Vergleich zum Golden Series-Set 149730 fehlt mir leider der Speisewagen 201073):




- Bauzeit: 1979 bis mindestens 1998 (unter der "Hobby Line")
- Hier gezeigte Version von Anfang 1980er (erkennbar an der roten Dachleitung und dem Stromabnehmer)
- Das gefällt mir: Das Vorbild wird stimmig und korrekt wiedergegeben. Die Detaillierung ist gut - auch was die Lackierung betrifft. Die Frontfenster von Lok und Steuerwagen sind bündig eingesetzt. Auch ist die Lok nicht zu hochbeinig (die Wagen eh' nicht).
- Das ist nicht optimal: Stromabnehmer und insbesondere Dachleitung der Lok wirken eher billig. Zudem sind Seitenfenster sind nur hinterlegt und die Wagen sind auf 1:100 verkürzt (was aber erst auf den zweiten Blick auffällt).
- Das stört: -
- Fazit / Rating: Ein gelungenes, anständig detailliertes Modell, wenn auch natürlich im Stile der damaligen (LIMA-)Zeit (verkürzte Wagen etc.). 4-/5


 
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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#78 von martin67 , 20.03.2014 19:42

Hallo,

hier die etwas spätere Version mit blauem Gehäuse, die beigefarbenen Partien sind lackiert. Das hatte den Vorteil, daß die Fensterumrandungen nun auch blau sind. Die Stromabnehmer sind ein späterer Typ mit umschaltbarer Stromabnahme über die Oberleitung, allerdings eine völlig falsche Bauart (angelehnt an einen französischen Typ "Faiveley" mit innenliegender Führung für die Oberschere). Im Original hatten diese Triebzüge einen Stromabnehmer Bauart SGP (ähnlich dem deutschen DBS 65).









Mein Urteil fällt weniger positiv aus. Im Zugverband fehlt der AB-Wagen, der wurde von Lima leider nie produziert. Der Speisewagen trägt eine Mischbeschriftung Ep. III/IV, die mit dem neuen ÖBB-Pflatsch nicht passt. Leider hatte der Zug keine Kupplungen an den Endwagen, was Doppeltraktionen und den Betrieb mit Kurswagen unmöglich macht. Beim Vorbild waren oft ÖBB Schlieren und in einigen Umläufen DB-Wagen beigestellt.

Der Zug war aber lange Zeit das einzige "brauchbare" Modell des 4010 und fand viele Liebhaber. Der Zug an sich ist recht gut gemacht, mit den bekannten kleinen Mankos. Der große Kuppelabstand und die fehlenden Schürzen über den Drehgestellen stören leider den Gesamteindruck des Zuges.

Positiv: Die Drehgestelle sind die originale Bauart SGP und wurden nur bei diesem Zug verwendet. In den 90er Jahren gab es noch eine Ep. III Version und eine rote Ep. V Variante, bei denen keine Zwischenwagen extra verkauft wurden.

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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#79 von MSS , 20.03.2014 21:45

Ein schöner zug!

Irgendwie hatte ich mich an den sehr verkurzten Kleinbahn 4010 verguckt, und dachte das der Lima gleich "gestaucht" aussieht, was ja nicht der fall ist.


MFG Morten aus Dänemark

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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#80 von Django , 21.03.2014 10:01

Hallo Martin

Das von Dir gezeigte Modell mit dem blauen Gehäuse hat wohl den Vorteil, dass es gegen Vergilbung gefeilt ist, oder? Das mit den blauen Fensterumrandungen ist tatsächlich ein weiterer Vorteil - das schaut bei meiner Version nicht so toll aus.

Zitat
Der Zug an sich ist recht gut gemacht, mit den bekannten kleinen Mankos. Der große Kuppelabstand und die fehlenden Schürzen über den Drehgestellen stören leider den Gesamteindruck des Zuges.


Den Kuppelabstand finde ich bei diesem Modell jetzt nicht stören gross. Besonders die Lok ist ziemlich eng gekuppelt. Dennoch wäre die einfache "Haken/Ösen-Kupplung" wie etwa beim FS ETR.401 wohl die bessere Lösung gewesen.

Was die fehlenden Schürzen betrifft: Ging halt einfach nicht anders, da ja die Wagen auch auf engen Radien um die Kurve kommen sollten. Die Alternative wäre eine Höherlegung der Wagen gewesen (ganz schlechte Idee). LIMA hätte natürlich auch zusätzliche Abdeckungen für die Vitrine beilegen können (so wie beim später erschienen SBB RAe TEE II, aber das wäre bei solchen Wagen (das heisst in diesem Preissegment) und zur damaligen Zeit wohl ziemlich übertrieben gewesen.


 
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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#81 von martin67 , 21.03.2014 16:42

Hallo Django,

stimmt, diese spätere Variante vergilbt nicht. Beim Kuppelabstand stört mich insbesondere der Unterschied in der Kupplungslänge zwischen Lok-Wagen und den Wagen untereinander. Das gibt ein wenig homogenes Bild. Ich glaube, es war 1979 oder 80, da war ein Transalpin mit Hakenkupplungen uns sehr engen Wagenabständen im Katalog zu sehen. Dieses Modell ging vermutlich nicht in Serie.

Zu den Schürzen, eine bessere Möglichkeit wäre wohl gewesen, die Drehgestelle in der Horizontalen zu halbieren, so wie es Liliput mit den Schürzenwagen praktiziert hatte. Die obere Hälfte der Drehgestelle wäre eh nicht sichtbar gewesen, der dadurch gewonnene Ausschlag hätte sicherlich auch für den 360er Radius genügt. Konstruktiv dürfte dies kein Problem gewesen sein, denn diese Drehgestellbauart wurde nur bei diesem Zug verwendet.

Schönen Gruß,

Martin


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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#82 von Django , 21.03.2014 16:50

Stimmt so hätte es gehen können


 
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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#83 von plastiklok , 21.03.2014 18:20

Hallo Morten,

der "4010" von Kleinbahn ist im Verhältnis zum Lima Zug stark verkürzt. Meiner Meinung nach, macht er aber im Zugverband einen guten Eindruck. Besonders gut finde ich den geringen Abstand zwischen den Wagen und es gibt einen AB - Wagen.

Ein Vergleich zwischen dem Lima und Kleinbahn 4010 Triebkopf (Lok ?) findest du hier im Forum:
Vorankündigung: ÖBB Transalpin von LIMA

Gruss Ralph


 
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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#84 von Django , 24.03.2014 08:42

Guten Morgen allerseits

Passt hier zwar nur am Rande, lohnt sich aber nicht, hierfür einen eigenen Thread aufzumachen:

In der Zeitschrift "Eisenbahn Amateur" Nr. 6/1984 sind ein paar Pimp-Vorschschläge für LIMA-Loks drin (Ae 3/6, Re 4/4' und Re 6/6). Die gezeigten Umbauten finde ich zwar teilweise ziemlich mässig, vor allem weil teilweise für einen eher kleinen Verbesserungseffekt ein ziemlich grosser Aufwand betrieben wurde. Muss halt jeder selber wissen. Es geht mir aber auch nicht darum, sondern um die Einleitung zu diesem Artikel. Ich zitiere:

"Lima hat in den letzten Jahren mehrere H0-Modelle von SBB-Triebfahrzeugen ausgeliefert, die sehr preisgünstig sind und eine gute Vorbildtreue aufweisen. Verschiedene kleinere Schwächen reizen zum Frisieren dieser Fahrzeuge, [...]"

Dieser Text zeigt doch sehr gut, dass LIMA - sogar mit eher einfachen Modellen - damals auch bei "ernsthaften" Modellbauern durchaus ein Thema war. Von wegen Spielzeug.

PS: Hätte hier gerne den ganzen gescannten Artikel eingestellt - ist aber möglicherweise wegen dem Copyright heikel...


 
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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#85 von dieKatze , 25.03.2014 15:38

Mahlzeit,

so, jetzt mal die Sachen die für uns hier tief im Westen wichtig sind, die Belgier. Da gab es ja bis vor zehn Jahren überhaupt nichts, nur Lima. Und die hätten wir auch mit Uhrwerksantrieb genommen, nur um überhaupt eine zu haben.

Die SNCB 150/15, Dreisystemlok von 1962, an sich gar nicht schlecht gelungen, etwas hochbeinig, tieferlegen und eingesetzte Scheiben würden Wunder wirken. Das Modell:





Und das Original, letzter Zustand im April 2000 in Welkenraed:









Die 18, ja da gibt es nicht zu diskutieren, die Pufferbohle ist zu hoch und die Front ist etwas verunglückt, die Lampen stimmen für die SNCF-Version und die frühen Belgier, in dieser Lackierung sollte sie zwei gleichgroße Lampen haben, die Seitenschürze sollte ausgeschnitten sein, stimmt so nur mit den französischen Prototypen überein, da kann Lima nichts für, die Form kam ja schon gleich zusammen mit der SNCF CC 40100 im Jahr 1965 heraus, quasi anhand der ursprünglichen Konstruktionszeichnungen. Die Belgier waren späte Lizensbauten und erst von 1974:





Die Vorbilder, vier von sechs gebauten, 2001 in Lüttich schon auf dem Schrottgleis:





Hier als SNCF CC40100, die durch die Frontornamente besser wirkt, eigentlich sogar sehr gut. Die habe ich leider im Original nicht mehr fotografieren können:






Schönen Gruß,

Ralf


 
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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#86 von martin67 , 25.03.2014 19:58

Hallo Ralf,

die Puffer hättest Du vor den Fotos schon mal ausrichten können! Zum Statement, es gab bis vor 10 Jahren keine Belgier, das kann ich nicht so stehenlassen. Nohabs von Fleischmann, Märklin und Piko, Kartoffelkäfer Reeks 59 von Roco und die 16 vom Märklin, 18 von Jouef und auch die V60 von Fleischmann, Jouef und Märklin, BR44 von Jouef, 60 von Klein, die Roco 20 dürfte auch schon fast 20 Jahre auf dem Buckel haben.

Klar, all das ist "Neuzeit", früher gab's wirklich fast nur Lima....

Schönen Gruß,

Martin


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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#87 von MSS , 25.03.2014 21:47

Zitat von dieKatze im Beitrag #85
Hier als SNCF CC40100, die durch die Frontornamente besser wirkt, eigentlich sogar sehr gut. Die habe ich leider im Original nicht mehr fotografieren können


Ja, der Lima SNCF CC 40101 ist ein schöner modell, und in silberne ursprungslack noch schöner!


Ein laaanger lok:


Ich habe auch nicht der SNCF-lok "live" fotografiert, ich habe aber ein bild der SNCB 1805:


Köln Hbf, 1995.


MFG Morten aus Dänemark

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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#88 von dieKatze , 26.03.2014 13:51

Oh je Martin,

irgendwo haste ja recht. Aber Nohabs waren schon so selbstverständlich. Puffer ausrichten traue ich mich nicht, die klemmen ziemlich fest.


Ja Morten,

genau, nach Köln gehören die hin. Dafür sind die gebaut worden. Manchmal auch bis nach Dortmund, aber da sind die immer kaputt gegangen...


18.März 1997






14. April 1997





Schönen Gruß,

Ralf


 
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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#89 von martin67 , 26.03.2014 22:00

So, es gibt wieder einen neuen Vorbildcheck. Ich habe heute ein besonderes Modell herausgesucht, in zweifacher Hinsicht. Zunächst ist die Lok ein in unseren Breiten echter Exot (und auch wieder nicht). Zum Zweiten stellt diese Lok die Premiere des Nova-Konzepts dar, mit Mittelmotor und Kardanantrieb.

Also, die Lok ist eine EMD GT26MC Diesellok der Reihe 34.200 / 34.600 der südafrikanischen Staatsbahn SAR/SAS. Lima war über viele Jahre der einzige Hersteller, der Modelle nach echten SAR-Vorbildern produziert hat. Südafrika war gerade in den 80er Jahren (man denke zurück, Friedensbewegung, Anti Atomkraft) doch sehr im Blickpunkt des Westens mit der Politik der Apartheid, die farbige Menschen vom gesellschaftlichen Leben völlig ausschloss. Es war politisch damals nicht korrekt, südafrikanische Produkte zu erwerben und auch für dieses Land zu offensichtlich zu produzieren. Lima als einer der ganz wenigen Modellbahnhersteller, neben Triang und Lifelike, tat dies trotzdem, wohl weil der Chef dieser Firma ein großer Liebhaber dieses schönen Landes war.

Zurück zum Modell, das tauchte zum ersten Mal um 1982 in den Katalogen als Zeichnung auf und kam um 1984 in den Handel. Der Mittelmotor wurde deshalb verwendet, weil in die zierlichen Aufbauten kein G-Motor seinen Platz fand und gleichzeitig sich mit dem Drehgestell drehen konnte. Mit diesem Erstmodell wurde das Nova-Konzept mehr oder weniger konsequent umgesetzt, Allradantrieb, Mittelmotor und Metallchassis sowie eingesetzte Fenster waren selbstverständlich. Die Reminiszenz and das alte Lima waren noch die ausschwenkbaren "Pilots". Auch waren zu jener Zeit noch die alten, großen Kupplungen in Gebrauch

Die Lok kam in zwei Versionen auf den Markt, als 20 8134L in brauner Standardlackierung der SAR und als 20 8153L im Blau des berühmten Luxuszuges "Blue Train". Die blaue Lok ist ungleich seltener und erzielt oft hohe Sammlerpreise.





Hier zum Vergleich ein Link zum Vorbild:

http://en.wikipedia.org/wiki/South_African_Class_34-200

Das Fazit zu dieser Lok: Im großen und ganzen hervorragend gelungen mit sauberer Bedruckung, allerdings in der falschen Spurweite, denn das Vorbild fährt auf 1067mm Kapspur. Das darf man Lima aber nicht übelnehmen, die SAR Modelle sollten ja zum restlichen Programm passen. Die ausschwenkbaren Frontteile sind natürlich 1984 nicht mehr zeitgemäß und reduzieren die Komplettwertung auf eine 4+.

Am Anfang sagte ich, daß diese Lok auf eine Art und Weise kein wirklicher Exot ist. Leider hat Lima hier gepennt und diese schöne Lok nicht in der Lackierung der OSE-CH bzw. der JZ (griechische und jugoslawische Bahnen) herausgebracht. Auch türkische, syrische, irakische, israelische, ägyptische und marokkanische Varianten wären möglich gewesen, vielleicht in der damaligen Zeit Mitte der 80er doch noch etwas zu exotisch?

Falls mich die Schweizer jetzt steinigen wollen, ja, ich geb's zu, diese Lok kam ungefähr (wer war zuerst?) mit der Re 4/4 II auf den Markt, die ebenfalls das neue Antriebskonzept aufwies.

Martin


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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#90 von Django , 27.03.2014 08:59

Hallo Martin

Da selbst im Katalog 1985/86 von der SBB Re 4/4'' noch Handmuster abgebildet waren, denke ich mal, dass die SAR/SAS-Lok zuerst war. Ein interessantes Modell übrigens. Optisch m.E. noch eindeutig "LIMA Classic". Zum Beispiel auch wegen der sichtbaren Rastnocken. Da war die SBB Bm 4/4 von 1982 trotz G-Motor m.E. optisch "fortschrittlicher" gestaltet.


 
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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#91 von TG-A Wolf , 29.03.2014 17:40

Hallo Kollegen,

eigentlich genau das Gegenteil vom Vorbildtreue-Check habe ich mir für meine Webseite einfallen lassen.
Ich mag ja die kuriosen Varianten sehr und habe ihnen eine Seite gewidmet. Mir geht es nicht um das Modell en Detail, das überlasse ich unseren beiden Martins, die können das besser, sondern, wie die Loks bei mir eingesetzt werden. Heute losgegangen ist die Seite mit der 111.

Einfach auf norderfleeter-eisenbahn.de.tl gehen, da findet sich die Seite gleich nach den Jahres-Archiven.

Noch ein schönes Wochenende,
Gruß Wolfgang.


 
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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#92 von Django , 02.04.2014 11:44

SBB RBe 4/4 (208031L) 3+


- Bauzeit: 1969 (das erste LIMA-Modell eines SBB-Triebfahrzeugs) bis etwa 1990, danach durch völlige Neukonstruktion abgelöst. Zu Beginn hatte das Modell noch keine Inneneinrichtung - diese wurde ca. Mitte der 1970er ergänzt.
- Hier gezeigte Version (deren vorbildgetreuer Stromabnehmer übrigens nicht original ist) von ca. Ende 1980er (erkennbar an der roten Inneneinrichtung - die war bei früheren Versionen weiss).
- Das gefällt mir: Das Vorbild wird weitgehend stimmig und korrekt wiedergegeben. Die Lackierung ist gelungen. Auch ist der Triebwagen nicht zu hochbeinig.
- Das ist nicht optimal: Das Modell wirkt etwas zu "gedrungen", was durch die zu grossen Frontlampen noch verstärkt wird. Keine Ahnung, ob das nur ein Eindruck ist, oder ob hier tatsächlich ein paar Masse nicht stimmen. Zudem sind Fenster sind nur hinterlegt, was durch das dicke Gehäuse doch deutlich auffällt. Als Vergleich hier der Steuerwagen BDt, der von LIMA Anfang 1980er erausgebracht wurde und der im Original eine sehr ähnliche Frontgestaltung wieder RBe 4/4 aufweist:

Der Unterschied zum RBe 4/4-Modell ist doch sehr deutlich.
- Das stört: -
- Fazit / Rating: Ein einfach gemachtes, aber durchaus brauchbares Modell aus der früheren LIMA-Zeit. 3+/5

SNCF BB-67000 (208036L)


- Bauzeit: 1969 bis etwa Mitte 1980er, danach durch völlige Neukonstruktion abgelöst (was m.E. noch nicht nötig gewesen wäre). Verbesserte Lackierung und angesetzte (statt angegossene) Signalpfeifen ab ca. 1982.
- Hier gezeigte Version aus der Zeit vor 1982.
- Das gefällt mir: Das Vorbild wird sehr stimmig und korrekt wiedergegeben. Vor allem die Detaillierung der Lüfter und der Frontpartien wissen sehr zu gefallen. Der Gehäusedicke im Bereich der Frontfenster ist ziemlich dünn, so dass beinahe nicht auffällt, dass die Fenster nur hinerlegt sind.
- Das ist nicht optimal: Leider ist die Lackierung der Modelle aus der Zeit vor etwa 1982 nur zweifarbig (weisser Aufdruck auf blauem Gehäuse) und teilweise stark vereinfacht. Dies beeinträchtigt leider den guten Gesamteindruck des Modells. Ab 1982 wurde das SNCF-Logo an den Fronten rot gefärbt, die seitlichen Lüfter dunkelgrau und die Zierstreifen würden silbern umrandet. Auch alle erhabenen Beschriftungen erhielten Farbe. Viel besser :-).
- Das stört: -
- Fazit / Rating: Ein sehr gut gemachtes Modell mit feiner Detaillierung, das leider während den ersten 12 Baujahren etwas unter der rudimentären Lackierung leidet. 3.5/5 (Version ab 1982: 3.5+/5)


 
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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#93 von MSS , 02.04.2014 12:03

Zitat von Django im Beitrag #92

SNCF BB-67000 (208036L)

- Bauzeit: 1969 etwa Mitte, danach durch völlige Neukonstruktion abgelöst (was m.E. noch nicht nötig gewesen wäre). Verbesserte Lackierung und angesetzte (statt angegossene) Signalpfeifen ab ca. 1982.


Und hier der version ab 1982:

M.m.n. ein sehr schöner lok!

Ich habe meiner lok noch etwas verbessert. Die frontfenster habe ich etwas grosser gemacht (durch wegschneiden/schleifen von die typischen abgerundeten Lima-fensterrahmen-nachbildungen die dort nicht gehört!), und der lok um 1 1/2 mm tiefer gelegt:



Die gezieigten SBB fahrzeuge findet ich auch klasse.
Hatte ich meiner sammlung nicht irgendwie begrenzen mussen wurde ich sie auch kaufen


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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#94 von Django , 02.04.2014 12:58

Danke für das Bild. Diese Version schaut halt schon viel besser aus. Auch das dunklere Blau wirkt besser. Was so ein bisschen Farbe doch ausmacht...

Übrigens: Hab grad gesehen, dass meine BB 67000 offenbar falsche Puffer hat.


 
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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#95 von MSS , 02.04.2014 13:26

Zitat von Django im Beitrag #94
Danke für das Bild. Diese Version schaut halt schon viel besser aus. Auch das dunklere Blau wirkt besser. Was so ein bisschen Farbe doch ausmacht...


Ja, es wird so klar das viele details schon in der formenbau berücksichtigt wurde, aber erst später bei besseren bemalen zur geltung kommt.
Ob die richtigen SNCF-puffer bei alle Lima SNCF-modelle ab werk montiert wurde weisst ich nicht. Meiner hatte sie allenfalls schon..


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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#96 von Django , 04.04.2014 08:37

Ich vermute mal, dass der Vorbesitzer die Puffer "verloren" und daher durch solche der Reisezugwagen ersetzt hat. Die Puffer sind jedenfalls definitiv nicht original. Dasselbe "Problem" gibt's auch bei meiner SBB Re 4/4'' (siehe unten). Witzig ist übrigens, dass LIMA in den Katalogen von Ende der 1970er versehentlich das Bild der Startpackungsversion der BB 67000 verwendet hat, erkennbar am fehlenden vorderen weissen Zierstreifen und an den angegossenen(!) Puffern.

Kommen wir zu den (vorläufig) letzten meiner Modelle im Vorbildtreuecheck (mehr besitze ich nämlich bisher nicht).

SBB Ae 3/6 (808117 und 808118):


(PS: Der untere Teil der braunen Lok müsste eigentlich Schwarz statt grau sein. Der Vorbesitzer hat wegen des Zustands ein neues Gehäuse - braun statt grün - montiert)

Das Modell wurde am Anfang dieses Threads schon mal präsentiert. Hier noch meine Bemerkungen dazu:

- Bauzeit: 1980 (braune Version etwa ab 1984) bis Anfang 1990er(?). Viel zu kurz jedenfalls. Das Modell erfuhr während der Bauzeit m.W. keine Änderungen (war auch nicht nötig).
- Das gefällt mir: Es ist einfach ein tolles Modell ohne Schwachstellen. Die Detaillierung ist erstklassig und aufwändig (selbst die auf der einen Seite ziemlich verdeckten Räder wurden mit Speichen versehen). Auch der Dachgarten (einzeln angefertigtes Kunststoffteil) übertrifft alles bisher von LIMA Hergestellte.
- Das ist nicht optimal: Der Standard-LIMA-Stromabnehmer wirkt billig (zumindest in der nicht funktionsfähigen Plastikversion) und passt daher nicht so recht zum sonst so "edlen" Modell. Dass die Fenster nur hinterlegt sind, stört mich bei diesem Modell überhaupt nicht, da das Erscheinungsbild dadurch nicht wirklich beeinträchtigt wird.
- Das stört: -
- Fazit / Rating: Ein sehr aufwändig gemachtes Modell mit ganz feiner Detaillierung Rundum gelungen. 4+/5

SBB Re 4/4'' (208856LP):

(Die Puffer von meinem Modell sind leider nicht Original. Da müssten eigentlich runde dran).

- Bauzeit: Ab ca. 1986 (für weitere Details der umfangreichen Baugeschichte verweise ich auf Martins Modellbahnwahn-Seite)
- Hier gezeigte Version vermutlich aus der Zeit vor 1990.
- Das gefällt mir: Eines der ersten LIMA-Modelle der "Neuen Generation" mit Metallchassis, Kardanantrieb und hochwertiger Detaillierung (es gab sogar eine Führerstands-Inneneinrichtung). So ist denn das Modell auch in jeder Beziehung gelungen und kaum mehr mit den Vereinfachten Modellen aus der Zeit vor ca. 1980 zu vergleichen. Das Modell der Re 4/4'' wirkt denn in allen Punkten sehr überzeugend.
- Das ist nicht optimal: Wie bereits bei der SBB Ae 6/6 wirkt auch hier der Standard-LIMA-Stromabnehmer billig (zumindest in der nicht funktionsfähigen Plastikversion) und passt daher nicht so recht zum sonst so "edlen" Modell. Umso erstaunlicher, dass der Stromabnehmer erst zu Rivarossi-Zeiten durch ein adäquates Teil ersetzt wurde. Zudem könnte die Lackierung (Trennlinien) noch etwas schärfer sein (dies fällt aber nur auf, da das Modell ansonsten so edel wirkt)
- Das stört: -
- Fazit / Rating: Aufwändig gemachtes und in allen Bereich sehr stimmiges Modell ohne Schwächen. LIMA hat da (noch einmal*) einen ganz grossen Schritt nach vorne gemacht. 4.5+/5

* die 3 Stufen der LIMA-Entwicklung:
1. 1963, als LIMA mit der FS E.424, der FS D.342 und der SNCF BB 9200 die ersten "richtigen" Modellloks herausbrachte.
2. Ab 1977 (diese wichtige Phase umfasst mehrere Jahre und wird ist vielen gar nicht so richtig bewusst), als LIMA nach Jahren der modelltechnischen "Stagnation" bei vielen neuen Modellen einen deutlichen Sprung nach vorne machte, was Detaillierung und Vorbildtreue betrifft: FS E.656, DB 103, SBB Ae 3/6, SNCF TGV etc.
3. Ab 1982, als LIMA bei der Detaillierung neuer Modelle weiter zulegte (z.B. SBB Bm 4/4) und zudem viele "alte" Modelle mit besserer Lackierung und Anbauteilen "gepimpt" hat (gutes Beispiel hierfür sind die vierachsigen "Nez cassé"-Loks der SNCF).
4. 1985, als LIMA erstmals Modelle mit Metallchassis und Kardanantrieb herausbrachte.


 
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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#97 von martin67 , 04.04.2014 22:06

Hallo,

ein paar Anmerkungen. Die BB67001 waren in der "guten Version" immer mit den flachen Puffern französischer Bauart ausgerüstet. Diese Puffer sind relativ empfindlich und gehen leicht kaputt, deshalb wurden viele Modelle vermutlich mit den Puffern von Reisezugwagen ausgerüstet. In Frankreich gibt es Resin-Nachgüsse dieser Puffer.

Die Re4/4 II war eine neue Masche ab Mitte der 80er von Lima, fehlende Modelle zu Fahrzeugen anderer Hersteller zu bauen. Liliput hatte über Jahre den Wagensatz des Swiss Express im Katalog, eine Lok dazu passend gab es nur für unverhältnismäßig viel Geld (die Lok war recht unproportioniert). Im Gegenzug gab es dann in den 90ern den Rheingold für die neuen E10er von Liliput.

Die Re4/4 II wurde nicht mit dem Plastikstromabnehmer angeboten (wobei ich eine rote SOB-Lok mit Plastikstromabnehmer habe, deren Geschichte aber noch völlig unklar ist, siehe auch Bahnwahn).

Ansonsten, schade, daß Du Deine Sammlung schon durch hast, Django. War eine tolle Idee, dieser Thread, der hoffentlich auch in Zukunft noch gefüttert wird.

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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#98 von martin67 , 05.04.2014 22:12

Hallo,

auch wenn unser Django sein Pulver momentan verschossen hat, es geht weiter. Lima hatte sich ja an viele außergewöhnliche Modelle gewagt und diese auch recht erfolgreich an den Mann gebracht. In Australien ging 1973 die folgende Erfolgsgeschichte an. 1973 war überhaupt das Jahr, in dem sich Lima recht plötzlich ganz stark auf internationale Märkte ausgedehnt hat. Australien war einer dieser Märkte, der bisher halbherzig von TriAng versorgt wurde. 1973 waren im Katalog neu angekündigt australische Stromlinienwagen (Typ Budd) und eine passende Diesellok der New South Wales Governement Railways (NSWGR) der Reihe 44. Bei der Lok bewies Lima eine recht glückliche Hand, wurde doch ein Loktyp gewählt, der auf der ganzen Welt seine Verbreitung fand.

Die ALCO DL500B Diesellok, allgemein als Alco World Locomotive" bezeichnet, ist eine auf der erfolgreichen US-Lok FA-2 basierende Konstruktion, die allerdings im Gegensatz zu dieser erwas verlängert ist und auf sechs Achsen läuft. Diese Lokreihe war in vielen Länder unterwegs, u.a. Australien, Argentinien, Pakistan, Griechenland und Spanien.

Leider fehlt mir die Erstausführung, deshalb zeige ich eine Lok aus dem Jahr 1983 in der sogenannten "Reverse-Lackierung" mit gelben Lokfronten. Diese Loks ist übrigens eine "Dual Ends" Lok, d.h. eine Lok mit jewels einem Führerstand vorne und hinten. Als "vorne" wird der Nasenteil gesehen. Im Betriebseinsatz wurde auf die Optik keine Rücksicht genommen, und die Loks waren auch oft "rückwärts" anzutreffen.



Zwei Jahre später (1975) kam die rot-silberne Lok Reihe 930 der V&SAR (Victoria & South Australian Railway) ins Sortiment, dazu gab es entsprechende Wagen für den "Southern Aurora" oder den "Overland"



1977 gab es eine Variante der Renfe in grün mit gelben Streifen



Und 1996 eine Renfe Lok in der silbernen Ep. III Lackierung.



Das Modell an sich ist recht ansprechend,jedoch recht einfach gestaltet. Der Antrieb erfolgt auf das hintere Drehgestell auf zwei Achsen durch den G-Motor. Zunächst noch ein Link zu den Vorbildern:

http://www.trainman.id.au/photos/nsw/diesel/44class/

Betrachtet man die Bilder, fällt auf, daß beim Lima-Modell die Frontfenster viel zu spitz zulaufen. Das zweite Manko ist die Fronschürze, die wegen der Kupplung viel zu kurz ausgeführt ist. Leider entstellt dies das markante Gesicht der Lok. Pluspunkte gibt's für die gelungene Modellauswahl.
Rating: 3+

Modelle für Griechenland und Argentinien wurden leider nicht angeboten.

Martin


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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#99 von Django , 09.04.2014 08:02

Spannende Sache. Danke Martin, für die Vorstellung dieser (zumindest hierzulande) Exoten .


 
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RE: Der grosse LIMA-Vorbildtreue-Check

#100 von MSS , 09.04.2014 09:09

Auch von mir ein danke. Das ist schöne loks!

Bei Independent Rail (früher LVRF, nun von QUBE übernommen) in Australien fahren die 44'er sogar mit früheren DSB MZ-loks zusammen, ALCO und GM vereint


MFG Morten aus Dänemark

Meiner fotoseite: https://mortenschmidt.piwigo.com/


 
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